Montag, 6. November 2000



keil1.gif(893 Byte) Sozialabbau blockkieren

keil1.gif(893 Byte) www.diefreilichen.at

keil1.gif(893 Byte) Replik auf die Anmerkungen zu Silvio Gesell in "Struktureller Antisemitismus"

keil1.gif(893 Byte) Zu Ökoli im Mund vom 2.11.

keil1.gif(893 Byte) Zu Rechtswidrigkeit der Donnerstagsdemonstrationen

keil1.gif(893 Byte) Wir werden sterben, aber nicht in die Isolationszellen gehen!"

keil1.gif(893 Byte) HUNGERSTREIK GEGEN ISOLATIONSHAFT IN DER TÜRKEI -

keil1.gif(893 Byte) Haussuchung nach Berichten über Arbeit der Volksbefreiungspartei DHKP-C

keil1.gif(893 Byte) "Deutsch, frei und stark" - "Iuvenis Gotha"

keil1.gif(893 Byte) The Intifada: Truth Is The Victim As The Same Old Double Standards



Eingelangt, aber nicht aufgenommen

 

 

 

Diese Ausgabe hat Hikmet Kayahan (hikmet.kayahan@chello.at) zusammengestellt.



Schickt uns bitte eure Nachrichten, Meldungen und Ideen.

email-adresse der Redaktion:
widerstand@no-racism.net

Bitte weitersagen:
Für Personen ohne Internetzugang gibt es aktuelle Terminankündigungen
unter der Rufnummer 589 30 22 12 (Demoforum)

Editorial
Für den Inhalt verantwortlich: Ihr.
Die Beiträge werden von verschiedenen Redaktionsteams zusammengestellt.

 

 

 

 

 

 


Wie der MUND entsteht ....




Was auf der letzten Drahdiwaberl CD
von EMI zensuriert wurde

"Schulterschluss"
(Österreich ist kein Naziland....)
mit Hubsi Kramar

Saugt euch die MP3








Sozialabbau blockkieren
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Gepostet von: PWI Wien, info@pwi.action.at

Wir haben diese Nachricht von der "Arbeitsgruppe 6. Dezember" erhalten und
senden sie hiermit weiter, mit der Bitte diese zur Kenntnis zu nehmen und
ebenfalls weiter zu leiten.

SOZIALABBAU BLOCKIEREN!!!

Am 6. Dezember möchte die Regierung ihr unsoziales Belastungsprogramm im
Parlament beschließen lassen.
Es reicht!
Wir werden das nicht hinnehmen!
Wer nicht ins Parlament hineinkommt, kann auch kein Gesetz beschließen.
Wir laden alle interessierten politischen Gruppen, Einzelpersonen und
Betroffenenorganisationen zu einem Vorbereitungstreffen.

Achtung das Vorbereitungstreffen hat sich verschoben:
Jetzt
jeden Dienstag
in der Gußhausstraße 14/3 1040 Wien
um 19.00 Uhr

Ein Treffen hat es schon gegeben, bei dem die Durchführung der Aktion
beschlossen wurde.

WICHTIG!:
Es soll österreichweit mobilisiert werden. Falls ihr von außerhalb kommt,
ist für Schlafplätze gesorgt (sowohl für die Vorbereitungstreffen, als auch
für 5. - 6.12.).
Arbeitsgruppe 6. Dezember




www.diefreilichen.at
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gepostet von: officegiga, office@gigameta.at

liebe leute,
seht euch doch bitte einmal www.diefreilichen.at an. eine äußerst
interessante seite zur sprache der nation.
es ist zeit fragen zu stellen. kunst und politik - politische kunst. zeigt
die aktuellsten bedenklichkeiten mittels sprache auf.
liebe grüße an euch




Replik auf die Anmerkungen zu Silvio Gesell in "Struktureller Antisemitismus" Artikel Nr. 20 im MUND vom 1.11.2000
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gepostet von: Peter Adelmann, padelmann@hotmail.com

Lieber Thomas Schmidinger, liebe MUND-LeserInnen!

Ich möchte vorwegschicken, dass ich es sehr begrüßt habe (und noch begrüße),
dass endlich mal wieder jemand etwas ganz wichtiges laut und deutlich zum
Ausdruck gebracht hat: Verschwörungstheorien sind Käse, es heißt
Systemfehler aufzudecken und zu beseitigen. So zu tun, als gäbe es da den
oder die paar Kapitalisten, deren Beseitigung die Welt heilen würden, habe
ich immer schon für schwachsinnig gehalten.

Leider aber, und das ist meine Kritik, verfällt der Autor in genau den
selben bzw. einen ähnlichen Fehler, weil er dann nämlich einen Kritiker des
Kapitalismus, nicht an dessen kritisiertem Fehler, sondern (zumindest im
MUND-Beitrag ausschließlich) an seinen Motiven misst. Ich meine damit: Wenn
Silvio Gesell einen eindeutigen Systemfehler in der Geldwirtschaft des
Kapitalismus (siehe bisschen weiter unten die Beschreibung) gefunden hat,
dann bleibt dies interessant und verfolgenswert, egal ob er (Gesell) es aus
Judenhass getan hat, oder nicht. (In anderen Zusammenhängen ist das
natürlich nicht egal, es geht mir jetzt nur darum, berechtigte Kritik am
System nicht dadurch einseitig abzuwürgen, dass der Entdecker ein Antisemit
war!) Ein Systemfehler bleibt einer, auch wenn sein Entdecker die
Geldbesitzer mit den Juden gleichgesetzt hat. Traurig ist es, dass es immer
Menschen gab und leider noch gibt, die mit einer solchen Pauschalverdrehung
von Tatsachen gegen ihre Mitmenschen hetzen. Aber nur weil von Gesells
Doppelgleichung Judentum=Geldwirtschaft=Systemfehler der erste Teil
schwachsinnig und verachtenswert ist - worin wir uns hoffentlich alle einig
sind - ist der 2. teil nicht weniger wahr - behaupte ich mal. Darum fand ich
es schade, dass davon in dem Beitrag für den Leser nichts übrigblieb, dass
will ich nun liefern:

Das Geld ist in unserer heutigen Wirtschaft nicht nur Tauschmittel, sondern
selbst Ware. Als solche jedoch zeichnet es sich durch seine
Unverderblichkeit aus. Während also bei verderblichen Gütern (das sind auch
alle jene, deren bloße Erhaltung Kosten verursacht) ein Interesse des
Besitzers besteht, sie zu verkaufen, da sich sein Besitz sonst von allein
verringert, kann das Geld beliebig behalten werden, ohne seinen Wert zu
verlieren. Für uns selbstverständlich muss man daher Zins bezahlen, wenn man
dieses Geld borgen möchte.

