Mittwoch, 10. Oktober 2000


keil1.gif(893 Byte) FERRERO WALDNER IN TRUNKENER ABENDLICHER HARMONIE GETAUCHT

keil1.gif(893 Byte) HörerInnenversammlung im Audi Max nach der Demo am 11.10.

keil1.gif(893 Byte) kulturkarawane gegen rechts --- 1.bericht

keil1.gif(893 Byte) kurzbericht von der kultur-karawane....

keil1.gif(893 Byte) Haider in Graz

keil1.gif(893 Byte) keinen groschen für de gfrasta!

keil1.gif(893 Byte) Studierende besetzen Sigurd Höllingers Büro

keil1.gif(893 Byte) Ferrero-Auftritt - vielleicht findet sich der eine

keil1.gif(893 Byte) Still 16 people in jail after S26! They need YOUR help!

keil1.gif(893 Byte) Deutscher General entlarvt Nato-Propaganda als Lüge

keil1.gif(893 Byte) Neuer Zivi-Bundessprecher

keil1.gif(893 Byte) Kärnten: 80 jahre irrtum!

keil1.gif(893 Byte) Deutschland: GAMMA Nr. 18/2000

keil1.gif(893 Byte) Deutschland: Menschenrechtsaktivist mit Gefängnisstrafe bedroht

keil1.gif(893 Byte) radiosendung zu studiengebühren

keil1.gif(893 Byte) Persönlicher Protest/Studiengebühren/Demo

keil1.gif(893 Byte) DER KRIEG IN KOLUMBIEN UND DIE LANDENTEIGNUNG

keil1.gif(893 Byte) Melel-s digest, Vol 1 #162 - 1 msg

keil1.gif(893 Byte) Castor-Transport! & Anti-Atom-Plenum

 


DEBATTE UM MUND UND ANTISEMITISMUS


keil1.gif(893 Byte) "volk" und co - über instrumentalisierung von emotionen

keil1.gif(893 Byte) Aufklärung

keil1.gif(893 Byte) Antisemitismus-Debatte

keil1.gif(893 Byte) Zu den Debatten im MUND bes. zu Harald Obermayr

keil1.gif(893 Byte) Antisemitismus im MUND

keil1.gif(893 Byte) wiederholter antisemitismus im mund

keil1.gif(893 Byte) MUND Boykott oder: Köpfen wir den Boten !

keil1.gif(893 Byte) mundsche antisemitismusdebatte

keil1.gif(893 Byte) Debatte/In eigener Sache: Antisemitismus in der akin?

keil1.gif(893 Byte) Antisemitismus-Debatte

keil1.gif(893 Byte) Israel-Palestina

keil1.gif(893 Byte) antisemitismus im mund "antisemitismus im IPS-artikel"

keil1.gif(893 Byte) zunächst bin ich etwas erleichtert, daß es nach meiner kritik

 

 

Diese Ausgabe hat Heinz Nessizius zusammengestellt.

 

 

 

 

 

 

 

Teil 2


keil1.gif(893 Byte) der tatblatt-bericht:
DONNERSTAGSDEMO 0510 & FACKELZUG

 


 



Zensuriert für Österreich

Was auf der letzten Drahdiwaberl CD
nicht drauf sein durfte

"Schulterschluss"
(Österreich ist kein Naziland....) mit Hubsi Kramar

Saugt euch die MP3



Fotoreportage: HumpDump over Favoriten

Teil II

 

 





FERRERO WALDNER IN TRUNKENER ABENDLICHER HARMONIE GETAUCHT
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Samuel Laster balticnewswatch@chello.at


BENITA FERRERO WALDNER tritt in die Höhle des Löwen-
Oder wars doch ein Lämmchen?

Ein ziemlich voller Saal am frühen Abend im Theatermuseum zu Wien. Aufgeräumt
trifft man sich, um der Präsentation des Buches von Christoph Kotanko und
Margaretha Kopeinig "EINE EUROPÄISCHE AFFÄRE" im Czernin Verlag beizuwohnen. Die
Fiaker räumen ums Eck die letzten Rossäpfel. Man hat sich wohnlich eingerichtet
im Post-EU-Saknktions-Wien. Die Opposition hat ihren Platz gefunden, Frau
Aussenministerin spricht von leichten Imageproblemen, deutet an, sie würde
gewisse Nebenaspekte der Politik des Koalitionspartners nicht gutheissen , die
pronounciert rassistische FPÖ des Jörg Haider bezeichnet sie mal kurz als
"fremdenfeidlich"

Der Autor dieser Zeilen nahm sich vor, die abendliche Harmonie kurz zu stören.
Eine Frage, die den Vergleich zwischen Litauen und Österreich und die
Beispielswirkung Der Alpenrepublik bei der Osterweiterung zum Thema hat ist der
sonst so charmanten und verbindlichen Karierrediplomatin sichtlich unangenehm.
Schliesslich findet sie ja "Österreich hat seine Fortschritte bei der
Bewältigung Der Vergangenheit nicht gut genug präsentiert" Einige Fragen bis zur
eigentlichen Antwort geben der Aussenminsterin Gelegenheit zum Hinwegturnen.
Bruno Aigner, Linksweiche der Sozialdemokraten wird routiniert parteipolitisch
abgeschasselt.

Butterweiche Fragen, geschmeidige Antworten. Der morphintrukene Zuckerguss
scheint sich einer Inszenierung Andre Hellers zu nähern.

Doch halt, die Harmonie bricht auf. Ich halte es nicht durch. Als Ferrero Waldner
Verschiedene rechtsradikale Entwicklungen in Europa aufzählt, falle ich ihr
Ins Wort: "Das ist doch apologetisch" 

Routiniert federt Schüssels politische Herzdame die Unebenheiten ab, findet Österreich
ziemlich grossartig, euroskeptisch beurteilt sie die Sanktionen "Gegen Österreich"
(War da nicht eine Regierung? )

Emsige Klaqueure klatschen Ferrero Waldner Szenenapplaus, Widerstand hält sich
zurück. Die Stimme der Vernuft scheint heute abends Ausgang zu haben. Alles
strömt zum Buffet, der Aussenminsterin Begleiter werfen mir schneidende Blicke
Zu. Rudi Gelbart, Holocaustüberlebender und eine Art "Gewissen der jüdischen
Gemeinde" redet Klartext. "Die Art und Weise, wie Sie Haider in der Pressestunde
des ORF verteidigten, ist indiskutabel" sagt er zur Ausseniministerin beim
Rausgehen. Die augestreckte Hand der Dame des Ballhausplatzes lässt Gelbart
unerwidert. Ein Affront, das scheinbar sitzt.

Heftige Kritik des ehemaligen Österreichischen Botschafters in Israel Herrn
Kröll an meinen Vergleich Litauen-Österreich ("Die litauischen Nazimörder waren
viel grausamer"), welches eigentlich seit Josef Haslingers VATERSPIEL (S.
Fischer, 2000) keine Diskussion nach sich ziehen müsste, bewegen den Jewish
Internet Scout heim in Richtung Leopldstadt zu ziehen. Fazit: Ziemlich alleine
im Regen stehen macht auf die Dauer nicht wirklich Spass. Mein zehntes
erworbenes Buch zu Haider ist "Westentaschenhaider". Es wird Zeit, Wien eine
Zeitlang den Rücken zu kehren. In Berlin kann ich z.B im Jüdischen Kulturverein
wenigestens vor Publikum über Wien lamentieren...

Samuel Laster
Laster@bigfoot.com
www.meome.de/judentum







HörerInnenversammlung im Audi Max nach der Demo am 11.10.
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Michael Pröbsting m.proebsting@netway.at


Für eine HörerInnenversammlung im Audi Max nach der Demo am 11.10.!

Die Jugendorganisation REVOLUTION ruft gemeinsam mit anderen
Uni-AktivistInnen zu einer HörerInnenversammlung im Audi-Max der Uni
Wien im Anschluß an die Demonstration am morgigen Aktionstag auf. Wir
glauben, daß nur so eine Diskussion unter den betroffenen StudentInnen
möglich ist. Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst organisierte immerhin
eine Mitgliederbefragung zur Frage des Streiks (die die Führung dann
natürlich ignorierte). Die ÖH - inklusive der linken Fraktionen VSStÖ,
KSV, GRAS - will offenkundig nichteinmal eine Befragung der Basis. Daher
gilt es, morgen im Anschluß an die Abschlußkundgebung beim Parlament die
Demonstration zur Universität zu führen und eine HörerInnenversammlung
abzuhalten.

Darüberhinaus machen wir von REVOLUTION am Aktionstag 11.10. eine
Veranstaltung über die Perspektiven des Widerstandes. Dort werden auch
AktivistInnen aus der Uni und dem gewerkschaftlichen Bereich berichten.
Alle interessierten Kolleginnen und Kollegen sind einladen.

Wann: 11.10. 19.00
Wo: Amerlinghaus, Stiftg. 8, 1070 (Nähe U2 Volkstheater)





kulturkarawane gegen rechts --- 1.bericht
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klaus filip klaus@klingt.org


Kulturna karavana proti desnemu extremizmu
Kulturkarawane gegen rechts durch Kärnten und die Steiermark

Ausschlaggebender Grund für diese Karawane sind die 80-Jahr-Feiern des
Landes Kärnten rund um den 10. Oktober. Auch heute noch wird für diese
"Feierlichkeiten" mit abgewandelten Originalplakaten der Volksabstimmung
geworben, der damalige "Wahlfänger" fuer die deutschnationalen, mit
kärntner Hut wird von einem jungen Angehörigen des Bundesheeres
ersetzt.  Am 10. Oktober 1920 fand in Kärnten eine Volksabstimmung
statt, die entscheiden sollte, ob die sogenannten slowenischen Gebiete
Kärntens zu Österreich gehören sollten. Die Mehrheit der Bevölkerung
entschied sich damals für eine Zugehörigkeit zu Österreich. Die
politische Situation in Kärnten war damals durch deutschnationale
Politik gekennzeichnet, die sowohl von der Sozialdemokratie als auch von
den Konservativen betrieben wurde. Slowenien war zu diesem Zeitpunkt
noch ein Königreich.  Vor diesem Hintergrund fand 1920 die
Volksabstimmung statt. Ein großer Teil des politischen Spektrums war
völkisch orientiert, der soziale Druck auf die SlowenInnen sehr stark.
60 % der Kärntner SlowenInnen stimmten für Österreich, daß zumindest
eine parlamentarische Demokratie vorsah, ihnen wurde außerdem weites
Selbstbestimmungsrecht versprochen, das bis heute noch nicht gewährt
wurde. Auch die massive antiserbische Propaganda der deutschnationalen
und auch der sozialdemokratischen Kräfte dürfte zu diesem
Abstimmungsergebnis geführt haben. Der Begriff Kärnten ist seither
extrem nationalistisch aufgeladen und noch immer ein rechter
Kampfbegriff. Begriffe wie "Deutsch-Kärntner" und "Kärntner-Slowenen"
sind bis heute in der Alltagssprache enthalten. Wer würde beispielsweise
in Niederösterreich den Begriff "Deutsch-Niederösterreicher" verwenden?


