Freitag, 10. November 2000

keil1.gif(893 Byte) KUNDGEBUNGEN UND DONNERSTAGSDEMO 9.11.00

keil1.gif(893 Byte) Kampagnenauftakt: SchülerInnen werden in Käfig gezwängt

keil1.gif(893 Byte) Klagt das Cafe Magistrat!

keil1.gif(893 Byte) checkpointaustria-news

keil1.gif(893 Byte) RAEUMUNG VON BESETZTEM HAUS IN PRAG ---- HILFE GEBRAUCHT

keil1.gif(893 Byte) bundeskanzler schüssel beweist am jahrestag des pogroms von 1938

keil1.gif(893 Byte) Steine von rechts, E-mails von links?

keil1.gif(893 Byte) 08 Auch du bist antisemitisch

keil1.gif(893 Byte) Silvio Gesell und die Kapitalismuskritik - die 4.

keil1.gif(893 Byte) Israel, Palästina und andere Nationalstaaten

keil1.gif(893 Byte) Elke Kahr: KPÖ zur Eröffnung der Grazer Synagoge

keil1.gif(893 Byte) Baier (KPÖ) im Gedenken an das Novemberpogrom 1938: Niemals vergessen

keil1.gif(893 Byte) Presseecho auf die Auftaktveranstaltung

keil1.gif(893 Byte) Peter Scherz: VP mit gespaltener Zunge

keil1.gif(893 Byte) Zum Aufstand der Anständigen

keil1.gif(893 Byte) Spende Stichwort "Nazi-und Polizeiangriffe"

keil1.gif(893 Byte) Anmerkungen zu Diskursverweigerung, Pädagogik, Utopie und Wissenschaft

keil1.gif(893 Byte) Können/wollen wir die Schwäche der Regierung nützen?

keil1.gif(893 Byte) Feministischer Weihnachtshorror

keil1.gif(893 Byte) FPÖ-Jugend, der RFJ, lädt zum wöchentlichen Stammtisch ein

keil1.gif(893 Byte) FPÖ-Wr.Obmann Kabas zeigt "untätige Wr.Polizeispitze an"

keil1.gif(893 Byte) Gehrer trifft Landesschulsprecher am 27.11. in Wien!

keil1.gif(893 Byte) Haider kommt!

keil1.gif(893 Byte) PRESSRELEASE: MEPs letter to Havel on prisoners

keil1.gif(893 Byte) Auf die Zerschlagungspläne der Regierung kämpferisch antworten!

keil1.gif(893 Byte) S26: THE MONTHS AFTER

keil1.gif(893 Byte) Tortenwerfer Godin in Wien

keil1.gif(893 Byte) Urgent Eilt!! Tidiane Sow darf nicht in die Illegalität abgedrängt werden!

keil1.gif(893 Byte) zensur

keil1.gif(893 Byte) ) Eingelangt, aber nicht aufgenommen


Diese Ausgabe hat Ljubomir Bratic ( mailto:Ljubomir@magnet.at Ljubomir@magnet.at) zusammengestellt.



Schickt uns bitte eure Nachrichten, Meldungen und Ideen.

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widerstand@no-racism.net

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Für Personen ohne Internetzugang gibt es aktuelle Terminankündigungen
unter der Rufnummer 589 30 22 12 (Demoforum)

Editorial
Für den Inhalt verantwortlich: Ihr.
Die Beiträge werden von verschiedenen Redaktionsteams zusammengestellt.

 

 

 

 

 

 


Wie der MUND entsteht ....




Was auf der letzten Drahdiwaberl CD
von EMI zensuriert wurde

"Schulterschluss"
(Österreich ist kein Naziland....)
mit Hubsi Kramar

Saugt euch die MP3







KUNDGEBUNGEN UND DONNERSTAGSDEMO 9.11.00
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von: 
 http://tatblatt.mediaweb.at/132chronologie-aktuell.htm http://tatblat 
t.mediaweb.at/


 KUNDGEBUNGEN UND DONNERSTAGSDEMO 9.11.00

Bericht aus der TATblatt-"Chronologie des Widerstands gegen die
Rechts-Rechtsextrem-Koalition in Wien"
 http://tatblatt.mediaweb.at/132chronologie-aktuell.htm http://tatblat 
t.mediaweb.at/132chronologie-aktuell.htm


!!! UNKORRIGIERTE ERSTFASSUNG !!!
Allfällige Ergänzungen, Korrekturen etc. finden sich in der
"Chronologie" auf unserer Website.
 http://tatblatt.mediaweb.at/132chronologie-aktuell.htm http://tatblat 
t.mediaweb.at/132chronologie-aktuell.htm

KUNDGEBUNGEN ANLÄSSLICH DES JAHRESTAGS DER REICHSPOGROMNACHT

Am Platz der Opfer der Deportation beim ehemaligen Aspangbahnhof in 
Wien 3 gedachten rund 200 Menschen der Opfer des Novemberpogroms und 
überhaupt des Nationalsozialismus. Vom Aspangbahnhof waren in den 
Jahren 1939 bis 1942 jene Züge abgefahren, mit denen zehntausende 
JüdInnen aus Österreich in Vernichtungslager gebracht worden waren.
In mehreren Reden - von Überlebenden der nationalsozialistischen 
Verfolgung, Grün-PolitikerInnen und anderen AntifaschistInnen - wurde 
u.a. auf die Kontinuität des Antisemitismus in Wien ebenso 
hingewiesen wie auf heute vor allem gegen AfrikanerInnen gerichteten 
staatlichen Rassismus. Zudem wurde vor geschichtsrevisionistischen 
Verleugnungs- und Rechtfertigungsstrategien gewarnt, denen just in 
diesen Tagen Bundeskanzler Schüssel mit der gegenüber der Jerusalem 
Post geäußerten Behauptung, dass Österreich das erste Opfer des 
Nationalsozialismus gewesen sei, zu neuer Aktualität verholfen hatte. 
(zur Schüssel-Äußerung siehe RegierungsWatch der Grünen)
Die Kundgebung begann wie jedes Jahr um 18.00 Uhr und dauerte bis 
zirka 19.30 Uhr. Ab 19.00 begaben sich mehr und mehr Leute auf den 
Weg zum Ballhausplatz zur Donnerstagsdemonstration. Um 19.30 bildete 
sich ein kleiner Demonstrationszug in Richtung Ballhausplatz.

Eine weitere Kundgebung zum Gedenken an den Novemberpogrom fand vor 
dem Haus Müllnergasse 21 in Wien 9 statt, wo sich bis zu seiner 
Zerstörung am 9. November 1938 eine Synagoge befunden hatte.

DONNERSTAGSDEMO

Auch die Donnerstagsdemo stand ganz im Zeichen des Gedenkens an den 
Novemberpogrom und des Kampfs gegen Antisemitismus und Rassismen. Sie 
führte zuerst zur Gedenkkundgebung am ehemaligen Standort einer 
Synagoge in der Müllnergasse, und anschließend, vorbei am u.A. als 
Schubgefängnis dienenden Polizeigefangenenhaus Roßauer Lände, zum 
antifaschistischen Denkmal am ehemaligen Standort des 
Gestapo-Hauptquartiers am Morzinplatz, zum Shoah-Mahnmal am 
Judenplatz sowie zum antifaschistischen Denkmal am Albertinaplatz. In 
der Müllnergasse und am Judenplatz wandelte sich dabei die bisher als 
überaus laut bekannte Donnerstagsdemo zu einem Schweigemarsch.

Nach TATblatt-Zählung (Ringstraße) beteiligten sich rund 900 Menschen 
an der Demonstration. Laut Aktionskomitee waren es 2.500, die Polizei 
zählte (laut derStandard.at) 590.

Die Polizei verhielt sich während der gesamten Demonstration 
zurückhaltend. Nur als am Rückweg von nur mehr knapp 200 
DemonstrantInnen vom Albertinaplatz zum Ballhausplatz ein Demonstrant 
aus nicht eruierbaren Motiven zurück blieb, um alleine eine 
Straßenbahn zu blockieren, kam es zu einer Personalienaufnahme durch 
die Polizei. Ein paar weitere DemonstrantInnen versuchten, den 
Vorfall zu beobachten, verständigten die bereits mehr als hundert 
Meter entfernte Demo und veranlassten sie zu warten. Zur befürchteten 
Festnahme kam es nicht. Die Demo konnte gemeinsam zum Ballhausplatz 
fortgesetzt werden, wo sie sich gegen 23.00 Uhr auflöste.

Route/Ablauf: Ballhausplatz/Heldenplatz (Losziehen um ca. 20.00 Uhr) 
- Ring - Schottengasse - Helferstorferstraße - Wipplingerstraße - 
Ring - Börsegasse - Schlickgasse - Porzellangasse - Müllnergasse (ca. 
20.30 bis 20.50: Kundgebung am ehemaligen Synagogenstandort bei Nr. 
21) - Seegasse - Roßauer Lände (21.10 Polizeigefangenenhaus) - 
Franz-Josefs-Kai - Morzinplatz (21.20: Antifaschistisches Denkmal) - 
Marc-Aurel-Straße - Wipplingerstraße - Jordangasse - Judenplatz 
(21.35 bis 21.50: Shoah-Mahnmal) - Drahtgasse - Am Hof - Bognergasse 
- Graben - Stock-im-Eisen-Platz - Kärntner Straße - Führichgasse - 
Tegetthoffgasse - Albertinaplatz (21.55 bis 22.20: Antifaschistisches 
Denkmal) - Operngasse - Ring - Josef-Meinrad-Platz - Löwelstraße - 
Ballhausplatz (22.50 Ankunft)



!!! UNKORRIGIERTE ERSTFASSUNG !!!
Allfällige Ergänzungen, Korrekturen etc. finden sich in der
"Chronologie" auf unserer Website.
 http://tatblatt.mediaweb.at/132chronologie-aktuell.htm http://tatblat 
t.mediaweb.at/132chronologie-aktuell.htm






Kampagnenauftakt: SchülerInnen werden in Käfig gezwängt
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von: Oliver Prausmüller" 
  mailto:oliver.prausmueller@aks.at oliver.prausmueller@aks.at 


Am 13. November um 10.30 Uhr wird der Auftakt für die bundesweite AKS
Kampagne "Wer schweigt, stimmt zu..." vor dem Finanzministerium
(Himmelpfortengasse U1 Stephansplatz) gesetzt. In den darauf
anschließenden Intensivwochen folgen vielseitige  Aktionen in den
Bundesländern. Die konkrete Betroffenheit von SchülerInnen im Zuge der
blau-schwarzen Regierungspolitik vor Augen zu führen, ist das Ziel.
Kommenden Montag wird vor dem Finanzministerium ein mit SchülerInnen
vollgestopfter Käfig aufgebaut. Sowohl die Problematik der ca. 3000
Klassen mit mehr als 30 SchülerInnen als auch die Angriffe auf den offenen
Bildungszugang durch Schulabweisungen und Studiengebühren werden plakativ
dargestellt.

Die Enttäuschung an den Schulen über die zukunftsverbauende Sparpolitik
der Regierung ist groß. Auch unter der LehrerInnenschaft  brodelt es. Alle
Appelle an Bildungsminsterin Gehrer waren bis dato vergeblich. Das massive
Signal des 11. Oktobers  wurde schlichtweg ignoriert. Die Budgebeschlüsse
im Parlament stehen bevor. Ya basta - Es reicht.




Klagt das Cafe Magistrat!
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From:   mailto:d.b@teleweb.at d.b@teleweb.at

Liebe Sybille,

Ja, von solche Diskriminierungen hoere ich immer wieder, bzw. habe sie
selbst auch schon erlebt, wenn auch in anderen Varianten.

Dieser Vorfall, von dem du berichtet hast, stellt einen klaren
Diskriminierungstatbestand und kann geahndet werden. Hier die zwei
Gesetze dazu:

Der Artikel IX des Einführungsgesetzes zu den
Verwaltungsverfahrensgesetzen, gültig seit 1. Juli 1997:

"Wer ... Personen allein auf Grund ... einer Behinderung
ungerechtfertigt benachteiligt oder sie hindert, Orte zu betreten oder
Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, die fuer den allgemeinen
oeffentlichen Gebrauch bestimmt sind ... begeht ... eine
Verwaltungsuebertretung und ist von der Bezirksverwaltungsbehoerde ...
mit einer Geldstrafe bis zu 15 000 S ... zu bestrafen." (Art. IX Abs. 1
Z 3 EGVG)

Wenn ein Gewerbetreibender wiederholt dagegen verstoesst, kann sogar die
Gewerbeberechtigung entzogen werden. Dies ist - ebenfalls seit 1. Juli
1997 - im § 87 der Gewerbeordnung geregelt.

Dort steht: "Die Gewerbeberechtigung ist von der Behoerde zu entziehen,
wenn ... der Gewerbeinhaber infolge schwerwiegender Verstoesse gegen die
im Zusammenhang mit dem betreffenden Gewerbe zu beachtenden
Rechtsvorschriften und Schutzinteressen, insbesondere auch zur Wahrung
des Ansehens des Berufsstandes, die für die Ausuebung dieses Gewerbes
erforderliche Zuverlaessigkeit nicht mehr besitzt ...Schutzinteressen
... sind insbesondere die Hintanhaltung ... der Diskriminierung von
Personen allein auf ... einer Behinderung (Art. IX Abs. 1 Z 3 EGVG)."
(Quelle:  http://www.bizeps.or.at/) http://www.bizeps.or.at/)

Wir haben in Oesterreich grundsaetzlich kaum juristische
Instrumentarien, die Diskriminierungen von Personen mit Behinderung
wirksam bekaempfen. Da fehlt ein Gleichstellungsgesetz, einer der
Hauptziele der oesterreichischen Behindertenbewegung SLIÖ.

Doch in euren Fall handelt es sich um eine der wenigen Ausnahmen, hier
gibt es rechtliches Werkzeug. Nuetzt es und klagt!

Selbstbestimmt-Leben-Wien
Dororthea Brozek



checkpointaustria-news
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von Kurto Wendt   mailto:Kurto.Wendt@reflex.at Kurto.Wendt@reflex.at

1) pressekonferenz am 13.11. 10 uhr im parlament
2) wien-korrdinierungstreffen am 21.11. 19 uhr (ort noch offen)
3) rechts- und lo9gistikseminar bundesweit am 26 11. (ort noch offen)
4) t-shirts um 120,- erhältlich ab montag 13. 11.
5) plakate ab 18.11. erhältlich
6) wir brauchen dringend spenden kontonummer auf der homepage
7) es gibt bereits 10 angemeldete kundgebungen in wien, 3 in baden, 1 in
st.pölten, 3 in salzburg. interesse aus graz, wels, dornbirn, freistadt
8) bitte alle anregungen an unsere e-mail: 
 mailto:info@checkpointaustria.at info@checkpointaustria.at
schicken
9) oder an postfach 77, 1072 wien
10) wir brauchen dringend eine druckerei die unser 4farben A3-plakat zum
selbstkostenpreis druckt


ciao
und zu krampus steht österreich am morgen still!




RAEUMUNG VON BESETZTEM HAUS IN PRAG ---- HILFE GEBRAUCHT
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Gepostet von fewor-netbase   mailto:fewor@no-racism.net fewor@no-racism.net 

*** bitte weiterverbreiten ***

das prager squad LADRONKA wird geraeumt. die polizei kam donnerstag den
9.NOVEMBER um 7en in der freuh. vier menschen sind noch am dach des hauses
und vier wurden verhaftet. es schaut so aus , als wuerden sie wegen
unregistrierter telefon und strombenuetzung angeklagt werden sollen. es wird
schwer vermutet, dass die raeumung im schlepptau der anti-IWF/WB proteste
erfolgt. mit der in der oeffentlichen meinung neuerworbenen
polizeilegitimitaet, wird nun tschechischer aktivismus fertiggemacht.
30 leute unterstuetzen die menschen von LADRONKA bis jetzt und mehr trudeln
ein. jede unterstuetzung die irgendwie aufgestellt werden kann, soliarbeit
ist gefragt.
kontakt  mailto:zemepredevsim@ecn.cz zemepredevsim@ecn.cz
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Prague Squat Eviction - Help Needed

The Prague squat LADRONKA is being evicted.  Police arrived Thursday morning
November 9 at 7:00 am.  Currently, there are four people on the roof and
four have been arrested.  It looks as if they will be charged with using
unregistered electricity and telephone.  It is strongly believed that this
eviction comes in the wake of the recent protest in Prague of the IMF and
World Bank annual meetings.  With the new police legitimacy incurred in the
public opinion, they appear to be attempting to repress activism in the
Czech Republic.  There 30 people already supporting squatters from outside
Ladronka and more are coming.  Any assistance you may be able to provide is
requested.  Solidarity actions are welcomed. Contact 
 mailto:zemepredevsim@ecn.cz zemepredevsim@ecn.cz




bundeskanzler schüssel beweist am jahrestag des pogroms von 1938
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sensibilität
von  mailto:regierungswatch@gruene.at regierungswatch

bundeskanzler schüssel beweist am jahrestag des pogroms von 1938 sensibilität
Interview mit Jerusalem Post: "Austria was literally the first victim 
of the Nazi regime"

Gerade den Jahrestag des Progroms gegen jüdische Mitmenschen des 
Jahres 1938 erachtete Bundeskanzler Schüssel als die beste 
Gelegenheit, mit seiner Sicht der österreichischen Geschichte in die 
Öffentlichkeit zu treten. Gegenüber der "Jerusalem Post" behauptete 
Schüssel, dass "Österreich (...) das erste Opfer Nazi-Deutschlands" 
gewesen sei und "mit Gewalt eingenommen worden" wäre. Trotz massiver 
Proteste, etwa des Leiters des Jerusalem-Büros des Simon 
Wiesenthal-Centers aber auch der Grünen und der SPÖ sah Schüssel 
keinen Anlass zur weiteren Stellungnahme. Der Bundeskanzler machte 
damit deutlich, was er unter der "Fortsetzung des Kurses der 
Sensibilität und der kritischen Auseinandersetzung mit der 
NS-Vergangenheit" versteht, der im Regierungsprogramm versprochen 
wurde

Regierung als Wiederholungstäter
Die von Schüssel an den Tag gelegte Ignoranz gegenüber der 
historischen Realität im Allgemeinen sowie der Opfer des Holocausts 
im Speziellen ist nicht einmalig in der blau-schwarzen Regierung, ja 
nicht einmal unter den ÖVP-MinisterInnen. Am 31. August hatte 
Außenministerin Ferrero-Waldner ähnlich geschichtsrevisionistischen 
Unsinn von sich gegeben. Im Zuge einer Rede beim Österreichischen 
Auslandskulturtag behauptete sie allen Ernstes, dass es die besondere 
historische Erfahrung Österreich sei, "daß (sic!) das damalige 
Hitler-Deutschland am 13. März 1938 Österreich militärisch überfallen 
und okkupiert hat". Holocaust, "Arisierungen" und Kriegspolitik 
scheinen im Weltbild des Bundeskanzlers und der Außenministerin eine 
nachgeordnete Rolle zu spielen. Diese peinlich unhistorische 
Weltsicht bestätigte sie auch noch entschuldigungslos in einer 
parlamentarischen Anfragebeantwortung vom 2. November 2000. "Die Zeit 
ist reif" für die Rückkehr eines/r BotschafterIn Besonders 
erstaunlich am Schüssel´schen Geschichtsrevisionismus ist die 
Tatsache, dass er sie mit der Forderung nach Wiederherstellung 
normaler diplomatischer Beziehungen zwischen Österreich und Israel 
verbindet. Die Rückkehr eines israelischen Botschafters nach Wien - 
die Beziehungen werden seit Regierungsantritt von einem 
Geschäftsführer, also auf BeamtInnenebene, aufrechterhalten - ist 
jedoch nach dieser Aussage so gut wie ausgeschlossen. Es ist schwer 
vorstellbar, dass Schüssel das nicht wusste, BEVOR er seine Aussage 
machte.