Der Zins besteht dabei im wesentlichen aus 3 Komponenten:

1. Inflationsabdeckung, schließlich will man bei Rückerhalt des verborgten
Geldes ja die gleiche Kaufkraft und nicht die gleiche Nominalsumme erhalten,
das ist OK
2. Risikoabdeckung, also eine Art "Versicherungsprämie", die zu bezahlen
ist, weil immer wieder mal Rückzahlungen ausfallen, is auch OK
3. und jetzt wirds wesentlich: die Liquiditätsprämie (vgl. Keynes), das ist
jener Teil des Zinses, den der, der das geld braucht bezahlen muss, damit
der, der es hat überhaupt seine bare Kassenhaltung - die natürlich bequemer,
flexibler und angenehmer ist - aufgibt und sich sozusagen bindet.

Und genau jenen 3. Teil hat Gesell in der Unverderblichkeit des Geldes
gesehen - und dort liegt er auch - und gemeint, dass das Geld - als quasi
Transportmittel der Wirtschaft (Tauschfunktion) - grundsätzlich in Umlauf
gehalten werden muss, dass aber umgekehrt derjenige der es persönlich in bar
halten will, dafür zu bezahlen habe. Sozusagen eine Umkehrung, ein
Negativzins für bare Geldhaltung. Ich persönlich jedenfalls halte das für
eindeutig logischer als den Zins, den der bekommt, der hat und der auch noch
zahlen muss, der braucht. Die - über den Zinseszinseffekt wachsende -
Umverteilung von den Arbeitseinkommen zu den Geldeinkommen ist die logische
Folge dieses Zinssystems. Und das trifft uns alle, weil ca. 80-90% (vgl.
Magrit Kennedy, "Geld ohne Zinsen und Inflation") der Bevölkerung weniger an
Zinsen verdienen als sie dafür zahlen. Was aber viele nicht merken, da bei
den erhaltenen Zinsen am Sparbüchl zB. "Zins" draufsteht, bei den bezahlten
aber "Schuhe", "Bier", "Auto" oder sonstwas. Oder wer zahlt denn leicht die
Zinskosten der Unternehmen für geborgtes Kapital, wenn nicht der
Endverbraucher im Produktpreis?

Noch etwas, ich denke nicht, dass es Gesell darum ging Finanz- von
produktivem Kapital im heutigen Sinne zu trennen, man bedenke bitte wann er
seine Theorie aufgestellt hat, damals war vom spekulativen Finanzmarkt
heutiger Prägung noch lange keine Rede! Worum es aber geht, ist Geld von
Kapital zu trennen. Geld ist Tauschmittel und sollte es bleiben! Wie Gewinne
auf das (sorry, aber ich weiß jetzt keinen besseren Begriff) produktive
Kapital verteilt werden sollten (die gibts ja nach wie vor), das ist eine
andere Geschichte, da geb ich dir recht, bis hin zu einem etwaigen
Gemeinbesitz daran, den übrigens Gesell selbst für die nicht vermehrbaren
Produktionsgrundlagen, nämlich Grund und Boden, fordert, dessen
Privateigentum er ablehnt. Mit den Teilen von Gesells Theorie, die dem
Liberalismus die Türen öffnen, bin ich sicher auch nicht eins. Die
Freiwirtschaft ist sicher kein Allheilmittel, das der Solidarität entbehren
könnte!!!

Liebe Grüße
Peter Adelmann

2 Anmerkungen noch:
1. In der heutigen Wirtschaft müsste man zu Gesells "Geld" sicher auch all
jene Anlageformen dazuzählen, die jederzeit liquidierbar (also zu Geld
machbar) sind, wie Girokontenguthaben, kurzfristige Wertpapiere, Gold oder
ähnliches.
2. Manche AutorInnen, wie zb. obig zitierte Magrit Kennedy sehen selbst die
Inflation als Folge des Zinseszinseffektes. Durch das exponentielle Wachstum
der Zinseszinskosten ist nämlich auch eine ständige Ausweitung der Geldmenge
durch die Nationalbank nötig, was eine Ursache der Inflation ist.




Zu Ökoli im Mund vom 2.11.
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gepostet von: RKL, rkl@leninist-current.org

1. Wir halten die Initiative von Bernhard Redel (Mund 1.11.), Debatten nicht
mit verbalen Keulen wie Vorwürfen des Rassismus und Antisemitismus
auszutragen, für grundsätzlich begrüßenswert. Wir erlauben uns nur
anzumerken, dass erst die Provokation, uns als rechtsextreme Antisemiten zu
bezeichnen, diese Form der Auseinandersetzung hervorrief und wir keineswegs
in der gleichen Tonart geantwortet haben.

2. Es hat allerdings seine Grenzen, was wir noch bereit sind uns von einer
rabiaten Kleinstorganisation wie der Ökoli anzuhören - diese hat uns am
2.11. wieder als Rechtsextremisten bezeichnet. Schmiedinger wirft uns -
alles natürlich ohne Beweise - mehrere Dinge vor:

a. Das Denken in Völkern und nationalisierende Geschichtsbetrachtung: Wir
bekennen uns schuldig, weil wir die nationale Frage als wesentliches Moment
und Form des Internationalen Klassenkampf begreifen. Weil wir der
Überzeugung sind, dass es unterdrückte Völker und Nationen gibt. Weil wir
den nationalen Nihilismus auch im Westen für völlig steril halten und
ablehnen. Denn jede Form des politischen Kampfes und jede Revolution speist
sich aus einer spezifischen politischen und gesellschaftlichen Tradition, in
der sich nationale und internationale, historische und aktuelle Momente
vermischen und - den Kampf fördernd oder hindernd - zur Wirkung kommen.
Jede Revolution baut auch auf der nationalen Geschichte und Tradition auf
und gibt ihr eine klassenmäßige Interpretation. Zu glauben, die Nation
könnte in den Köpfen einiger Intellektueller dekonstruiert werden ist
postmoderner Dummheit ersten Grades.
Ferner bekennen wir uns schuldig, weil in unserer Analyse das Proletariat
derzeit als handelndes Subjekt nicht existiert, aber dennoch eine zunehmende
soziale Polarisierung durch die Bevölkerung geht. Der Begriff des Volkes ist
in diesem Zusammenhang die bewusste Gegenüberstellung der Unterschichten
gegen die Bourgeoisie fasst und ist damit der Volksgemeinschaft
entgegengesetzt. Diese bedeutet das Bündnis der Unterklassen mit der
Bourgeoisie (traditionell unter Ausschluss der Juden), ist rechtsextrem und
kommt bei uns nicht vor.

b. Das Streben nach einem starken Staat: Schuldig. Wir möchten uns hier
nicht über die Lenin´sche Theorie vom Absterben des Staates auslassen, aber
wir sind Kommunistinnen und Kommunisten. Keine Anarchisten und auch keine
Neoliberalen.