1. Bericht

Seit Samstag, 7.10.2000 ist die Kulturkarawane gegen rechts on Tour.
Erste Station war Klagenfurt, wo die Karawane gemeinsam mit Volxtanz aus
Wien auftreten wollte. Der Regen machte einer tollen Party in der
Klagenfurter Innenstadt einen Strich durch die Rechnung. Nur wenige
Leute kamen zum Umzug und zur anschließenden Straßenparty am Pfarrplatz.
Gegen Abend zog die Karawane und die Volxtanzcrew zum IKUC
(Interkulturelles Zentrum).
Am Sonntag 8.10. war um 11 Uhr Abfahrt der Karawane vom Hauptbahnhof in
Klagenfurt. Erste Station war dann Krumpendorf, jener Ort, in dem 1995
der jetzige Landeshauptmann Haider seine Rede vor SS-Veteranen gehalten
hatte. Wie wir am Sonntag aus dem widerst@ndMUND erfuhren und auf der
site home.graffiti.net/krumpendorf auch sehen konnten, wurden die
Ortstafeln von Krumpendorf mit dem Hinweis "Krumpendorf ist ein Symbol -
ein Symbol für Rechtsextremismus", vor    ca. zwei Wochen geraubt. Unser
Lokalaugenschein ergab nun, dass die Tafeln noch immer fehlen, dafür ein
touristisches Schild den Ort als Humpendorf ausgibt.
Leider funktionierte in diesem Ort die mitgebrachte Musikanlage nicht,
so zog die Karawane nach einstündigem Aufenthalt weiter. Über Pörtschach
am Wörthersee kamen wir dann nach Velden. Direkt vor dem Casino wurde
angehalten und die erste offizielle Veranstaltung der reisenden
Kulturkarawane abgehalten. Eine Ansprache in Haider-Diktion und eine,
die in pathetischen Worten die Kulturkarawane erklärte, wurden gehalten.
Dazu wurden einige Lieder gesungen. Am Schluß wurde als Höhepunkt ein
Denkmal eröffnet, das ab nun viele Orte Kärntens schmücken wird: ein
Gipsquadrat mit eingegossenem rot-weiss-rotem Band, über dieses Band ein
Fußabdruck und als Erklärung eine Messingplatte mit der Aufschrift:
"offenes Kärnten, offenes Europa, step accross the border".
Nächste und letzte Station am Sonntag war dann Villach. Auch dort wurden
Reden gehalten und Lieder gesungen, als Abschluß das Denk-Mal
hinterlassen. Am Abend fand im Jugendzentrum "Hallo" eine Veranstaltung
im Rahmen der Kulturkarawane statt, ein Konzert mit der Band
Methamorphosis und eine "Still ist das Land", eine Variation über den
Untergang der arischen Rasse" als Film-Sound-Mix von Dieter Kaufmann und
Klaus Karlbauer.
Montag, 9.10. war völlig verregnet. Die Karawane zog daher kurzerhand
ohne Stop nach St. Jakob im Rosental. Die Witterungsbedingungen waren
heute wirklich extrem schlecht - es regnete in Strömen. Na ja,
wenigstens könnte die 80-Jahr-Feier von Haider´s Konsorten ebenfalls im
Wasser untergehen. Keine Sonne im Haiderland.
Die ziehende Karawane ist zur Zeit mit einem Traktor mit Anhänger als
Leitfahrzeug, einem Truck mit "Big Baby" - einer licht- und
tonanimierten Skulptur, einigen Bussen und Autos unterwegs. Alle
Fahrzeuge sind mit Plakaten und Transparenten behangen - eines davon mit
der Aufschrift: 80 JAHRE IRRTUM - FÜR EIN GRENZENLOS OFFENES KÄRNTEN.





kurzbericht von der kultur-karawane....
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Traude widerstandslesung@gmx.at


----- Original Message -----
From: northoff a6702809@unet.univie.ac.at
To: Traude widerstandslesung@gmx.at
Sent: Tuesday, October 10, 2000 4:07 PM
Subject: Re: Uhudla....


 hallo an alle schwarz-blau-widers!
 hatte die freude den lesungsreigen bei der kulturkarawane am 7.5. zu
 eröffnen.
 wegen zeitdrucks kürzestbericht: stieß am frühen abend zu den
 manifestantInnen, die sich bei hundswetter durchnäßt abfroren. kaum
 klagenfurterInnen ´zu besuch`. mehrere wagen und wenige fußgänger zogen
 später zum interk. kulturzentrum. bullen u stapozist waren o.k.. passanten
 bekamen flugblätter in die hand gedrückt, in welchen zu großkundgebung
 aufgerufen wurde. durch ein megaphon ergingen parolen u ebenfalls
 demo-teilnahme-aufforderung. ein autofahrer schrie, daß der
megaphonsprecher
 die ´goschn` halten soll. sonst kulturzentrum ohne zwischenfälle erreicht.
 dort gab es heiße suppe, die bestens mundete. herr messner referierte über
 historisches zum 10.10. u über die aktuelle situation. um 22h war dann die
 lesung im ´geist`, welche sich hauptsächlich die demonstrantInnen gaben.
 hundswetter weiterhin. sonntags fuhr ich dann bei ungebrochen
fortgesetztem
 regen verbale graffiti fotografieren für mein archiv u fürs
urbansemiotische
 endlosprojekt "StadtLeseBuch/Letztes Volksbuch". "Die Sprache an den
Wänden"
 bezeugt in klagenfurt einen eindeutigen überhang zum rechtstum; viele
 hakenkreuze u nazisprüche, allerdings auch zahlreiche
gegen-stellungnahmen.
 am bahnhof dann ging mich ein baby-skinhead an, weil ich sein graffito
 fotografierte. er war mir zu blöd, um mit ihm zu argumentieren. ich
schickte ihn "scheißen gehen". ob ers tat weiß ich nicht.

 ich wünsche den aktivistInnen der kulturkarawane viel kraft und erfolg auf
 diesem harten kärntner pflaster.
 mfg, thomas northoff




Haider in Graz
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buenaventura99@gmx.net buenaventura99@gmx.net


Wir möchten alle LeserInnen auf eine Wahlkampfveranstaltung der FPÖ mit
Haider hinweisen.
Beginn der Veranstaltung am Grazer Hauptplatz am Samstag dem 14.10.2000
ist 10.00 Uhr. Die Veranstaltung ist die Schlußkundgebung der FPÖ im
steirischen Lantagswahlkampf. Wie immer werden auch diesmal einige widerständige
Leute dort sein, um ihren Protest gegen die Politik der FPÖ zu artikulieren!!
Also hinkommen!!

-- 



keinen groschen für de gfrasta!
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Kurto Wendt Kurto.Wendt@reflex.at


vorabdruck aus der volksstimnme vom 11.10.2000


kein groschen für de gfrasta!
Am Dienstag um 10 wurde das Büro des Sektionschefs Höllinger, der im
Bildungsministerium für Universitäten zuständig ist, von einer Gruppe
linker Studentinnen besetzt. Als Motiv für die Besetzung gab Kati, eine
beteiligte Aktivistin an: "unsere Aktion ist das Einläuten des heissen
herbstes, was wir hier machen hat trainingscharakter". die besetzerinnen
forderten ein ende der debatte über studiengebühren, die tatsächliche
verwirklichung des freien hochschulzugangs und eine ausweitung von
emaniipatorischen wissenschaftsansätzen.
hölligers büro wurde nicht zufällig gewählt. "Höllinger, ein
Sozialdemokrat, predigt seit Jahren über den "sozialen
umverteilungsnutzen" von studiengebühren und ist auch jetzt ein
willfähriger Kollaborateur der Schwarzblauen Regierung.", erläuter tanja
die auswahl des ziels.
Mit der Aktion wollten die aktivistinnen der Regierung quasi ein ultimatum
zur zurücknahme der studiengebühren setzen. "die regierung soll wissen,
daß in ihrer existenz bedrohten studierenden bereit sind, den widerstand
zu radikalisieren", ergänzt eine weitere besetzerin. Sigurd Höllinger
bemerkte zur Besetzung nur: "die jungen damen sind ungeladene Gäste". Die
Tatsache, daß die Aktion von einer reinen Frauengruppe durchgeführt wurde
irritierte ihn und ließ ihn patriarchal schleimen. Zur Bildungsdebatte
hatte er nichts neues beizutragen. "Ich versuche zu retten was zu retten
ist", versuchte er mit einer sozialdemokratischen Klassikerphrase zu
punkten. Marion, eine der Besetzerinnen dazu: "Wer solche Retter hat,
braucht die Katastrophe nicht fürchten."
Um 12 uhr 30 kam die alldienstägliche StudentInnen-Demo der
Gewi/Gruwi-Fakultätsvertetungen und des KSV vorbei und holte die
Besetzerinnen mit lautem Jubel ab. die Transparente "kein groschen für die
gfrasta" und "besetzt - dieses haus ist unser haus" wurden eingerollt.
"Wir werden sie noch brauchen, und zwar bald und oft", meint dazu sonja
und verschwindet in der Demonstation.

kurto wendt





Studierende besetzen Sigurd Höllingers Büro
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STRIKE! strike@action.at


Kürzungsmaßnahmen - Studiengebühren - Kampfmaßnahmen - radikaler
Aktionismus

Tit.: Der heiße Herbst hat begonnen
Utl.: Wütende StudentInnen rufen den Ausnahmezustand auf den
Universitäten aus und besetzen Sigurd Höllingers Büro

Am Dienstag 10.10.00 wurde um 10 Uhr das Büro des für Universitäten im
Bildungsministerium zuständigen Sektionschef Sigurd Höllingers
symbolisch durch eine Gruppe Studierender besetzt. "Höllinger
argumentiert", so eine Aktivistin fernmündlich, "bereits seit Jahren den
sozialen Umverteilungsnutzen von Studiengebühren." Die Besetzung
seines Büros sei aber "nur ein Zeichen, dass von der Regierung in ihrer
Existenz bedrohte Studierende auch dazu bereit sind, zu radikalen
Maßnahmen zu greifen." Höllinger selbst sei jedenfalls nur die Probe
aufs Exempel, es gäbe Unmengen potentieller Aktionsziele.

Die BesetzerInnen erklärten, das Büro bis zum Eintreffen der
wöchentlichen Dienstagsdemonstrationen besetzt halten zu wollen und
übermittelten zusätzlich den nachstehenden Forderungskatalog:

# keine Studiengebühren in jeglicher Form
# Ausweitung des freien Bildungs- und Hochschulzugangs
# Ausweitung kritischer und emanzipatorischer Forschung und Lehre

Stopp dem neoliberalen Bildungs- und Sozialabbau!

Ende

Rückfragehinweise: Sigurd Höllinger (01-3173294 ) [am besten gegen Abend
erreichbar] oder während der Aktion 0699-10849226

-- 

STRIKE! Regierungsmedium an der Uni Wien
http://strike.action.at







Ferrero-Auftritt - vielleicht findet sich der eine
Zurück
    oder andere Mensch, der Zeit hat hinzugehen

Sheherazade sheherazade@teleweb.at


Interessant für den Widerstand, weil im Anschluss an die Buchpräsentation eine
Publikumsrunde vorgesehen ist, und man sollte doch das Ferrero-küsschen nicht so
ungeschoren davonkommen lassen? Vielleicht findet sich der eine oder andere
Mensch, der Zeit hat hinzugehen, und ein paar unangenehme Fragen zu stellen? lG,
Sandra


einladung
des czernin verlages zur präsentation des buches 
Eine europäische Affäre 
Der Weisen-Bericht und die Sanktionen gegen Österreich 
von 
Margaretha Kopeinig und Christoph Kotanko 
112 Seiten, öS 178,- 

präsentation: dienstag, 10. oktober, 18h30 im theatermuseum am lobkowitzplatz
(Wien I)

Es sprechen: 
Aussenministerin Benita Ferrero-Waldner 
sowie die Autoren 

Im Anschluß: Diskussion 

u.a.w.g. unter czernin.verlag@netway.at oder 01-5120132-20 (band) 







Still 16 people in jail after S26! They need YOUR help!
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fewor-netbase fewor@no-racism.net

Still 16 people in jail after S26! They need YOUR help!
from: A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
-----

There are still at least 16 people in jail after the S26 demonstrations in
Prague and a total of at least 25 people have been charged by the police. It
is vital we put on more pressure to get everyone released and all the
charges dropped.
Below is a letter you can sign and email to the Czech authorities. If you
have the time you should also fax or post it and print it out and get others
to sign it. Feel free to modify the text before you send it

-----

During and after the S26 demonstration in Prague the Czech police arrested
up to 950 people. Those arrested were denied their legal rights, were beaten
in custody and denied access to legal aid, food, medicine, clean water and
toilets. Many of those arrested report of being prevented sleeping for up to
36 hours by the police. The fact that only 25 of those arrested were
actually charged demonstrates not only the random nature of the arrests but
also the reality of the police riot that took place on S26 and S27.
Photographs show that many of the police had removed or obscured their
identification numbers.
In addition photographs that have been published in newspapers and on the
internet reveal the presence of police agents-provocateurs dressed as
rioters. According to the Czech newspaper Lidove Noviny, Sept. 29 Page 2
"observers have filmed a man smashing a McDonald's window and then walking
away through a police cordon without any hassle"
"reporters met policemen dressed up as demonstrators in black sweatshirts
with black scarves or hoods over their faces. At Tylovo Namesti, reporters
saw one of the masked policemen hit metal bars on a showcase window with a
pole torn off a railing; later, he arrested activists"
Obscenely Interior Minister Stanislav Gross reacted to the evidence of
undercover agents by calling for the people presenting this evidence to also
be arrested. (Prague Post of Wednesday, October 4, 2000). There is
international outrage at the police abuses and the massive cover up of them
the Czech state is now involved in. Demonstrations have happened outside
Czech embassies all over the world and tens of thousands of protest letters
and emails have poured in from organisations and individuals.
I demand the immediate release of all prisoners still in Czech jails from
the S26 demonstrations against the IMF and World Bank.
I demand that all the charges against people arrested on that day be
immediately dropped

