Mittwoch 3. Januar 2001

keil1.gif(893 Byte) Paul Colella über die Hinrichtung seines Freundes BJ

keil1.gif(893 Byte) Antisemitismusdebatte

keil1.gif(893 Byte) Brief von Gabriel Bea

keil1.gif(893 Byte) NO PASARAN

keil1.gif(893 Byte) Zu ÖGB und ÖKOLI von Roland Atzmüller

keil1.gif(893 Byte) Einladung: Staberl feiert Geburtstag

keil1.gif(893 Byte) Notrufhandy - Aktion der Grazer KPÖ

keil1.gif(893 Byte) Chile/Hungerstreik/polit.Gefangene



Diese Ausgabe hat Heinz Nessizius zusammengestellt.

 

 

 

 


 

 

Frohes neues Jahrtausend
ihr alle !

wünscht
Claudia Volgger von der MUNDRedaktion


Wie der MUND entsteht ....

Schickt uns bitte eure Nachrichten, Meldungen und Ideen.

E-Mail-Adresse der Redaktion:

widerstand@no-racism.net




La Repubblica: Proteste gegen Haiders Baumaufstellung




Quelle: www.popo.at



Und für's nächstemal:
Das Rechtshilfe-Manual


...und was mache ich eigentlich gegen rassisten?

online-diskussion


Drahdiwaberl



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Editorial
Für den Inhalt verantwortlich: Ihr.
Die Beiträge werden von verschiedenen Redaktionsteams zusammengestellt.

Bitte weitersagen:
Für Personen ohne Internetzugang gibt es aktuelle Terminankündigungen
unter der Rufnummer 589 30 22 12 (Demoforum)

 




Paul Colella über die Hinrichtung seines Freundes BJ
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Sabine S. 


Mein Freund
CLAUDE "BJ" JONES

Morgen wird mein Freund BJ von diesem beschissenen – Entschuldigung –
Staat hingerichtet werden. Die letzten paar Wochen waren für mich und
Rick, einem anderen engend Freund von BJ, sehr schlimm. Wir haben über
ihn gesprochen und gingen die Erinnerungsstraße entlang, bis wir über
die guten Zeiten lachen mußten, die wir miteinander verbracht haben.
Doch spät nachts, wenn ich alleine in meiner Zelle bin, verblassen die
Erinnerungen und die Gegenwart stellt sich ein.

Mein Freund wird in wenigen Tagen sterben und es gibt keine verdammte
Sache die ich tun kann, um ihn zu retten.

Freundschaft wird an Orten wie diesem sehr ernst genommen. Wenn man
einen Mann seinen Freund nennt, bedeutet das, daß man ihm sein Letztes
geben würde, sein Lächeln wenn er einen anmacht. Man versucht alles um
ihn aufzubauen, wenn er niedergeschlagen ist. Kein Opfer ist zu groß für
einen wahren Freund.

Ich denke, Ihr versteht jetzt, wie ich mich gerade fühle, wenn ich BJ
als meinen Freund bezeichne.

Ich sah BJ heute Nacht zum ersten und letzten Mal in zwei Monaten. Er
hat ungefähr 30 Kilo verloren und wir saßen da und redeten zum letzten
Mal miteiander. Wir versuchten gegen die Tränen anzukämpfen und er
machte Scherze und brachte mich und die sechs Wärter, die auf uns
aufgepaßt haben, dazu, in Gelächter auszubrechen.

Wir sprachen über seine letzten Wünsche. Er wird eingeäschert und seine
Asche zur Hälfte über dem Grab seiner Mutter und zur anderen Hälfte über
seinem liebsten Angelplatz verstreut werden.

Während ich dies schreibe, weine ich zum ersten Mal in meinen Leben
Tränen der wahren Traurigkeit. Ich war noch niemals so traurig wie in
der letzten Nacht im Leben meines Freundes.

Seine letzten Worte an mich, als ich aufstand um zu gehen, waren: „Schau
daß du hier raus kommst. Ich liebe dich Kumpel."