c. Antiliberalismus: Stimmt. Unter der Fahne des Liberalismus, nicht des
Faschismus und Nationalismus, werden heute die größten Angriffe auf Leben
und Freiheit der Unterdrückten weltweit geritten. In der aktuellen Perioden
stellt er den Hauptfeind dar.

d. Die Konstruktion von Feindbildern: Schuldig. Der angehende
Jungintellektuelle Schmiedinger will sich nicht mit Politik und Kampf
schmutzig machen und hält jede Personalisierung des Klassenkampfes für
antisemitisch. Tatsächlich glauben wir, dass sich unser Kampf nicht nur
gegen einen reichlich abstrakten Kapitalismus und das Wertgesetz richten
soll. Wir bekämpfen die Macht der Bourgeoisie. Diese ist nicht nur eine
analytische Abstraktion, sondern setzt sich aus konkreten Menschen zusammen.
Wir sind Gegner des bürgerlichen Staatsapparates, Gegner der US-Armee, wir
sind auch Gegner eines einzelnen Häuserspekulanten und eines einzelnen
Faschisten.

e. Autoritarismus: Schuldig, wenn man darunter die Einsicht in die
Notwendigkeit des Aufbaus einer disziplinierten Organisation versteht.
Allerdings sind wir hundert mal demokratischer als jedes basisdemokratische
Vernetzungsplenum, das von einem informellen Klüngel meist männlicher
Checker dominiert wird. Selbstzweck ist bei uns gar nichts, das Ziel die
Gesellschaft der Gleichen.

Was Thomas Schmiedinger am 2.11. produziert hat, ist eine stinknormale
Totalitarismustheorie (Gleichsetzung von Rechts- und Linksradikalen). Die
hat sich der große Intellektuelle aus dem Lexikon geholt - und gibt das auch
noch zu. Wenn man Schmiedingers Kriterien auf die historische kommunistische
Bewegung in der gleichen Weise anwendet, wie er das mit uns macht, dann
kommt man zu sehr interessanten Ergebnissen: 98% des europäischen
Widerstandes gegen den Nationalsozialismus und die deutsche Wehrmacht im 2.
Weltkrieg war rechtsextrem! Der Widerstand in Österreich: Lauter Nazis,
abgesehen von Jägerstädter.
Wir würden eine Entschuldigung empfehlen: Nicht bei uns, aber bei den
überlebenden, sowie den gefallenen, Antifaschisten und Patrioten der KPÖ.
Eine Entschuldigung auch bei den überlebenden und gefallenen Antifaschisten,
Patrioten und Kommunisten der slowenischen Befreiungsfront.

3. Wir haben die Debatte über Zensur im Mund verfolgt, wir waren ihre ersten
Opfer. Aber warum kann jemand andere Linke bedenkenlos als Rechtsextremisten
bezeichnen ohne dass jemals über Zensur nachgedacht wird? Und: Falls
beschlossen wird dieses Mail ob seines Absenders nicht zu veröffentlichen:
Warum können sich die solcherart Angegriffenen sich nicht einmal
verteidigen?

Revolutionär Kommunistische Liga, 5.11.00




Zu Rechtswidrigkeit der Donnerstagsdemonstrationen
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gepostet von: Edwin Kernbauer, e.kernbauer@utanet.at

Für mein Rechtsempfinden stellt sich die sogenannte rechtswidrigkeit der
DoDemos folgendermassen dar: rechtswidrig ist etwas, was ausdrücklich
verboten ist. Die DoDemos sind nicht verboten sondern nur nicht angemeldet.
Daher von rechtswidrig oder illegal zu sprechen, wäre meiner Meinung nach
ein Versuch einer Einschüchterung der Teilnehmer und gemäß Paragraph 284
Strafgesetzbuch mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe zu bestrafen.
So Schauts aus! :-))) Ob es so viel freie Plätze für Krone- und
Presseredakteure, die gegen die Protestbewegung frei drauf los hetzen, im
Landl gibt?
Edwin





Wir werden sterben, aber nicht in die Isolationszellen gehen!"
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aus: info@linkeseite.de; gepostet von: Claudia Volgger, volgger@yline.com

Wir werden sterben, aber nicht in die Isolationszellen gehen!"
Lassen wir nicht zu, daß die Gefangenen sterben!

Über tausend Gefangene haben in den Gefängnissen in der Türkei einen
unbefristeten Hungerstreik begonnen. Wenn die gerechten Forderungen der
Gefangenen nicht erfüllt werden, so werden sie ihre Aktion ins Todesfasten
umwandeln. In Deutschland haben sich türkische und deutsche Gefangene sowie
die Föderation der anatolischen Volkskulturvereine sich dem Hungerstreik
angeschlossen, wodurch der Widerstand größere Ausmaße annimmt.

Am Samstag, den 4. November fangen wir im Basak Kulturzentrum in Hamburg
ebenfalls einen Hungerstreik an.

Niemand, außer der Regierung und den Volksfeinden kann die F-Typ
Isolationszellen befür-worten. Daß "Isolation Tod durch Folter" bedeutet,
weiß die Öffentlichkeit in der Türkei sehr gut. Jeder, der noch die
Menschenwürde trägt widersetzt sich den Isolationszellen. Die
Isolationszellen finden in mehreren europäischem Ländern Anwendung und
werden auch als "stille Vernichtung" oder "weiße Folter" bezeichnet, ein
System zur stillen Vernichtung des menschlichen Bewußtseins...

Der faschistische Staat beharrt dabei die Isolationszellen einzuführen, ein
Angriff, der gegen das gesamte Volk gerichtet ist. Denn sie fürchtet sich
vor dem Volk. Sie fürchten sich davor, daß das Volk aufstehen und sie zu
Rechenschaft ziehen wird. Der Bau der Zellen ist ein Ausdruck ihrer Angst,
in denen sie Milliarden von Lira investiert haben. Die
Staatssicherheitsgerichte und Anti-Terrorgesetze dienen auch zu der
Überwindung ihrer Angst. Aus Angst erhöhen sie die Repressalien und den
Druck auf das Volk, zwingen sie zu unterwerfen. Doch durch keine
Unterdrückung werden sie es schaffen das Volk sich zu unterwerfen und sie in
die Knie zu zwingen. Die Herrschenden versuchen eine Kultur der
"Ellenbogen-Gesellschaft" zu realisieren und die Solidarität unter den
Unterdrückten durchzubrechen und die Opposition außer Gefecht zu setzen.

Soweit Armut, Hunger, Repressalien und Terror unverzichtbar für den Staat
sind, so wird es dagegen immer ein Widerstand geben. Sie haben mit ihrem
Terror und den Repressalien nicht geschafft den dreißigjährigen Widerstand
der Völker zu unterbinden oder sie zu vernichten.