Signed

Address:

-----
Quickly email to:
president@hrad.cz
stiznosti@mvcr.cz
oks@mvcr.cz

If you have time also fax, phone or post to the following

Office of President Vaclav Havel:
4202 24310855 phone
4202 24373196 fax
e-mail: president@hrad.cz

Ministry of the Interior:
4202 61421115
4202/6143 3552-3 (fax)
e-mail: stiznosti@mvcr.cz

Police
e-mail: oks@mvcr.cz

Ministry of Justice
mail: Vysehradska 16, 128 10 Praha 2
4202 21997111 phone
4202 24919927

----

Other suggestions:
Print out copies of this letter and do ask people to sign it at a street
stall, where you work or study or at meetings. Get them to donate the cost
of a stamp as well or drop it by hand into your local embassy

------
News of interest to anarchist from Revolt
http://flag.blackened.net/revolt





Deutscher General entlarvt Nato-Propaganda als Lüge
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Jug Österr Solibewegg joesb@vorstadtzentrum.net


Nachstehend einige Passagen aus einem Interview mit Brigadegeneral a.D.
Heinz Loquai, der, weil er öffentlich den Beweis erbrachte, dass der
"Hufeisenplan" eine Lüge war, seine Position verlor:

"Der Zusammenhang ist eindeutig. Ich habe in der TV-Sendung "Panorama" von
einem ausführlichen Gespräch im Verteidigungsministerium berichtet, bei dem
mir mitgeteilt worden war, daß es einen serbischen Operationsplan Hufeisen
nicht gegeben hat, sondern daß aus einer Beschreibung der Ereignisse von
bundesdeutscher Seite ein Plan gemacht worden ist. Verteidigungsminister
Scharping hatte also während der Krieges die Unwahrheit gesagt. Auf diese
meine Bemerkung hin hat man einer Vertragsverlängerung, die angestanden
wäre, von seiten des Verteidigungsministeriums nicht zugestimmt. Ein
Pressesprecher des Verteidigungsministers trat auf und meinte, daß sich
Loquai aufgrund seiner öffentlich getätigten Äußerungen selbst
disqualifiziert hat. Es ist grotesk. Denn ich habe die Wahrheit gesagt und
wurde von demjenigen abgestraft, der die Unwahrheit gesagt hat."

"Die sogenannten Verhandlungen von Rambouillet waren keine Verhandlungen.
Sie waren ein Versuch, der jugoslawischen Führung ein Diktat unter den
politischen Bedingungen der NATO aufzuerlegen."

"Bereits ein halbes Jahr nach den ersten größeren Anschlägen hatte die UCK
bereits 40 Prozent des Kosovo unter ihrer Kontrolle. Wenn die Serben mit
ihrem Militär und der Sonderpolizei in beträchtlicher Stärke dieses
Potential wirklich rücksichtslos eingesetzt hätten –- wie man immer
sagte --,  dann hätte die UCK diese Geländegewinne nicht machen können."

Das ganze Interview:
www.vorstadtzentrum.net/cgi-bin/joesb/news/viewnews.cgi?category=all&id=9711
29647

********************************************
Jugoslawisch-Österreichische Solidaritätsbewegung (JÖSB)
PF 217, A-1040 Wien, Österreich
Tel/Fax  +43 1 924 31 61
Mobil +43 6991 924 31 61
joesb@vorstadtzentrum.net
www.vorstadtzentrum.net/joesb
Kto-Nr.  9282, RB Schwechat, BLZ 32823




Neuer Zivi-Bundessprecher
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NG@ Zivildienst (CT) zivinfo-ng@chello.at

Sehr geehrter (angehende) Zivildiener, Eltern und Einrichtungen!

Am 8.Oktober 2000, wurde am 2. Bundeskongress der Zivildiener
Österreichs als neuer Bundessprecher Rainer SITTENTHALER gewählt, der mit
sofortiger Wirkung alle Funktionen übernimmt. Wolfgang wurde als
Stellvertreter wiedergewählt und bringt somit die notwendige Kontinuität und
Routine in die Bundesweite Zivildienervertretung.

Der neue Bundessprecher

Rainer SITTENTHALER ist Zivildiener im Bundes-Blindenerziehungs-Institut
Wien
mobil: 0699 / 19249841
email: bundessprecher@zivildienst.at

www.Standard.at

Rainer Sittenthaler ist neuer Bundessprecher der Zivildiener
Das laut Selbstbeschreibung politisch "vollkommen unbeschriebene Blatt"
fordert die Herabsetzung der Zivildienstdauer auf sechs Monate

St. Pölten/Wien - Der 25-jährige Student Rainer Sittenthaler ist beim
zweiten Zivildiener-Bundeskongress in St. Pölten am Sonntag zum neuen
Bundessprecher gewählt worden. Er fordert als zentrale Maßnahme die
Herabsetzung der Dauer des Zivildienstes auf sechs Monate.
Damit könnte der große Rückstau an Zivildienern von derzeit rund 17.000
doppelt so schnell abgebaut werden. Ein weiterer Punkt ist für Sittenthaler
die Forderung an den Innenminister, dass der Staat für eine ausreichende
Existenzsicherung der Zivildiener zu sorgen hat. Die Verpflegung durch die
Dienststelle müsse sichergestellt werden. Darüber hinaus wollen die
Zivildiener mit einer Vertretung im Zivildienstgesetz verankert sein.
Derzeit gebe es ja nur das System der Vertrauensmänner.
Befragt nach der politischen Richtung sagte Sittenthaler, "ich bin ein
vollkommen unbeschriebenes Blatt". Er gehöre keiner Partei an. Seine
Motivation sei gewesen, angesichts der "großen Misstände" im
Zivildienerbereich für den Bundessprecher zu kandidieren. Er habe sich
eingehend mit den Gesetzen und den verschiedenen Novellen auseinander
gesetzt. Was sein Studium der Handelswissenschaft an der Uni Wien betrifft,
hat der 25-jährige alle Prüfungen hinter sich gebracht und schreibt gerade
seine Diplomarbeit. (APA)


ORF ON

Bundes-Kongress der Zivildiener in St. Pölten

An diesem Wochenende fand der Bundeskongress der Zivildiener in St. Pölten
statt. Den Mittelpunkt stellte natürlich die Zivildienstnovelle dar.
Außerdem wurden die Landes- und der Bundesprecher neu gewählt.

Rainer Sittenthaler ist neuer Bundessprecher.
Er wurde am Sonntag beim Zivildienerkongress in St. Pölten gewählt. Rainer
Sittenthaler stammt aus Oberösterreich und leistet derzeit seinen
Zivildienst in Wien.

Er wird bis zum nächsten Bundeskongress Ende Februar Bundessprecher sein und
die Anliegen der Zivildiener vertreten.

Kürzung auf elf Monate sei zu wenig
In der Zivildienstnovelle ist zwar eine Kürzung von zwölf auf elf Monate
vorgesehen, aus Sicht der Zivildiener ist das aber viel zuwenig, um die von
der Regierung gewünschten Einsparungen zu erreichen.

Außerdem stehen derzeit 17.000 auf der Warteliste. Man müßte daher
versuchen, soviele wie möglich auf einmal unterzubringen, sagt Patrick
Awart, der ehemalige Bundessprecher der Zivildiener.

Patrick Awart:
"Aus unserer Sicht bringt eine Verkürzung auf elf Moante wenig, weil dadurch
nicht mehr Wartende Dienst leisten können, sondern gleich viele Zivildiener
eben nur elf Monate dienen müssen."

"Bundesheer attraktiver gestalten"
Bei der neuen Zivildienstdauer von elf Monaten würden außerdem die zwei
Wochen Freistellung gestrichen, dass heißt, die Zivildiener müssen elf
Monate durchgehend arbeiten.

Awart argumentiert, man solle, wenn man das Argument der Abwanderung zum
Zivildienst verwendet, doch nicht diesen schlechter machen, sondern vielmehr
den Präsenzdienst beim Bundesheer attraktiver gestalten.

Awarts Vergleich zum Bundesheer: (audio)
http://194.158.136.91/oe/media/30345_69520.rpm

Kostgeld sei "sowieso zuwenig"
Auch die Verpflegung der Zivildiener sollte besser geregelt werden, sagt
Awart. Das jetzige Essensgeld von 43 Schilling pro Tag sei sowieso zu wenig.
Künftig sollen die Dienstgeber die Zivildiener verpflichtend verpflegen,
doch eine Garantie, dass sie dies tun werden, gibt es laut Patrick Awart
nicht.

Awart:
"Hier sehen wir vorallem in kleinen Organistationen Probleme, es geht ja
alles vom Bundesministerium aus. Hier wird eine Rechtsunsicherheit
geschaffen, denn an wen soll sich ein Zivildiener wenden, wenn er in seiner
Einrichtung nicht richtig versorgt wird?"


ÖGJ: Strasser muss Zivildienervertreter in Entscheidungen
miteinbeziehen
Utl.: Betroffene an den Verhandlungstisch=

Wien (ÖGJ). "Die Zivildiener haben gewählt und einen bundesweiten Vertreter
bestimmt", freut sich Albert Maringer, Vorsitzender der Österreichischen
Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). "Nun muss der zuständige Minister Strasser aber
auch bereit sein, diesen Vertreter zu empfangen und bei wichtigen
Entscheidungen im Bereich des Zivildienstes ihn miteinzubeziehen."++++

Als höchst bedenklich beschreibt Maringer die Tatsache, dass bisher
Entscheidungen einfach über die Köpfe der Zivildiener hinweg entschieden
wurden. Aber auch ein anderes Problem bereitet ihm Kopfzerbrechen: "Es
zeichnet sich klar ab, dass das Innenministerium immer mehr versucht, die
Verantwortung auf die Dienststellen der Zivildiener abzuwälzen. Das beginnt
bei der Verpflegung und führt hin bis zur Versicherung, die die
Dienststellen nun auch privat abschließen können soll. Für die ÖGJ ist klar:
Wenn ein Jugendlicher für den Staat arbeitet, muss der Staat in dieser Zeit
auch die
Verantwortung für ihn übernehmen."

In Zukunft müsse, so Maringer, der Staat alles einklagen, was von der
Dienststelle nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde. "Beim Zivildienst wird
ständig auf die Kosten-Nutzen-Rechnung gepocht. Wenn es darum geht, wieviel
ein Zivildiener kostet, werden alle Beamten, die für diesen Bereich
arbeiten, miteinbezogen. Nicht so beim Präsenzdienst. Wo bleibt hier die
Kosten-Nutzen-Rechnung? Hier ist wieder deutlich erkennbar, dass wir von
einer Gleichstellung zwischen Zivildienern und Präsenzdienern noch weit
entfernt sind, wobei Gleichstellung für uns nicht Verschlechterung
bedeutet." (aw)

ÖGB, 9. Oktober 2000
Nr. 823

Rückfragehinweis: ÖGJ
                  Anita Stavik
                  Telefon (01) 534 44/367 DW


ABSCHIED
An dieser Stelle möchte ich mich der "alten Garde" ganz herzlich für den
verläßlichen, ausdauerden Einsatz danken.
Die untenstehenden Personen habe wärend des Zivi Bundeskongresses den
"GOLDEN ZIVI-TEE AWARD"
(ein halber, goldener Teebeutel im Glasgefäß, damit nix verloren geht) für
Ihre außergewöhnlichen Leistungen erhalten:

GOLDEN ZIVI-TEE AWARDS:

 * Harald Zainziger, für seine genialen kreativen Ideen, Lieder und seinen
an Selbstaufgabe grenzenden Einsatz für den Zivildienst & die Zivildiener.
 * Wolfgang Thill, für sein beharrliches Hallofonieren und Kontakte &
Termine einzufädelen als auch seine Rechtskompetenz die er auch weiterhin
als erneut gewählter Stellvertreter in die Zivi Troika einbringen wird.
 * Marius Schebella,  Immer hilfsbereit und mit Einsatz und Energie bei der
Sache.
 * Christopher TEMT, Papa des Zivildienstes für sein langjähriges Engagment
& seine väterlichen Hints.