Stephan Karner "gegen Grün-Argumentation"
Es blieb dem Grazer Historiker Stephan Karner vorbehalten, als 
einziger Schüssels Entgleisung zu verteidigen. Für der Leiter des 
Ludwig Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgenforschung war "Österreich 
als Staat (...) fraglos und unbestritten das erste Opfer 
Nazi-Deutschlands". Man müsse in der Diskussion "zwischen Staat und 
Individuum unterscheiden". Außerdem hätten selbst die Alliierten in 
der Moskauer Deklaration des Jahres 1943 Österreich als erstes Opfer 
Nazi-Deutschlands bezeichnet. Stephan Karner war in der Vergangenheit 
des öfteren als Verteidiger Schüssels aufgetreten, zuletzt bei der 
Argumentation des sogenannten 
Kriegsgefangenen-Entschädigungsgesetzes. Er wird von ORF-on als 
"ÖVP-nah" bezeichnet.

Von der Kriegslist zum Angelpunkt des Österreich-Bewusstseins: Die 
Moskauer Deklaration
Mit dem Verweis auf die Moskauer Deklaration dürfte Karner seinem Ruf 
als Historiker keinen besonderen Dienst erwiesen haben: Sie war eine 
Art "Kriegslist" der Aliierten, um ÖsterreicherInnen zum Widerstand 
gegen Nazi-Deutschland zu motivieren. Als Zuckerl für die Entwicklung 
innerer Aktivitäten zum Sturz des Nazi-Regimes wurde den 
ÖsterreicherInnen spätere Eigenstaatlichkeit in Aussicht gestellt. 
Der Deklaration kam daher in erster Linie militärische Bedeutung zu. 
Der Abwurf von Flugblättern mit dem Text der Deklaration über 
Österreich wurde in Nazi-Zeitungen mit entsprechender Häme 
kommentiert. Obwohl die Moskauer Deklaration durchaus mit aller 
Deutlichkeit der Beteiligung Österreichs an den Verbrechen 
NS-Deutschlands anspricht, wurde gerade jene selektiv ausgewählte 
Passage, in der von Österreich als erstem Opfer die Rede ist, nach 
1947/48 Angelpunkt des österreichischen Geschichtsverständnisses. Der 
Konsens des Schweigens über die Beteiligung Österreichs und seiner 
EinwohnerInnen an den Verbrechen Nazi-Deutschlands konnte erst 1988 
mit einem offiziellen Eingeständnis seitens des damaligen 
Bundeskanzlers Franz Vranitzky aufgebrochen werden. An Schüssel und 
Ferrero-Waldner scheint dies vorüber gegangen zu sein: Ihre 
Erklärungen fallen weit hinter jener Vranitzkys zurück...

Jede Menge Links und Materialien zum Thema beim grünen 
Regierungsmonitoring: www.gruene.at/watch
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Ausgerechnet am Vortag des Jahrestages des Novemberpogroms gab
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel der israelischen Tageszeitung 
"Jerusalem Post" ein
Interview, das morgen erscheinen soll. Darin wiederholt der Österreichische
Bundeskanzler die Lüge, daß Österreich das erste Opfer des Nationalsozialismus
gewesen sei. In Israel folgten auf diese unglaublichen Geschichtsklitterungen
massive Proteste. In den hiesigen Medien wurden die skandalösen Äußerungen
Schüssels bislang weitgehend ignoriert.

--
Ökologische Linke (ÖKOLI)
Postfach 28
A-1153 Wien
e-milio:  mailto:oekoli_wien@gmx.net oekoli_wien@gmx.net
Visite our Website:  http://www.oekoli.cjb.net http://www.oekoli.cjb.net

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SJ-Wien fordert den Rücktritt des Bundeskanzlers
Utl.: Klestil muss die Regierung auflösen und Neuwahlen ausschreiben

Wien, 9. November 2000. "Die Verhaiderung von Schüssel wird immer
offensichtlicher. Die Ideologien Haiders haben auf Schüssel schon so
abgefärbt, dass er ebenso wie der FPÖ-Führer zwischen Tätern und Opfern
nicht mehr unterscheiden kann. Österreich als erstes Nazi-Opfer zu
bezeichnen ist ein Skandal", meint Thomas Landgraf, Vorsitzender der
Sozialistische Jugend Wien (SJ-Wien).****

Die Geschichtsauffassung des Vorsitzenden Schüssel beweise, dass die ÖVP
mit den Freiheitlichen rechts schon längst gleichgezogen hat und sich
derselben Sprachregelungen bedient, analysiert Thomas Landgraf. Er fordert
deshalb von Bundeskanzler Schüssel: "Bitte treten sie im Interesse
Österreichs so schnell wie möglich von all ihren Ämtern zurück und lernen
sie Geschichte."

Gerade am Tag des Gedenkens an die Reichskristallnacht ist der skandalöse
Schüssel-Vorstoß extrem unsensibel. "Bundespräsident Thomas Klestil ist
nun verpflichtet den geschichtlichen Blindgänger Schüssel abzusetzen.
Neuwahlen sind die einzige Möglichkeit um den Ruf Österreichs noch zu
retten", verlangt der Vorsitzende der SJ-Wien abschließend.

Rückfragehinweis:
Sozialistische Jugend Wien
Eva Steininger
Fon.: +43 699/11 66 57 13
E-Mail:  mailto:eva.steininger@sj-wien.at eva.steininger@sj-wien.at




Steine von rechts, E-mails von links?
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von Samuel Laster  mailto:laster@bigfoot.com laster@bigfoot.com

 Richard Chaim Schneider schrieb unlängst, ein Jude in Deutschland 
könne es sich

wohl (nicht) aussuchen, ob er in Synagogen von "rechten" oder "linken" Steinen

beworfen wird.  (Siehe z.B Synagoge in Essen)

Die Diskussion der letzten Wochen im MUND  fand ich sehr lehrreich für mich.

Gestern wurde eine Stellungnahme von Uri Avneri im MUND publiziert.

Uri Avneri ist ein wichtiger Teil der Demokratie in Israel.

Gusch Shalom, die Bewegung, der Uri Avneri angehört, wurde gestern wegen

"Hetze" von einer Abgeordneten der Knesset angezeigt.

Damit hat die Bewegung kurz für manche den Grundkonsens des 
demokratischen Israels

Verlassen, worüber man natürlich auch diskutieren kann und soll.

Den Grund könnt ihr der Einstiegsseite von Gush Shalom entnehmen:

 http://www.gush-shalom.org/ www.gush-shalom.org

In Österreich wird Uri Avneri gern als Kronzeuge herangezogen. Seine Kritik

An der Linken ist stimmig, wie immer gut formuliert.

Nochmals: Israel ist eine pluralistische Demokratie, die durchaus 
kritisiert werden kann

Und soll. Ein wenig Fairness und Durchblick wäre halt ab und zu mal schlecht.

 Ich will ja nicht annehmen, daß wir uns auf das Niveau eines 
Geistesakrobaten aus Bad Ischl

Begeben wollen, der hier unlängst schrieb , Felicia Langer wäre 
"gezwungen" gewesen,

Israel zu verlassen.

 Ist die Kritik an Israel gar am Ende eine Chance für nationale 
Schulterverrenkung

zwischen Schüssel und der heimatlosen Linken der Alpenrepublik , 
Alt68er und Internetfreaks eingeschlossen?

 Samuel Laster

Jewish Internet Scout

 http://www.meome.de/judentum www.meome.de/judentum

P.S: Noch was Grundsätzliches---Urheberrechte sollten im MUND 
beachtet werden. Fragt  z.B Uri Avneri

lieber nach der Quelle-und seiner ZUSTIMMUNG ------E-mail auf Anfrage.



08 Auch du bist antisemitisch
Zurück

von  mailto:peter.xyz@gmx.at peter.xyz@gmx.at



Auch du bist antisemitisch - nochmals eine aufforderung an alle
    sowie eine ausführliche antwort auf alex und sandra
    und an alle die nicht geantwortet haben


1. ausgangssituation, wie tief antisemitismus in österreich
   verwurzelt ist habe ich am 01.11.00 im mund dargestellt

2. ein erster schritt diesen graben zu überwinden, wäre eine
   selbstbeobachtung und selbstreflexion, was alles antisemitisch ist

3. eine antwort erhalten was alles nicht antisemitisch ist - sonst keine
   reaktion und meine ratlosigkeit

4. meine ausführliche antwort auf alex und sandra, die am 02.11.00. im
   mund auf meinen beitrag reagiert haben, und mir unwahrheiten
unterstellt
   haben und behauptet haben antisemitismus bei linken und feministischen
   bewegungen wären nicht vorhanden, außer in meinen vorurteilen.

5. eine nochmalige aufforderung an alle:

6. Literaturangabe



1. ausgangssituation, wie tief antisemitismus in österreich
   verwurzelt ist habe ich am 01.11.00 im mund dargestellt

am 01.11.00 habe ich im mund aufgezeigt, wie tief verwurzelt der
asntisemitismus in österreich ist, bis heute. in den staatlichen
stellen und institutionen (bis hin in die regierungsebene),in den
kindergärten, schulen und universitäten, in den medien,
bis in den orf hinein. aber auch in den meisten einzelnen
österreichischen familien und den einzelnen menschen,
bei den menschen die in österreich aufgewachsen sind, ist
der antisemitismus vorhanden. in den sprach-, denk und
handlungsmuster der meisten österreicherInnen sind antisemitismen
zu finden. frei von antisemitismus sind aber auch nicht die linken,
feministischen, anarchistischen, kommunistischen, autonomen, ... etc.
bewegungen.

ich habe geschrieben (im mund 01.11.00 nachzulesen)
"die auseinandersetzung ob, wieweit, wie tiefgreifend und wie durchgehend
der antisemitismus in österreich vorhanden ist verläuft entlang eines
grabens. auf der einen seite juden/jüdinnen und menschen, die sich mit
antisemitismus (auch ihrem eigenen) auseinandergesetzt haben, auf der
anderen seiten menschen, die sich linken, autonomen, feministischen
bewegungen und gedankengut verbunden fühlen."


2. ein erster schritt diesen graben zu überwinden, wäre eine
   selbstbeobachtung und selbstreflexion, was alles antisemitisch ist

und aufgerufen habe ich dazu, endlich nicht zu schreiben was alles NICHT
antisemitisch ist, sondern was alles antisemitisch ist, als ersten schritt
zur aufarbeitung. ich stellte fest (am 01.11.00 im mund):

"artikel und beiträge die nur argumentieren und festhalten was alles nicht
antsemitisch ist, und warum dieses und jenes nicht antisemitisch ist,
leisten keinen beitrag zur aufarbeitung des antisemitismus."

"antisemitismus kann nur aufgearbeitet werden, wenn zunächst festgehalten
wird wo er überall vorkommt, wie tief er in den staatlichen institutionen
sowie in linken, fortschrittlichen und feministischen bewegungen vorhanden
ist, wie tief er in den eigenen familien und bei sich selbst verankert
ist, wie er transportiert wird, wie er geleugnet und verdrängt wird. dies
wäre ein erster schritt antisemitismus sichtbar, spürbar und erlebbar zu
machen und den scheinbaren unüberbrückbaren über jahrhunderte gepflegten
und tiefer und tiefer gegrabenen antisemitischen graben zu überwinden."


3. eine antwort was alles nicht antisemitisch ist erhalten
   - sonst keine reaktion und meine ratlosigkeit

leider war mein aufruf und bitte nicht sehr erfolgreich. außer alex und
sandra - werde darauf noch eingehen - hat keineR reagiert. warum nicht?

die reaktionen von sandra und alex (am 2.11.00 im mund) haben mich
irritiert, geärgert .... vor allem aber ratlos gemacht. was kann ich noch
tun, um antisemitismus auch bei linken, feministischen, ... bewegungen
aufzuzeigen und bewußt zu machen?  selbstreflexion, selbstbeobachtung,
gemeinsames aufzählen was auch in der linken und feministischen bewegung
antisemitisch ist, wäre ein erster schritt.

die einzigen reaktionen auf meine aufforderung nach selbstbeobachtung und
selbstreflexion, waren von alex und sandra - und diese beinhalteten
erklärungen was alles nicht antisemitisch ist, sowie vorwürfe und
unterstellungen an mich, aber auch glatte unwahrheiten was ich ausgesagt
hätte, wieso ???


4. atwort auf alex und sandra (am 02.11.00 haben sie im mund geantwortet):

4.1. ausführliche antwort auf alex:

du schreibst u.a.:
"Ich hoffe der Graben, denn du zwischen uns ziehst, ist nicht zu tief
 und du kannst deine Vorurteile über Bord werfen."


der graben den ich ziehe, am 01.11.00 stellte ich im mund fest:

"auf der einen seite juden/jüdinnen und menschen, die sich mit
antisemitismus (auch ihrem eigenen) auseinandergesetzt haben, auf der
anderen seiten menschen, die sich linken, autonomen, feministischen
bewegungen und gedankengut verbunden fühlen."

dieser graben den ich feststellte, ist leider sehr tief und existiert real
und nicht aufgrund meiner vorurteile (werde zur untermauerung einige
litertur angeben).

auch deine formulierung "...entspräche laut deinen Unterstellungen auch
Antisemitismus..." zeigt mir, daß du ständig zu vermitteln versuchst
antisemitismus gäbe es in dieser von mir aufgezeigten form gar nicht,
sondern wäre meine unterstellungen....

zu behaupten, ich hätte vorurteile, weil ich antisemitismus auch bei
feministischen und linken bewegungen orte, ist für mich ein weiterer
versuch antisemitismus zu leugnen - der linke feministische
antisemitismus ist ja nur mein persönliches vorurteil - noch dazu wo du in
deinem schlußsatz postulierst: 

"Keine Spaltung der Bewegung durch pauschale Vorwürfe an Linke, Autonome
und FeministInnen!"

meine feststellungen, daß es in der autonomen und feministischen
bewegungen auch antisemismen gibt sind "weder ein pauschaler vorwurf", da
sie auf fakten, untersuchungen und analysen beruhen (ich gebe diesmals zur
untermauerung am ende literatur an) noch ist es eine "spaltung der
bewegung". warum sollte es die bewegung spalten, wenn aufgedeckt wird, daß
diese bewegungen auch antisemitisch sind? dieser vorwurf "spaltung der
bewegung" wird oftmals erhoben um gerechtfertigte kritik und/oder
aufgezeigte defizite, in diesem falle der unaufgearbeitete antisemitismus,
abzublocken.


du schreibst als antwort am 2.11.00 auch:
"Ich hasse AntisemitInnen und Anti-AntifaschistInnen (Ja so was gibt es,
z.B. in Deutschland, das sind die mit den Tötungslisten für
AntifaschistInnen)."

warum dieser satz? willst du mich in die nähe von "Tötungslisten für
AntifaschistInnen" rücken?

weiters schreibst du:
"Dass du meinst, die anderen Faschisten waren eh weniger antisemitisch,
ist falsch, waren diese doch verbündete Hitlers und haben den Krieg und
damit die Shoa dadurch verlängert. Und die haben sehr wohl davon gewusst"

es muß möglich sein die faschistischen bewegungen zu analysieren und,
falls vorhanden, differenzierungen aufzuzeigen - im dokumentationszentrum
des österreichischen widerstandes kann überprüft werden, daß es bezüglich
antisemitismus zwischen den einzelnen faschistischen bewegungen große
unterschiede gegeben hat.


Du schreibst weiter:
"Du sprichst immer vom Gegensatz zwischen Jüdinnen/Juden und Linken,
beides geht wohl deiner Meinung nach nicht. Walter Lindenbaum und Jura
Soyfer waren beides, und wurden von den Nazis umgebracht."

deine behauptung, ich wäre der meinung, daß juden/jüdinnen nicht
gleichzeitig auch linke sein können, ist eine glatte unterstellung.
nirgends habe ich dies behauptet.

es gibt aber in österreich diesen graben (siehe oben). ich habe aber von
einem graben gesprochen und nicht von einem gegensatz, wie du mir
ebenfalls unterstellst.