Der große Widerstand der Gefangenen entspricht einer Barrikade, womit sie
verhindern, daß der Staat es nicht schafft das Volk in die Knie zu zwingen.

Der Widerstand in den Gefängnissen genießt weltweit einen hohen Respekt und
er wird wieder ihren Sieg der Weltöffentlichkeit verkünden. Die Gefangenen
sind bereit jeden Preis für die Fortsetzung ihres würdevollen Lebens zu
zahlen. Ihre Entschlossenheit ist der Weltöffentlichkeit bekannt. Wir müssen
verhindern, daß es wieder zu ermordeten Gefangenen kommt wie 1996 und 1999.
Damals starben insgesamt 22 Gefangenen. Wir müssen mit unserer
entschlossenen Haltung und unserer Kraft verhindern, daß es wieder zu
Todesfällen kommt. Die Gefangenen fordern Abschaffung der Isolationszellen,
der Anti-Terrorgesetze und der Staatssicherheitsgerichte. Weiterhin
verlangen sie die Verurteilung der Folterer und die vollständige Aufklärung
der Massaker gegen die Gefangenen.

Schließen wir uns den legitimen und gerechten Forderungen der Gefangenen an
und zeigen wir jedem, daß die Gefangenen nicht alleine sind. Lassen wir neue
Massaker in den Gefängnissen nicht zu.

Es lebe der Widerstand der Gefangenen!

Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Hoch die Internationale Solidarität!

KOMITEE GEGEN ISOLATIONSHAFT, Kreuzweg 12, 20099 Hamburg, Tel.: 040/280 53
625




HUNGERSTREIK GEGEN ISOLATIONSHAFT IN DER TÜRKEI -
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SOLIDARITÄTSHUNGERSTREIK IN DEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH

gepostet von: PWI Wien, info@pwi.action.at

Über tausend Gefangene haben am 20. November in den Gefängnissen in der
Türkei einen unbefristeten Hungerstreik begonnen. Wenn die gerechten
Forderungen der Gefangenen nach Nichteinführung der Isolationshaft nicht
erfüllt werden, so werden sie ihre Aktion ins Todesfasten umwandeln. In
Deutschland haben sich türkische und deutsche Gefangene dem Hungerstreik
angeschlossen, wodurch der Widerstand größere Ausmaße annimmt.

Am Samstag, den 4. November haben wir im Halkevi, Hippgasse 33/4, 1160 Wien
ebenfalls einen Hungerstreik begonnen!

Jeder in der Türkei und in der Weltöffentlichkeit, der sich der
Menschenwürde bewußt ist, widersetzt sich den Isolationszellen. Die
Isolationszellen finden schon in mehreren europäischen Ländern Anwendung
und werden auch als "weiße Folter" bezeichnet, ein System zur stillen
Vernichtung des menschlichen Bewußtseins.

Der Widerstand in den türkischen Gefängnissen genießt weltweit einen hohen
Respekt und er wird wieder ihren Sieg der Weltöffentlichkeit verkünden. Die
Gefangenen sind bereit, jeden Preis für die Fortsetzung eines würdevollen
Lebens zu zahlen. Wir müssen verhindern, daß es wieder zu ermordeten
Gefangenen kommt wie beim Todesfasten 1996 und während des Massakers im
Ulucanlar-Gefängnis in Ankara 1999. Damals starben insgesamt 22 Gefangene.
Die Gefangenen fordern die Abschaffung der Isolationszellen, der
Anti-Terrorgesetze und der Staatssicherheitsgerichte. Weiterhin verlangen
sie die Verurteilung der Folterer und die vollständige Aufklärung der
Massaker gegen die Gefangenen.

Schließen wir uns den legitimen und gerechten Forderungen der Gefangenen an
und zeigen wir jedem, dass die Gefangenen nicht alleine sind! Lassen wir
neue Massaker in den Gefängnissen nicht zu!

Es lebe der Widerstand der Gefangenen!

Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Halkevi, Hippgasse 33/4, 1160 Wien, Tel: 01/ 49 47 210




Haussuchung nach Berichten über Arbeit der Volksbefreiungspartei DHKP-C
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in der BRD

gepostet von: Antiimp Koord, aik@beam.at

Der Staatsschutz ließ am Dienstag Punkt 6 Uhr morgens die Wohnung des
Berliner Journalisten und junge Welt-Autoren Peter Nowak durchsuchen. Seit
Jahren ist Nowak für seine Berichterstattung über staatliche Repressionen
gegenüber politischen Aktivisten bekannt. Bei der Durchsuchung
beschlagnahmten acht
Polizisten neben einem Computer zahlreiche Pressematerialien, darunter
Flugblätter und Broschüren zu internationalistischen Themen.

Ein Augenzeuge der Polizeiaktion berichtet von einem »größeren Einsatz«:
Dabei sei das Haus im Bezirk Prenzlauer Berg, in dem Nowak wohnt, von
Dutzenden Polizeibeamten umstellt gewesen. Schließlich wurde die Tür zur
Wohnung
aufgebrochen, es folgte eine zweistündige Durchsuchung. Im Anschluß wurde
die
Wohnungstür schließlich vernagelt. Die Angaben des Augenzeugen, Nowak sei
zur Wache mitgenommen worden, wollte die Polizei am frühen Morgen gegenüber
junge Welt zunächst weder bestätigen noch dementieren.

Gegen elf Uhr meldete sich Nowak schließlich bei jW und berichtete, er sei
nach der Durchsuchung zur »erkennungsdienstlichen Untersuchung« in die
Gefangenensammelstelle nach Berlin-Hohenschönhausen gefahren worden. Diese
Identitätsbehandlung beinhaltete neben der Abnahme von Fingerabdrücken auch
mehrere Fotoaufnahmen.

Im Durchsuchungsbefehl wird Nowak der Verstoß gegen das Vereinsgesetz
vorgeworfen. Hintergrund ist Nowaks Solidaritätsarbeit für die in der
Bundesrepublik kriminalisierte revolutionäre Volksbefreiungspartei DHKP-C.
Die DHKP-C
kämpft in der Türkei für das Selbstbestimmungsrecht von Kurdinnen und Kurden
sowie Türkinnen und Türken. Der Durchsuchungsbefehl trägt das Datum des 27.
Septembers 2000. Einen Monat nach dessen Ausstellung griffen die
Polizeibeamten des Abschnitts 76 sowie mehrere Staatsschützer zu. Nowak
sagte
gegenüber jW, daß der Eingriff wohl wegen des derzeit laufenden
Hungerstreiks von
DHKP-C-Gefangenen gegen die geplante Einführung von Isolationsgefängnissen
nach dem deutschen Modell Stammheim in der Türkei durchgeführt wurde (jW
berichtete).