MEIN PERSÖNLICHER Dank, Lob bzw. Hochachtung als ehemaliger Bundesprecher
ergeht an:


* NR Theresia Haidlmayer (Grüne), die Mama des Zivildienstes, welche immer
voll vor IHREN Zivis steht.
* Andreas Kollross, Bundes SJ / NÖ  für seine unkomplizierte zur
Verfügungstellung Stellung von Infrastruktur & sein Engagment für
Zivildiener.
* Dr. Landau und der CARITAS für Seinen Engagment für Zivildiener, an der so
manch andere Einrichtung sehr viel lernen kann. Zum Beispiel wie man mit
Menschen umgeht OBWOHL sie Zivildiener sind.
* Dr. Pfeiffenberger, Mag. Vogl, Dr. Brugger und Dr. Keller als auch alle
Beamte des BMI (Bundesministeriums für Inneres), die soweit sie durften /
konnten mit uns zusammengearbeitet haben.
* Allen weitern Personen, die den Zivildienst in Ihr Herz geschlossen haben
und bereit sind, über verkrampfte parteipolitische Barrieren hinweg, dafür
mit aller Kraft einzutreten.

  Patrick  Awart


Mehrer Meinung zum Thema mit weiteren ausgezeichneten Quellen und Hinweisen:
http://noe.orf.at/oesterreich.orf?read=detail&channel=3&id=69520&tmp=7176





Kärnten: 80 jahre irrtum!
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Benno Schilling lodfr@hotmail.com



80 jahre irrtum!

anläßlich der 10. oktober feierlichkeiten in kärnten, im speziellen in
klagenfurt, wurde als zeichen des widerstandes ein transparent mit dem
schriftzug "ethnisch sauber - völkisch rein?" in die luft gebracht.
an luftballonen befestigt schwebte es (zumindest einigermaßen weit sichtbar)
über den dächern klagenfurts, ziemlich im zentrum des festzuges.
die polizei nahm die daten von sechs personen auf, ließ das transparent
aber unbehelligt (es wurde während ca. einer halben stunde an schnüren geführt
- und später losgelassen).

kurz zur geschichte: am 10. oktober 1920 fand in einem teil des jetzigen
kärntens eine volksabstimmung über die hinkünftige staatszugehörigkeit statt
- und endete mit einem ergebnis von ca. 60 zu 40% für ösiland. seither wird
dieser tag im `deutschland dürfen wir nicht, österreich wollen wir nicht,
also sagen wir` kärnten heilig gehalten. wie schon ex-landeshauptmann wagner
(sp, na klar) sagte: "ich bin ein echter kärntner, ich spreche kein wort
slowenisch."

-- 




Deutschland: GAMMA Nr. 18/2000

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Zur besseren Lesbarkeit müsst ihr u.U. eine kleinere Schrift für diesen Beitrag wählen


Angelo Lucifero angelo.lucifero@hbv-th.de


                            GAMMA 18/00  - 2.Oktober 2000 -  fast kostenlos

Das Antifa Infotelefon Leipzig könnt Ihr ab sofort unter der

                           NEUEN NUMMER: 0341 – 30 68 235 erreichen!

                        Infotelefon+GAMMA im web: http://www.free.de/infotelefon. 

                        Infos an uns:   Anrufbeantworter+Fax:  0341 – 30 68 237,

               oder  snailmail/Post:   IT, PF 101417, 04014 Leipzig, oder e-mail: infotelefon@firemail.de

Wenn Ihr uns anruft, sprecht bitte langsam und deutlich und hinterlaßt, wenn möglich, eine Rückrufnummer! Wir sind an jeder Art Infos 
interessiert, sei es über Streß mit Bullen, Nazis oder eine Veranstaltung, Demo usw., die Ihr plant. Dies können auch Fakten sein , die nicht 
veröffentlicht, sondern an die richtigen Stellen weitergegeben werden sollen.

* Spende in die GAMMA-Spenden-Kasse, die dort steht, wo’s GAMMAs gibt. (Naja, nicht überall...)                                [66]


 


Was gewesen ist...


Heavy Riots in Prague

Am 26.September fanden die Protestaktionen gegen das Treffen von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in Prag ihren Höhepunkt. Insgesamt sollen bis zu 
12.000 Menschen an den Protestaktionen teilgenommen haben, um zu zeigen, was sie von den Steuerungsinstitutionen des Kapitalismus halten. Trotz der massiven 
Sicherheitsvorkehrungen (Polizei, Armee, FBI-Import, evakuierte Einwohner etc.) gelang es erfolgreich, das Meeting zu behindern. Der Bereich um das Kongreßcenter war 
von Tausenden Leuten faktisch eingekreist, zeitweise gelang es einigen sogar, sich zu dem Komplex Zutritt zu verschaffen. Die Delegierten waren stundenlang quasi 
eingesperrt. Letztendlich mußte das IWF/WB-Treffen vorzeitig beendet werden. Spotlights:

- Ein Zug mit 1.200 ItalienerInnen wurde an der tschechischen Grenze 19 Stunden aufgehalten. – Schätzungen zufolge soll rund ein Drittel aller ProtestiererInnen gar nicht 
erst ins Land gelassen worden sein – Am 23.9. fand ein Naziaufmarsch statt. An einer nicht genehmigten Gegendemonstration nahmen mehrere hundert Leute teil. – Die 
Polizei ging mit Brutalität gegen die Proteste vor. Es gab unzählige Vorfälle von Mißhandlungen auf der Straße und in Gewahrsam. – Insgesamt wurden ca. 800 
Menschen verhaftet, es gab viele Verletzte. – Eine Operngala für die IWF-Delegierten mußte abgesagt werden, weil 3.000 DemonstrantInnen das Gelände um die Oper 
komplett besetzt hatten. – Während des Beginns der Tagung wurden alle Metrostationen gesperrt.  

Parallel fanden Aktionen in der ganzen Welt statt, von Indien über Nord- und Südamerika, Europa bis Australien. weitere Infos: prague.indymedia.org

Action in Amsterdam

Das besetzte Projekt wird bis zum 31.Oktober erst einmal nicht geräumt werden. derweil laufen verschiedenste Veranstaltungen, Demos etc. check 
www.kalenderpanden.nl

Positionsbestimmung immer

Nach Infos von www.heise.de hat sich ein Wirtschaftskonsortium gegründet, das die Positionsbestimmung von Handys zum Standard machen will – auch mit den 
bisherigen GSM–Netzen. Zweck: Lokal gebundene Werbung auf'm Display und Authentifizierung über Handy.

Nazitreffen in Schweden

Die schwedische Polizei hat am 23./24.September eine Zusammenkunft von 90 Neonazis aus Schweden, Dänemark, Norwegen und Deutschland in einer privaten Hütte 
im Süden des Landes aufgelöst. Die Behörden hätte die Zusammenkunft als öffentliche Versammlung betrachtet, sagte ein Sprecher. Es gab keine Festnahmen. Die 
Hütte gehört einem 27jährigen, der der Polizei als Neonazi-Sympathisant bekannt ist.


Bundesweit


Deutsche Flüchtlingspolitik

Bonn, 21.9. Über 400 Flüchtlinge demonstrierten vor afrikanischen Botschaften und Konsulaten gegen die Kooperation der Vertretungen bei der Abschiebung von 
Flüchtlingen. Bei Asylbewerbern, die keinem Land zugeordnet werden können, wird in sogenannten Botschaftsanhörungen versucht, sie einem der Länder zuzuschieben. 
Die Demo besuchte auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, welches durch Androhung der Streichung von Entwicklungshilfe bei einigen 
Trikontstaaten erst Kooperationsbereitschaft erpreßte.

Gifhorn. Der Landkreis will einen schwerkranken Dialysepatienten in den Libanon abschieben. Weil er eigentlich nicht als flugtauglich anzusehen ist, soll er unter 
ärztlicher Begleitung und auf einer Trage abgeschoben werden. Der Tatsache, daß der Mann im Libanon nicht ausreichend medizinisch versorgt werden kann und deshalb 
in Lebensgefahr schwebt, will die Behörde damit begegnen, daß sie dem Kranken Medikamente für ein Jahr mitgibt.

Hildesheim. Ein schwer asthmakranker Kurde soll trotz der nicht zu gewährleistenden Behandlung in die Türkei abgeschoben werden. Auch hier wollen die deutschen 
Behörden mit der Sicherstellung einer sechsmonatigen Medikamentenversorgung über die deutsche Botschaft ihr unmenschliches Verhalten rechtfertigen.

Dresden, 25.9. Eine aus dem Kosovo geflohene Familie hat Sachsen verlassen müssen, weil ihnen die Ausländerbehörde Abschiebung angedroht hatte. Sie haben ein 
schwerkrankes Kind, das nun nicht mehr in Sachsen behandelt werden kann.

Bremen, 25.9. Ein Pakistani soll zum zweiten Mal ohne gültige Papiere abgeschoben werden. Wegen Stellung eines Asylfolgeantrags mußte sie jedoch ausgesetzt 
werden. Er bleibt jedoch in Abschiebehaft, da er die Paßlosigkeit "mutwillig herbeigeführt" habe. Ein anderer wurde beim vierten widerrechtlichen Abschiebeversuch 
letztlich doch nach Pakistan gebracht, darf aber wahrscheinlich in die Niederlande zurückkehren. (taz HB 25.9.00)

Zwickau, 25.9. Mitten in der Nacht stürmte ein Kommando aus 40 BereitschaftspolizistInnen das Flüchtlingsheim, um zwei libysche Familien abzuschieben. Sie 
schikanierten auch andere InsassInnen, verweigerten einem der Familienväter medizinische Behandlung, obwohl dieser eine stark blutende Schnittwunde hatte und fügten 
ihm durch Hand- und Fußfesseln weitere Verletzungen zu. Als sich 300 Flüchtlinge auf dem Hof des Heims versammelt hatten und die BeamtInnen teilweise filmten, 
sollen diese begonnen haben, auf einige der AsylbewerberInnen einzuschlagen.

Eine Familie wurde am Ende abgeschoben, von ihr gibt es keine Nachricht mehr. Die andere Familie wurde wieder ins Heim zurückgebracht – die Frau ist schwanger.

In dieser Woche soll es wegen der Vorfälle eine Demo in Zwickau geben!

Cottbus, 24.9. Unter Protesten von Asylbewerbern ist die interkulturelle Woche Brandenburg eröffnet worden. Vertreter der Flüchtlingsinitiative Brandenburg warfen 
Politikern, Behörden und Bürgern der Stadt und des Landes Rassismus und Ausländerfeindlichkeit vor. Abgelegene Unterkünfte, tägliche Meldepflicht, Ausgrenzung 
und       Lebensmittelcoupons würden ein "Gefängnisklima" schaffen.

Hamburg. "Praxisfremd" nannte Innensenator Wrocklage die Kritik des HH'er Datenschutzbeauftragten an der gesetzwidrigen Datensammelwut seiner Ausländerbehörde. 
Diese speichert unter Verletzung des Datenschutzgesetzes auch Bagatellverstöße, um Ausweisungsgründe anzuhäufen. Da konstatiert mal wieder einer die deutsche 
Realität: Für Behörden sind Gesetze nur solange bindend, wie sie mit deren Praxis und Anforderungen konform laufen.