Morgen um diese Zeit (wenn nicht ein Wunder geschieht) wird mein Freund
tot sein. Ich bin ein Mensch und der Schmerz unter dem ich leide, ist
genauso real wie der von jedem anderen. Ich habe nicht die Möglichkeit
verloren mich um jemanden zu sorgen. Ich bin kein Monster ohne Gefühle.
Ich fühle den Schmerz und mein Herz wird schwer aufgrund des Verlustes.

Ich werde Dich vermissen alter Kumpel !!

07.12.2000

Mein Freund ist tot. Sein Blut haftet auf den Händen jedes Texaners, der
nichts dagegen getan hat, jedes Texaners, der zuhause saß und ihm
Fernsehen mit Empörung die News über die Hinrichtung gesehen hat, jedoch
nichts getan hat. Und sein Blut klebt vor allem an den Händen jedes
Texaners, der hinter diesem Wahnsinn steht.

Paul Colella



Antisemitismusdebatte
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OEKOLI_Wien@gmx.net

Am 22. und 23.12.2000 fand im autonomen Zentrum Ernst-Kirchweger-Haus ein
Deutschpunkwochenende statt. Unter dem sinnigen Titl "Ihr Kinderlein kommet"
spielten diverse Bands aus dem einschlaegigen Milieu. Veranstaltet wurde
diese Show von der Roten Hilfe, alle Einnahmen sollten dieser Gruppe zugute
kommen.
Dabei trat auch die Wiener Band "Radikalkur" auf, die mit ihren Liedern
offenen Antisemitismus propagiert.Musikkasette von 1998:

Palästina

Keine Entspannung zu erwarten
Auf der Klagemauer klebt warmes Blut
Die Besatzer patroullieren durch die Stadt
Um das Territorium zu stabilisieren

(Ref.) ...und wieder klebt Blut am Judenstern

Siedlungspolitik geschützt durch westliche Waffen
Zwillenschützen entgegnen dem Ohnmachtsgefühl
Schwere Geschütze gegen fliegende Steine
Panzer überrollen den Freiheitswillen

Die Annexion nimmt kein Ende
Schon morgen spricht man von jüdisch Palästina
Doch Handelsboykotte sind nicht zu erwarten
Denn zuviel Geld fließt in die westliche Welt

(Ref.) ...und wieder klebt Blut am Judenstern

Juden und Jüdinnen in Israel werden zu einer einheitlichen, aggressiven
Besatzungsmacht konstruiert,  und mit dem Judenstern in Verbindung gebracht.
Den Judenstern mußten alle von den Nazis als Juden definierte Menschen im 3.
Reich ab 1941 tragen, ein weiterer Schritt zur physischen Vernichtung in der
Shoa.
Die Benutzung dieser Symbolik der NS-Massenvernichtung ist ein
antisemitischer Übergriff, es zeugt von völliger Ignoranz gegenüber den Opfern der
Vernichtung des europäischen Judentums. 
Der Inhalt bleibt der gleiche: Mit ihrem vielen Geld bestechen die Juden
die Welt, um Handelsboykotte abzuwenden, und sie traktieren mit westlichen
Waffen die heldenhaften, palästinensischen Krieger.
Das älteste antisemitischen Klischee der reichen Juden, die mit dem Geld
umgehen können, in neuer Variante.
Das ist vielleicht das augenscheinlichste Vorurteil, aber auch die
vereinfachende Gleichung von annektierenden, bösen, heimatlosen Israelis die danach
streben die freiheitsliebenden, erdverbundenen, guten PalästinenserInnen
aus ihrer Heimat zu vertreiben, ist antisemitisch.
So haben die Enkelkinder und Kinder der österreichischen
TäterInnengeneration wieder in die antisemitische Volksgemeinschaft gefunden: sie
solidarisieren sich mit einer nationalen Befreiungsbewegung die als ihren Hauptfeind
den Staat   Israel ausgemacht hat und gröhlen ihren Hass vor dm bierseelig
pogo-tanzenden Mob.