In der Bundesrepublik laufen seit Jahren Kriminalisierungskampagnen unter
anderem gegen linke türkische und kurdische Organisationen sowie Parteien.
Aktuell läuft in Hamburg der Prozeß gegen den fast blinden Nuri Eryüksel.
Autoren wie Peter Nowak sorgen mit ihren Beiträgen dafür, daß diese
Repression
möglichst transparent wird.

Auch in Kaiserslautern wurde am Dienstag eine Wohnung in gleicher Sache
durchsucht. Auch hier war der Durchsuchnugsbefahl vom Amtsgricht
Berlin-Tiergarten ausgestellt worden.

Andreas Siegmund-Schultze




"Deutsch, frei und stark" - "Iuvenis Gotha"
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gepostet von: Angelo Lucifero, angelo.lucifero@hbv-th.de

"Deutsch, frei und stark" - "Iuvenis Gotha", eine von rund 120
Schuler-Verbindungen, rekrutiert den Nachwuchs fur Rechts
Diese Ehre. Dieses Gluck. Dazuzugehoren. Zum Volk der Deutschen.
"Dieses Deutschsein umfasst meine heiligsten Gefuhle", sagt Erik.
Dieser Stolz. Dieses Hochgefuhl. Dazuzugehoren. Zur
Schuler-Burschenschaft "Iuvenis Gothia". "Mir geht's gut. Besser
konnt's mir gar nicht gehen", sagt Erik, wahrend ihm der Paukarzt, ein
Medizinstudent hoheren Semesters, die Platzwunden auf Schulter und
Rucken zusammenflickt. Ohne Betaubung. Naturlich. "Soll ein bisschen
was bleiben?" "Ja, ein bisschen schon" sagt Erik. Fur ihn sind Narben
ein Zeichen. Von Mut. Von Selbstbeherrschung. "Selbstverstandlich
hatte ich vorher Angst. Aber es ist gut, diese Angst bezwungen zu
haben. Ich bin stolz auf mich!"
Erik aus Berlin-Marzahn ist gerade 18 und seit gut einem Jahr "Fux"
bei "Iuvenis Gothia". "Fux", das ist ein Anfanger, einer, der noch
viel lernen muss. Uber deutsche Geschichte. Uber burschenschaftliche
Tradition. Uber gutes Benehmen. Und uber das Schlagen. Besser gesagt:
Fechten.
"Iuvenis Gothia" ist sozusagen die Jugendabteilung der Berliner
Burschenschaft "Gothia". Die machte Schlagzeilen, als der fruhere
RAF-Anwalt und heutige NPD-Vordenker Horst Mahler im Sommer 1999 bei
ihr auftreten durfte. Sie hat ihr Zuhause im exklusiven Stadtteil
Zehlendorf, in einer dieser baufalligen, ockerfarbenen Villen, "ca.
funf Minuten strammen Fu?marsches vom S-Bahnhof entfernt"
("Gothia-Heimatseite" im Internet).
Nachbarn gibt es hier nicht, jedenfalls nicht am Wochenende, wenn man
sich trifft: links ein Burogebaude, rechts eine Baustelle. Hoch
gewachsene Birken verhindern die freie Sicht aufs Grundstuck,
runtergelassene Jalousien den Blick durch die Fenster. An der Klingel
steht kein Name. Dafur hangen zwei Axtstiele im Flur hinter der
Haustur - "fur ungebetenen Besuch".

RUND 120 DEUTSCHE SCHULER- oder Pennal-Verbindungen listet das
Internet auf. Mal sind es lose Zusammenschlusse von befreundeten
Gymnasiasten, ofter die streng disziplinierten Nachwuchsorganisationen
der Burschenschaften. Die liegen mit ihrem nationalen Programm
(Wahlspruch: "Ehre, Freiheit, Vaterland") vor allem im Osten der
Republik derzeit voll im Trend - wahrend es im Westen an jungem Blut
mangelt. Auch bei "Iuvenis Gothia" stammen die Fuxen aus dem Osten.
Mindestalter: 14. Einzige Voraussetzung: Abitur als Ziel. Am liebsten
gesehen: Deutsche.
Erik macht nachstes Jahr Abi und sieht wie ein Paradedeutscher aus:
gro?, muskulos sein Gesicht ist gepragt von markanten Backenknochen
und einem seltsam starrer Blick. Das Haar ist kurz, der Nacken
ausrasiert.

"DEUTSCH, FREI UND STARK" lauter der Wahlspruch von "Iuvenis Gothia".
Heiko sagt: "Viele Eltern haben das Vorurteil, dass hier sei
rechtsradikal oder so. Es ist hier aber nicht rechts. Es gibt
verschiedene Meinungen". Heiko aus Berlin-Lichtenfeld ist 18, und ist
der Einzige, dem man sein junges Alter ansieht. Pausbackiges Gesicht,
strohblonde Haarschopf, unbeholfene Bewegungen. Auch Heiko ist Fux,
doch im Gegensatz zu Erik glaubt er noch immer, hier gehe es um
weniger als um das gro?e Ganze, das Nationale. In Kellergang der
Zehlendorfer Villa hangen Wandkarten mit Uberschriften wie "Der
Werdegang des deutschen Volkes" oder "Deutsche Vorzeit bis 100 vor
Chr. " Im Kellerraum, dem Treffpunkt der "Iuvenis Gothia", steht ein
Schild an der Wand mit der Aufschrift "Bitte bleiben Sie auf dem
rechter Weg". Am Tresen im Kneipenraum sitz man unter dem
Stra?enschild "Reichssportfeldstra?e". Im Flur liegen
Uberweisungstrager fur die als rechtsextrem eingestuften "Unabhangigen
Nachrichten" Und auch das Fachblatt fur Jung-Rechte, die "Junge
Freiheit", "hat man schon mal in der Hand gehabt" sagt Erik.
An diesem Morgen tragt Erik eine wei? Hose und ein wei?es T-Shirt.
Dazu die orangefarbene Mutze auf dem Kopf und das orange-wei?-schwarze
Band der Schuler-Burschenschaft quer uber der Brust. Die Junggoten,
wie sie sich selbst nennen, fechten eine "Hatz" aus. Man konnte auch
sagen: einen "Ehrenhandel". Oder eine "PP", das steht fur "Pro
Patria'' Begriffe von gestern, mit denen Traditionen von vorgestern am
Leben gehalten werden. Heute jedenfalls geht es um Ehre. Die "Erste
Pommersche Pennale Burschenschaft" aus Greifswald ist zu Gast, funf
"Partien", Kampfe, sollen ausgekochten werden. In einem leer geraumten
Zimmer im ersten Stock lockern sich die Junggoten mit Dehnubungen und
Liegestutzen. Man ist nervos und legt Wert darauf, dass nicht "gegen
die Greifswalder, sondern "mit" den Greifswaldern gefochten wird. Als
ob das einen Unterschied machte.
Viele Zuschauer sind da. Viele junge Manner in dunklem Anzug mit
bunter Mutze und buntem Band, Mitglieder der studentischen
Burschenschaft zumeist. Sie drangeln sich im "Mensurlokal" im
Erdgeschoss des Hauses, an dessen dunkel getafelter Wand Hunderte
Schwarzwei?portrats Ehemaliger hangen. In der 124-jahrigen Geschichte
der "Gothia" ist die "Hatz" immer wieder ein Erlebnis fur die
Burschen. Willkommene Abwechslung zwischen "Hausarbeitstag",
"Altherrenconvent" und dem "Ausflug zum Stolper Turm". Das Bier in der
Hand, wollen sie jetzt sehen, wie sich der Nachwuchs schlagt. Denn mit
dem Nachwuchs hat man noch viel vor.
Artikel 1, Absatz 3, der Satzung der Junggoten lautet. "Im Vordergrund
steht das Streben nach der Wiedervereinigung unseres deutschen
Vaterlandes." Heiko, der offenbar noch sehr viel uber Burschenschaften
lernen muss, sagt: "Das hei?t fur mich, dass Ost und West besser
zusammenwachsen mussen." Ronald, 21-jahriger Bursche und seit einigen
Jahren dabei, wei? besser Bescheid: "Die Oder-Nei?e-Grenze sehe ich
nicht als legitime Grenze an. Die hat Helmut Kohl 1990 festgelegt,
alle anderen bevormundend. Ich jedenfalls gebe die Ost-Gebiete geistig
nicht ab."
Die Mensur wird gefochten nach der "Linzer Pauk- und Ehrenordnung",
einem dicken Katalog, der jeden Hieb und jedes Wort festlegt.
Gefochten wird mit Sekundanten, Unparteiischem und Schiedsgericht.
Gefochten wird mit stumpfen Sabeln, gepolsterter Hose und schwerem
Helm, aber nacktem Oberkorper. Gefochten wird, dass die Funken
springen und die Haut platzt. Wer nach 30 Gangen a sechs Sekunden mehr
offene Wunden auf Schulter, Rucken und Brust aufweist, hat verloren.