Du schreibst:
"Der Slogan "Keine Koalition mit dem Rassismus",
entspräche laut deinen Unterstellungen auch Antisemitismus- ist aber aus
keiner "linken" Gruppe entsprungen,!"

ich habe über diesen slogan überhaupt nichts geschrieben und kenne den
ursprung nicht. letztes jahr (1999) im november waren es in wien 70.000
menschen die diesem slogan von der "demokratischen offensive" gefolgt sind
und demonstriert haben. die "demokratische offensive" gehört zum linken
politischen spektrum. in einem hast du aber recht; daß antisemitismus in
diesem slogan nicht vorkommt, daß der kampf gegen antisemitismus bei den
reden in klagenfurt (bei der demo, 28.0kt.00) nicht vorgekommen ist, ist
symptomatisch. antisemitismus wird ständig verdrängt, vergessen, geleugnet
oder unter rassismus einfach subsumiert und somit zum verschwinden
gebracht.


du weist mich auch darauf hin:
"Mit Sichrovsky auf einer Seite zu stehen, ist auch nicht das Wahre"

ich glaube zu wissen, daß ich jetzt weder von dir noch von anderen
wirklich verstanden werde, trotzdem schreibe ich es. politisch bin ich
gegen die fpö und deren ideologie. doch sichrovsky ist jude und dies
verbindet mich, zwar nicht politisch, aber anders mit ihm. im
nationalsozialismus war es einerlei ob du als jude rechts oder links
eingestellt warst, du bist vergast worden, sobald die nazis dich in die
KZ´s deportiert hatten. peter sichrovsky ist, so wie ich, gegen
antisemitismus. dies ändert nichts daran, daß wir unterschiedliche 
meinungen haben,
wie antisemitismus entsteht und gefördert wird
(ich glaube auch die fpö ist antisemitisch und fördert ihn, peter
sichrovsky glaubt dies nicht), doch letztlich im extremfall, stehen peter
sichrovsky und ich auf der selben seite und um es noch drastischer
auszudrücken, ich wäre von den nazis mit peter sichrovsky seite an seite
in der gaskammer ermordet worden.


4.2. meine antwort auf sandra:

du schreibst:
"Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Linke leugnen, dass Antisemitismus
in Österreich tief verwurzelt ist? Du zählst hier lauter Tatsachen auf,
die Linke genauso sehen (Geschichtslüge, Opfer-Täter-Umkehr,.)"

ich habe nicht gesagt, daß ich glaube die linke leugne die tiefe
verwurzelung des antisemitismus in österreich. allerdings meine
entscheidende schlußfolgerung war, daß die linke, feministische bewegungen
gar nicht weiß wie tief der antisemitismus verwurzelt ist und
darüberhinaus hat sie selber antisemitismen  - eben weil der
antisemitismus in der österreichischen geschichte und gesellschaft so 
tief verwurzelt
ist.
dies habe ich zumindest dir/euch nicht vermitteln können.


du schreibst weiter, und um es polemisch auszudrücken, das finde ich mehr
als skurill
"So einfach ist das! Die, die sich linkem Gedankengut verbunden fühlen
sind GegnerInnen der Jüdinnen und Juden? Wo sind die rechten in diesem
Beispiel? Es gibt jetzt nur mehr kollektiven linken Antisemitismus?"

zum einen habe ich niemals von gegnerInnen geschrieben. so wie alex
scheinst auch du dich außerordentlich angegriffen zu fühlen, da ich nie
von gegnerInnen zwischen juden/jüdinnen und "anderen" (siehe oben)
geschrieben habe, sondern von einem graben gesprochen habe, den ich gerne
überwinden möchte und wege dazu suche - zum anderen schreibe ich hier in
einem linken medium.

doch wenn es dich erleichtert, so stelle ich hiermit fest: ich bin
entschieden dagegen, daß synagogen von (neo)nazis, rechten und anderen in
brand gesetzt werden, daß sie jüdische friedhöfe schänden, daß
jüdinnen/juden von ihnen attackiert, verletzt oder gar getötet werden, daß
die (neo)nazis), rechte und andere antisemitismen verbreiten und
verbreiten dürfen etc. etc. etc. ....


dein kommender absatz ist nicht nur eine unterstellung, sondern eine
glatte lüge, wenn du schreibst:
"Du leugnest, dass es auf der linken Seite überhaupt einen Menschen gibt,
der sich mit Antisemitismus auseinandergesetzt hat. Nimm zur Kenntnis,
dass es auf der linken Seite auch sehr viele Menschen aus
Opfer/Widerstandsfamilien gibt, die sich in Bezug auf Antisemitismus
nichts vorzuwerfen haben!" ...und  "Leider verstehst Du nicht, dass auch
Nichtjüdinnen und -juden nicht antisemitisch sein können, obwohl in
Österreich aufgewachsen."

ich habe wörtlich festgehalten:
"auf der einen seite juden/jüdinnen und menschen, die sich mit
antisemitismus (auch ihrem eigenen) auseinandergesetzt haben, auf der
anderen seiten menschen, die sich linken, autonomen, feministischen
bewegungen und gedankengut verbunden fühlen."

warum also deine lüge, ich hätte geleugnet,
* daß es linke menschen gibt, die sich mit antisemitismus
  auseinandergesetzt haben - selbstverständlich hatte ich mit menschen
  "die sich mit antisemitismus (auch ihrem eigenen) auseinandergesetzt
  haben" linke und feministische menschen (wie ingrid strobl oder die
  ökoli, die immer wieder im mund schreibt) gemeint.
* und deine behauptung ich verstehe nicht "dass auch Nichtjüdinnen und -
  juden nicht antisemitisch sein können, obwohl in Österreich
  aufgewachsen."

warum also deine unterstellungen? ich schrieb wörtlich: "und menschen, die
sich mit antisemitismus - auch ihrem eigenen  auseinandergesetzt haben".
wenn ich genau schrieb, daß es sehr wohl in österreich menschen gibt, die
mit juden/jüdinnen auf der einen seite des grabens stehen, eben diese
menschen, die sich mit antsemitismus auseinandergesetzt haben und ihre
eigenen antesemitismen aufgearbeitet haben. warum behauptest du dann, ich
verstehe nicht, "dass auch Nichtjüdinnen und -  juden nicht antisemitisch sein
können, obwohl in Österreich aufgewachsen." warum diese falsche behauptung?


du schreibst und unterstellst mir weiter:
"Sichrovsky ist aber laut Deiner Vorstellung auf keinen Fall Antisemit,
weil Jude, die linken Jüdinnen/Juden sind aber trotzdem antisemitisch?

weder habe ich behauptet, daß peter sichrovsky "auf keinen fall antisemit"
ist, noch daß "die linken Jüdinnen/Juden ... aber trotzdem antisemitisch"
sind.

ich weiß zwar, daß es auch einen jüdischen antisemitismus gibt - sowohl
rechte juden/jüdinnen als auch linke juden/jüdinnen können antisemitisch
sein - und diesen jüdischen antisemitismus kann ich auch thematisieren,
-habe ich aber hier im mund nicht. der beste ort den jüdischen antisemitismus
zu thematisieren ist für mich die israelitische Kultusgemeinde, oder das
organ "die gemeinde" (zeitschrift der Israelitischen kultusgemeinde). hier im
mund habe ich aber aufgezeigt, wie weit die linke und feministtische
bewegungen antisemitisch sind. dein hinweis kommt mir als ablenkung 
vor. was hat der
jüdische antisemitismus damit zu tun, daß linke und feministische
gruppierungen
endlich ihren antisemitismus aufarbeiten sollten?


Du schreibst, wie schrecklich es ist, wenn ich differenzierungen in den
faschistischen bewegungen bzgl. antisemitismus festhalte:
"Völlig schrecklich wird Deine Argumentation, wenn Du in einem Absatz
zwar die Linken des Antisemitismus bezichtigst, im selben Atemzug aber
die italienischen und spanischen Faschisten als weniger antisemitisch
als die polnische Untergrundbewegung (das waren doch keine Linken!)"

ob und inwieweit die polnische untergrundbewegung linke waren, will und
kann ich nicht beurteilen (sicherlich waren sie antifaschistisch). es muß
möglich sein fakten festzuhalten: es gab und gibt in den unterschiedlichen
faschistischen bewegungen differenzierungen bezüglich antisemitismus.
der spanische faschismus, der italienische faschismus und der deutsche
faschismus in form des nationalsozialismus, sind vollkommen
unterschiedlich mit antisemitismus umgegangen. die industrielle
massenvernichtung und tötungsindustirie bzgl. juden/jüdinnen hatte
ausschließlich der nationalsozialismus. genaue und detaillierte unterlagen
auch darüber sind im "dokumentationszentrum des österreichischen
widerstandsarchives", 1010 wien, wipplingerstr., altes rathaus, tel.: 
534360, zu
bekommen.


du schreibst weiter:
"Du wirfst Linken pauschal vor, AntisemitInnen zu sein. Deswegen musste
ich erklären, was alles nicht antisemitisch an der Linken ist. Das ist
aber kein Widerspruch dazu, dass ich sonst sehr wohl "erkläre, was alles
antisemitisch ist". Du meinst doch nicht im Ernst, dass gerade Linke,
die antisemitische Normalität in Österreich in Schutz nehmen?"

* ich habe den linken nicht pauschal vorgeworfen antisemiten zu sein,
sondern nur den menschen, die in österreich aufgewachsen sind, und sich
nicht mit antisemitismus beschäftigt haben und auch die eigenen anteile
nicht aufgearbeitet haben.

* liebe sandra, du hast nicht erklärt, wie behauptet "was alles nicht
antisemitisch an der Linken ist.", sondern versuchst zu vermitteln, daß
linke und feministische bewegungen überhaupt nichts mit antisemitismus zu
tun haben und versuchst zu vermitteln, daß meine fsetstellungen wie sehr
der antisemitismus auch in der linken und feministischen bewegung
verankert
ist bloß eine "Pauschalverurteilung einer Gruppe von  Menschen" wäre und
keine fakten sind.

* du hast leider nicht angeführt wo du sonst erklärst "was alles
antisemitisch ist" und schon gar nicht hast du ausgeführt was überhaupt
"alles antisemitisch ist" und auch nicht angegeben was alles in der linken
und feministischen bewegung antisemitisch ist - was ja eigentlich mein
beitrag war und ist - ach ja, nach deinen ausführungen haben feministische
und linke bewegungen in österreich keinerlei antisemtismen oder
antisemitische anteile.


du fragst mich
"Du meinst doch nicht im Ernst, dass gerade Linke, die antisemitische
Normalität in Österreich in Schutz nehmen?"

immerhin sind wir einer meinung, daß es eine antisemitische normalität in
österreich gibt. was die linke dagegen tut, ist mir nicht ganz klar? ich
glaube nicht, daß die linke die "antisemitische Normalität in Österreich
in Schutz" nimmt, allerdings bin ich fest davon überzeugt, daß sie in der
regel gar nicht weiß, wie tief verankert der antisemitismus in österreich
ist - und auch deswegen ist der antisemitismus in der normalität der
linken und feministischen bewegungen vorhanden.


du wirfst mir vor keine argumente zu bringen warum und wie tief linke und
feministische bewegungen antisemitisch sind:
"Du kündigst am Anfang an "anhand einiger fakten solldargestellt werden,
wie tief antisemitismus hierzulande verwurzelt ist - auch in linken,
fortschrittlichen und feministischen bewegungen". Und zählst dann
ausschliesslich allseits bekannte und traurige Tatsachen des
österreichischen Antisemitismus auf. Bei dem Punkt, wo es um linken
Antisemitismus geht, wiederholst du den Vorwurf einfach, ohne auch nur
irgendein Argument für diese schwerwiegende Behauptung zu nennen."

* ich habe aufgezeigt wie tief der antisemitismus in der österreichischen
geschichte, in der österreichischen gesellschaft und den familien
verankert und verwurzelt ist. wegen dieser tiefen verankerung und
verwurzelung, ist es erklärlich und verständlich, daß alle österreichische
gesellschaftliche schichten und gruppierungen (zwar jede spezifisch, aber
eben jede) antisemitisch sind - ausgenommen jene die sich eingehend mit
antisemitismus auseinandergesetzt haben und die ihre eigenen
antisemitischen Anteile aufgearbeitet haben.

* ich habe aufgefordert sich selbst und seine eigene gruppierungen und
bewegungen, denen frau/mann nahesteht zu beobachten und zu reflektieren,
und zwar wo und wie diese antisemitisch sind.

offensichtlich konnte ich dir nicht vermitteln, daß, wenn überall in einer
gesellschaft antisemitismus vorhanden ist und dieser zum grundkonsens
dieser gesellschaft gehört, sich linke und feministische bewegungen nicht
einfach abheben können. ein anderer grundkonsens ist das patriarchat in
dieser gesellschaft und patriarchalische strukturen. männer in linken
gruppierungen sind immer noch patriarchalisch und haben patriarchalische
sprach-, denk- und handlungsmuster. erst wenn sich männer mit den
patriarchalischen und sexitischen strukturen in dieser gesellschaft aktiv
auseinandersetzen und auch die eigenen patriarchalischen und
sexitischen sprach-, denk- und handlungsmuster aufarbeiten, können sie
etwas weniger patriarchalisch und sexistisch agieren. nur allein in einer
linken oder autonomen gruppe zu sein, reicht als mann wohl kaum aus weder
patriarchalisch noch nicht sexistisch zu sein. ähnlich ist es mit dem
antisemitismus. nur wen dieser, der von klein auf vermittelt und erlernt
worden ist, aktiv aufgearbeitet wird, kann er erkannt und abgebaut werden
- dies gilt auch für linke und feministische menschen und gruppierungen.


dein letzter Satz ist nicht nur disqualifizierend sondern auch verletzend:
"wobei Dir sogar der Faschismus lieber zu sein scheint, als alles
"linke"."

dieser steht für sich selbst - einige meiner angehörigen sind von den
nationalsozialistInnen ermordet worden. dieser dein unsensibler umgang mit
nationalsozialismus und antisemitismus hängt zusammen, daß auch du den
antisemitismus nicht aufgearbeitet hast, und nicht weißt und spürst, wie
verletzend so ein satz ist - in einem antisemitischen land und umfeld,
welches familienangehörige bereits ermordet hat ist so ein satz - zwar
ungewollt, aber doch - viel mehr als bloße polemik, sondern tief
verletzend.


5. eine nochmalige aufforderung an alle:

bitte nicht wieder erklären was alles NICHT antisemitisch ist und warum
linke und feministische bewegungen NiICHT antisemitisch sind. dies bringt
keine aufarbeitung des vorhandenen und tief verwurzelten antisemitismus.

sondern für eine kritische selbstreflexion und selbstbeobachtung: wer oder
was ist antisemitisch? wo überall kommt antisemitismus vor? wo kommt
antisemitismus insbesonders in linken, autonomen, feministischen,
anarchistische, kommunistischen, ... bewegungen vor? wo sind von linken
und feministischen menschen individuelle antisemitische verhaltensweisen
bvorhanden, bzw. wie äußern sie sich? wo sind  individuelle
antisemitische, denk- sprach- und verhaltungsmuster vorhanden bzw. wie
äußern sich diese? wie wird antisemitismus transportiert? ...


6. Literaturangabe (gefunden im tatblattarchiv)

6.1 "Wir sind die Guten Antisemitismus in der radikalen Linken
     Linker Antisemitismus?", Hg.: Willi Bischof, Irit Neidhardt (Hg.)
  
   eine Buchrezension (aus dem tatblattarchiv):
"Albartus war von einer palästinensischen Gruppe hingerichtet worden, für
die er gearbeitet und gekämpft hatte, die Hintergründe dieser Ereignisse
blieben ungeklärt. Für die Revolutionären Zellen aber war die Ermordung -
spät aber doch - auch Anlass, ihre Politik der frühen Jahre, insbesondere
ihre Zusammenarbeit und Solidarität mit palästinensischen Gruppen und den
Umgang der (radikalen) Linken mit Israel öffentlich zu hinterfragen und
neu zu bestimmen. Gegipfelt hatte dieser Umgang in der Selektion von
jüdischen und nicht-jüdischen Menschen verschiedener Nationalitäten während der
Flugzeugentführung eines deutsch-palästinensischen Kommandos 1976, mit der
die Freilassung von GenossInnen in Deutschland und Israel erreicht werden
sollte. Nur jüdische Menschen wurden als Geiseln im Flugzeug behalten
(diese in Entebbe von einem GSG 9-Kommando befreit und die vier
FlugzeugentführerInnen erschossen).
Diese Selektion nach völkisch/rassistischen Kriterien widersprach freilich
jeder revolutionären Politik, der Umstand,  dass "Revolutionäre" aus
Deutschland an dieser Aktion beteiligt waren, steht Pate für die
historische Blindheit und/oder den Antisemitismus, der sich innerhalb der
Linken hartnäckig hält und auf verschiedenste Arten offenbart. Denn das oben
erwähnte Beispiel ist nur eines der tragischsten. Tatsächlich tritt der
Antisemitismus unter den Menschen, die immerhin vorgeben, seine
größten KritikerInnen zu sein, oft verbrämt zu Tage, und noch viel öfter
wohl durch Auslassungen


6.2. "Heft 'Antisemitismus' der Zeitschrift Weg und Ziel, Mai 1998"
      Stephan Grigat in seiner Untersuchung zu Antisemitismus und
      Antizionismus in der österreichischen Linken
     (Die Formen, wie sich antisemitische Einstellungen innerhalb der
      radikalen Linken äußern sind also wahrlich mannigfaltig.)