-- 
Ökologische Linke (ÖKOLI) 
Schottengasse 3a/1/4/59
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Brief von Gabriel Bea
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Von:    abcibk@hushmail.com


Brief von Gabriel Bea Sampedo, kaempfender Gefangener aus Spanien

Gruesse an alle,

Als Gefangener, aus der FIES-Einheit des Gefaengnisses von Badajoz, der 
den Isolationstrakt ueberlebt hat, von Individuen bewacht wird, deren Ziel 
es ist all jene zu eliminieren, die sich der feindlichen Haltung in diesem 
Trakt widersetzen, lasse ich euch wissen, dass in den Isolationstrakten 
der spanischen Knaeste ein unbegrenzter Streik begonnen wurde. Ein Hungerstreik 
mit dem Ziel uns gegen die Repressionen und die faschistischen Methoden 
der SoeldnerInnen des Staates zu wehren, die sich staendig an den Gefangenen 
in Isolationshaft vergreifen.
Nachfolgend unsere drei Forderungen, die nicht verhandelbar sind:
1) Die Freilassung aller kranker Gefangenen.
2) Die Abschaffung der Isolationshaft und des FIES
3) Ein Ende der Verstreuung.

Es ist nun mehr als ein Jahr her seit in den Isolationstrakten verschiedene 
Protestaktionen gestartet wurden, wie z.B. das Weigern die Zellen zu verlassen,
 sich Auszuziehen, Hungerstreiks usw., um auf diese Weise gehoert zu werden 
und unsere Forderungen bekannt zu machen. Aber die Antworten der Institutionen 
waren lediglich Repression, Beginn der Verlegung in verschiedene Knaeste,
 Zensur der Korrespondenz, Schlaege und Misshandlungen der Gefangenen, und 
dies alles permanent und ohne Provokation. Wir koennen deshalb ganz sicher 
von psychologischer Folter sprechen. Aber dies hat zumindest den kaempfenden 
Geist der GenossInnen nicht gemindert. Sondern das Gegenteil trifft zu. 
Wir wissen, dass sie versuchen wuerden uns einzuschuechtern und uns mit 
Repressionen zum Schweigen zu bringen, aber den Verstand kann mensch nicht 
besiegen, denn der Verstand ist auf unserer Seite, weil wir alle wissen,
 dass Gefaengnisse nicht zur Reintegration da sind, sondern zum Bestrafen 
und Zerstoeren von all jenen, welche die falsche Demokratie, die sie uns 
verkaufen wollen, nicht anerkennen und gegen die etablierte soziale Ordnung 
widerstehen und kaempfen.


Wer weiss wie viele Maenner und Frauen ihrer Menschenrechte beraubt wurden 
? Aber mit der Zeit werden wir uns selber organisieren und eine Kraft werden,
 die anerkannt werden muss…

In Spanien verschweigen die Medien bis jetzt die Situation der Gefangenen,
 und wenn sie etwas berichten, dann lediglich um die FIES-Gefangenen zu 
kriminalisieren. Auf der anderen Seite arbeitet die Polizei ein Konstrukt 
aus, um so die Verhaftung von GenossInnen zu rechtfertigen, welche diesen 
Kampf unterstuetzen, ein Kampf dessen einziges Ziel die Freiheit ist. Sie 
gehen sogar so weit und behaupten, dass wir Kontakte zur ETA halten wuerden…
Ich schicke dieses Schreiben hier mit dem Ziel, dass es so weit wie moeglich 
verbreitet wird und um die Situation in den spanischen Knaesten bekannt 
zu machen. Gefaengnisse wo Menschen ueber Jahre hinweg in Isolation gehalten 
werden, wo Gefangene an Aids leiden, wo wir an Orte, weit entfernt von unserem 
Zuhause verlegt werden, wo das Pruegeln von Gefangenen zum Alltag gehoert…
Wir habe nichts mit einer bewaffneten Organisation zu tun, wir verlangen 
nur das Recht auf Freiheit und Leben. Alles was mit dem Absucht verbreitet 
wird unseren gewaltfreien Kampf zu kriminalisieren sind Dummheiten, die 
nur die engstirnigen Geister, die uns unterdruecken wollen wert sind. Sollen 
sie doch zur Hoelle gehen ! !