UND SO DRESCHEN die Kombattanten aufeinander ein, schlagen Hiebe, die
"Prim", "Terz" oder "Quart" hei?en, bis die Oberkorper ubersat sind
von roten Striemen und blutenden Platzwunden. Pardon wird nicht
gegeben, Schmerz nicht gezeigt. Bei aller Brutalitat ist stets die
Form gewahrt. Sie sagen nicht "Konnen wir mal Pause machen" sondern
"Herr Unparteiischer, wir bitten um Bandagepause." Ist der Kombattant
versorgt, hei?t
es nicht "Weiter geht's", sondern "Herr Unparteiischer, wir danken fur
gehabte Pause und bitten um Fortgang" Und der Unparteiische sagt nicht
"Alles klar", sondern schlicht "Pause ex!" Die "Linzer Pauk- und
Ehrenordnung" will es so.
Ehre. Tradition. Nation. 1817 trafen sich deutsche Studenten auf der
Wartburg bei Eisenach, um fur ein geeintes Deutschland zu
demonstrieren. Damals im zerstuckelten Reich eine ungeheure Forderung.
Mutig und anti-reaktionar. Die erste Gro?demonstration in der
deutschen Geschichte. Davon sind die Jungburschen 2000 weit entfernt.
Als lage zwischen damals und heute nur eine laue Sommernacht, plappern
sie nach, was in ihren Reihen als Historie gilt: "Die deutsche
Geschichte geht nicht nur von 1933 bis 1945. Das ist halt passiert,
das kann man nicht mehr ruckgangig machen", sagt Erik. Ach so.