6.3. "Der ewige Antisemit"   von Henryk M. Broder
      (den Antisemitismus innerhalb der Linken zum Thema gemacht hatte)

6.4. "Das Feld des Vergessens" von Ingrid Strobl (mitte der 90er)
      (über antisemitismus in der linken)

6.5. "Der feministische Sündenfal: Antisemitische Vorurteile in der
      Frauenbewegung" Hg.: Charlotte Kohn-Ley und Ilse Korotin
      mit Beiträgen von Johanna Gehmacher
      Wien : Picus-Verl., 1994. - 263 S.
      Die Textsammlung erschien 1994 und ist im Buchhandel vergriffen

6.6. "Was sie schon immer über Antisemitismus wissen wollte, aber nie zu
      denken wagte" In: Beiträge zur feministischen Theorie und Praxis.
      13 (1990) 27 von Jacoby, Jessica


6.7. weitere literaturangaben:
     * vom "Dokumentationszentrum des Österreichischen Widerstandsarchivs"

       (1010 wien, wipplingerstr., altes Rathaus, tel.: 534360)

     * von der Frauenbuchhandlung: 1070 Wien, Zieglergasse 28
       (tel.:5224892)

     * vom tatblattarchiv im internet unter 
 http://www.illegalisiert www.illegalisiert at.

     * bin gerne bereit weitere angaben zu machen: meine mail-adresse:
        mailto:peter.xyz@gmx.at peter.xyz@gmx.at




Silvio Gesell und die Kapitalismuskritik - die 4.
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Peter Adelmann   mailto:padelmann@hotmail.com padelmann@hotmail.com 


Replik auf die Thomas Schmidingers Anmerkungen zu meiner Replik auf seine
Anmerkungen zu Silvio Gesell :-)

TS wrote:
Die Gesellsche Geldkritik wäre aber auch ohne dessen Antisemitismus
ökonomisch falsch.
Gesell trennt nämlich nicht nur "Finanzkapital" von "produktivem Kapital",
sondern möchte "Geld" zum reinen Tauschmittel reduzieren, was ja auch Peter
Adelmann befürworten würde.
In diesem Ansinnen liegen zwei wesentliche Probleme: Geld basiert auf einer
Geldware, ist selbst Ware und kann somit nicht als reines "Rechengeld" seine
Tauschfunktion beibehalten ohne eine Entwicklung zu "Kapital" zur Folge zu
haben. Ich sehe keine Möglichkeit die Entwicklung von Geld (G) zu Mehrgeld
(G´) zu verunmöglichen solange es Warentausch überhaupt gibt, da diese
Entwicklung eben nicht losgelöst auf den Finanzmärkten passiert, sondern an
die Produktion rückgekoppelt ist.

Dazu muss ich folgendes festhalten:
Es ist ein Unterschied, ob eine Kritik ökonomisch falsch ist, oder ob sie
jemandem seiner persönlichen Meinung nach nicht weitgehend genug ist. Dass
Geld eben auch Ware ist, und dabei aber vor allem eben eine privilegierte
weil unverderbliche - ist ein Faktum. Die Kritik also - man möge das Geld
wenigstens mit anderen Waren gleichberechtigt machen - ist ökonomisch
richtig.
Sie führt nicht zur Abschaffung des Marktes (des Tauschhandels), nicht zur
Abschaffung des Eigennutzes als Antriebskraft für Wirtschaften und nicht zur
Abschaffung von Privateigentum (außer an Boden, was immer mit der Geldreform
einhergehen soll), Gewinn, Unsicherheit und Konkurrenz und was da noch alles
falsch ist an unserem System. Aber: Sie beseitigt einen schweren Fehler der
noch dazu hauptverantwortlich für die exponentielle krebsartige Entwicklung
des Kapitalismus ist. Was also steht einer Geldreform dann theoretisch so
sehr im Weg?
Natürlich stimmt es, dass Reformen eines an sich schlechten Systems oft den
Druck (zumindest kurzfristig) nehmen, eine Totalreform (Revolution)
durchzuführen. Andererseits schaffen sie sanftere Übergänge, sind daher
realistischer und konsensualer durchführbar und schaffen oft Bewusstsein für
weitergehende Reformen. Und sie sichern vorrangig das kurzfristige Überleben
- eine schwere, existenzielle Krise unseres Kapitalismus würde mich ja nicht
gerade hoffen lassen, dass die weisesten Stimmen gehört und besten Ideen
verwirklicht werden. (man sehe sich die letzte richtige Weltwirtschaftskrise
an!)

TS wrote:
Wenn Peter Adelmann meint, daß er "jene Teile von Gesells Theorie, die dem
Liberalismus die Türen öffnen" auch ablehne, so würde mich interessieren,
wie er diese von Gesells Geldtheorie trennen will.

Denke das ist mit obigem Absatz geklärt, nur soviel noch: Es kann sinnvoll
sein jemandem, der nach einem Unfall querschnittgelähmt ist, einen daneben
vorhandenen Gehirntumor zu entfernen, auch wenn er danach gelähmt bleibt.
Nicht nur sinnvoll, sondern unbedingt nötig. Über Möglichkeiten seine
Lähmung zu heilen, kann man sich davor, währenddessen und danach trotz allem
Gedanken machen, Lösungen finden und umsetzen. Aber grundsätzlich jede
Verbesserung mit dem Hinweis darauf zu torpedieren, dass nicht alles gut
wird is auch nicht ganz das Gelbe vom Ei.

TS wrote:
Der Versuch über "Schwundgeld" Geld zu einem reinen Zirkulationsmittel zu
reduzieren, diente ja gerade dazu "Tausch" anzuheizen und um das "schwinden"
des Geldes zu verhindern, dieses möglichst rasch zirkulieren zu lassen.
Genau auf diesem anheizen einer lokalen Ökonomie beruhte ja auch der
kurzfristige Erfolg von Versuchen Gesells Ideen in die Realität umzusetzen,
wie etwa beim "Wörgler Experiment", wo durch die Erhöhung lokaler
Geldzirkulation im Rahmen einer deflationären Geldökonomie auf
nationalstaatlicher Ebene ein lokaler Wirtschaftaufschung erzielt werden
konnte.

Das Argument gilt sicher für den Fall, dass Gesells Ideen als
Krisenbekämpfung in Rezessionszeiten eingesetzt werden. Aber wir haben heute
eine extrem kurzfristige, schnelle, ja sich beschleunigende Wirtschaft die
nicht in einer tiefen Krise steckt. Mit zinslosem Kapital wären außer dem
jetzigen schnellen Kohlemachen durchaus auch Projekte zumindest möglich, die
keinen über das eingesetzte Kapital hinausgehenden Gewinn
(=Mindestverzinsung) zeitigen. Außerdem erlaube ich mir noch den Hinweis auf
durchaus sehr lange Zeiten von Schwundgeld im Mittelalter die zugleich
kulturelle Hochblüten waren (ein Zusammenhang den manche Autoren für
ursächlich halten), und Phasen und Formen von Zinsverboten in nahezu allen
Weltreligionen (die ja oft intuitiv nicht so falsch gelegen sind, wenn sie
denn auch oft und - vermehrt? :-) - Dummfug verzapfen.

TS: wrote:
In keinem dieser Fälle wurde der Warentausch, die Warenproduktion oder das
Privateigentum angetastet, deren Infragestellung die Grundvoraussetzung
einer Kritik am Kapitalismus sind.
Das habe ich auch nicht behauptet! Da hast du natürlich (mit Ausnahme des
Privateigentums an Boden) recht. Mir gings um die Kritik an einem - für mich
aber existenzbedrohenden - Fehler.

Peter Adelmann




Israel, Palästina und andere Nationalstaaten
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von  mailto:OEKOLI_Wien@gmx.net OEKOLI_Wien@gmx.net



zu den jüngsten Ereignissen im Nahen Osten

Nicht erst seit dem Besuch des israelischen Likud-Chefs Sharon auf dem
Tempelberg kocht die Stimmung unter der palästinensischen Bevölkerung der
besetzten Gebiete. Die Unruhen, die dem provokativen Besuch des rechtsextremen
Politikers folgten und bisher schon fast 200 Menschenleben gekostet haben,
haben eine lange Vorgeschichte, die nicht zuletzt in den Fehlern des
Oslo-Friedensprozesses begründet liegen.

Es war von Anfang an eine Illusion mit der Schaffung eines
palästinensischen Nationalstaates die sozialen, wirtschaftlichen und 
politischen Probleme
für die palästinensische Bevölkerung lösen zu können. Und je kleiner und
zersplitterter das Territorium dieses Palästinenserstaates geworden wäre, desto
gravierender wären die Probleme denen ein solcher Palästinenserstaat in
Zukunft ausgesetzt gewesen wäre.
Dabei zeichnet sich die wirtschaftliche und politische Katastrophe bereits
noch vor der Unabhängigkeit dieses Palästinenserstaates ab. In den
Autonomiegebieten errichtete die Palästinensische Autonomiebehörde um 
Yassir Arafat
bereits eine veritable Diktatur bevor sie noch einen Staat zu führen hatte.
Nicht nur Anhänger militanter Gruppierungen, sondern auch eine Reihe anderer
politischer GegnerInnen Arafats wanderten hinter Gitter. Demonstrationen
wurden statt von israelischem Militär nun von palästinensischer Polizei
niedergeknüppelt. Und was daran angenehmer sein soll von palästinensischen
Polizisten gefoltert zu werden als von israelischen ist auch nicht wirklich
einsichtig.

Die soziale Lage in den Autonomiegebieten hat sich seit deren Errichtung
noch weiter verschlechtert. Die ohnehin schon hohe Arbeitslosenrate in den
besetzten Gebieten stieg rasch an, da der Großteil der palästinensischen
GastarbeiterInnen in Israel durch ImmigrantInnen aus Osteuropa und
GastarbeiterInnen aus Ost- und Südostasien ersetzt wurde. Wurden vor 
dem Oslo-Abkommen
nach einem Anschlag oder Unruhen die gesamten besetzten Gebiete abgesperrt, so
wurden nun die kleinen Flecken der Autonomiegebiete abgeriegelt. Dadurch
wurde die Absperrung einzelner Städte und Dörfer ermöglicht und die
Bewegungsfreiheit der Bevölkerung massiv eingeschränkt. Der Bau 
israelischer Siedlungen
wurde auch nach dem Vertrag von Oslo nicht eingestellt, sondern phasenweise
sogar intensiviert um bei der Aufteilung des Westjordanlandes auf möglichst
viele Territorien Anspruch erheben zu können

Begonnen hatte der "Friedensprozeß" mit der Intifada die seit dem
Jahreswechsel 1987/88 die Israelische Besatzungsmacht im Gaza-Streifen und im
Westjordanland herausforderte. Die Israelische Regierung nutzte das Abflauen
derselben und eine relative Schwächephase der PLO um in vorsichtige 
Verhandlungen
mit der gemäßigten Fürhungsspitze um Yassir Arafat zu treten. In den ersten
Gesprächen der "Madrider Konferenz" nahmen VertreterInnen der PLO "mit
Zustimmung der Fatah, der Fida [...] und der ehemaligen KommunistInnen"
(HOEKMANN, 199: 204) noch im Rahmen der jordanischen Deligation teil, 
da Israel die
PLO noch nicht als Gesprächspartnerin anerkannte. Die palästinenischen
DeligationsteilnehmerInnen mißachteten dabei "die erst einen Monat zuvor
verabschiedeten Resolutionen des palästinensischen Nationalrats und 
gaben elementare
Positionen der PLO auf. Erstens fanden die Verhandlungen nicht auf Basis
der diversen UN-Resolutionen statt. Zweitens repräsentierte die Delegation nur
einen kleinen Teil der PalästinenserInnen. Unter ihnen befanden sich ganz
nach Wunsch der israelischen Regierung weder Mitglieder der PLO noch
EinwohnerInnen Ost-Jerusalems oder der Diaspora" (HOEKMANN, 199: 204) 
weshalb sich
die PLO-Spitze bereits damals heftigen Angriffen durch die Opposition
ausgesetzt fühlte.

Nach Geheimverhandlungen der PLO-Spitze in Oslo wurde schließlich in der
Folge am 13. September 1993 das erste Osloer Abkommen (Oslo I) vor dem Weißen
Haus in Washington unterzeichnet.
Dieses Abkommen von Oslo ist eine "declaration of principles which lays
the foundation for a limited, interim Palestinian self-rule in those areas of
Palestine occupied by Israel since 1967: the West Bank, including East
Jerusalem, and the Gaza Strip. This includes about 20 per cent of 
Palestine that
the United Nations decided to separate into two states in 1947. [...] The
Agreement does not define the political nature or territorial extension of the
future Palestinian entity, but entails stipulations with regard to
mechanisms and deadlines for a step-by-step implementation of peace." 
(BUTENSCHÖN,
1998: 18)
Das Akommen sah damals vor "für eine fünfjährige Übergangsphase eine
palästinensische Selbstverwaltung im Gaza-Streifen und in der Region 
um die Stadt
Jericho zu etablieren." (BAUER, 1993: 95) "Die Verhandlungen über eine
permanente Regelung für die besetzten Gebiete, also über Grenzen, Staatlichkeit
und Jerusalem," sollten - so wurde damals festgelegt - "nicht später als im
Dezember 1995 beginnen." (BAUER, 1995: 95)
Der im Oslo-Abkommen vorgegebene Zeitplan verzögerte sich jedoch bereits
beim ersten Schritt. "Der in Washington vereinbarte Zeitplan sah vor,
innerhalb von zwei Monaten nach Inkrafttreten der Prinzipienerklärung 
ein Abkommen
über Gaza und Jericho auszuhandeln und zu unterzeichnen.[...] Die Gespräche
in Taba und Kairo gestalteten sich jedoch derart schwierig, daß sich die für
den 13. Dezember 1993 geplante Unterzeichnung einer Vereinbarung über den
Rückzug der israelischen Truppen aus Gaza und Jericho wesentlich verzögerte."
(GLASNECK/TIMM, 1994: 294)

Erst am 4. Mai 1994 konnte schließlich in Kairo das Gaza-Jericho-Abkommen
zwischen Jizchak Rabin und Yassir Arafat unterzeichnet werden. "Es bildete
die juristische Grundlage für den Abzug der israelischen Armee aus dem
Gaza-Streifen und dem Gebiet von Jericho im Westjordangebiet sowie 
die Übernahme
der Verwaltung durch palästinensische Behörden." (GLASNECK/TIMM, 1994: 296)

Nachdem der Likud unter Benjamin Netanjayhu die folgenden israelischen
Wahlen gewonnen hatte, sah es bereits nach einem endgültigen Ende des
"Freidensprozesses" aus, in den erst nach der Wahl Baraks von der 
Arbeiterpartei
wieder etwas Bewegung kam.
Israel zog Ende Mai in einer über Nacht durchgezogenen Aktion ihre Armee
aus dem Südlibanon ab. Der überhastete Rückzug, der eher nach einer Flucht
aussah und mit massivem Überlaufen von Soldaten der mit Israel verbündeten
Südlibanesischen Armee (SLA) verbunden war, wurde in der arabischen Welt als
militärischer Sieg der integralistischen Schiitenmiliz Hizb Allah (Partei
Gottes) gefeiert. Die Hizb Allah sorgte in der Folge für eine 
geordnete Übergabe
der Gebiete an den libanesischen Staat und konnte durch eine überraschend
gemäßigte Rhetorik Pluspunkte auf libanesischer wie internationaler Ebene
sammeln.
Für eine zeitgerechte Abwicklung der Endstatusverhandlungen mit den
Palästinenserbehörden war es bei der Wahl Baraks jedoch schon fast zu 
spät. Da die
schwierigsten Fragen, v. a. die "Jerusalem-Frage" in Oslo auf genau diese
Endstatusverhandlungen verschoben worden waren, konnten die
Verhandlungspartner bis zum Sommer keine Einigung erzielen. Vor allem 
Arafat stand dabei
trotz der Drohung einseitig einen Palästinenserstaat ausrufen zu wollen bereits
unter massivem Druck der eigenen Bevölkerung. Gegen ihn und die Spitze der
Palästinensischen Autonomiebehörde arbeiteten mittlerweile nicht nur die
linke, die nationalistische und die islamisch-integralistische Opposition,
sondern auch immer mehr Teile der Fatah, Arafats eigener Partei.

In dieser sehr verfahrenen Situation machte nun Anfang Oktober der
israelische Ministerpräsident Barak den weitreichendesten Vorschlag den ein
israelischer Ministerpräsident bezüglich Jerusalems den Palästinensern jemals
unterbreitet hatte. Barak meinte kryptisch, daß es einen unabhängigen
Palästinenserstaat mit einer Hauptstadt namens al-Quds geben werde. 
Wie dieses al-Quds,
der arabische Name für Jerusalem, beschaffen sein würde formulierte Barak
nicht aus. Von Experten waren komplizierte Teilungspläne und Vorhaben für
gemeinsame Souveränitäten über die Heiligen Stätten ausgearbeitet worden. Auf
jeden Fall wurde damit erstmals seit 1967 eine palästinensischer Teilhabe an
Jerusalem von einem israelischen Ministerpräsidenten in Aussicht gestellt.