Verbreitet dies so rasch wie moeglich

FREIHEIT FUER ALLE

21/12/2000    

Gabriel Bea  Sampedro
Centro Penitenciario Badajoz
Ctra. Olivenza, Km. 5
06008 Badajoz
Spanien  

Weitere Infos zu den FIES-Knästen in Spanien gibt es bei Anarchist Black 
Cross Innsbruck…

-----------------

Text uebersetzt und verbreitet von Anarchist Black Cross Innsbruck:

LOM
Postlagernd
6024 Innsbruck
Austria

e-mail: abcibk@hushmail.com
www.freespeech.org/entfesselt

Anarchist Black Cross Innsbruck - deutschsprachiger E-Mail-Verteiler mit
Infos über Repressionen und politische Gefangene.





NO PASARAN
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Von:    ulrike [ulrike.stieger@jk.uni-


NO PASARAN - ein Abend des Widerstands


Der Kulturverein Röd@ setzt zu Beginn des neuen Jahres einen
richtungsweisenden Schwerpunkt.
"NO PASARAN" - ein Schlagwort, dass seine Wurzeln im spanischen
Bürgerkrieg findet und soviel wie "Damit werdet ihr nicht durchkommen!"
heisst. Das Röd@ nimmt den Titel zum Anlass, diesen Samstag, 6. Jänner
01, zum Widerstandsabend zu erklaeren.

Inhalt und Form zeichnen den Widerstand aus, wie er insbesondere von
seiten der KünstlerInnen seit dem Februar 2000 initiiert wird. Auch
dieser Abend zielt auf eine Verknüpfung dieser beider Aspekte. Beginnen
wird Gerald Raunig, Philosoph und Kulturtheoretiker, mit einer LESUNG
aus seinem neuesten Buch "Wien Feber Null. Eine Ästhetik des
Widerstands" (Turia+Kant, Wien 2000). Es handelt sich dabei um eine
subjektive Reflexion der künstlerischen und politischen Aktionen zu
Beginn des Februars letzten Jahres. Eines der im Buch angesprochenen
Labels wird im Anschluss an die Lesung das Kulturhaus erobern.
VOLKSTANZ, als Soundpolitisierung gegen diese Regierung, wird Widerstand
in den Tanzbeinen spürbar machen, dafür sorgen DJane Vibe und Bette D.
aus Steyr und Wien. Während des gesamten Abends werden Videoprojektionen
aus "Die Kunst der Stunde ist Widerstand" und einer Videodoku der Demos
in Linz zu sehen sein. Und das Foyer wird zur Markthalle. Wear! T-Shirts
with an attitude. Buy your Resistance-CD.




Zu ÖGB und ÖKOLI von Roland Atzmüller
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Von:    Ökologische Linke  OEKOLI

Wichtigkeit:    Hoch

zu ÖGB und ÖKOLI von Roland Atzmüller im MUND vom 1.1.2000

Lieber Roland!

Wir geben Dir in Deinen Ausführungen bezüglich der Modernisierungstendezen
in Europa und der ebenso rassistischen Selektion, wer zu uns kommen darf
und wer nicht schon recht. Deine Kritik bezüglich unserer Äußerungen über die
Wirtschaftskammer beruht aber auf einer falschen Grundlage. Wir haben nie
behauptet, daß deren Politik antirassistisch ist. Selbstverständlich ist die
Selektion in nützliche Arbeitskräfte und unnütze ImmigrantInnen rassistisch,
das völlige Nein des ÖGB zu einem weiteren Arbeitskräftezuzug ist es aber
auch. 
Und wir waren eben der Meinung, daß der Versuch den "österreichischen
Arbeiter", zumeist männlich, von seinen "ausländischen Konkurrenten" am
Arbeitsmarkt zu beschützen noch rassistischer ist, als die gegenwärtige Politik der
Wirtschaftskammer. Und dies eben nicht, weil die Wirtschaftskammer
antirassistisch wäre, auch nicht weil ihre ideologischen Positionen weniger
rassistisch wären, als jene des ÖGB, sondern weil ihre augenblicklichen Interessen
zumindest etwas durchlässigere Grenzen ermöglichen als jene des ÖGB. 
Es ist rein dieses Interesse, der Eigennutz IT-Fachkräfte aus dem Osten
oder aus Indien oder sonstwo ausbeuten zu können, der ihre Politik auf eine
etwas größere Durchlässigkeit der Grenzen ausrichtet, als jene des ÖGB. Wenn
wir darauf hinweisen, wollen wir damit sicher kein Lob an die
Bundeswirtschaftkammer aussprechen, sondern darlegen, daß in diesem einen Punkt der ÖGB
eben sogar rassistischer ist als seine GegnerInnen.