Unersättliche Datengier

Der Bundesrat hat auf Drängen des Innenausschusses und der Bundesregierung und unter massiver Kritik von Datenschützern entschieden, daß 
Telekommunikationsdienste(TKD)–Anbieter verpflichtet sind, alle Verbindungsdaten (wer mit wem wie lange telefoniert hat, online war, oder nur versucht hat, zu wem eine 
Verbindung aufzubauen), nunmehr nicht nur 80 Tage wie bisher aufzubewahren, sondern ein sechs lange Monate. Die Begründung ist unverfroren: 
Verbrechensbekämpfung und das Ziel klar: Eine fette Erweiterung des Datenberges, auf den die Sicherheitsbehörden zugreifen können. Es ist also mehr als zuvor jeder 
verdächtig, der an TK teilnimmt. (www.heise.de)

BRD weltweit führend bei Telefonschnüffelei

Der Abhörbericht 99 legt es offen: Ex-Gestapo-Land Deutschland ist nach wie Weltmeister im Abhören von Telefongesprächen. Bei einem Drittel der Bevölkerung wurden 
doppelt so viele (!) Überwachungen als beispielsweise in den USA durchgeführt. Insgesamt waren im letzten Jahr ca. 14.000 Menschen von der Spitzelei betroffen. Die 
Schnüffler beim Innenministerium gaben selbst zu, 40% Unbeteiligte belauscht zu haben. Zur Erinnerung an die BeschwichtigerInnen: Die inoffizielle und  ungenehmigte 
Spionage ist da natürlich noch nicht dabei.

big brother award in BRD

Der big brother award wird dieses Jahr das erste Mal auch in Deutschland verliehen werden. Der Preis geht an Institutionen, die sich besonders um die Bespitzelung und 
Überwachung ihrer Mitwelt verdient gemacht haben. Mit der Verleihung ist demnächst zu rechnen.

(check www.big-brother-award.de)

Naziübergriffe

Schleswig, 12.9. Zwei Skinheads ermordeten einen Obdachlosen, der 45jährige wurde von den beiden 23jährigen, die bereits gestanden haben, totgetreten. Die Polizei will 
keinen rechtsextremen Hintergrund erkennen.

Düsseldorf, 16.9. Faschos griffen eine PDS–Kundgebung auf dem Rathausplatz mit Tränengas an.

Rostock, 16.9. Gegen einen 26jährigen Nazi (von zehn festgenommenen) wurde Haftbefehl erlassen, weil er gemeinsam mit anderen Jugendlichen eine Gruppe türkischer 
und irakischer Staatsbürger im Alter von 13 bis 60 Jahren angegriffen und mißhandelt hatte. Diese erlitten Abschürfungen, Blutergüsse und Prellungen.

Neumünster, 17.9. In der Nacht nach dem Aufmarsch für den Nazitreff "Club88" gab es zwei Faschoangriffe: 

Erst griffen mehrere Nazis in einem Schnellrestaurant Ausländer an. Zwei Stunden später griff eine Gruppe Naziskins sechs türkische Jugendliche an und verletzte einen 
von ihnen im Gesicht. Auf dem Hinterhof des Club88 wurden die Personalien von zwei 19 und 26 Jahre alten Skinheads festgestellt. 

Anklam, 20.9. Zwei Asylbewerber aus Togo sind von rechten Schlägern angegriffen worden. Die beiden waren im Stadtzentrum unterwegs, als sie beschimpft und 
attackiert wurden. Die Täter wurden vorläufig festgenommen.

Frankfurt/Oder, 20.9. Auf einen türkischen Imbiß wurde ein Brandanschlag verübt und er mit Nazisymbolen beschmiert. Er wurde zerstört.

Köln-Ehrenfeld, 20.9. Drei betrunkene Polizisten verprügelten einen 48jährigen tunesischen Taxifahrer, nachdem sie ihn zuvor rassistisch beschimpft hatten. Er hatte sich 
geweigert, fünf Leute auf einmal mitzunehmen. Sie wurden suspendiert.

Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark), 21.9. Nach einem Brandanschlag ist ein Dönerstand vollständig ausgebrannt.

Wuppertal, 23.9. Bei einem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim wurden zwei Kinder leicht verletzt und erlitten einen Schock. Das Feuer konnte schnell gelöscht 
werden. Nach dem Anschlag nahm die Polizei vier Männer und drei Frauen im Alter zwischen 16 und 23 Jahren fest. Sie werden der rechten Szene zugerechnet. Einer 
der Männer hat die Tat inzwischen gestanden.

Lkr. Parchim, 23.9. Vier 15 – 24jährige Nazis wurden festgenommen, nachdem sie Heimbewohner überfallen hatten.

Klosterfelde (LKr.Barnim), 23.9. Ein 15jähriger hat den kurdischen Betreiber eines Imbiß bedroht, ein Molotowcocktail würde durch seine Scheibe fliegen, wenn er nicht 
die Aussage wegen eines weiteren Angriffs gegen ihn zurückziehen würde.

Düsseldorf. In Düsseldorf wurde ein 50-jähriger, in Afrika geborener deutscher Staatsbürger von einer etwa 15-köpfigen Gruppe mit rassistischen Parolen angepöbelt. Als 
der Mann die Gruppe zur Rede stellen wollte, wurde er mit einem Kopfstoß und Faustschlägen traktiert. Gegen drei mutmaßliche Haupttäter - zwei Frauen im Alter von 18 
und 35 Jahren sowie ein 22-jähriger Mann – erstattete die Polizei Strafanzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung. Das Opfer erlitt 
Gesichtsverletzungen.

Ellwangen, 24.9. Auf ein von zwei Asylbewerberfamilien bewohntes Haus wurde ein Brandanschlag verübt. Die an der Eingangstür angezündeten Lappen konnten jedoch 
von einem Bewohner gelöscht werden.

Northeim, 25.9. Eine Gruppe von neun Naziskins stürmte die Küche eines Autohofes und schlug mit Knüppeln auf das Personal, zwei aus Jugoslawien kommende 
Männer, ein. Diese wurden an Hinterkopf, Hals und Armen verletzt. Die Faschos griffen an, als ein Teil ihrer Bestellung nicht ausgeführt werden konnte.

Naziaktivitäten und Gegenaction

Neumünster, 16.9. 1.300 PolizistInnen schirmten den Aufmarsch der 470 norddeutschen FaschistInnen zugunsten des Club88 (unter ihnen Christian Worch, Peter 
Borchert, Thomas Wulff, Sascha Bothe (B&H) und die Betreiberin des Nazitreffs, Christiane Dolscheid) gegen die 800 GegendemonstrantInnen ab. Die Polizei nahm Leute 
brutal in Gewahrsam, die die Naziroute blockierten und knastete vermeintliche "Antifas aus Hamburg" nur deswegen ein, weil ihr Name einer von 40 auf einem BKA-Fax 
war, in dem die Beamten angewiesen wurden, gegen die Leute mit Platzverweis oder Ingewahrsamnahme vorzugehen. Greiftrupps machten Jagd auf Langhaarige und 
Türken im Umfeld des Aufmarschs, eine BGS-Einheit belagert mehrere Stunden lang ein alternatives JZ. Insgesamt kam es zu 101 Gewahrsamnahmen, 17 
Ermittlungsverfahren wegen Widerstands wurden eingeleitet.

Am Vormittag desselben Tages hatte Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) noch zu "Zivilcourage gegen Rechtsextremisten" aufgerufen...

Rathenow, 16.9. In der Nähe des AsylbewerberInnenheimes wurde eine Nazi-Musikveranstaltung aufgelöst, nachdem es zu Sieg-Heil-Rufen gekommen war.

Berlin–Buch,  16.9. Rund 300 Menschen demonstrierten gegen den Nazi-Mord an einem Obdachlosen im Mai und die Verschleierung der Tat durch die Behörden.

Eberbach/Neckar. Drei jüdische Grabsteine sind mit Nazisymbolen beschmiert worden.

Laave (Niedersachsen), 23.9. Als die Polizei bei einem Naziskin–Konzert mit ca. 500 Besuchern im Gasthaus "Zum Goldenen Stern" auftauchte, griffen die Nazis an, es 
kam zu Auseinandersetzungen, in deren Verlauf Flaschen und Rauchbomben flogen. 46 Polizisten und 15 Faschos sollen verletzt worden sein. 32 Birnen wurden 
Landfriedensbruchs festgenommen.

Passau, 23.9. Mit Protestmärschen haben rund 2.600 Menschen aller Spektren im niederbayerischen Passau gegen eine Kundgebung der rechtsextremen DVU in der 
Nibelungenhalle demonstriert. 29 Personen wurden vorübergehend festgenommen, davon 22 Nazis. Rund 1 600 Nazis waren bei dem Treffen in Passau. Die Polizei nahm 
im Laufe des Tages 17 Leute vorübergehend fest, darunter 16 Nazis.

Gadebusch (Nordwestmeckl.), 23.9. Rund 150 Neonazis marschierten auf. Die Polizei nahm mehrere Nazis in Vorkontrollen wegen Waffenbesitzes und 
verfassungsfeindlichen Symbolen fest. Zur Gegendemo von "Bunt statt Braun" kamen 120 Menschen.

Angermünde, 24.9. Ein 16jähriger wurde beim Nazi-Plakate-Kleben erwischt, bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung fanden die Beamten jede Menge JN- u.a. 
Propagandamaterial.

Schwerin, 29.9. Rund 50 Jugendliche der linken Szene haben sich in der Nacht zum Samstag im Schweriner Stadtteil Muesser-Holz eine gewalttätige 
Auseinandersetzung mit der Polizei geliefert. Zwei Beamte wurden verletzt. Der Auseinandersetzung soll ein Handgemenge auf einem Tankstellengelaende zwischen einer 
kleinen Gruppe linker Jugendlicher und drei von der Gruppe als Nazis eingeschätzter Jugendlicher vorausgegangen.

Lübeck, 30.9. Rund 120 Nazis protestierten auf einem Aufmarsch des Bündnis Rechts gegen die Schließung des Club88 in Neumünster (s.o.). An der Gegendemo 
nahmen 800 Menschen teil. Es gab 29 vorläufige Festnahmen wegen Trillerpfeifenbenutzung und ähnlicher Vergehen. Die Polizei war mit 1.100 BeamtInnen anwesend.

Am frühen Abend versammelten sich etwa 100 TeilnehmerInnen des Naziaufmarschs vor dem Club 88 in Neumünster, um eine Spontankundgebung abzuhalten. Etwa 100 
GegendemonstrantInnen protestierten mit Transparenten und Megafon-Durchsagen gegen die Neonazi-Versammlung. Es gab (laut AP) keine Zwischenfälle.

München, 30.9. Deutlich weniger als die erwarteten 200 Nazis, nämlich 75,  waren zu einer Veranstaltung der NPD gekommen. Auf dem Marienplatz versammelten sich 
2.000 GegendemonstrantInnen, die versuchten, den Platz zu blockieren und die Nazis dort nicht ihre Abschlußkundgebung abhalten zu lassen. Die Polizei drängte die 
Menge zurück und die Faschos hielten ihre Kundgebung unter ohrenbetäubendem Lärm, Pfiffen und "Nazis raus!"-Rufen ab. In den Tumulten flogen auch Eier und 
Tomaten. 19 vermeintliche Werfer wurden festgenommen. 

Razzia bei Vandalen

Bei der Weissenseer Nazigruppe Vandalen um den Nazirocker Arnulf Priem fand am 16.September eine Durchsuchung statt. Anlaß war die Jahresfeier zur Gründung des 
Vereins am 18.9.1982, zu der auch international eingeladen worden war. Es wurden 237 Personen und 30 Pkw kontrolliert, es gab 13 Festnahmen.

Biedenkopf hat Überblick

Er fand, einen weiteren Beitrag zur Anti–Nazi–Debatte leisten zu müssen und erklärte, man dürfe die "rechte Gefahr in Ostdeutschland nicht überschätzen". Und 
überhaupt hätten "in Sachsen noch keine Häuser gebrannt" und es "sei auch noch niemand umgekommen". Als die PDS protestierte und unter anderem korrigierte, daß 
seit 91 mindestens vier Menschen durch Nazis in Sachsen gestorben seien, sprang Regierungssprecher Michael Sagurna in die Bresche und spielte herunter, Biedenkopf 
hätte ja nur bei Brandanschlägen umgekommene Menschen gemeint. Wer's glaubt, wird selig und die sächsischen Faschos geben sich ja schon die größte Mühe, der 
Aufforderung des Ministerpräsidenten nachzukommen (s.o.)

Im Übrigen: Biedenkopf gibt seine Idee zu Zivilklagen und Haftungsdurchgriff gegen politische Extremisten (siehe GAMMA #16/00) nicht auf: Er wiederholte seine Thesen 
diesmal im Wirtschaftsmagazin "impulse" vom 26.9.00.

Derweil sah sich Bundesinnenminister Otto Schily genötigt, mal wieder zu betonen, wie wichtig die "Steuerung" von Zuwanderung und wie dringend doch irgendwie an 
einer Verkürzung des Asylverfahrens gedreht werden müsse, damit man die ganzen unerwünschten Ausländer so schnell wie möglich wieder los wird. (Welt , Financial 
Times D., 25.9.)