In genau dieser Situation wußte Ariel Sharon, der rechtsaussen Parteichef
des Likud eine solche Teilung Jerusalems mit einer gezielten Provokation zu
verhindern. Sharon, der aufgrund seiner führenden Beteiligung am
israelischen Libanon-Feldzug in den Achzigerjahren und seiner 
wohlwollenden Duldung der
Massaker libanesischer Christenmilizen an palästinensischen Flüchtlingen in
den beiruter Lagern Sabra und Shatila, für die PalästinenserInnen DAS
Feindbild eines israelischen Politikers ist und mit dem Beinamen 
"Schlächter von
Sabra und Shatila" versehen wurde, wußte genau welche Folgen sein
Spaziergang auf den Tempelberg haben könnte. Auf diesem befindet sich mit der
al-Aqsa-Moschee und dem Felsendom nämlich die nach Mekkah und Medina die
drittheiligste Stätte des Islam.
Und Sharon hat sich nicht verkalkuliert. Seine Provokation galt für jene
PalästinenserInnen die dem "Friedensprozeß" ablehnend gegenüberstanden als
Signal zum Aufstand. Die gegenseitige Eskalation führte auf beiden Seiten zum
Durchbruch der "Falken", die auf absehbare Zeit eine friedliche Koexistenz
beider Bevölkerungsgruppen verhindern möchten.
Eine solche wird mit jedem Toten in diesem Konflikt unwahrscheinlicher.
Allein schon die Wahrnehmung der Wirklichkeit reduziert sich im TV-Zeitalter
auf beiden Seiten auf sehr selektive emotional aufgeladene Bilder. Während
der Großteil der arabischen Öffentlichkeit nur die Bilder erschossener
Zwölfjähriger sieht, nimmt die israelische Öffentlichkeit mehrheitlich nur den
Lynchmord an israelischen Soldaten in Ramallah zur Kenntnis.
Die Eskalation schraubt sich so mit jeder Überreaktion nach oben. Daß die
israelische Armee mit Gewehren auf steinewerfenden Jugendliche schießt und
nach der Ermordung israelischer Soldaten gleich PLO-Gebäude in Gaza
bombardiert ist sicherlich nicht hilfreich, soll jemals wieder eine 
Gesprächsbasis
mit palästinensischen VertreterInnen hergestellt werden.
Natürlich ist es kein Wunder, daß im Kampf gegen eine überlegene,
technisch gut ausgerüstete und gut organisierte staatliche Armee mehr 
Opfer auf der
Seite der PalästinenserInnen zu beklagen sind, viele davon hätten aber
sicher bei einem verhältnismäßigeren Einsatz der militärischen Mittel 
verhindert
werden können.
Eine Kritik an der Kriegspolitik der israelischen Regierung muß deshalb
klar mit einer Parteinahme für die Opfer dieser Politik verbunden sein.
Gleichzeitig kann dies aber nicht heißen, daß jede Aktion jeder noch so
nationalistischen oder islamisch-integralistischen Palästinenserorganisation zu
bejubeln ist oder gar antisemitische Inhalte mit der 
antizionistischen Kritik an
Israel gleich mitgeliefert werden. Dies beginnt nicht erst damit wenn in
Frankreich oder Deutschland Synagogen oder andere jüdische Einrichtungen
angegriffen werden, sondern auch dann, wenn Gruppen der wiener Linken
Demonstrationen mitorganisieren auf denen Transparente mit eindeutig 
antisemitischen
Inhalten zu lesen sind ("Was will die jüdische Politik? Weltherrschaft") und
anschließend wie die RKL einen arabischen Staat in ganz Palästina vom Jordan
zum Mittelmeer fordert in dem die zionistische Siedlungspolitik rückgängig zu
machen wäre. (MUND, 8. 10. 2000)

Die Gründung Israels ist nicht losgelöst von genau diesem Antisemitismus
zu betrachten, der eben auch in der Linken und in aus der Linken
hervorgegangenen nationalrevolutionären Gruppen zu finden ist. 
Insbesondere aber wurde
Israel durch die schlimmste Form des Antisemitismus, den eliminatorischen
Vernichtungsantisemitismus der Nazis, der in der Schoa umgesetzt wurde, auch
für viele ehemals antizionistische Jüdinnen und Juden notwendig. Nach der
Ermordung von Millionen Jüdinnen und Juden durch Deutsche und ÖsterreicherInnen
war der Wunsch nach einem Zufluchtsort für die jüdische Bevölkerung nur
allzu verständlich. Die Sicht der PalästinenserInnen klammerte dies allzu oft
aus. Die Israelische Geschichtsbetrachtung ging hingegen bis in die jüngste
Vergangenheit von einem kaum besiedelten Land aus, das erst durch die
KolonistInnen urbar gemacht wurde. Die Jahrhundertelange Existenz der
palästinensischen Bevölkerung in Palästina und ihre gewaltsame 
Vertreibung 1948 wird in
dieser offiziellen Geschichtsschreibung noch immer genauso wenige beachtet wie
die Tatsache, daß viele der Nachfahren dieser Vertriebenen heute noch in
Flüchtlingslagern leben müssen. Erst die "Neuen Historiker" - eine Generation
junger, engangierter HistorikerInnen - hat hier innerhalb der israelischen
Geschichtsbetrachtung andere Sichtweisen möglich gemacht.

Der israelische Historiker Isaac Deutsch vergleicht die Gründung Israels
mit einem Menschen der aus einem brennenden Haus springt und dabei einen
zufällig vorbeigehenden anderen Menschen verletzt. Der aus dem brennenden Haus
springende fordert den Anderen dazu auf zu verschwinden und begründet dies
damit immer schon dagewesen zu sein. Der vom Springenden verletzte will
hingegen nicht sehen, daß der der ihn verletzt hat aus einem brennenden Haus
gesprungen ist um sich zu retten.

Vielleicht hätte sich seit dem Scheitern des "Friedensprozesses" wieder
die Frage stellen können ob die Schaffung immer neuer Nationalstaaten und die
Teilungspläne israelischer und arabischer Despoten wirklich eine
Verbesserung für die israelischen und arabischen BewohnerInnen dieses 
Landstriches
bringt. Solche Fragen gehen im nationalen Kriegsgeschrei beider Seiten aber
leider unter.

Ökologische Linke (ÖKOLI)


BIBLIOGRAPHIE:

BAUER, Kirsten: Palästinenser und PLO
München, 1993

BAUMGARTEN, Helga: Palästina: Befreiung in den Staat
Frankfurt am Main, 1991

BUTENSCHÖN, Nils A.: The Oslo Agreement: From the White House to Jabal Abu
Ghneim
In:
GIACAMAN, George / LÖNNING, Dag Jörund:
After Oslo, New Realities, Old Problems; S 16-44
London/Chicago, 1998

HOEKMANN, Gerrit: Ölzweig und Kalaschnikow, Geschichte der
Palästinensischen Linken
Münster, 1999

MUND: WiderstandsMUND:  http://www.no-racism.net/MUND/ www.no-racism.net/MUND/

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Ökologische Linke (ÖKOLI)
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Elke Kahr: KPÖ zur Eröffnung der Grazer Synagoge
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von Parteder Franz 
  mailto:Franz.Parteder@stadt.graz.at Franz.Parteder@stadt.graz.at 

PRESSEMITTEILUNG DES GRAZER KPÖ-GEMEINDERATSKLUBS

Donnerstag, 09. November 2000

Anlässlich der heutigen Eröffnung der Grazer Synagoge und des 62.
Jahrestages des nazistischen Judenpogroms erklärte die Grazer KPÖ-Klubobfrau
Elke Kahr:

"Am 9. November erinnern wir uns an finstere Zeiten und hoffen, dass sie
sich niemals wiederholen werden. Die KPÖ hat gegen die Nazis gekämpft. Wir
haben die Judenverfolgung von Anfang an verurteilt. Zeitzeugen wie Franz
Leitner oder Maria Cäsar belegen diese Haltung unserer Partei.

Heute spüren wir, dass der Hass gegen Fremde wieder salonfähig wird. Vom
Wort zur Tat ist es aber nicht weit. Das zeigt die tragische Geschichte des
20. Jahrhunderts.
Sie zeigt aber auch etwas anderes: Die Gewalt der Rassisten wird dann
besonders gefährlich, wenn die Gesellschaft zerfällt. Die Kluft zwischen Arm
und Reich erzeugt die Hassparolen.
Schauen wir nicht ohnmächtig zu, wie sich diese Spirale abermals entwickelt,
schaffen wir die Bedingungen für ein menschenwürdiges Leben - und zwar für
alle!"

KPÖ-Stadtrat Ernst Kaltenegger ist Mitglied des Kuratoriums zur
Wiedererrichtung der Grazer Synagoge.




Baier (KPÖ) im Gedenken an das Novemberpogrom 1938: Niemals vergessen
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von KPÖ Bundesvorstand   mailto:kpoe.buvo@magnet.at kpoe.buvo@magnet.at 

Novemberpogrom/Gedenken/KPÖ

Wien - (KPÖ-PD): KPÖ-Vorsitzender Walter Baier erinnerte heute an die
traurigen Ereignisse der Reichskristallnacht von 1938, bei der in Wien 42
Synagogen und jüdische Bethäuser zerstört und zahlose jüdische Geschäfte
und Wohnungen geplündert wurden. Baier: "Die Novemberpogrom war eine
wesentliche Station auf dem Weg des Nazifaschismus zum Völkermord. Auf die
Nürnberger Rassengesetze und das Novemberpogrom folgte die industrielle
Vernichtung von Millionen Menschen".

In der Zweiten Republik - so Baier - "trat an die Stelle einer offenen
Auseinandersetzung mit der faschistischen Vergangenheit eine verlogene
Konstruktion: Österreich, in dem es Opfer des Faschismus und
WiderstandskämperInnen, wo es Nazi-Verbrecher und MitläuferInnen gab,
wurde widerspruchsfrei als erster Opfer des Nationalsozialismus
deklariert. Über die Verstrickung zahlreicher ÖsterreicherInnen in die
Nazi-Verbrechen und über die historischen Wurzeln des Antisemitismus wurde
ein Schleier des Schweigens gebreitet". Faschistische Eliten seien aus
ihrer Verantwortung entlassen und in den kapitalistischen Wiederaufbau
integriert worden, damit sie "an der politischen Ausgrenzung der
WiderstandskämpferInnen, vor allem der KommunistInnen, mitwirken konnten".

Die gegenwärtige Zerschlagung des Sozialstaates bewirke "eine Zunahme
rassistischer, antisemitischer und rechtsextremistischer Tendenzen in
Europa. Politiker wie Haider, der meinte, daß im Dritten Reich eine
ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht wurde, finden immer mehr
Zuspruch. Wobei jedoch wichtig ist wahr zu nehmen, daß Rechtsextremismus,
Antisemitismus und Rassimus nicht an den Rändern, sondern in der Mitte der
Gesellschaft, entstehen. Unser Motto muß mehr denn je lauten: Niemals
Vergessen", so Baier.

Rückfragen an: (01) 503 65  80
Weitere Infos im Internet:  http://www.kpoe.at www.kpoe.at



Presseecho auf die Auftaktveranstaltung
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von ATTAC Austria   mailto:ATTAC@gmx.at ATTAC@gmx.at 

Liebe ATTACs,

Zeitungsberichte über die Gründungsveranstaltung erschienen am Mittwoch, den
8. November

- im "Standard", Seite 28
- in der "Presse", Seite 20
- in der "Wiener Zeitung", Seite 18


Eine apa-Meldung ging auch raus, hier ist sie:


Finanzen/Börse/Kapitalmarkt/Österreich/International/ATTAC

ATTAC Österreich will Macht der Finanzmärkte beschneiden

Utl.: Gründungsversammlung in Wien - Tobin-Tax gefordert

Wien (APA) - Das "Primat der Politik über die Wirtschaft" wieder
herzustellen hat sich ATTAC 
Österreich( http://www.attac.org/austria http://www.attac.org/austria) 
, der
heimische Zweig einer 1998 in Frankreich entstandenden internationalen
Bewegung zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte, zum Ziel gesetzt.
300 Leute kamen gestern, Montag Abend, zur Gründungsversammlung im
Semper-Depot in Wien. Wie es in der Gründungsdeklaration von ATTAC
Österreich weiter
heißt, sollen beginnend bei der demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte
Handlungsspielräume für die regionale und
nationalstaatliche Wirtschaftspolitik zurück gewonnen werden.

ATTAC Österreich trete für die Re-Regulierung der Finanzmärkte ein, heißt es
weiter. Eine der Hauptforderungen ist die Kontrolle der Finanzmärkte durch
Einführung einer Devisentransaktionssteuer (Tobin-Steuer), um spekulative
Kapitalflüsse einzudämmen und Mittel zur Armutsbekämpfung aufzubringen.

Um massive Krisen zu verhindern, fordert ATTAC Österreich außerdem
Kapitalverkehrskontrollen und fixierte Wechselkurse zwischen den wichtigsten
Währungen Dollar, Euro und Yen. Eine weitere Forderung
betrifft die Entschärfung des Standortwettbewerbes durch "Trockenlegung von
Steueroasen" und eine "global einheitliche
Konzernbesteuerung".

Die Entschuldung der armen Länder, weltweite Demokratisierung, Ausweitung
des politischen Spielraums in der EU etwa durch demokratische Kontrolle der
Europäischen Zentralbank (EZB), die Beibehaltung und der Ausbau des
öffentlichen
Sozialversicherungswesens, die Anhebung des österreichischen Niveaus der
Vermögens- und Gewinnbesteuerung auf das EU-Niveau und die Ökologisierung
des Steuersystems sind weitere Forderungen von ATTAC Österreich.




Peter Scherz: VP mit gespaltener Zunge
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Parteder Franz 
  mailto:Franz.Parteder@stadt.graz.at Franz.Parteder@stadt.graz.at 

PRESSEMITTEILUNG DES GEWERKSCHAFTLICHEN LINKSBLOCKS (GLB) STEIERMARK


Donnerstag, 9. November 2000




GLB-Initiativen bei steirischer AK-Vollversammlung


"Während die Wirtschaft floriert wie noch nie, geht in den Betrieben für die
arbeitenden Menschen nichts weiter. Im Gegenteil: Sie sollen unter dem
Zeichen der Flexibilisierung rund um die Uhr zu Anhängseln der modernen
Technik gemacht werden". Das betonte Kammerrat Peter Scherz (GLB) am
Donnerstag auf der steirischen Arbeiterkammervollversammlung.

Den vorgelegten Resolutionen kann man nach Auffassung des Linksblocks
zustimmen. Besonders bemerkenswert, sei dass sich alle (auch die VP)
Fraktionen zu unserem Sozialsystem und zur Pflichtversicherung bekennen.
Peter Scherz: "In Zeiten des großen Indianeraufstandes hätte man dazu aber
gesagt: Sie sprechen mit gespaltener Zunge." Bekanntlich haben einige
VP-Vertreter in der steirischen AK verantwortungsvolle Positionen in der
Landesregierung. Sie haben dazu beigetragen, dass eine Regierung eingesetzt
wurde, die mit dem Schlagwort Treffsicherheit unser Sozialsystem demolieren.

Peter Scherz betonte, dass Resolutionen schön und gut sind: "Alle, die sich
zu unserem Sozialsystem bekennen, müssen jetzt aber mehr tun und auch aktiv
gegen den Sozialabbau kämpfen".

Die Anträge des GLB wenden sich unter anderem gegen die Schließung der
ÖBB-Lehrwerkstätten in Graz und Knittelfeld, gegen die Sperre der Molkerei
in Graz sowie gegen die Streichung freiwilliger Sozialleistungen wie der
Zuschüsse zu Kindererholungsaktionen durch die GKK.
Gemeinsam mit der AUGE wendet sich der Linksblock gegen die drohende
Privatisierung der Grazer Stadtwerke.



Zum Aufstand der Anständigen
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von Angelo Lucifero 
  mailto:angelo.lucifero@hbv-th.de angelo.lucifero@hbv-th.de 

Politisches Feuilleton

Viel Spass beim Lesen und übertragen auf den "Aufstand der
Anständigen" in der eigenen Stadt:

            8.11.2000 . 7.20
            Henryk M. Broder
            Der alltägliche Wahnsinn
            Unkomische Szenen aus Deutschland


Am 11. November fängt im Rheinland, wie jedes Jahr, die
närrische Saison an. Und wieder blicken Berliner Karnevalsfreunde neidisch nach
Köln, Mainz und Plettenberg. Doch mischt sich der Neid mit einer Portion
            Schadenfreude. Denn heuer sind die Berliner Narren und
            Närrinnen eher dran als die rheinischen Jecken. Sie gehen
            schon morgen, am deutschen Schicksalstag, auf die
            Straße, um unter dem lustigen Motto 'Wir stehen auf für
            Menschlichkeit und Toleranz' gegen die neuen und alten
            Nazis zu demonstrieren. Das allein wäre, wie die
            Lichterketten Anfang der 90er Jahre, noch keine schlechte
            Idee, wenn es diesmal nicht die Parteien und die
            Regierung wären, die das Volk auf die Straße jagen
            würden, dieselben Parteien und dieselbe Regierung, die
            für die Zustände verantwortlich sind, gegen die das Volk
            nun aufstehen und demonstrieren soll. Genau genommen,
            rufen die Parteien und die Regierung das Volk zu einer
            Demo gegen sie selber auf, getreu der Parole: 'If you can't
            beat them - lead them!' So etwas hat es in der Geschichte
            der Bundesrepublik noch nicht gegeben. Brechts ironisch
            gemeinter Vorschlag, die Regierung sollte das Volk
            auflösen und sich ein anderes wählen, könnte als nächstes
            realisiert werden.