Und damit sind wir schon wieder bei dem schon einmal diskutierten Punkt,
daß die Parteiergreifung für eine schlechtergestellte Personengruppe - in
diesem Fall für ArbeiterInnen gegenüber UnternehmerInnen - nicht automatisch
eine Parteiergreifung für MigrantInnen gegenüber völkischen ÖsterreicherInnen
oder etwa für Jüdinnen und Juden gegenüber AntisemtitInnen bedeutet.
Der ÖGB ist eben so rassistisch, wie viele Teile der österreichischen
Gesellschaft und ihrer Institutionen...

Aber nun noch zu anderen Punkten Deines Textes: Daß wir unsere
Informationen vom Standard bzw. diesen als Quelle angegeben haben, ist richtig. Wir
haben die gleichen Informationen aber auch aus anderen Medien (z.B. ZiB,
Internet, Ö1, etc.), weshalb sie uns glaubhaft erschienen. Auch ein Blick auf die
von Dir angesprochene Website des ÖGB, konnte uns nicht davon überzeugen,
daß diese Informationen falsch sind, sondern haben diese bestätigt. 
Vielleicht wäre es trotzdem besser gewesen, die Originalquelle zu zitieren.
Inhaltlich ändert das aber nichts an der ÖGB-Position und unserer Kritik daran. 
Es ist uns klar, daß der Standard eine in jeder Hinsicht liberale, auch
wirtschaftsliberale Zeitung ist, weshalb wir uns auch nicht positiv auf dessen
Inhalte beziehen, sondern ihn als Quelle angeben. Das müssen wir tun, weil
wir nicht an jeder Pressekonferenz teilnehmen können, oder z.B. Verzentnisch
zu seinen Aussagen persönlich interviewten.

Wie Du als Politikwissenschafter, der sich sehr intensiv mit
Gewerkschaften beschäftigt hat, sowieso weißt, ist das nicht das erste mal, daß der ÖGB
sich als Verteidiger "inländischer ArbeiterInnen" hervortut.
Nicht-EU-BürgerInnen können auch im ÖGB nichts werden. Bei Arbeiterkammerwahlen wird nicht
EU-BürgerInnen, z. B. türkischen StaatsbürgerInnen, immer noch das passive
Wahlrecht aberkannt - und zwar unter aktiver Mitwirkung des ÖGB bzw. dessen
alles beherrschender Fraktion der Sozialdemokratischen Gewerkschafter(Innen?)
FSG. 

Daß es in Österreich - bis auf die kurzlebige Gründung einer "gelben
Gewerkschaft" der FPÖ - seit 1945 nur eine Einheitsgewerkschaft gegeben hat, mag
diese zwar gestärkt haben und damit durchaus auch positive Auswirkungen
gehabt haben, hat aber zugleich die Herausbildung linker
Richtungsgewerkschaften, wie sie fast überall in Europa existieren, verhindert. Solche linke
Richtungsgewerkschaften in Frankreich, Spanien oder Italien vertreten oft nicht
nur radikalere Positionen im Bereich konkreter Arbeitskämpfe, sondern eben
auch antirassistische Positionen und integrieren ArbeiterInnen, die keinen
EU-Paß haben, in ihre politischen, arbeitsrechtlichen und Lohnkämpfe.

In Österreich hingegen sind die Linken durch ihre Integration in den ÖGB
oft nur als innergewerkschaftliche Opposition erkennbar und betreiben, trotz
durchaus ernstzunehmenden Engagements innerhalb der Einheitsgewerkschaft
keine eigenständige Gewerkschaftsarbeit ausserhalb jener Institutionen, die
längst alle realen Klassenkämpfe erwürgt haben, geschweige denn sich für ihre
"ausländischen" ArbeitskollegInnen einsetzen würden.