Antisemitismus

Seit 1945 wurden in Deutschland mehr als 1.000 mal jüdische Friedhöfe geschändet. In den 90ern dabei im Schnitt doppelt so oft wie in den Jahrzehnten davor.

Fahrverbot für Nazis

Baden-Württemberg fordert in einer Bundesratsinitiative Maßnahmen gegen rechte Gewalt und Internetkriminalität. Innenminister Thomas Schäuble (CDU) sprach sich 
dabei erneut für ein Fahrverbot für faschistische Täter aus.

Gelder gegen Nazis

Die Bundesregierung stellte in Dessau ihr 560-Millionen-DM-pro-Jahr-Paket vor. Mit dem Geld soll vor allem mehr "Verständnis für Ausländer in der Bevölkerung" geweckt 
werden und über "Wurzeln und Gefahren des Rechtsextremismus" aufgeklärt werden.

Castortransporte

Bis zum 31.Dezember hat das Bundesamt für Strahlenschutz mehrere Transportgenehmigungen für Castor-Behälter erteilt. Aus Stade, Biblis und Phillipsburg sollen 
Transporte nach La Hague gehen.


Regional


Plauen will Chipkarte

Plauen will als erste sächsische Stadt eine Chipkarte für Asylbewerber einführen. Mit der Karte könne man in Geschäften und Supermärkten der Stadt einkaufen, hieß 
es.  Nach Angaben eines Sprechers des Dresdner Innenministeriums soll die Chipkarte bei Erfolg landesweit eingeführt werden. Auf ihr seien die persönlichen Daten der 
betreffenden Personen wie Name, Alter und Wohnsitz gespeichert. Auch ein Foto gehöre zur Karte

Trouble um Party "Gegen Faschismus"

Die Veranstalter des Konzerts "Gegen Faschismus" im Jugendclub YOZ Delitzsch hatten in der ersten Instanz Erfolg mit ihrer Klage gegen das Verbot der Veranstaltung 
seitens der Stadt Delitzsch. Die Party soll bekanntlich am 7.Oktober stattfinden. Das YOZ war nach einigen Auseinandersetzungen mit Nazis, die es angegriffen hatten, 
diesen von den Bürgermeistern der Stadt offiziell als Treffpunkt zugewiesen worden. Seitdem traut sich kein nicht-rechter Jugendlicher mehr in den von den Delitzscher 
Faschos um Mike Scheffler besetzten Club. Die Übergabe war damals unter dem Motto "Offen für alle" erfolgt. Nun stellt sich der erste Bürgermeister der Stadt, Denef, 
hin und meint, im YOZ dürften keine politische Veranstaltungen stattfinden, also auch keine Party gegen Faschismus. Das wäre nicht mehr neutral. Und er geht noch 
weiter und schließt sich den britischen Nazis im Geist Ian Stuart Donaldsons (und deren Projekt "Rock against Communism") an, indem er meint, dann müßte man 
demnächst ja auch eine Party "Gegen Kommunismus" erlauben.

Die Stadt will mit ihrem Verbot in die zweite Instanz gehen.

Nazi-Übergriffe

Magdeburg, 16.9. Vier Jugendliche sind nach einem Überfall auf eine Gruppe von Sinti und Roma festgenommen worden. Laut Polizei bedrängten die 14 bis 22 Jahre alten 
Täter die an einem See kampierende Gruppe. Sie krakeelten und zertraten Mobiliar.

Torgau, 21.9. Unbekannte haben einen Brandanschlag auf ein Flüchtlingswohnheim verübt.

Wieder Razzia gegen SSS

Die Skinheads Sächsische Schweiz (SSS) waren erneut Ziel von Hausdurchsuchungen durch das LKA. Diesmal wurden 14 Wohnungen durchsucht und Dokumente, 
Computer, Uniformteile und Abzeichen gefunden und beschlagnahmt. Insgesamt wird gegen 65 Faschos ermittelt. Die SSS waren dann wohl doch nicht zerschlagen 
worden, wie die Polizei bei der Großrazzia im Sommer verkündet hatte, es gab auch genug anderslautende Beteuerungen seitens der SSS selbst, z.B. bei ihren 
Freunden der Dresdener NPD.

Der Königsteiner NPD–Stadtrat Uwe Leichsenring, SSS–Gründungsmitglied und laut ART Dresden organisatorischer Drahtzieher in der Region, geriet jetzt (!) auch ins 
Visier der Ermittlungen im Zusammenhang mit der SSS.

Urteile gegen Nazis

LG Halle. Drei Männer wurden wegen Mordes an einem Obdachlosen (1999) zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt.

Leipzig. Die NPD hat ihren Prozeß gegen die Stadt Leipzig wegen Schadenersatz im Zusammenhang mit dem 1.Mai 1997 verloren. Die geforderten 72.000 DM für 
Reisekosten und Logistik des kurzfristig verbotenen Aufmarschs seien nicht zu zahlen, da ideelle Zwecke nicht kommerzialisierbar seien.

AG Eisenach. Vier 17- 19jährige Nazis, die am 29.7. zwei Afrikaner am Bahnhof zusammengeschlagen hatten, sind zu Jugendstrafen zwischen sieben Monaten auf 
Bewährung  und achtzehn Monaten –ohne- verurteilt worden. 


Leipzig


Protest gegen Iran-Politik

Etwa 30 iranische Oppositionelle protestierten am 26.September vor dem Grassimuseum gegen die Anwesenheit des iranischen Botschafters bei einer 
Ausstellungseröffnung. Sie erinnerten dabei an die politischen Zustände im Iran. "Laut Polizei verlief der Protest friedlich", nach Augenzeugenberichten jedoch ging die 
Polizei brutal mit Tritten und Schlägen gegen  DemonstrantInnen vor, die Eier auf den Botschafter geworfen haben sollen.

Nazi-Oi-Provokationen

Am 23.September, während des ZORO–Festivals, hatten sich in der Kneipe "Sanatorium" in der Bornaischen Straße mehrere Skinheads und Oipunks versammelt, zu 
denen sowohl wegen brutaler Überfälle auf alternative Projekte bekannte Leipziger gehörten als auch ein Nazi aus Schwarzenberg, der dort bereits Menschen schwer 
verletzt und einen linken Club mit angegriffen hatte. Sie bepöbelten vorbeikommende Festivalgäste mehrere Stunden lang und zeigten den Hitlergruß. Als sie auch nach 
langen Gesprächen und der Aufforderung, das zu unterlassen, nicht aufhörten und sogar noch eine das Lokal betretende Frau schlugen, bekamen sie von einer größeren 
aufgebrachten Menge die Quittung und auf die Mappe. Leider und absolut unnötigerweise wurde dabei das "Sanatorium" völlig zerstört. 

Die Polizei erschien recht spät und erlitt Kollateralschäden in Form kaputter Windschutzscheiben. Als dann jedoch einige Beamte mehr vor Ort waren, schritten sie ein 
und nahmen die Oi–Nazis fest. Oink.

Naziübergriffe

27.9. Zwei bereits einschlägig polizeibekannte Faschos grölten in der Nacht in einer Wohnung in der Kolmstraße "Heil Hitler", hörten laute Faschomusik etc. und wurden 
von der Polizei deswegen vorübergehend festgenommen. 

1 Nazi–WG in Connewitz weg

Die Nazi–WG an der Ecke Simildenstraße/Wolfgang–Heinze–Straße hat Connewitz offensichtlich verlassen. Augenzeugen beobachteten den Auszug Ende des 
vergangenen Monats, an dem u.a. auch Muldentaler Birnen beteiligt waren.

Die Faschos hatten mit einer Party die Aufmerksamkeit auf sich gezogen und ihre Wohnung war daraufhin mehrfach Ziel von Sprühereien und Steinwürfen geworden.

Sparkasse kündigt NPD

Das Landgericht Leipzig entscheidet am 6.Oktober über eine Klage der NPD gegen die Sparkasse Leipzig wegen der Kündigung deren Kontos.


Was sein wird...


                                       Kalenda

7.10.: Demo gegen NPD–Zentrale in Berlin. Anschließend Beats against fascism. (17/00)

7.10.: Konzet+Party gegen Faschismus in Delitzsch. (17/00)

14.10.: Bundesweite Demo gegen Überwachungswahn und Sicherheitspolitik, 14 Uhr Augustusplatz in Leipzig. (15/00)

20.-22.10.: Nietzsche-Tagung von Synergon und Zeitenwende im Raum Dresden. (17/00)

28.10.: JN–Europakongreß (17/00)


Regional


Demo gegen Residenzpflicht

Gegen die unwürdige Residenzpflicht von Flüchtlingen in den ihnen zugewiesenen Landkreisen soll am 3.Oktober in Hannover eine bundesweite Demonstration 
stattfinden. Auftakt 13 Uhr Hauptbahnhof.

Demo gegen Abschiebung

In Zwickau soll diese Woche eine Demo wegen der Vorfälle um die Abschiebungen nach Libyen letzte Woche stattfinden (s.o.). Watch out for flyers!

Antiknastdemo in Weimar

Am 9.Oktober findet in Weimar eine Demo unter dem Motto "Freiheit und Kuchen für alle –  Für eine Gesellschaft ohne Knäste" statt. Demobeginn 9 Uhr an der 
Gerberstraße 3. Vorher "Volxfrühstück".

Antifademo in Delitzsch

Gegen den Naziterror in der Kleinstadt wird zu einer antifaschistischen Demonstration am 4.November aufgerufen. Nähere Daten folgen.

Antifademo in Nordhausen

Dort soll am 18.November eine Demonstration mit Straßenfest unter dem Motto "Antifaschistisch leben, antifaschistisch handeln!" stattfinden. Auftakt: 14 Uhr 
Theaterplatz.


Leipzig


Anti-Gewalt-Bullenfest II

Die Polizeidirektion Leipzig, der Bundesgrenzschutz und die Stadt Leipzig veranstalten vom 19. bis zum 21. September im Bahnhof eine Sache, die verdächtig an das 
unselige "Anti-Gewalt-Fest" vor dem Völkerschlachtdenkmal erinnert. Dabei waren damals begeisterten Kleinkindern Maschinenpistolen in die Hand gedrückt worden und 
Bereitschaftspolizisten hatten sich bei Schaukämpfen gegenseitig blutige Köpfe geschlagen. Es ist also mit viel Spaß und Gelegenheit zu rechnen, mal an das eine oder 
andere Opfer von Polizei und BGS zu erinnern.


Zum Schluß noch ein paar wichtige Links:

Auf dem Infotelefon GARFIELD aus dem Rhein-Neckar-Raum könnt Ihr weitere aktuelle Nachrichten  hören: 06272-3559. Dann gibt’s noch das Antifa-Infotelefon Berlin 
unter 030-275 6075 6.  Viele Infos findet Ihr auch auf der website vom Antifa Update der Frente: mitglied.tripod.de/Frente, weitere Termine auch unter: 
www.nadir.org/infoladen­_leipzig

Solidarität kennt keine Grenzen!
One race - human race
 
Besuchen Sie uns: www.lag-antifa.de
  





Deutschland: Menschenrechtsaktivist mit Gefängnisstrafe bedroht
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ag3f ag3f@oln.comlink.apc.org


Weiterleitung:
--------------

Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
The VOICE e.V. Africa Forum, Human Rights Group,
Schillergäßchen 5, 07745 Jena, Tel.: 03641-665214 / 449304,
Fax:03641-423795 / 420270
E-mail: THE_VOICE_Jena@gmx.de
Bankverbindung: Kto.Nr.: 0231 633 905, BLZ: 860 100 90, Postbank Leipzig

Presseerklärung         10.10.2000

Menschenrechtsaktivist in Thüringen von Gefängnisstrafe bedroht.
Grund: Verstöße gegen ein rassistisches Sondergesetz: die
Residenzpflicht

Sehr geehrte Damen und Herren!