            Das also ist der 'Aufstand der Anständigen', zu dem
            Bundeskanzler Schröder vor ein paar Wochen mangels
            eigener Ideen aufgerufen hat. Und so wie freiwillige
            Schülerlotsen gelegentlich die Arbeit von
            Verkehrspolizisten übernehmen und damit den
            Polizeiapparat entlasten, sollen nun die anständigen
            Bürger gegen die unanständigen mobilisiert werden, um
            die staatlichen Agenturen zu entlasten. Das ganze Land
            eine große Bürgerinitiative, das ganze Volk eine
            Einheitsfront. Ich sehe keine Deutschen mehr, nur noch
            Antifaschisten. Das Neue Deutschland und die Bildzeitung
            trommeln gemeinsam. Die Arbeitgeber und die
            Arbeitnehmer rufen die Betriebe auf, ihren Mitarbeitern frei
            zu geben, damit sie an der Demo teilnehmen können.
            Woran erinnert uns das? Richtig, auch in der DDR hat man
            die Werktätigen zu den Massenkundgebungen gekarrt und
            anschliessend mit den Teilnehmerzahlen geprotzt. Doch
            diesmal kommt es nicht nur auf Masse, sondern auch auf
            Klasse an. Deswegen unterstützen immer mehr
            'Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens' den Auflauf der
            Anständigen. Darunter sind der Ex-Nazi Ingo Hasselbach,
            der sich nun gegen die rechte Szene mit derselben
            Heftigkeit wendet, mit der er sie früher anführte, und der
            Schriftsteller Stefan Heym, der soeben gefordert hat, den
            Rechtsextremismus 'mit diktatorischen Mitteln' zu
            unterdrücken. Heym hat bald nach der Wende erklärt, die
            DDR sei daran zugrunde gegangen, daß die damalige
            Staats- und Parteiführung seine Vorschläge ignoriert habe.
            Nun hat er wieder eine prima Idee - eine Diktatur gegen
            rechts. Und wenn er wieder nicht gehört wird, könnten die
            Folgen noch schrecklicher sein.

            Natürlich sind es nicht nur schicke Renegaten und
            chronische Wichtigtuer, die jetzt 'für Menschlichkeit und
            Toleranz' auf die Straße gehen, sondern auch ganz
            normale Menschen, die sich vor dem Nazipack ekeln und
            keine andere Möglichkeit haben, ihren Widerwillen zu
            artikulieren. Diese Menschen muß man ernst nehmen, man
            muß ihnen aber auch sagen, daß sie verarscht werden und
            sich verarschen lassen. Es geht nicht um 'Menschlichkeit
            und Toleranz', also Friede, Freude, Eierkuchen, es geht um
            Recht und Ordnung und den mangelnden Willen oder die
            Unfähigkeit der staatlichen Instanzen, diese durchzusetzen.
            Wo Polizei und Justiz flächendeckend versagen und seit
            Jahren die Existenz 'nationalbefreiter Zonen' tolerieren,
            wird auch ein Aufstand der Anständigen nicht viel helfen.
            Gegen die Rechten zu demonstrieren ist wohlfeil, wie wäre
            es mit einer Demo gegen das skandalöse Zusammenspiel
            von Polizei und Justiz? Da wird die Wirtin eines Berliner
            Lokals von zwei Räubern so zusammengeschlagen, daß
            sie für den Rest ihres Lebens eine Vollinvalidin bleibt. Vor
            dem Lokal stehen nicht weniger als 17 Polizisten und
            greifen nicht ein. Das zuständige Amtsgericht lehnt die
            Eröffnung eines Verfahrens wegen 'Körperverletzung im
            Amt' mit der Begründung ab, die Polizisten seien teilweise
            unerfahren und lediglich normal ausgerüstet gewesen. - Ja,
            die beiden Räuber waren zu zweit und die 17 Polizisten
            ganz allein und hatten weder Maschinengewehre noch
            Handgranaten bei sich. Und außerdem waren sie auf
            'Eigensicherung' bedacht. Da möchte man wissen: Wozu
            wird einer Polizist? Um bei den 'Village People' im YMCA
            mitzusingen? Oder wegen der Rente?

            Andersrum klappt alles viel besser. Drei Berliner Bürger,
            die einen massiven Polizeieinsatz gegen eine
            osteuropäische Straßenmusikantin in einem Brief an die
            Polizeidirektion kritisiert hatten, bekamen daraufhin
            Strafbefehle über jeweils 900 Mark - wegen Beleidigung
            der Polizei. Ja, so sensibel können die Freunde und Helfer
            sein, wenn es um sie selber geht. Und so engagiert die
            Justiz.

            Das sollten die Demonstranten bedenken, bevor sie
            aufstehen und losmarschieren. Wahre Antifaschisten sitzen
            und trinken. Die Initiative heißt 'Saufen gegen Rechts', wird
            von rund 1.000 Berliner Kneipen gefördert und ist eine
            echte Alternative zum Aufstand der Anständigen. Denn das
            Kampftrinken ist, ebenso wie die Menschlichkeit, eine viel
            zu ernste Sache, als daß man sie den Rechten überlassen
            könnte.

            Henryk M. Broder: 1946 in Katowice/Polen geboren,
            1958 kam er mit den Eltern in die Bundesrepublik, wo er
            Jura und Volkswirtschaft studierte. Er lebt heute in Berlin
            und Jerusalem. Broder machte sich als freier Schriftsteller
            und kritischer Jo urnalist einen Namen. Er schrieb für
            renommierte Zeitungen und für das Fernsehen, derzeit
            arbeitet er als Reporter für den SPIEGEL. Zu seinen
            bekanntesten Büchern zählen 'Der ewige Antisemit',
            'Erbarmen mit den Deutschen' und 'Volk und Wahn'.




Spende Stichwort "Nazi-und Polizeiangriffe"
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The Voice e.V.   mailto:The_Voice_Jena@gmx.de The_Voice_Jena@gmx.de 


The VOICE e. V. Africa Forum,
Human Rights Group,
 Schillergäßchen 5,07745 Jena,
Tel: (03641) 66 52 14 / 44 93 04
Fax:(03641) 42 37 95 / 42 02 70
E-mail: THE_VOICE_Jena @gmx.de
____________________________________________________________________________
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Jena, den 07. November 2000



Liebe Freundinnen und Freunde,

wir ihr hoffentlich bereits erfahren habt, findet am folgenden Samstag, den
11.11.00, in Arnstadt eine Demonstration gegen Nazi- und Polizeiangriffe auf
Flüchtlinge und Migranten statt. Sie wird um 13.00 Uhr am Bahnhof beginnen.
Anlaß ist ein schwerwiegender Vorfall vom vorletzten Samstag, als drei
afrikanische Asylbewerber von einer Gruppe Nazis angegriffen wurden. Die zu
Hilfe gerufene Polizei verweigerte ihnen die Unterstützung und beteiligte
sich statt dessen an dem Übergriff.

Spende Stichwort "Nazi-und Polizeiangriffe" Kto. Nr.: 0231 633 905, BLZ: 860
100 90, Postbank Leipzig.

Wir halten es für sehr wichtig, daß möglichst viele Flüchtlinge sich an
dieser Demonstration beteiligen können. Für die Mobilisierung benötigen wir
allerdings eine Menge Geld, einerseits zur Bezahlung der entstehenden
Telefonkosten, und andererseits zur Bezahlung eines Teils der
Transportkosten, die die Flüchtlinge aufgrund ihres geringen "Taschengelds"
schlecht bezahlen können.

Wir bitten euch also, im Rahmen eurer Möglichkeiten die Demonstration durch
Geldspenden zu unterstützen.

Mit solidarischen Grüßen und einem Danke im Voraus

Eben Mancho
The VOICE Forum, Jena.




Anmerkungen zu Diskursverweigerung, Pädagogik, Utopie und Wissenschaft
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von christine recht 
  mailto:christinerecht@hotmail.com christinerecht@hotmail.com 

(Auf meinen Beitrag "Hier ist die Rose! Hier tanze!" (MUND 4.11. ) haben
Johanna Hofinger (s. MUND  7.11.)und Robert Misik in einer herabwürdigenden
Art  abseits jeder Argumentation reagiert, Da  im gestrigen MUND (Interview
mit R. MISIK) dies  wiederholt wird, da diese Art der Debatte vielleicht mit
dem Verständnis von Politik zusammenhängt, möchte ich  doch Zeit darauf
verwenden,)

DAS ist Argumentation! DAS ist Auseinandersetzung! Anderen das vorwerfen,
was man selber grad macht (Diskursverweigerung), andere Meinungen als
"Schimpfen" - natürlich einer verbitterten Frau - abqualifizieren, sodaß
"einem dazu eigentlich nichts mehr einfällt  (Misik-Interview) - kommen Euch
diese Methoden wirklich nicht bekannt vor?
Ob Ihr meint,C.R. "sieht....sich provoziert" oder feststellt "verbittert":
Das ist leider die autoritäre Art der Kunst der Gesprächsführung - sich für
so gescheit zu halten, daß man sogar die Gefühle des Andersdenkenden "kennt"
und sie für sein Handeln verantwortlich macht. D.h. sich selber derart zum
rationalen, denkenden Wesen stilisiert, den anderen auf diese Art zum Objekt
machend, oder zum bewußtlosen Spielball seiner Gefühle (Oder doch Stier, der
sich durch rotes Tuch/Reizwort provozieren läßt?) Statt Sachargumenten
Argumente zur Person, diese Person zur Unperson machend, auch das kommt Euch
nicht bekannt vor? Wenn man den Widerstand dann noch in Kluge und Dumme
(egal ob zynisch oder nicht, s.R. Misik) einteilt, ist die Sache wohl klar.
Das soll vorwärtstreibender Diskurs sein?

Die Auffassung von "Demokratie als pädagogischem Konzept" ist leider kein
Reizwort, wie Johanna unterstellt, sondern ein Konzept, aus dem sich
bestimmtes (meiner Meinung nach für den Kampf gegen diese Regierung
unwirksames und den alten Käse reproduzierendes)Handeln ergibt. Die Trennung
zwischen Rationalität und Irrationalität als Hui und Pfui liegt dem
zugrunde, und wenn es eine Selbsttäuschung gibt, die sich in der Geschichte
gefährlich ausgewirkt hat, dann ist es die, eigne Ansichten als rein
rational, bzw. wissenschaftlich auszugeben - Das Unbewußte schlägt dann oft
nur umso gewaltsamer - allerdings nach außen - zu. Daß Rationalismus und
Aufklärung eine stumpfe Waffe gegen Faschismus und Totalitarismen jeder Art
sind, ist eine mögliche Lehre aus der Geschichte und war bereits Wilhelm
Reich bekannt.
D.H, nicht, daß nicht gerade die Verbreitung von Tatsachen und Fakten ein
wirksames Mittel ist gegen die Lügenpropaganda (und darum wünsch ich mir,
daß z.B. die Flugblattserie von Projekt Koordination/rosaflieder weitergeht,
bzw. andere Strukturen für breitere Aufklärung geschaffen werden).

Die Verbindung von Vision/Gegenkonzepten mit Wissenschaft ist gefährlicher
Nährboden für Totalitarismus. Wenn die Wissenschaft dazu herangezogen wird,
eine bestimmte "Vision" als richtig auszugeben, trägt sie zur weiteren
Entmündigung der Menschen bei, so schön, sozial, gerecht etc diese Vision
daherkommen mag. Wenn das dann noch verbunden ist mit dem Glauben an die
Ungebrochenheit der "Kausalkette", d.h. an die Kausalkette überhaupt, und
daß sie restlos erkannt werden kann, ja, dann erfaßt mich eine gewisse
Verzweiflung, da man hier offensichtlich mit Debatten aus dem vorigen
Jahrhundert erst beginnen muß: z.B. Politik und politisches Handeln mal
mittels der Chaostheorie zu betrachten, Bürgerinitiativen statt
Erkenntnistheorie, Schwarze Pädagogik etc.
Ich gehe davon aus, daß es Zeit ist für die Anerkennung der Tatsache, daß
der Mensch rationales und irrationales Wesen ist, und er kann das eine nicht
vom andern trennen. Grad wo er sich am rationalsten glaubt, könnte er
überprüfen, ob er nicht nur rationalisiert. Wo das Irrationale in ihm
lebendig ist/sich rührt/tobt könnte er es mal ernst nehmen, seine Wünsche
und Bedürfnisse überprüfen und ihnen nachgehen.
Utopien haben gegenüber Visionen (und gar wissenschaftlich abgesicherten
Visionen) den Vorteil, daß dahinter die jeweiligen Bedürfnisse der
jeweiligen Menschen noch sichtbar sind, daher mitschwingt, daß diese
ausverhandelt werden müssen. Das Einsetzen für Utopien fordert demokratische
Prozesse, in der Diskussion und im Handeln. Visionen entstehen in direkter
Verbindung mit irgendeinem Jenseits. Visionen sind nicht diskutierbar, sie
brauchen nur große Strahlkraft. Plato schau oba.

"Die Deklaration des Sozialismus als wissenschaftlich hat ihn seiner
utopischen, i.e. verändernden Kraft beraubt, mit der Menschen die
Realisierung von Träumen in der Gegenwart versuchten.
Utopie, die sich als Bedürfnis weiß, läßt spielerischen Tanz zwischen
Wirklichkeit und Möglichkeit, allerhand  Versuche mit offenem Ausgang,
Lachen über sich selbst und Kreativität ohne Angst vor Fehlern zu.
Wissenschaft, die sich für Wissen halt aufgrund vorgeblicher Einsicht in
Notwendigkeiten und Gesetzmäßigkeiten enthält in sich schon die Wurzeln von
Dogmatismus, Rechtfertigung von Machtstrukturen und Absicherung des
Bestehenden.
Die Vernunft, die nicht weiß, daß sie auch träumt, - die Ratio, die von
ihrer eigenen Irrationalität nichts weiß oder nichts wissen will, gebiert
Ungeheuer." (Thesen ad Marx, 1996)


chr. 9.11.


PS: Ich setze voraus, daß Johanna dies ebenfalls auf "ballhausplatz.at"
veröffentlicht (demokratischer usus).
Da meine Kritik am Standard-Album Ähnliches anspricht und seit Tagen leider
im Online-Mund nicht veröffentlicht wird hier nochmal:


Subjekt der Geschichte?
(Zum Standard-Album vom Wochenende)


Geschichte wird wieder mal ,gemacht', indem Geschichten erzählt werden:
"Aus dem Protest vom 19. Februar ist unter der Ägide der "Demokratischen
Offensive" inzwischen ein Projekt geworden, das sich vom Reagieren aufs
Handeln zu verlegen beginnt." (DerStandard, ALBUM, 4.11.) Ich muß in einer
ganz anderen Geschichte leben,   - hab ich was versäumt? Oder wird hier die
alte Selbsterhöhung und Herabwürdigung des anderen, die Ich-Aktie in der
Politik gespielt?
Handeln klingt natürlich viel netter als Reagieren - der Mensch als Subjekt
seiner eignen Geschichte, nicht als Spielball, der hin und her geschupft
wird und auf äußere Einwirkung nur reagiert. Aha, alle, die bis jetzt was
GegenSchwarz-Blau getan haben, haben also nur reagiert während jetzt endlich
(dank der "Ägide"...) die Dimension des Handelns sich öffnet.
Diese Geschichte vom Agieren und Reagieren wird noch abgesichert durch die
Behauptung, "die Wahl ....  ließ" die 300.000 am Heldenplatz sie
demonstrieren, sie hätten also nicht gehandelt, sich nicht entschlossen,
gegen diese Regierung auf die Straße zu gehen, nein, bloß reagiert ohne die
Würde des Subjekts. Was im Zusammenhang mit dem ,Wiener Kongreß' behauptet
wird ("Heerschar ratloser Menschen hervorgebracht") wird so durch die
Satzkonstruktion bestätigt. So schafft man Schafe und kann sich selber als
Hirte stilisieren. Daher geht das mit der "Ägide" auch flott von der Feder.
Aus dem Protest vom 19. Februar ist ziemlich viel geworden, u.a. viele
Menschen, die darauf gedrängt haben, das Versprechen "in Hundert Tagen sehen
wir uns wieder" einzulösen, die Zusammenschluß und Debatten gefordert haben,
um den Kampf zu verstärken, die dies auch selber vorantrieben, Menschen, die
gegen Demokratie- und Sozialabbau auf verschiedensten Ebenen kämpften. Von
der "Ägide" war da wenig zu merken. Oder ist damit die Kultur der
Podiumsdiskussionen gemeint? Quasi Fernsehen in aufgelockerter Form?
Fortsetzung der Stellvertreterpolitik auf anderer Stufenleiter?
Wenn für den Kongress behauptet wird ,daß in "großem Rahmen eine profunde
öffentliche Auseinandersetzung mit politischen und sozialen Fragen
ermöglicht" wird klingt auch das nett, ist aber vom Setting her (2stündige
"Ateliers" mit 5 Speakern und Co-Speakern + Übersetzungen) mehr als
unwahrscheinlich.
Während der Kongress tanzt, bröckelt die Regierung in relativer Ruhe vor
sich hin, das Budget und seine Begleitgesetze werden weiter vorbereitet,
noch immer empören und organisieren sich Leute gegen diese Regierung und
ihre Politik. Das scheint jedoch eine andere Geschichte.
Christine Recht, 4.11.

Nachbemerkung: Diesen Bericht hat vermutlich ein Redakteur des Standard
geschrieben, vielleicht aufgrund von Informationen der Dem.Off, vielleicht
auch nicht; vielleicht hat sich die DemOff inzwischen davon distanziert, was
ich allerdings aufgrund des vermehrten Gebrauchs von "Wir" in Artikeln und
im Aufruf zum Kongreß nicht annehme.  Allgemeinheit herstellen indem
sprachlich verallgemeinert wird, ein "Wir" zu behaupten, ohne auf vorhandene
Debatten, Ergebnisse, Differenzen und Bruchlinien einzugehen - auch das
stell ich mir unter Demokratie nicht vor.




Können/wollen wir die Schwäche der Regierung nützen?
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von christine recht 
  mailto:christinerecht@hotmail.com christinerecht@hotmail.com 

Die Krise der FPÖ ist zugleich eine Krise der Regierung. Seit den ersten
Wochen ihrer Amtszeit war sie nicht mehr in solch kritischer Situation, so
sehr in Frage gestellt. Zu der prinzipiellen Ablehnung der Koalition mit der
FPÖ und dem Kampf gegen die Politik dieser Regierung kommt jetzt Einiges,
was jede Regierung eines demokratischen Landes in den Grundfesten
erschüttern würde und es auch tut. Wenn eine der Regierungsparteien, mit
derart massiven Verdächtigungen auf Rechtsbruch konfrontiert ist, wenn sie
noch dazu bei Wahlen derart verliert, ist jedes einzelne dieser Momente
Grund genug nicht nur für Überdenken, sondern für sofortige Auflösung der
Koalition. Daß diese Regierung unerträglich ist, daß die Demokratie in
Österreich zur Farce verkommen ist, diese Haltung ist heute weiter
verbreitet als noch im Frühjahr.
Die Empörung darüber ist nicht weniger, aber in der Zersplitterung
unsichtbarer und unwirksamer geworden.