Mangels eigener Stärke sind manche ÖKOLIs immer noch ÖGB-Mitglieder, umso
schärfer wollen gerade diese den Gewerkschaftsbund für seinen Rassismus und
die konservative Verteidigung einer nicht mehr vorhandenen
Sozialpartnerschaft kritisieren.
 
Gewerkschaftsmitglieder in der Ökologischen Linken (ÖKOLI)  

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Einladung: Staberl feiert Geburtstag
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OEKOLI_Wien@gmx.net


Richard "Staberl" Nimmerrichter feiert am 9.1.2001 seinen 80. Geburtstag im
Marchfelderhof. (Quelle: Der Standard)

Wir sind alle eingeladen (zum Torten-essen)!

Adresse:
Marchfelderhof
2232 Deutsch-Wagram, NÖ
Bockfließer Straße 31
Tel.: 02247/2243
           /2236

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Notrufhandy - Aktion der Grazer KPÖ
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Von:    Parteder Franz 


Tel. 03 16 / 71 24 36
Fax 03 16 / 71 62 91
email: kp.stmk@nextra.at
KPÖ Steiermark
Lagergasse 98a
8020 Graz


Dienstag, 2. Januar 2001 Presseinformation der KPÖ Steiermark Notrufhandy -
Aktion der Grazer KPÖ mit  österreichweiter Beispielwirkung !




Die Aktion "Handy-Notruf für alle" wurde von der KPÖ-Graz vor zwei Jahren
ins Leben gerufen. Jetzt hat sie - wie Gemeinderat Martin Khull-Kholwald
berichtet -  Resonanz in anderen Städten gefunden. Nach Initiativen in Wels
und Hallein sowie der Wiener Polizei haben nun auch die Liste Baum
(Purkersdorf)  und die Liste Roland Schuh (Fischamend) in Niederösterreich
diese Idee aufgegriffen.

Dabei handelt es sich um folgendes: 1998 wurde die Aktion "HANDYNOTRUF FÜR
ALLE" von der Grazer KPÖ ins Leben gerufen. Über die Interventionsstelle
gegen Familiäre Gewalt und das Grazer Frauenhaus  werden die zumeist von
Privatpersonen zur Verfügung gestellten Telefone an Opfer von familiärer
Gewalt weitergegeben. Nicht nur das Argument, dass Handies Lebensretter sein
können, die sich leider nicht jeder leisten kann, war für die Aktion
ausschlaggebend, auch der Umweltschutzaspekt war ein wesentlicher.
Schließlich sind die Akkus Sondermüll.

Martin Khull-Kholwald: "Es freut mich, dass sich unsere Handy-Idee
österreichweit durchzusetzen beginnt. In Graz werden wir unsere Aktion auch
im Jahr 2001 fortsetzen. Gebrauchte - funktionstüchtige (!) - Mobiltelephone
können weiterhin im Gemeinderatsklub der Grazer KPÖ  im Rathaus angegeben
werden.

Rückfragehinweis: 0664 2663 836






Chile/Hungerstreik/polit.Gefangene
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Von: Jose Reyes 


Aktivistin Menschenrechte  pwi_wien@gmx.at 

Datum: Sonntag, 31. Dezember 2000 14:49
Subject: Chile/Hungerstreik/polit.Gefangene


 Prison Watch International-Wien
 Stiftg.8
 1070 Wien
 Tel.: 0699/100 68 641
 Fax: 01/ 403 40 20/13
 Mailto:info@pwi.action.at
 
 Sehr geehrte Damen und Herren!
 Liebe FreudInnen!
 
 Folgende Informationen über den Hungerstreik politischer Gefangener in
 Chile mit der Bitte um Schreiben von Protestbriefen haben wir von der
 Menschenrechtsgruppe "Grupo solidario con PPs en Chile-Berlin" zugeschickt
bekommen:
 
 I. SCHREIBEN DER GEFANGENEN VON COLINA 1
 
 II KAMPAGNE
 
 
 
 I. SCHREIBEN DER GEFANGENEN
 
 
 
 An die nationale und internationale Öffentlichkeit
 
 Wir, die politischen Gefangenen von Colina 1, wollen mit diesem Schreiben
 den schmutzigen Machtkampf der Gefängnispolizei in Chile ('Gendarmeria de
 Chile') öffentlich machen.
 