Während sich Politiker aller Couleur angesichts ständiger
antisemitischer Anschläge und rechtsextremistischer Übergriffe auf
MigrantInnen in Gesten der Toleranz und vermeintlicher
Ausländerfreundlichkeit üben, kommen rassistische Sondergesetze
weiterhin unverhohlen zur Anwendung.
Cornelius Yufanyi, Flüchtling aus Kamerun und aktives Mitglied der
Menschenrechtsorganisation "The Voice Africa Forum", ist nun sogar von
einer Gefängnisstrafe bedroht, weil er gegen ein in Europa einmaliges,
eindeutig diskriminierendes Gesetz verstoßen hat: gegen die
Residenzpflicht.
Auf Grundlage dieses Gesetzes dürfen Flüchtlinge einen bestimmten
Aufenthaltsbereich, oftmals die jeweiligen Landkreise, nicht ohne
Sondergenehmigung verlassen.
Entsprechende Anträge werden jedoch häufig von den zuständigen Behörden
abgelehnt, auch Cornelius Yufanyi wurde im April dieses Jahres eine
Erlaubnis verweigert. Als einer der Hauptorganisatoren eines großen
Flüchtlingskongresses in Jena hatte Herr Yufanyi zwar zahlreiche
Referenten aus anderen Ländern eingeladen, er selbst hätte aber, wenn es
nach dem Willen der Behörden gegangen wäre, nicht daran teilnehmen
dürfen.
Herr Yufanyi ist dennoch nach Jena gereist und erhielt in der Konsequenz
einen Strafbefehl in Höhe von 600 DM zugestellt.
Herr Yufanyi hat und wird dieses Geld nicht bezahlen, er steht deshalb
jetzt am Donnerstag, dem 12.10.2000 um 10 Uhr  im thüringischen Worbis
vor dem Amtsgericht.
"Ich werde keine Strafe dafür bezahlen, daß ich mich frei bewegen will.
Es ist das Recht jedes Menschen, zu gehen, wohin er will," so Herr
Yufanyi, der im anstehenden Prozeß offensiv den diskriminierenden und
rassistischen Charakter der Residenzpflicht thematisieren wird.
Mit Unterstützung von Menschenrechtsinitiativen und antirassistischen
Organisationen hat die Gruppe The Voice Africa Forum gemeinsam mit der
"Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen" eine Kampagne
gegen die sogenannte Residenzpflicht gestartet. "Ziviler Ungehorsam ist
ein wesentlicher Bestandteil unserer Kampagne", sagt Cornelius Yufanyi
und verweist auf die Demonstration am 3. 10. in Hannover, an der mehrere
hundert Flüchtlinge teilgenommen haben, ganz bewußt ohne eine
entsprechende Reiseerlaubnis zu beantragen.
Der Prozeß am 12.10. wird von einer Protestkundgebung begleitet, die um
9 Uhr vor dem Amtsgericht in Worbis beginnt. Im Falle einer Verurteilung
sind zudem juristische Gegenschritte vorgesehen. "Wir werden versuchen,
die Verurteilungen im Zusammenhang mit diesem diskriminierenden Gesetz
letztlich bis vor den europäischen Gerichtshof zu bringen", erklärt
Ulrich von Klinggräf, der Verteidiger von Herrn Yufanyi.

Im Anschluß an den Prozeß wird zu einer Pressekonferenz eingeladen, auf
der Herr Yufanyi, sein Verteidiger sowie Vertreter von
Menschenrechtsorganisationen die Gründe sowie weitere Schritte der
Kampagne gegen die Residenzpflicht vorstellen werden.

Mit freundlichen Grüßen
i.A. Hagen Kopp

Weitere Informationen können Sie erfragen bei:
Cornelius Yufany, Koordinator f. d. Freilassung d. politischen
Gefangenen in Kamerun, Tel.: 0170/8788124
Rechtsanwalt Ulrich von Klinggräf, Tel.: 030/2523337
Hagen Kopp (Initiative "kein mensch ist illegal") Tel.: 0172/6688454

----
Ende







radiosendung zu studiengebühren
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Silvia Stuppäck Gegensprechanlage@blackbox.net

ein beitrag für den 11.10:

Sozial- und bildungspolitische Auswirkungen von Studiengebühren
eine Sendung der Gegensprechanlage auf Radio Orange 94.0

anlässlich der drohenden Einführung von Studiengebühren und passend zur Demo der
Studierenden befaßt sich auch die Gegensprechanlage am 11.10. um 19.30 Uhr auf
Radio Orange mit diesem Thema. Wir haben mit einem Referenten für sozial- und
wirtschaftspolitische Grundlagen der Grünen - Markus Reiter - gesprochen, der
schon 1997 im Kurswechsel (Zeitschrift des Beigewum) einen Artikel über
Studiengebühren veröffentlicht hat. Es wird in dieser Sendung nicht nur um das
derzeit von der Regierung angekündigte Modell von Studiengebühren gehen. es
werden auch prinzipiell Auswirkungen von Studiengebühren (egal, welches Modell)
auf Studierende, aber auch auf die Gesellschaft beleuchtet.

Gegensprechanlage jeden Mittwoch 19h30 auf Orange 94.0

Kontakt: gegensprechanlage@blackbox.netckmeldung per mail. 




Persönlicher Protest/Studiengebühren/Demo
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"KPÖ Bundesvorstand" kpoe.buvo@magnet.at


Liebe Freundinnen und Freunde


nach längerer Zeit wieder einmal ein Informationsmail mit 2 Hinweisen.

a) Demo von Studierenden, SchülerInnen und anderen "QuerulantInnen" am 11.
Oktober.
b) E-Mail-Adressen und sonstiges von Nationalratsabgeordneten, zwecks
persönlichen Protests vieler einzelner - die Aufstellung wurde uns von
einem Aktivisten (mit dem Wunsch der Weiterverbreitung) zugeschickt.

didi zach

Ps.: Wer aus der E-Mail-Verteilerliste ausgetragen werden möchte, der/die
möge dies kundtun.

a) Am 11. Oktober wollen Studierende und SchülerInnen - in allen
Universitätsstädten sind Demos geplant - mit einer ersten
Groß-Demonstration gegen Studiengebühren mobilisieren.

In Wien treffen sich SchülerInnen, ElternvertreterInnen, Eltern,
LehrerInnen und all jene, die den Sozialabbau von schwarzblau zum
Ko.......finden, ab 10.30 Uhr am Westbahnhof.

b) Info zum Selbstengagement - die "Vertreter des Volkes", die
Nationalratsabgeordneten, mit der Meinung des Volkes konfrontieren.

Nachfolgend eine Zusammenstellung von Namen + Adressen von FPÖ- und
ÖVP-Abgeordneten, die nicht von Industriellenvereinigung oder
Bundeswirtschaftskammer, sondern als ArbeitnehmerInnen-, Frauen- oder
FamilienvertreterInnen in den
Nationalrat gewählt worden sind.

An ihrem Abstimmungsverhalten wird es liegen, ob das Sozial- und
Bildungsabbau-Paket, das am 18.10. mit der Budgetrede des
Finanzministers in die parlamentarische Behandlung geht, am 6.12.
beschlossen werden kann.

Demonstrationen der StudentInnen und
Schüler, Protestaktionen Betroffener und Gewerkschaftliche
Kampfmaßnahmen sind eines, die mit realer Abstimmungsmacht
ausgestatteten ÖVP- und FPÖ-Abgeordneten aus der Anonymität ihres
Parlamentsklubs heraus in die öffentliche Diskussion einzubeziehen – sie
zu Veranstaltungen einzuladen, ihre Sprechstunden zu besuchen, ihnen zu
schreiben, mailen + faxen, ihre Namen und ihre Verantwortung im
Wahlkreis, in Zeitungen und Zeitschriften publik zu machen,
LeserInnenbriefe,  JournalistInnen gewinnen, die sich des Themas und der
handelnden Menschen annehmen – entgegen den Vergatterungsdrohungen der
Klubwächter Khol + Westenthaler.

Bitte: Adressen selber nützen, weitersagen, weitermailen

Quelle: www.parlament.at – Abgeordnete und Gremien, da finden sich unter
Abgeordnete, nach Fraktionen auch genauere Informationen.


NACH WAHLKREISEN GEORDNET:
(um wahlkreis-bzw. lokalpresse/landesstudio/lokalradio-orientierte
Aktionen zu erleichtern)


Lentsch Edeltraud, Geschäftsführerin Club Burgenland, Frauenbewegung,
ÖVP
Bundeswahlvorschlag Burgenland
Langsatzweg 13
7000 Eisenstadt T: 02682/65969
Julius-Raab-Straße 7
7000 Eisenstadt T: 02682/799-49 F: 02682/799-51


Schweitzer Karl, Mag. Lehrer an einer Bundeshandelsakademie und
Bundeshandelsschule FPÖ
1
Burgenland
Klub der FPÖ
Dr.-Karl-Renner-Ring 3
1017 Wien E: karl.schweitzer@fpoe.at


Loos Johann, Offizier des Bundesheeres, ÖAAB Neusiedl,  ÖVP
1A
Burgenland Nord
Sportplatzgasse 16
7143 Apetlon
T: 02175/2246 T: 0664/2430923
F: 02175/2246 F: 02175/2220-15


Kiss Paul, Hauptschullehrer, ÖAAB Burgenland, ÖVP
1B
Burgenland Süd
Neugasse 11
7350 Oberpullendorf
T: 02612/43034 F: 02682/79941


Gatterer Edeltraud Hausfrau ÖVP
2
Kärnten
Bahnhofstraße 20
9020 Klagenfurt
F: 04242/59299 E: gatterer@carinthia.com


Gaugg Reinhart Bankangestellter FPÖ
2
Kärnten
Waagplatz 7/III
9013 Klagenfurt
F: 0463/590400-17 E: abg.r.gaugg@aon.at


Dolinschek Sigisbert Technischer Angestellter FPÖ
2A
Klagenfurt
Gotschuchen 66
9173 St.Margareten im Rosental
T: 04226/560 T: 0664/1354127
T: 04227/3630-53
E: sigisbert.dolinschek@fpoe.at


Zellot Roland Bundesbeamter FPÖ
2B
Villach
Prossowitscherstraße 23
9500 Villach T: 04242/34186


Fasslabend Werner, Dr. ÖAAB-Bundesobmann ÖVP
3
Niederösterreich
Dr.-Karl-Renner-Ring 3
1017 Wien T: 01/40110
E: werner.fasslabend@parlinkom.gv.at


Bauer Rosemarie Fachschuldirektorin – Frauenbewegung ÖVP
3A
Weinviertel
Buchenweg 6
2020 Hollabrunn


Kößl Günter, Gendarmeriebeamter, ÖAAB-Landesexekutive NÖ, ÖVP
3C
Mostviertel
2. Werksiedlungsstraße 6
3363 Neufurth
E: guenter.koessl@aon.at


Kampichler Franz, Kaufmännischer Angestellter, ÖAAB Neunkirchen,
Familienbund, ÖVP
3E
Niederösterreich Süd
Markt 102
2842 Edlitz
T: 02644/2727 F: 02644/2727
T: 02644/7247 F: 02644/7247
E: office@franz-kampichler.at
H: http://www.franz-kampichler.at


Spindelegger Michael, Dr., Landesbeamter, ÖAAB NÖ, ÖVP
3F
Wien Umgebung
Gießhüblerstraße 6
2371 Hinterbrühl
T: 01/40110-4692 F: 01/40110-4694
E: michael.spindelegger@parlinkom.gv.at


Großruck Wolfgang, Bürgermeister von Grießkirchen – ÖAAB OÖ, ÖVP
4C
Hausruckviertel
Sonnenhang 8
4710 Grieskirchen T: 07248/62462
F: 07248/62462-22
E: wolfgang.grossruck@ooe-oevp.or.at


Mühlbachler Josef, Dipl.-Kfm. Mag. Lehrer an einer Bundeshandelsakademie
und Bundeshandelsschule ÖVP
4E
Mühlviertel
Buchtastraße 16
4240 Freistadt T: 07942/72501
Hauptplatz 15/1
4240 Freistadt T: 07942/77982
F: 07942/72153
E: muehlbachler@vpn.at


Murauer Walter Versicherungsangestellter, ÖAAB Garsten, ÖVP
4D
Traunviertel
Lahrndorferstraße 21
4451 Garsten T: 0752/48134
E: nr.murauer@vpn.at
H: http://www.ooenet.at/user/murauer


Leiner Günther, Dr. Facharzt für Innere Medizin, Primararzt, ÖAAB
Salzburg, ÖVP
5
Salzburg
Monuthweg 6
5630 Bad Hofgastein
E: irene.heinisch@parlinkom.gv.at