Wenn die Gegnerschaft zu Schwarz-Blau mehr als ein Lippenbekenntnis ist,
warum sollte man die Schwäche des Feindes nicht nutzen? Warum nicht gerade
jetzt vehement den Rücktritt, die Auflösung der Koalition mit der FPÖ
verlangen? Warum nicht gerade jetzt zu einem massiven Auftreten gegen diese
Regierung aufrufen?
Die Demoff. hat sich zu recht Autorität im "Widerstand" erworben. Allerdings
hat sie diese Autorität in den letzten Monaten für den Kampf gegen diese
Regierung wenig genutzt. Der Kampf gegen diese Regierung ist keineswegs
aussichtslos; um ihn mit Aussicht auf Erfolg führen zu können, wäre es doch
günstig, alle oppositionellen Kräfte zusammenzuschließen und die
gegenwärtige Schwäche der Regierung für einen eventuellen Schulterwurf zu
nutzen. Die "Akteure" sind vorhanden und müssen nicht erst
erschaffen/gebildet werden.

Ein Teil der Empörung vom Februar war der Tatsache geschuldet, daß diese
Regierung durch falsches Spiel, durch "Unaufrichtigkeit und Wählertäuschung"
wie auch die DemOff geschrieben hatte, zustande gekommen ist. Es ist also
keine unbestreitbare Tatsache, daß diese Regierung die Regierung der
Mehrheit der Österreicher ist. Eine Mehrheit "jenseits" dieser Regierung muß
vermutlich nicht erst über langwierige visionäre Prozesse hergestellt
werden. Eine Probe aufs Exempel wäre die Sache jedenfalls wert, quasi das
Jenseits im Diesseits einfordern und im Diesseits politisch handeln.

Wenn wir die derzeitige Schwäche der Regierung nicht nutzen, dann könnte es
sein, daß wir uns diese Regierung schließlich verdient haben. Dann wird auch
die gegenwärtige Instabilität nicht den Untergang der Regierung einleiten,
sondern die übliche Begleitmusik totalitärer Herrschaft gewesen sein.

Zur Erinnerung:
"Doch wir leben in Unzeiten, und alles spricht dafür, sie so kurz wie
möglich zu halten. Es ist die Regierung, die versucht, Zeit zu gewinnen. Wir
sind es, die keine zu verlieren haben. Wer der Regierung Zeit gibt oder der
Opposition Zeit schenken möchte, der verspielt Zeit." (aus einem Flugblatt
der Demoff vom Frühjahr)
chr, 8.11.




Feministischer Weihnachtshorror
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von Ute Pichler  mailto:ute.pichler@spoe.at ute.pichler@spoe.at


Wer kennt das nicht: Alle Jahre wieder fährt frau der
Schreck in die Glieder wenn die Weihnachtszeit kommt und nicht rechtzeitig
die obligaten Geschenke gekauft wurden. Schlussendlich hat frau nur zu oft
das Gefühl, irgendjemand zu Beschenkenden, oder irgendetwas bestimmtes, das
der, oder die zu Beschenkende sich gewünscht hat vergessen zu haben. Oder
das falsche Geschenk erwischt zu haben. Oder war es so, dass sie/er gerade
diese Farbe, Form, Ausführung eben nicht wollte? Jede andere aber schon?

Totalboykott, um diesem Horror zu entgehen, ist oft nicht
praktikabel und wenn frau Kinder hat schlicht und einfach unmöglich. Was für
so manch eine lästige Qual, ist für die Geschäftsläute allerdings
Hochsaison, und oft das Lebenselexir, das die Firma durch die roten Zahlen
rettet. Kein Wunder also, wenn Handelskonzerne zum gegenseitigen Nutzen
Unternehmen/Kundinnen die Briefkästen Letzterer mit viervärbigen Prospekten
vollstopfen lassen. Das Verständnis um die Symbiose Kundin/Werbung hat
allerdings seine Grenze. Und diese ist bei dem neuen Hochglanzprodukt der
Firma "Interspar" weit überschritten.

"Bubenträume". Unter diesem Titel wird frau über die - nach
Meinung Interspars - Geschenkwünsche der männlichen Junioren informiert. Da
gibt es beispielsweise eine tolle Kinderwerkbank mit allem Drum und Dran, um
künftige Handwerker glücklich zu machen. Oder ein Baustellenset, das Anlass
zur Hoffnung gibt, dass der nächste Makulan nicht Pleite geht. Für
Intelligenzbestien und künftige Nobelpreisträger gibt es ein Mikroskop-Set.
Rustikale sind mit dem "Farm-System-Spielset", bestehend aus einem
Friktionstraktor und vier Anhängern gut bedient. Ein Kapitel für sich sind
die beiden supercoolen "Action Man"-Figuren. Die werden in zwei Ausführungen
angeboten: "Operation T.I.G.E.R." inklusive Tiger (!) und "Skateboard
Extreme" plus "Skateboard, viel Zubehör und Scheibenabschussvorrichtung".
Was auch immer das ist, die Kundin wird darüber informiert, dass diese
Vorrichtung "ungefährlich" sei.
Whow!!!

Und was finden wir bei "Mädchenträume"? Da wird auch ein
Skateboard angeboten: "Shannen RC". Die Funktionen: vorwärts, rückwärts,
links rechts und stopp. Oh, es gibt auch eine Baby Born Puppe "mit sieben
lebensechten Funktionen" und einer Menge Klamotten. Und es gibt auch einen
Kinderwagen, klar. Barbie ist natürlich obligatorisch. Interspar hat die
Ausführung: "Barbie und Shelly am Spielplatz" gewählt. Da sieht so aus:
Barbie macht auf Mammi und schaukelt das Kleinkind Shelly. Für den
zukunftsträchtigen Beruf Friseurin gibt es einen Schmink- und Frisierkopf
"mit wasch- und kämmbarem Haar". Und "Spielküche" sowie "Bügelcenter"
sowieso. Der absolute Hit ist das "Fingernagelstudio". Ich zitiere: "Die
durchsichtigen Nägel lassen sich z.B. mit Perlen, Pailetten und Glitzer
füllen, bewegt man die Hände, rascheln die Fingernägel geheimnisvoll."
Hiiiiiiiiiiiilfe!!! Ein Alptraum!

Bitte schreibt diesem Unternehmen in ganz vielen Briefen
eure Meinung. Am besten unter 
 http://www.interspar.at www.interspar.at 
  http://www.interspar.at http://www.interspar.at  
Spar-Forum; Anregungen/Wünsche.

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die Qualifikation und Erwerbsarbeit von Frauen von 1970-2000
war das Thema einr Studie, die die AK Wien in Auftrag gegeben hat. Hatten
1971 noch beinahe drei viertel (73%) aller Frauen nur die Pflichtschule als
höchste abgeschlossene Schulbildung aufzuweisen, so verringerte sich der
Anteil bis 1997 auf 43%. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil an
Akademikerinnen: Heute hat bereits jede fünfte Frau die akademischen Weihen
eines Hochschulabschlusses aufzuweisen. Die Erwerbsarbeit der Frauen ist
parallell zu iherer Ausbildung gestiegen. Heute beträgt die
Frauenerwerbsquote 58% (unselbständig Erwerbstätige), und ist damit nur noch
10 Prozentpunkte von der Männererwerbstätigkeit entfernt. Vor drei
Jahrzehnten waren erst 48% der Frauen erwerbstätig.

Wehrmutstropfen: Immer noch verfügen 43% aller in Östereich
lebenden Frauen nur über einen Pflichtschulabschluss, und über keine darüber
hinaus gehende Qualifikation.

Überraschend: Obwohl die Frauen im Bereich AHS-Matura ihre
männlichen Kollegen sogar überholt haben, weist diese Gruppe eine deutlich
geringere Erwerbsbeteiligung auf. Die AHS hat sich offensichtlich zum
Heiratsmarkt der Akademiker mit anschließendem Hausfrauendasein der
Maturantin entwickelt.

Hauptproblem: Noch immer werden zu viele Frauen in den
klassischen Frauenberufen und nicht in den zukunftsträchtigen technischen
Berufen ausgebildet.

Das Ergebnis kurz gefasst: Frauen sind immer besser
ausgebildet, aber immer noch nicht so gut wie Männer.


Liebe Grüße,
Ute Pichler
 mailto:ute.pichler@spoe.at ute.pichler@spoe.at 
  mailto:ute.pichler@spoe.at mailto:ute.pichler@spoe.at  



FPÖ-Jugend, der RFJ, lädt zum wöchentlichen Stammtisch ein
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von  mailto:peter.xyz@gmx.at peter.xyz@gmx.at

gefunden von peter (email:  mailto:peter.xyz@gmx.at peter.xyz@gmx.at)

aus einer Anzeige vom FPÖ magazin "Wir Wiener - Das Bürger-Magazin"
FPÖ-Jugend, der RFJ (Ring Freiheitlicher Jugend) lädt alle, die sich jung
fühlen, zum Stammtisch ein,


Orginaltext:

"Willkommen ist jeder, der sich jung fühlt.
RFJ-Stammtisch im RFJ-Klubkeller
jeden Montag ab 20:00 Uhr.
in der Reichsratsstr. 7
1010 Wien"




FPÖ-Wr.Obmann Kabas zeigt "untätige Wr.Polizeispitze an"
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von  mailto:peter.xyz@gmx.at peter.xyz@gmx.at

gefunden von peter (email:  mailto:peter.xyz@gmx.at peter.xyz@gmx.at)

aus dem FPÖ Magazin
"Wir Wiener, Das Bürger-Magazin"  

"Jetzt auch im Internet:  http://www.wirwiener.at www.wirwiener.at"
E--mail:   mailto:office@wirwiener.at office@wirwiener.at                    

auf Seite 7 ist wörtlich zu lesen (Ausgabe November 2000): 

" Untätige Polizeispitze wird angezeigt
"Sachbeschädigungen, Körperverletzungen, Gewalt, versuchte Sprengung einer
ordnungsgemäß amgemeldeten Versammlung. Die Polizei sah nahezu tatenlos zu
- auf höchsten Befehl", sagt FPÖ-Obmann Hilmar Kabas. "Offensichtlich
bereiten der SPÖ-Polizeiführung in Wien derartige Randale bei 
FPÖ-Veranstaltungen
Vergnügen. Eine detaillierte Sachverhaltsdarstellung wegen Verdachts des
Amtsmißbrauches in dieser Sache ist jedenfalls zur Staatsanwaltschaft
unterwegs."




Gehrer trifft Landesschulsprecher am 27.11. in Wien!
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von Peter Alexander 
  mailto:bildungssyndikat@yahoo.de bildungssyndikat@yahoo.de 

Wie wir soeben erfahren haben finden am 27. November
ab 15:00 die verhandlungen der landesschulsprecher mit
ministerin gehrer in wien statt. wo genau das sein
wird wissen wir leider noch nicht, versuchen wir aber
in erfahrung zu bringen. feststeht, daß die
landesschulsprecher große uneinigkeit im verhalten
gegenüber der bevorstehenden bildungskatastrophe
haben. im vorfeld trifft sich der öh-bundessprecher
faißt mit gehrer, um danach mit den
landesschulsprechern über eine "annahme" der
studiengebühren zu sprechen. das ist wahnsinn. das ist
verrat. deswegen fordern wir eine kundgebung am 27.
november um den sogenannten offiziellen schülerinnen-
und studentinnenvertretern ein klares zeichen zu
senden und zu zeigen, wie wir zu einer annahme von
studiengebühren, sozialabbau und bildungsabbau stehen!

bildungssyndikat_wien




Haider kommt!
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von alex + sandra   mailto:aon.962041560@aon.at aon.962041560@aon.at 

Samstag, 11. November kommt Jörg Haider nach Eisenstadt. Wir treffen uns
um 8.55 am Süd-Tiroler-Platz, wo alle WienerInnen, die in sehen wollen
[:-)] mit einem Bus abreisen. Für AutofahrerInnen und EisenstädterInnen-
Haiders Auftritt ist am Schlossplatz in Eisenstadt um 11.30. Lasset uns
zahlreich erscheinen!




PRESSRELEASE: MEPs letter to Havel on prisoners
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gepostet von  mailto:fewor@no-racism.net fewor-netbase




PRESS RELEASE

On November 1st, 2000 a signed letter was sent from Members of the
European Parliament (MEP) to the highest elected official in the
Czech Republic, President Václav Havel. The letter was regarding
growing concern about human rights abuses in the Czech Republic.
Specifically, the action of police and the Minsitry of Interior
during, and after, the demonstrations against the International
Monetary Fund and the World Bank Group around the 26th of September.
Including, evidence of violations of fundamental human rights, and
international law.

"We, as Members of the European Parliament, want to express our deep
concern about the news of improper use of force by the police, during
and after the protests", says Ilka Schroeder, MEP.

"A possible outcome of the consultations is to bring the issue up in
the plenary of the European Parliament", says Patricia McKenna, MEP.
Over 320 official complaints of mistreatment, from people detained
around September 26th, have been filed to the Ministry of Interior
(Police Presidium Section of Control and Complaints). Obèanské právn
í hlídky (OPH), the independent legal observers, have filed 14
criminal accusations of police misconduct and abuse to the Ministry
of Interior. They are still processing and investigating possible
cases. Two people, both 18 years of age, who were arrested during the
days of demonstration are still imprisoned.  Requests for a pardon
from the President of the Czech Republic have been filed by the
lawyers of both.
"Due to unsubstantial evidence, we request that Václav Havel take the
initiative to release the remaining prisoners jailed during the
IMF/World Bank protests," Schroeder continues.


For further details please contact Ilka Schroeder:

phone:   +32 2 284 74 49
   fax:   +32 2 284 94 49

e-mail:   mailto:bruxelles@ilka.org bruxelles@ilka.org


For information from Obèanské právní hlídky (OPH), independent legal
obervers, please contact

+42 060 87 195 35


For information from The legal support team in Prague please contact

+42 060 58 070 54
--
ILKA SCHRÖDER, MdEP/MEP * Rue Wiertz ASP 8 G 253 * 1047 Bruxelles
Phone 0032.2.284 7449 * Fax 0032.2.284 9449 or/oder
Postfach 080417 * 10004 Berlin * Homepage:  http://www.ilka.org www.ilka.org



Auf die Zerschlagungspläne der Regierung kämpferisch antworten!
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von Helmuth Zink   mailto:glb-zink@apanet.at glb-zink@apanet.at 



Utl.: GLB richtet Appell an den ÖGB-Bundesvorstand=

Wien(OTS) - Anläßlich des Scheiterns der Sozialpartnerverhandlungen hat die
Bundesleitung des Gewerkschaftlichen Linksblocks(GLB) einen Appell an den
heute tagenden ÖGB-Bundesvorstand beschlossen, den wir vor Beginn der
Sitzung durch BetriebsrätInnen und FunktionärInnen des GLB übergeben haben:

Appell an den Bundesvorstand des ÖGB

Das Scheitern der Sozialpartnergespräche zeigt erneut, daß die Regierung
nicht gewillt ist, ihre zulasten der ArbeitnehmerInnen gestaltete und auf
Demontage des Sozialstaates ausgerichtete Politik zu ändern. Auch zeigt sie
kein ernsthaftes Interesse an einem ernsthaften Dialog. Mehr noch: Es wird
immer offensichtlicher, daß die Interessenvertretungen der arbeitenden
Menschen aus der Politikgestaltung weitgehend ausgeschaltet werden sollen.
Gewerkschaften werden kurzerhand übergangen und sollen auch noch ihrer
kollektivvertraglichen Stellung beraubt werden; die Arbeiterkammer soll über
eine vierzig-prozentige Kürzung ihrer Beitragsmittel demontiert und in
letzter Konsequenz als gesetzliche Interessenvertretung liquidiert werden.


In dieser ernsten Situation rufen wir die Öffentlichkeit, unsere Kolleginnen
und Kollegen in den Betrieben und Dienststellen sowie die Funktionärinnen
und Funktionäre der Gewerkschaften und der Arbeiterkammer auf, der
Zerschlagung der Interessenvertretungen und der demokratischen
Errungenschaften nicht mehr länger zuzuschauen und den Bestrebungen dieser
Regierung offensiv entgegenzutreten!


Wir appellieren an den Bundesvorstand des ÖGB, eine entschiedene,
kämpferische Antwort auf die Zerschlagungspläne zu geben und nicht zu
zögern, gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen - bis hin zum Streik - einzusetzen,
um die sozialen und demokratischen Errungenschaften der arbeitenden Menschen
aktiv zu verteidigen !


Jetzt sind wir alle - fernab weltanschaulicher oder parteipolitischer
Unterschiede - gefordert, zu handeln !


"Glück auf !"


Gewerkschaftlicher Linksblock(GLB) - Bundesleitung




S26: THE MONTHS AFTER
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Gepostet von fewor-netbase   mailto:fewor@no-racism.net fewor@no-racism.net 


This is a summary I tried to make about things happening after September
protests against IMF/World Bank summit in Prague-Czech Republic.

Injured people

 From Tuesday S26 till Thursday the doctors gave attend to 123 policemen (the
most famous one who was in every newspaper and is now the big czech police
hero had a broken nose), 142 activists and 200 financiers. Our INPEG medical
volunteers gave basic help to 350-400 people at the streets. Most of them
had broken noses, loss of hearing, unconsciousness, injuries of face, head,
neck, breast, arms and leg, complications from tear gas or shock. 30 of them
were seriously injured and sent to hospital. At the evening of S26 the
police came to the Convergence centre and arrested people with visible signs
of injuries. In comparison with this "poor" policeman I have information
about one czech guy who was attacked by a police car, his knee is completely
destroyed and he can´t probably use it never again.