 Sieben Gefangene sind am 11. Dezember 2000 im Gefängnis von 'San Miguel de
 Santiago' verbrannt bzw. erstickt. Dies ist das Ergebnis der Machenschaften
 der Gendarmeria, die die unmenschlichen Verhältnisse in den Gefängnissen
 aufrechterhält. Die Gendarmeria hat sie - im wahrsten Sinne des Wortes -
 einfach sterben lassen. Dies ist nicht isoliert zu betrachten, es ist in
der
 Kontinuität der Politik der 'harten Linie' der Gendarmeria zu sehen. Dazu
zählen
 u.a. die unter Folter vollzogene Zwangsverlegung von der CAS (Carcel de
 Alta Seguridad, Hochsicherheitsgefängnis) nach Colina 1 im Februar 1999 und
der
 Aufstand der Gefangenen in Colina 2, der selbst von der Gendarmeria
 organisiert wurde, um ökonomischen Verluste zu verdecken, während die
jenigen, die
 sich für ihre Menschenrechte einsetzten, gefoltert und brutal
 zusammengeschlagen wurden.
 
 Heute versuchen sie - kosten was es wolle - die Mobilisierung der
 Gefangenen zu verhindern und deren Widerstand zu zerstören, die lediglich
die
 Achtung ihrer elementarsten Menschenrechte fordern. Sie versuchen die
Gefangenen
 mit ihren Machenschaften gegeneinander auszuspielen und in gewalttätige
 Auseinandersetzungen zu verwickeln, sie nutzen die Drogenabhängigkeit in
den
 Gefängnissen aus, um die Gefangenen zu unterdrücken und Anwendung von
Gewalt zu
 rechtfertigen (so wie in ähnlicher Weise in den besser organisierten,
 kämpferischeren Armenvierteln Drogen eingeführt worden sind, um sie zu
 kontrollieren). Auf diese Weise nutzen sie den Drogenkonsum in den
Gefängnissen um
 jedes Argument für eine menschliche Behandlung zu entwerten. Ausserdem
 kontrollieren sie auf diesem Wege das 'gefängnisinterne System'
(Sicherheit, Drogen,
 Nahrung, Alkohol, Videos, Gefängniskiosk und all das, was innerhalb der
 Gefängnisse 'Extre'-Geld einbringt).
 
 
 Deswegen haben wir, die politischen Gefangenen, uns an die Forderungen
 angeschlossen:
 
 
 
 -          Menschliche Behandlung der Angehörigen, Schluss mit den
 erniedrigenden Zellendurchsuchungen, Schluss mit der Untersuchung der
 BesucherInnen, die sehr gut als Belästigungen eingestuft werden können
 
 -          Schluss mit der brutalen Körperverletzung während der
 Zellendurchsuchungen, Schluss mit den körperlichen Bestrafungen und der
völligen
 Isolation in Einelzellen als Strafe
 
 -          Verbesserung der Verpflegung in den Gefängnissen
 
 -          Die internen Gefängniskioske sollen ihre Produkte nicht
 überteuert (bzw. dem Wert der Waren entsprechend)verkaufen; die Gewinne
sollen
 tatsächlich zu Weihnachten den Gefangenen zu gute kommen und für die
anderen
 vorgesehene Zwecke verwendet werden werden.
 
 -          Die Erleichterungen, die in der Gefängnisverordnungen und der
 Prozessordnung vorgesehen sind, müssen umgesetzt werden, und ihre
Handhabung
 darf nicht von der politische Willkür einer (illegalen) Organisation, wie
 der CONEVI (CONADE), abhängig sein, die von 'Paz Ciudadana' abhängig ist.
 