DER ALTE FRITZ ist Vorbild, Bismarck sowieso. Deutschland ist gleich
Preu?en. "Meine Herkunft ist deutsch! Meine Ahnen sind deutsch!
Deutsche Sitte, deutsches Brauchtum, deutsche Kultur sind anders als
in Asien!", protzt Erik. Und Ronald, der als Einziger gegen einen
Greifswalder gewinnt, sekundiert. "Ich habe zum Beispiel eine
bestimmte Standhaftigkeit, die ist deutsch. Au?erdem bin ich an meinen
Lebensraum angepasst, adaptive Radiation, sagen die Biologen. Daraus
ergibt sich keine Uberlegenheit. Jeder andere ist in seiner Heimat mir
uberlegen. Aber hier bin ich zunachst ihm uberlegen. So lange, bis er
sich angepasst hat." Nein, sagen sie, mit dem Etikett
"national-konservativ" hatten sie uberhaupt kein Problem.
Erik wird in der ersten Partie seines Lebens von einem jungen
Greifswalder Bierbauch mit kurzgeschorenem Schadel kraftig verprugelt
Der hatte vor dem Kampf ein T-Shirt getragen mit der
Fraktur-Aufschrift: "Wer mutig fur sein Vaterland gefallen, der baut
sich selbst ein ewig Monument' " Heute jedoch kehrt er siegreich heim.
Am Ende steht es elf zu null, elf offene Wunden auf Eriks Schulter und
Rucken, keine beim Nachwuchshelden aus Vorpommern.
Allerdings gelten die Greifswalder auch als ein bisschen feige. Sie
lehnen sich beim Fechten sehr weit zuruck, locken damit den Gegner aus
der Reserve und schlagen dann erst zu. Stramme Burschen hingegen
stellen sich dem Kampf. Zurucklehnen oder gar Ausweichen ist verpont.
Das steht nicht in der "Linzer Pauk- und Ehrenordnung".
Uberhaupt - der Benimm, die Tradition, Der Comment, wie das hier
hei?t. "Wenn ich die Wahl habe zwischen Jeans, die in den Kniekehlen
hangen und in denen ich aussehe wie einer, der gerade aus dem Knast
geflohen ist, oder einem Anzug, dann bevorzuge ich den Anzug", sagt
Alex. Alex ist 16 und tragt schwarze Budapester Schuhe, einen dunklen
Dreiteiler und eine rote Krawatte mit grunen Apfelhalften drauf. Sein
Vater ist Unternehmer, seine Mutter Hausfrau. Wohlhabende Eltern sind
eher die Ausnahme bei "Iuvenis Gothia" Die meisten Jungburschen
stammen aus kleinen Verhaltnissen - Vater Hausmeister, Mutter
Bankangestellte. "Denen ist egal, was ich hier mache", sagt einer.
Das es so etwas uberhaupt gibt, erfuhr, Alex, als eine andere
Schuler-Verbindung Flugblatter an der Schule verteilte. Im Internet
fand er mehr daruber, jetzt will er mitmachen bei den Junggoten, weil
er hier "ohne Hasch und Asoziale feiern" kann. Gegen die HipHopper aus
seiner Klasse empfindet er "eine personliche Abneigung", allerdings
war er im Sommer bei der Loveparade, hat mal "ein bisschen geguckt"
Und, da lachelt er verschmitzt: "Da waren ganz nett aussehende Damen
dabei. "
Den Comment lernen die Anfanger in der Fuxenstunde. Rico ist
Fuxenmajor und bringt dem Nachwuchs bei ",was nutzlich ist, um auf
gesellschaftlichem Niveau zu bestehen." Sein Wissen bezieht Rico aus
der Fechtordnung, aus Geschichtsbuchern, aber auch aus dem Knigge. Aus
allem halt, was das zivilisierte Leben im vorletzten Jahrhundert so
regelte. Heiko zum Beispiel hat gelernt, dass man immer ein
Einstecktuch in der Brusttasche haben muss, denn "Rico sagt, der erste
Eindruck zahlt." Aber ist Erziehung nicht Elternsache? "Es gibt
sicherlich Eltern, die hier noch was lernen konnten." sagt Dirk,
derzeit Erstchargierter und damit Hauptling der Junggoten.
Sie alle tragen ein Einstecktuch an diesem Mensurtag. Sie alle nehmen
die Mutze ab und halten sie feierlich vor die Brust, wenn sie sich
begru?en, sich gegenseitig eine Zigarette anzunden oder sich
zuprosten. Heiko fragt: "Kennen Sie den Film Feuerzangenbowle"? Das
ist der beste Film, den ich kennen tu. Das fasziniert mich: dieses
lustige Miteinander, diese Hoflichkeit des Miteinanders. Die
Jugendlichen von heute pobeln ja immer nur rum." Keiner von den
Jung-Burschen will mit seinen Altersgenossen viel zu tun haben.
Sie alle mochten viel lieber erwachsen sein. Mochten ernst gucken,
ernst reden, ernst wirken. Und vor allem - ernst genommen werden. Denn
sie alle haben irgendwelche Schwierigkeiten. Mit der Schule. Mit
Freunden. Mit Freundinnen. "So was wie 'ne Freundin hat im Moment
keiner von uns", sagt ein "Alter Herr" von Mitte 20, ein Ehemaliger,
der nicht mit seinem Namen im stern stehen will. Ein Greifswalder
hatte mal eine Freundin zur Mensur mitgebracht. Die sa? nachher im
Auto und heulte. Fux Mathias, 18, erzahlt von seiner Mutter, die vor
allem das Fechten "nicht so toll" findet: "Aber das hangt sicherlich
auch mit der weiblichen Art zusammen, dieses Angstliche."
Viele haben die Schule gewechselt, weil es Probleme gab, uber die
nicht geredet wird. Heiko, der privat am liebsten Bundfaltenhosen
tragt, sagt: "Ich finde den Zusammenhalt toll hier, den Lebensbund. In
der Schule gibt es nur so Gruppengemeinschaften. Die sagen, du gehorst
nicht mehr zu uns, und dann gehort man auch nicht mehr dazu. Das ist
hier ausgeschlossen." Wenn Heiko auf Partys ist, redet er meistens mit
den Eltern der Gastgeber. "Ich wei? von einigen, dass die mich gern
zum Schwiegersohn hatten. " Nur die Tochter wollen das offenbar nicht.

EINMAL IM JAHR trifft sich dieses junge gestrige Deutschland zur
Jahreshauptversammlung, zum "APR-Pennalertag" APR, das steht fur den
"Allgemeinen Pennaler Ring", einen Zusammenschluss von neun
Schuler-Burschenschaften aus der ganzen Bundesrepublik. Hohepunkt ist
der Festkommers mit Vortrag und anschlie?ender Kneipe, dem rituellen
Trinkgelage. Gastgeber sind in diesem Jahr die Junggoten. Und in ihre
bieder-chauvinistische Welt haben sie sich einen Referenten
eingeladen, der wunderbar zur holzgetafelten Einrichtung des Festsaals
passt: dunkelbraun.
Professor Bernhard Bellinger hat seinen Vortrag uberschrieben: "14,1
Millionen deutsche Opfer von Kriegsverbrechen der Siegermachte im
Zweiten Weltkrieg und danach". Der alte Herr aus Berlin, Jahrgang
1920, kommt im schwarzen 500er Mercedes, tragt Cartier-Brille und
Hosentrager und die Uhr uber der linken Manschette. Den Vortrag hat er
kurzlich schon mal vor einem CDU-Ortsverein gehalten, dadurch waren
die Junggoten aufmerksam geworden.
Bellinger, den fur seine historische Forschung nichts qualifiziert
au?er einer ehemaligen Professur fur Betriebswirtschaft, macht
abenteuerliche Rechnungen auf: So behauptet er mit Verweis auf
geheimnisvolle russische Quellen, bei der Bombardierung Dresdens waren
nicht 35 000 Zivilisten umgekommen, sondern 250 000 bis 270 000. "Das
stellen Sie mal gegen die 140 000 deutschen Opfer judischen Glaubens."
Das Jungvolk staunt. Und nickt. Da kann man mal sehen.
Es folgen die gesammelten Erinnerungen von nahezu samtlichen Fronten
des Zweiten Weltkriegs. Denn Wehrmachts-Hauptmann Bellinger ist fast
uberall dabei gewesen. In Polen: "Die haben uns gar nicht gesehen, da
waren die schon tot." In Jugoslawien: "Das waren unsere schlechtesten
Gegner." In Griechenland: "Wer zuerst schie?t, hat gewonnen." In
Russland: "Dass das ein Praventivkrieg war, das war uns damals schon
klar."
Ein zugereister Burschenschaftler aus Regensburg fragt spater, ob denn
nun inzwischen wenigstens juristisch klar sei, "dass wir keinen
Angriffskrieg gefuhrt, sondern uns praventiv verteidigt haben."
Bellinger weicht der Antwort aus. Ihm scheint plotzlich eingefallen zu
sein, dass man ja doch nicht unter sich ist.
Am Abend feiern die Junggoten mit ihren Gasten den Festkommers: saufen
und singen. Das Deutschland-Lied in allen drei Strophen, anschlie?end
der gemeinsame Ruf "Heil Deutschland!" Bierselig diskutieren sie uber
den gehorten Vortrag. Heiko zum Beispiel fand das "sehr interessant,
weil das doch Sachen waren, die man sonst nicht erfahrt". Mathias ist
"verdutzt uber die eigene Unkenntnis", und der aus Kiel angereiste
Carsten von der Schuler-Burschenschaft "Germania" ist uberzeugt: "Wir
mussen den Leuten klarmachen: Wir waren nicht die einzigen Bosen im
Krieg. Das ist unser Auftrag. Die meisten Kriegsverbrechen wurden eben
nicht von den Deutschen begangen."
Carsten, derzeit beim "Militar", sagt dann noch diesen Satz: "Wir
distanzieren uns von den Stiefel-Skins. Wir machen das
intellektueller." Wahrend er es sagt, lachelt er.