Arrested people

During the protests there were 859 people arrested, 330 of the were
international, the others Czech. 130 people were taken to Balkova police
camp for foreigners which was one of the hardest. After being 3 weeks in
prison there were one German guy and a Hungarian girl released from prison
but they aren´t impeached because the police find out they didn´t
participate in any illegal action.
According to the newspapers (29.9.2000) 20 people were impeached because of
participating in riots, destroying property or attacking policemen, 18 of
them international (7 from Hungary, 3 Danish, 3 Polish, 2 Spanish, 1 German,
1 Austrian, 1 American), 2 Czech. At this moment according to Legal
Observers information there are still 17 people impeached, all of them
international. One Danish and one Polish guy are still in prison in Czech
republic. Most of the impeached people are back in their countries. The
problem is that they have tu look for new czech lawyers and they can´t be in
good contact with them. One Polish guy already had his trial and got one
year prison for throwing a rock (!) but he has a really good lawyer and it
doesn´t look so bad. A 16 years old Austrian guy paid money for property
(cars) he destroyed but he was also in prison. Czech president Havel gave
him amnesty but he was thrown out of his school in Austria.

Police brutality

There are a few hundred complaints because of police brutality. The police
refuses that all of them look quite the same and because of this they think
it is a campaign run by activists. Prime minister Milos Zeman and Interior
Minister Stanislav Gross first wanted to impeach people who were speaking
about police brutality and instigators because of discreditting czech
police. After some weeks they had (and still have) a new argument about a
good organized media campaign run by an international organization. They
didn´t specify which organization. The czech media and public mostly don´t
believe (because they don´t want to) that police instigators exist even if
the Legal Observers have a video of one man destroying windows and then
passing a police line. The are also a lot of witnesses (activists and
journalists) who saw the same.
A little bit better situation is about brutality at police stations. The
Legal Observers have dozens (maybe hundreds) of complaints and detail
descriptions of beating people, refusing sleep, food, water, sexual
harrasment and psychical terror. Czech media publicised some cases of
imprisoned people:

Czech journalist Jan Bouchal and his colleague form Belgium (they were at
the Congress Centre, had acreditations, were verbally and then physically
attacked by policemen, binded, taken to police station Branik in Prague,
stayed for the whole day in a 8m2 cell with 10 people, their fingerprints
were taken - which is according to czech law illegal if you aren´t
impeached - and then released without any explanation).

Korean scientist Byeongju Jeong (was cought by police in the evening of S26
when he was going home after work, twelve times striked mostly on legs and
head, taken to police station Holesovice in Prague, wasn´t allowed to make a
telephone call, no translators, heard screaming and crying people from other
cells, after 12 hours taken somewhere else to Rudna near Prague, again
beaten, saw a Greek guy with destroyed glasses and peaces of glass in his
eyes, no food, problems with going to toalets, than again taken to another
police station at Praha-Zizkov, again beaten, policemen had no
identification numbers, then released without explanation).

Czech passenger Josef Kudlik (taken to police station Ocelarska in Prague,
saw a policemen striking somebody´s head against steel, everywhere was blood
and teeth, heard crying and screaming people, saw policemen attacking people
who didn´t react anymore, other policemen looking at this, spent the night
there, no food or water and again no explanation).

Izraeli guy Yehoshoua Tzarfati (medical group activist, taken to police
station Praha 4, than spent 2 days at Balkova police camp, was beaten more
than 10 minutes, black eye, hurt ribs)

American historical scientis Matt Price (activist, arrested in the evening
of S26 when shouting at delegates at a hotel Renaisance, thrown against a
wall, striked on face, black eye, than taken to police station, no telephone
calls, released two days later, no impeachment)

American artist and activist Sylvia Yolanda Mach (She payed 500 Czech crowns
and doesn´t know why. When she was arrested she was injured, than taken to
hospital, there some policewoman told her that she will by impeached for
attacking a policemen. After arriving at the policestation - no telephone
calls - more psychical terror and she got panic and jumped out of the
window. Serious injured, at the moment in an austrian hospital, problems
with one foot)

The problem is that the police is controlled by an interior ministry
comission and I don´t know any case in the last 5 years when a policemen was
taken to a court, found guilty and any measures were taken against him/her.

Solidarity demonstrations

The days after there were lots of solidarity demonstrations with imprisoned
people in Berlin, Dresden, Stockholm, Paris, Madrid, Vienna, London, Rome,
Milan, Barcelona, Oslo, Bratislava etc.

The reactions of politicians and people after S26

Former neoliberalist prime minister Vaclav Klaus wants in future radical
police actions against people destroying property or attacking somebody.
President Vaclav Havel (he is the famoust czech disident and a former
nominee for Nobel price for peace!!!!) said that the police behaviour was
correct and said thanks to them. Transport minister Jaromir Schling said the
police should use rubber projectiles. Miroslav Macek (same political party
as Vaclav Klaus) said, the police should use normal projectiles and fire at
protesters. President of Christian Academy Tomas Halik said that for the
first time in his life he thanks the police for doing good work. Interior
minister Stanislav Gross is now one of the most popular and populistic
politicians (but he was before S26 too) and wants to change czech law in the
sense of allowing rubber projectiles (that can kill people in distance of 15
meters) and forbidding masks at demonstrations.
According to public research done by Gallup agency before S26 29% of czech
people were OK with demonstrations, after S26 17%. Half of Prague citizens
think that the police acted in a right way. No one thought that it behaved
brutal. The interesting thing is that according to my experiences speaking
with loads of people (in school, friends - no activists, at some public
discussions, in pubs and anywhere else) nobody was really against the
protesters, they were surprised as I showed them pictures from the
demonstrations because there was no violence at them and started to think
about S26 in an other than official way.

Police

The police got 89 million CZK (4,81 million DEM) especially for September
actions. Interior minister Gross thinks that he used them effectively. In
general I can say the policemen/women are the big heroes in the eyes of the
czech public and politicians. There was an article in one local prague
newspaper how the policemen are afraid of psychological consequences because
of the protesters brutality or vengeance. Lots of them also got or will get
financial award.
And a funny thing - the police transmitters (according to informations from
one policeman) were bought some months before September and didn´t already
work in a good way before S26. After "Bloody Tuesday" (according to one of
the most dogmatic czech publicists Ivan Brezina) the police publicly said
that the protesters had a machine counteracting this transmitters and that
this machine costs 1 million US dollars. Where should we got this money from
and how could this big thing pass the borders when they were so hard to
cross???

Media

They started to write about the protests in January 2000, it was only about
expected violence. Than the situation got a little bit better and I can say
that in summer we had some good contacts and articles written about us or
the reasons why we protest. But it was nothing great. I think it isn´t
important which official newspaper, magazine, radio or TV station you are
talking about, there is (except 1 or 2 magazines) no one good. It depends on
the journalist, not the newspaper. After S26 a big hysteria started and the
media were really perfectly practicising this and they manipulated the
public opinion. The days after S26 there was no good article, than some
about police violence appeared but I know only a few where was written that
not everybody was violent. I can´t say anything concrete about this because
I am working on a detailed analysis of czech media. If there will be any
interest I will try to translate it into English.

Future of INPEG

We are still working, at the moment we are finnishing a brochure in english
about our work in different working groups, what was OK and what not. I
think INPEG will exist also in the future in the form of a communication
platform for different anarchist, autonomous, radical ecologic, human rights
and other activists and groups. We didn´t have any problems with each other
except the socialist and I think we´ll stop to co-operate with them because
their authoritarian tendencies. We will also try to start a information
center in Prague that any group involved in INPEG (and other groups of
course) has a legal place for spreading their information materials,
organizing discussions etc. I think the czech people learned a lot thanks to
internationals, we have great contacts, lot of technical stuff left (which
was one of the big problems of czech activists) and I think the meeting of
IMF/WB was the best thing that could happen to us. It was a great
experience!

Contact: Alice Dvorska (INPEG)
 mailto:alice.dvorska@email.cz alice.dvorska@email.cz

Information about the resitance against imf/wb:
 http://www.prague.indymedia.org www.prague.indymedia.org
 http://www.crosswinds.net/~jailsolidarity www.crosswinds.net/~jailsolidarity
 http://www.x21.org/s26 www.x21.org/s26
 http://www.no-racism.net/s26 www.no-racism.net/s26




Tortenwerfer Godin in Wien
Zurück
von Edwin Kernbauer   mailto:e.kernbauer@utanet.at e.kernbauer@utanet.at 

Am 9.11.00 wird Noel Godin ("Patissiers sans frontières") die
Donnerstagsdemo begleiten. Noel Godin, der als Gast der Demokratischen
Offensive am Kongress "Opposition bilden!" (Künstlerhaus, 10.-12.11.00)
teilnimmt, wird von der Botschaft der besorgten Bürgerinnen um 19:15 am
Ballhausplatz 1a empfangen werden. Als Anerkennung seines Engagements wird
er feierlich eine Torte überreicht bekommen.
Noel Godin hat durch seine situationistischen "Tortenattentate"
internationale Bekanntheit erlangt. Zu den bekanntesten "Opfern" des
Franzosen zählen Bill Gates, Jean-Luc Godard, Marguerite Duras und
Bernard-Henri Levy. Er selbst versteht seine Aktionen als besondere Form der
Kommunikation, als eine Art "sichtbares Esperanto".




Urgent Eilt!! Tidiane Sow darf nicht in die Illegalität abgedrängt werden!
Zurück
von The Voice e.V.   mailto:The_Voice_Jena@gmx.de The_Voice_Jena@gmx.de 


KARAWANE Für die Rechte der Flüchtlingen und MigrantInnen
The VOICE e. V, Africa Forum - Refugee Humanrights group, Schillergäßchen 5,
07745 Jena.
Tel.: 03641- 665214, 423794, 449304. Fax: 03641-423795, 420270,
E-mail:  mailto:The_VOICE_Jean@gmx.de The_VOICE_Jean@gmx.de 
 http://www.humanrights.de www.humanrights.de

DRINGEND!!  EILT!!

Betreff: Tidiane Sow darf nicht in die Illegalität abgedrängt werden!

Sehr geehrte Damen und Herren,

Tidiane Sow aus Guinea-Bissau lebte bis zuletzt als Flüchtling in der
Unterkunft Elbersdorfer Str. 6 in 01833 Porschendorf. Er kam im Oktober 1998
als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling versteckt  an Bord eines
Schiffes von Senegal aus Deutschland. Er war bereits im Juni 1998 im Alter
von 16 Jahren aus Guinea-Bissau geflohen, da zu dieser Zeit ein schwerer
Bürgerkrieg herrschte, bei dem zahlreiche Menschen grausam ermordet wurden.
Dieser Bürgerkrieg endete schliesslich mit einem Sieg der Rebellenarmee.
Tidiane Sows einzig verbliebene Familienangehörige, sein Onkel und sein
Bruder, sind seitdem vermisst, vermutlich wurden sie bei den Kämpfen
getötet. Da  sein Onkel als Erziehungsminister der alten Regierung angehörte
und sein Bruder sich ebenfalls in der damaligen Regierungspartei betätigte,
muss Tidiane Sow als deren enger Angehöriger bei einer Rückkehr nach
Guinea-Bissau ebenfalls um sein Leben fürchten.  Wegen der psychischen
Traumatisierung, die er im Bürgerkrieg erlitten hat, unterzieht sich Tidiane
Sow zur Zeit einer Therapie beim Zentrum für Folteropfer in Berlin. Ein
Gutachten des behandelnden Arztes besagt, dass es für Tidiane Sow dringend
nötig ist, sich einer solchen Behandlung zu unterziehen und dass seine
psychische Genesung im Falle einer Abschiebung nach Guinea-Bissau nicht
möglich wäre.
Trotz alledem  wurde ihm in der BRD das dringend benötigte Asyl verweigert.
Bislang weigerten sich die Behörden sogar, ihm zumindest für die Dauer der
Therapie beim Zentrum für Folteropfer einen legalen Aufenthalt in der BRD zu
ermöglichen. Am 2. 11. 00 hat das Verwaltungsgericht Dresden den Antrag auf
Erteilung einer Duldung abgelehnt und Tidiane Sow für "reisefähig" erklärt.
Damit wird nicht nur das ärztliche Gutachten vom Zentrum für Folteropfer
ignoriert. Das Gericht, das für sich keine medizinische Kompetenz
beanspruchen kann, greift sogar der für Dienstag, 7. 11., geplanten
amtsärztlichen Untersuchung in Pirna vor. Da Tidiane Sow nicht nach
Guinea-Bissau zurückkehren kann und nun im Falle einer Festnahme mit
sofortiger Abschiebung rechnen muss, wird er somit systematisch in die
Illegalität abgedrängt.
Tidiane Sow bekam während des antirassistischen Grenzcamps im Sommer 1998 in
Zittau Kontakt mit der "Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und
MigrantInnen" und brachte mit ihnen gemeinsam die Zustände in der Zittauer
Flüchtlingsunterkunft, in der er wohnte, an die Öffentlichkeit. Als Ergebnis
dieser Aktivität  wurde die Zittauer Unterkunft geschlossen.
Tidiane Sow ist seitdem mit Einschüchterungsversuchen und Repressalien von
Seiten der Behörden konfrontiert.  Wir gehen davon aus, dass es kein Zufall
ist, dass gerade er nach seinen Aktivitäten in Zittau gegen seinen Willen in
eine Unterkunft in völlig isolierter Lage verlegt wurde. Wir befürchten,
dass die Behörden Tidiane Sow gerne abschieben wollen, da er sich für eine
Verbesserung der Lebensbedingungen von Flüchtlingen in der BRD einsetzt.

Es ist uns unbegreiflich, dass Tidiane sow trotz der Lebensgefahr, die ihm
in Guinea-Bissau droht, kein Asyl gewährt wird- zumal er als Minderjähriger,
der seine ganze Familie verloren hat, in die BRD kam.
Es ist uns nicht begreiflich, dass es durch den Beschluss des
Verwaltungsgerichts Dresden einem schwer traumatisierten Flüchtling
unmöglich gemacht wird, sich in der BRD einer dringend notwendigen Therapie
zu unterziehen und dass man ihn stattdessen in die Illegalisierung abdrängt.

Wir wurden durch das bundesweite Netzwerk "Karawane für die Rechte der
Flüchtlinge und MigrantInnen" über die bedrohliche Situation von Tidiane Sow
informiert.

Wir fordern: - Sofortige Erteilung eines legalen Aufenthaltsstatus für
Tidiane Sow
-Ungehinderte Teilnahme an der notwendigen Therapie beim "Zentrum für
Folteropfer"

Faxe an : Verwaltungsgericht Dresden,Geschäftszeichen:12K 2363/00,  Fax:
0351/8634111
- Postfach 120161., und Ausländerbehörde Chemnitz, Fax: 0371/4599334


Betreff: Tidiane Sow darf nicht in die Illegalität abgedrängt werden!

Wir fordern:
- Sofortige Erteilung eines legalen Aufenthaltsstatus für Tidiane Sow
-Ungehinderte Teilnahme an der notwendigen Therapie beim "Zentrum für
Folteropfer"

Faxe an :
Verwaltungsgericht Dresden,Geschäftszeichen:12K 2363/00,  Fax: 0351/8634111-
Postfach 120161., und Ausländerbehörde Chemnitz, Fax: 0371/4599334

Name                                     Adresse/Organisation
Beruf



zensur
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von Pusch, Lukas 
  mailto:lukas.pusch@berlinonline.de lukas.pusch@berlinonline.de 


Liebe Freunde vom MUND!

Mit groszem Erstaunen lese ich von Zensur im MUND. Ich denke, dass es eine
legitime Position ist, gegen den israelischen Staat in seiner heutigen,
rassistischen Form zu sein. Auch halte ich es fuer legitim, den Aufstand der
Palaestinenser zu unterstuetzen. Ich kann darin auch keinen automatischen
Antisemitismus erkennen.  Organisationen  wie den  ASt  oder die LRKI als
antisemitisch zu bezeichnen und sie desshalb aus dem Diskussionsforum
auszuschlieszen halte ich fuer absolut untragbar. Niemand zwingt den MUND
die Positionen des ASt zu teilen. Genauso wie sie keiner zwingt die
Positionen des RBH oder der OEKOLinken gut zu finden.
Es war eigentlich gute Tradition im MUND, zumindest habe ich das so in
meinem Berliner Exil verstanden, eine Plattform fuer unterschiedliche
Meinungen zu sein.
Es waere schade, wenn diese verloren geht.
Beitraege  mit
  =
B) Eingelangt, aber nicht aufgenommen
  1 rabiat formulierter Beitrag zur Intifada, der Israel das
  Existenzrecht abspricht
 
 
abzufertigen halte ich daher fuer absolut untragbar und ein politisches
Armutszeugnis von MUND.
1)Der Autor/ Die Autorin drueckt sich um eine genauere politische
Positionierung 
2) Dem Leser/Der Leserin wird nicht mitgeteilt, um wen es sich dabei
handelt.

Im Sinne einer demokratischen Diskussionskultur innerhalb der Bewegung gegen
Schwarz-Blau wende ich mich aufs schaerfste gegen diese von MUND geuebte
Zensur. Ich fordere, dem ASt und der LRKI, genauso wie anderen linken
Gruppen und Aktivisten (z.B. Alexander Muth), eine Plattform im MUND zu
geben. Fuer eine politische Streitkultur innerhalb der Linken. Zensur hat
hier nichts verloren.

Liebe Gruesze,
Lukas Pusch

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lieber freund lukas bitte schau dir den MUND von gestern an dort 
könntest du einige antworten auf deiner fragen finden

ljubomir

 

 

 

Redaktionsschluss: Do, 9. November 2000, 04.30 Uhr


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