 -          Rehabilitation und Arbeitsmöglichkeiten sollen für allen
 zugänglich sein und nicht nur für einige Wenige. Die Wiedereingliederung in
die
 Gesellschaft soll effektiv sein und die Rehabilitationspläne müssen reale
 Perspektiven vornehmlich bezüglich der Arbeitschancen bieten und sich nicht
auf
 eine 'Alibiveranstaltung' für die regierungsnahe bzw. bürgerliche
 Öffentlichkeit beschränken
 
 -          Die Sicherheitsmechanismen der 'Gendarmeria' dürfen nicht im
 Widerspruch zu den Menschenrechten der Gefangenen auf Arbeit, Bildung und
 Familienbeziehungen stehen. Die Sicherheitsvorkehrungen müssen den
 Menschenrechten untergeordnet sein und nicht gegen die Menschen angewandt
werden
 
 
 
 Wir schließen uns diesen Forderungen an, indem wir einen unbefristeten
 Hungerstreik ab dem 25.12.2000, 00:00 Uhr antreten.
 
 
 Unseren spezifischen Forderungen sind:
 
 -          Abschaffung des Anti-Terrorgesetzes
 
 -          Überprüfung aller abgeschlossener Prozesse, die durch
 Militärgerichte vorgenommen wurden
 
 -          Überführung der politischen Gefangenen Jaime Antipil und Sergio
 Vásquez nach     Colina 1;  beide wurden vor kurzem von Concepcion nach
 Colina 2 verlegt
 
 -          Freiheit für alle politischen Gefangenen
 
 
 
 DIE POLITISCHEN GEFANGENEN
 COLINA
 
Sonntag, den 24 Dezember 2000
 
II. KAMPAGNE:
 
 
 
 
 
 Hier schicken wir Euch ein Modell für ein Protestschreiben. So dass wir
 den Überblick behalten können.
 
 
 
 Mit Solidarischen Grüßen
 
 
 
 Solidaritätsgruppe für die politischen Gefangenen in Chile
 FDCL Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika.
 Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin
 Fax: 0049-30-6926590
 
 A. Spanisch:
 
A quien corresponda:
 
 
 
 Desde el 25 de diciembre se encuentran los presos politicos de Colina 1 en
 huelga de hambre indeterminada. Sus reivindicaciones se suman a por un lado
 a las exigencias de los otros presos por una mejora de su situación
 carcelaria, el respeto de sus DDHH y la aplicación efectiva de los
beneficios que
 previstos por la ley.
 
 A ello suman los huelguistas sus reivindicaciones especificas como presos
 políticos, a quienes entre otras cosas se los ha jusgado como civiles por
 cortes militares. Hecho el cual va contra de las normas existentes de
derecho
 internacional.
 
 En este sentido le pido le pido se cumpla con las reivindicaciones
 formuladas por los presos políticos de Colina en huelga de hambre.
 
 
 
 Atentamente
 
 
 
 (Name)
 
 B. Deutsch
 
 
 
 Sehr geehrte Damen und Herren,
 
 
 
 Seit dem 25. Dezember befinden sich die politischen Gefangenen von Colina
 1 in einem unbefristeten Hungerstreik. Sie schließen sich einerseits den
 Forderungen der anderen Gefangenen für eine Verbesserung der
 Gefängnissituation, die Achtung ihrer Menschenrechte und die effektive
Umsetzung der
 gesetzlich vorgesehenen Erleichterungen ein.
 
 Andererseits formulieren die Hungerstreikenden ihre spezifischen
 Forderungen als politische Gefangenen, die u.a. als Zivilisten von der
Militärjustiz
 verurteilt worden sind. Dieser Umstand verstößt gegen die existierenden
 Normen des internationalen Rechts.
 
 In diesem Sinne bitte ich Sie, den von den politischen Gefangenen
 formulierten Forderungen zu entsprechen.
 
 
 
 Mit freundlichen Grüßen
 
 Adressen:
 
 
 
 Dirección Nacional de Gendarmeria
 
 Rosas 1274, Stgo.
 
 Hugo Espinoza Grimalt
 
 Fax: 56-2-698-2266
 
 
 
 Senado
 
 Comisión de Derechos Humanos, Nacionalidad y Ciudadania
 
 Presidente José Antonio Viera-Gallo
 
 Fax: 56-32-230-531
 
 dhhsen@congreso.cl


Redaktionsschluss: Dienstag, 01.02.01, 24 Uhr, hwn




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