Von Florian Gless und Michael Trippel (Fotos)
C Stern 45/2000
Infoladen&Archiv, Schwarzes Loch Jena, PF 10 08 41, 07708 Jena




The Intifada: Truth Is The Victim As The Same Old Double Standards
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Prevail

by Robert Fisk from the Independent, UK 10:22am Mon Oct 30 '00; 
gepostet: JSalloum@aol.com

Why do we always get taken in by the same lies? Don't reporters carry
history
books, even a cuttings file, to remind them of what they wrote in the last
Arab-Israeli war? Even the quotes - the meretricious, cliché- soaked
statements are the same.

Let's go back to June 1982. Southern Lebanon. A UN ceasefire is in place
between Yasser Arafat's PLO guerrillas and Israel. In London, a Palestinian
tries to assassinate the Israeli ambassador; his potential killer belongs to
the anti-Arafat Abu Nidal faction, intent on provoking an Israeli invasion
of
Lebanon.

Israel bombs Arafat's men in Lebanon. After several days under attack, they
fire Katyusha rockets over the border into Israel. And what happens? Israel
invades Lebanon because it is under "terrorist" attack and suggests - wait
for it - t
hat "Arafat cannot control his men".

Sound familiar? There's more. By the time cameras were recording the
thousands of civilian casualties of the Lebanon war, the Israelis were
asking
why the "terrorists" were hiding behind the civilians. Why did the
Palestinians use children in their war? Israel said it did not intend to
kill children,
even the ones I found in the Makassed hospital in Beirut, their bodies still
on fire
from the phosphorus shell that killed them, and blamed their deaths on the
PLO.

And duly, I recall, most journalists in 1982 fell in line with the narrative
laid down by the Americans and the Israelis, just as they do today. As
usual, the
slaughter of Palestinian children is blamed on the Palestinians. The death
of
Arab civilians is the fault of the Arabs. Arafat cannot control "his
people".
Arabs are turned into "terrorists", as opposed to the folk who are killing
the Arab
civilians and children whose deaths, of course, are the responsibility of
their own grieving parents.

No, we should not get romantic about the corrupt, venal Palestinian
officials
who tried to rule their little statelets in 1982 - and in 2000. In 1982 we
listened to the PLO drivelling on about the "Zionist death wagon" and the
massacre of
thousands of civilians around a town called Jezzine. The "massacre" turned
out to be myth - as most journalists suspected and reported. The PLO would
claim
they were fighting for the Lebanese - a complete lie - and that this was the
most important battle since Stalingrad, a parallel as laughable as it was
grotesque. But the PLO's "propaganda machine", in reality so preposterous,
was of such
inefficiency that no one would take it seriously.

But at least, in 1982, Arafat would talk to the press. At least the PLO
could
field a few English speakers. Today, Arafat refuses to talk to foreign
correspondents, let alone in English, and fields a bunch of officials (apart
from Hanan
Ashrawi) whose inability to speak good English renders them almost
incomprehensible.
Claims that Palestinians were not firing at Israeli soldiers were destroyed
by video which clearly showed that Palestinian policemen, far from directing
traffic, were shooting at their opposite numbers on the Israeli side.

And yet again - the record shows it all too clearly - journalists in 1982
found themselves browbeaten by a supposedly outraged Israel which claimed
reporting
was hopelessly biased towards the Palestinians. This ridiculous assertion
was
taken so seriously in the US that the New York Times allowed an Israeli
lobby
group to "monitor" its reporting. Journalist Tom Friedman had remarks about
Israel's "indiscriminate" artillery fire censored from his reports, while
the
US media used the word "terrorists" (always Arab "terrorists") like a
punctuation mark.

But it is the traditional double standard that marks the propaganda victory
of one side over the other in the Middle East. When Israel sent its Lebanese
Christian militias into the Sabra and Chatila refugee camps in 1982, those
militias
massacred up to 2,000 Palestinian civilians. Not only did Israel say this
was
"a mistake". They attacked journalists who reported the murders as
"anti-Semitic".

Similarly, the killing of Palestinian children by Israeli troops now. On any
other story - in Kosovo, East Timor or Belfast - the killing of so many
children by
"security forces" would engender outrage on the part of journalists. If Serb
"security forces" were killing Albanian youths at this rate last year, Nato
would have gone to war weeks earlier.

Yet today, we hear the usual weasel words. We hear of Israel's "tough
response", its "robust" action, its "restraint". No, the Israelis are not
the
Serbs. Nor are they the Indonesian army. But journalists are the same. So
fearful of
creating "controversy" by telling the truth according to real journalistic
standards, so vain that they must avoid all criticism, so lacking in resolve
that they must announce that the 12-year-old Palestinian shot by the
Israelis in
Gaza was "killed in crossfire", that they are actively taking sides. And if
a
massacre follows, will we tell the truth, the whole truth and nothing but
the truth? I
doubt it.
© 2000 Independent Digital (UK) Ltd.
www.independent.co.uk/www/



EINGELANGT, ABER NICHT AUFGENOMMEN
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1. "Offener Brief an die Mitarbeiter der Interessensvertretung Österr. Gemeinnütziger Vereine (IÖGV)",
gepostet von Matthias Reichl, mareichl@ping.at, am 5.11.2000.

Begründung: Der offene Brief nimmt Bezug auf ein Schreiben der IÖGV vom
23.10.2000; da uns dieses Schreiben nicht vorliegt, kann der Sachverhalt
nicht wirklich korrekt nachvollzogen werden. M. Reichel wurde gebeten, uns
auch dieses Schreiben zu posten, damit wir beide Briefe zur Veröffentlichung
bringen können; damit können sich die LeserInnen ein besseres Bild über die
Problemlage machen. (hk)



 



 
 

 
 

Redaktionsschluss: Sonntag, 4. November 2000, 22.00 Uhr, ca
Das Wort zum Montag:
Die Schrift "wird erfunden, um Daten zu registrieren,
aber sofort beginnt sie auch ideologische Funktionen zu übernehmen.
Sehr viel wird geschrieben, um Kulte zu feiern, um Rechte zu etablieren, um Prioritäten hervorzuheben.
Die Schrift wird rasch zu einem Machtinstrument. (Umberto Eco, Über Spiegel und andere Phänomene)

Fehler möge frau/man mir nachsehen!