Grollitsch Udo, Mag. Dr. Hochschullehrer FPÖ
6
Steiermark
Waasenstraße 2
8700 Leoben
T: 03842/23733 F: 03842/23733
E: udo.grollitsch@fpoe.at E: udogrollitsch@via.at
H: http://www.viaweb.at/udogrollitsch


Schöggl Leopold, Dipl.-Ing. Technischer Angestellter FPÖ
6
Steiermark
Stanzerstraße 48
8650 Kindberg T: 03865/3758
F: 03865/3758 E: schoeggl@EUnet.at
H: http://www.gugweb.com/schoeggl/


Staffaneller Norbert Geschäftsstellenleiter des AMS FPÖ
6
Steiermark
Eschensiedlung 42
8530 Deutschlandsberg
T: 01/40110-5886 F: 01/40110-5842
E: norbert.staffaneller@fpoe.at


Kurzmann Gerhard, Dr. Magistratsbeamter FPÖ
6A
Graz
Grillparzerstraße 49/V/23
8010 Graz
T: 0316/339336 E: gerhard.kurzmann@fpoe.at


Miedl Werner, Polizeibeamter, ÖAAB Stadtgruppenobmann, ÖVP
6A
Graz
Auf der Tändelwiese 16
8020 Graz
Ziehrerstraße 83
8041 Graz
T: 0316/426550 F: 0316/426550-210
E: werner.miedl@stvp.or.at


Steibl Ridi Leiterin des Referates Frau-Familie-Gesellschaft der
Steiermärkischen Landesregierung ÖVP
6B
Steiermark Mitte
Höhenstraße 28
8302 Vasoldsberg
T: 0316/493003
F: 0316/493003-11 E: ridi.steibl@styria.com


Fink Ernst Finanzbeamter ÖVP
6D
Steiermark Süd-Ost
Altenmarkt 47
8333 Riegersburg
T: 03153/7400
E: feldbach@stvp.or.at


Reindl Hermann Gendarmeriebeamter FPÖ
6E
Steiermark Ost
Schiliftstraße 101
8654 Fischbach
T: 03170/512 F: 03170/70012
T: 0664/3038070
E: hermann.reindl@fpoe.at


Sevignani Hans Fachoberlehrer FPÖ
7
Tirol
Maukweg 5
6382 Kirchdorf
T: 05352/61872 F: 05352/61872
E: h.sevignani@tirol.com


Platter Günther Gendarmeriebeamter ÖVP
7D
Oberland
Oberreit 11
6511 Zams
E: bgm.platter@zams.at


Ortlieb Patrick Profisportler FPÖ
Bundeswahlvorschlag Vorarlberg
FPÖ Vorarlberg
Römerstraße 2/3
6900 Bregenz
T: 05574/46445-15 F: 05574/46445-75 T: 0664/3384704
E: rfw.vorarlberg@vol.at


Bösch Reinhard Eugen, Dr. Historiker, Bibliothekar FPÖ
8A
Vorarlberg Nord
Sonnengasse 8
6850 Dornbirn
E: reinhard.boesch@vlr.gv.at E: reinhard.boesch@fpoe.at


Feurstein Gottfried, Dr. Landesbeamter ÖVP
8A
Vorarlberg Nord
Hof 320/10
6866 Andelsbuch
T: 05512/2280 T: 05574/511-20150
F: 05574/511-27495
E: gottfried.feurstein@oevp.or.at
E: gottfried.feurstein@parlinkom.gv.at



Amon Werner Akademischer Werbe- und Marketingkaufmann ÖVP
Bundeswahlvorschlag
Junge ÖVP Lichtenfelsgasse 7
1010 Wien
F: 01/40126-619 E: werner.amon@bp.oevp.at

Brinek Gertrude Dr., Universitätsassistentin – ÖAAB Wien ÖVP
9
Wien
Hafnergasse 3/11
1020 Wien T: 01/4277-48015 F: 01/4277-48018


Tancsits Walter, Mag. Generalsekretär des ÖAAB ÖVP
9
Wien
Weyringergasse 1
1040 Wien T: 01/5058264
ÖAAB
Laudongasse 16
1080 Wien
E: W.Tancsits@oeaab.oevp.or.at


Jung Wolfgang Offizier des Bundesheeres FPÖ
9E
Wien Süd-West
Kaltenleutgebener Straße 13A/9
1238 Wien
E: wolfgang.jung@fpoe.at


Bruckmann Gerhart, Dr ÖVP
Ordentlicher Universitätsprofessor i.R.
9F
Wien Nord-West
Zehenthofgasse 11
1190 Wien T: 01/40126-151 F: 01/4066266







DER KRIEG IN KOLUMBIEN UND DIE LANDENTEIGNUNG UND
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    VERTREIBUNG DER SCHWARZEN BEVÖLKERUNG

fewor-netbase fewor@no-racism.net


DER KRIEG IN KOLUMBIEN UND DIE LANDENTEIGNUNG UND VERTREIBUNG DER SCHWARZEN
BEVÖLKERUNG

Kolumbien hat 37 Millionen EinwohnerInnen, von denen 30%, d.h. 9,21
Millionen, schwarze Menschen sind, die sich nach einem 3-jahrzehnte
dauernden Prozess des Kampfes und des Widerstandes ihre Freiheit erobert
haben, indem sie in die Berge, Schluchten und Küsten flüchteten. Im Zeitraum
von Jahrhunderten gelang es diesen freien Menschen, sich in einer fremden
Welt zu adaptieren, zu überleben und ihre egene Welt, ihre eigene Kultur zu
schaffen.
Nach diesem Zeitraum der Befreiung hat Rassismus und Ausgrenzung die
Beziehung zwischen KolumbianerInnen und der schwarzen Bevölkerung geprägt.
Die Ausbeutung der Rohstoffe ihrer Ländereien von Seiten der multinationalen
Konzerne, kulturelle Ausgrenzung, die Beibehaltung des Zustands absoluter
Armut und die Verleugnung aller sozialen, wirtschaftllichen, politischen und
kulturellen Rechte sind nur einige Formen der angesprochenen Ausgrenzung.
Heute, im internen Krieg, den Kolumbien seit Jahrzenten lebt, sind die
schwarzen Menschen zu einer stillen Ausrottung verurteilt, etabliert vom
Staat und der Wirtschaft, in dem sie dieser Bevölkerungsgruppe ihre
persönlichen und kollektiven Rechte abspricht: Eine Situation, die sich
weiter entwickelt seitdem die Menschen entführt, in Ketten gelegt,
deportiert und wie Tiere in Amerika verkauft wurden, um die Eroberung zu
konsolidieren, welche die Länder des Nordens mächtig gemacht hat. Am Beginn
des neuen Milleniums ist das Leben dieser Menschen durch einen Ethnozid
gekennzeichnet, der von den Akteuren des Krieges in Kolumbien erhalten wird.
Die Plätze der Vertreibungen entsprechen strategischen Zonen des Krieges.
Eine Million schwarzer Menschen wurden vertrieben oder ihres Gebietes
enteignet, das von Leuten besetzt wird, die die Autorität bewaffneter
Gruppen und des Staates akzeptieren und die Träger eines ausschließenden
wirtschaftlichen und poliltischen Modells sind. Erzeuger von Zerstörung und
Tod für die TrägerInnen von jahrtausende alten Kulturen.
Das historische Projekt der schwarzen Bevölkerung hat kulturelle,
territoriale, regionale und soziale Fundamente. Ihr Kampf besteht aus der
Verteidigung der Gebiete, auf denen sie seit jeher gelebt, ihre Kultur
geschaffen und wiedererschaffen haben, in weiterer Folge zu ihrer Geschichte
in Kolumbien und Amerika. Die geforderten Gebiete sind der kollektiven
Gemeinschaft gewidmet, der Stärkung ihrer Identität und ihrer Autonomie, die
die Fähigkeit gerecht ihrer Ambitionen und ihrer Identität, frei über ihr
Leben entscheiden zu können, fordert. Im kapitalistischen Kolumbien hat die
Verteidigung ihrer Gebiete als Lebensaktion und ihre kulturellen Prinzipien,
sowie ihre Identität, die afrikanischen Menschen verändert. Außer Opfer von
Rassismus, Armut, Marginalisierung, dienen sie als militärischer Zweck, für
die bewaffneten Gruppen, die die Interessen von PolitikerInnen,
Landbesitztern, Drogenhändlern und Großunternehmen verteidigen, die die
extreme Ausbeutung der Bodenschätze suchen, die Vernichtung der biologischen
Vielfalt, die Einbindung: touristischer Projekte, Autobahnen, Häfen und
Kanäle, Agrarindustrielle, etc.
Nach der Sklaverei ist die Vertreibung der kriminellste Angriff auf die
schwarze Bevölkerung von Kolumbien und Amerika. Vertreibung ist das Ergebnis
von Einschüchterung und Massakern. Es produziert Unsichtbarkeit,
Landverlust, Verlust der natürlichen Resourcen, Familientrennungen,
Entsolidarisierung, Verlust der Selbstachtung und Verlust des Rechts auf ein
Leben in Frieden, im Rahmen unserer Traditionen, Gewohnheiten und
kulturellen Bestrebungen.
Die schwarze Bevölkerung fordert von den AkteurInnen des Krieges in
Kolumbien, sie aus dem bewaffneten Konflikt rauszuhalten, ihre Autonomie und
ihre Grundrechte zu akzeptieren und keine Kämpfe auf ihrem Gebiet
auszutragen.
Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, uns zu begleiten, sich zu
solidarisieren und mit uns für die Konsolidierung unserer Gebiete in
Übereinkunft mit den Lehren unserer Vorfahren zu kämpfen: Das Land ist der
Ort, wo du sein kannst und wo du bleiben kannst, wo deine Ideale und deine
eigene Geschichte sind, wo das Leben, die Freude, die Hoffnung und die
Freiheit wieder regieren.

Am Dienstag, den 10. Oktober 2000 findet um 19.30 eine Diskussions- und
Informationsveranstaltung mit Leuten vom "Proceso de Comunidades Negras" aus
Kolumbien im EKH, Wielandgasse 2-4, 1100 wien (u1 keplerplatz), statt.





Melel-s digest, Vol 1 #162 - 1 msg
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soli mexiko mexiko-plattform@gmx.at

> Send Melel-s mailing list submissions to > melel-s@listas.laneta.apc.org > > To subscribe or unsubscribe via the World Wide Web, visit > http://www.laneta.apc.org/mailman/listinfo/melel-s > or, via email, send a message with subject or body 'help' to > melel-s-request@listas.laneta.apc.org > > You can reach the person managing the list at > melel-s-admin@listas.laneta.apc.org > > When replying, please edit your Subject line so it is more specific > than "Re: Contents of Melel-s digest..." > > > Today's Topics: > > 1. Melel Xojobal. Lunes 9 de octubre de 2000 (Melel Xojobal) > > --__--__-- > > Message: 1 > Date: Mon, 09 Oct 2000 01:22:58 -0500 > From: Melel Xojobal > To: (Recipient list suppressed) > Subject: [Melel-s] Melel Xojobal. Lunes 9 de octubre de 2000 > > Sintesis de prensa > Lunes 9 de Octubre de 2000 > ------------------------------- > CONFLICTO CHIAPANECO > ------------------------------- > Expreso/ DESTITUYERON AL FUNCIONARIO QUE DIFUNDIO LA SUPUESTA RETENCION > DE > MARCOS. El delegado del gobierno estatal en la zona fronteriza, > Francisco > Torres Vera, fue destituido del cargo por haber filtrado a la prensa el > rumor sobre la supuesta captura del subcomandante Marcos. Despues del > escandalo politico que causo esa version, Torres Vera aclaro que jamas > dijo > que el Ejercito federal hubiera capturado a Marcos, sino que una fuente > confiable le informo que el subcomandante habia sido retenido por los > propios zapatistas en La Realidad. Torres Vera agrego que la supuesta > retencion se realizo el 23 de septiembre, y que ello no significaba que > Marcos siguiera retenido. > ------------------------------- > Expreso/ ALBORES DESMIENTE LA RETENCION DE MARCOS. El gobernador > sustituto > de Chiapas, Roberto Albores, aseguro que la supuesta retencion de Marcos > se > trata solo de rumores propagados por personas irresponsables y sostuvo > que > ni el gobierno estatal ni el federal persiguen al EZLN. Albores, quien > al > incio de su gobierno desmantelo varios municipios autonomos, recordo que > hay una ley que protege al EZLN y aseguro que no se persigue ni hostiga > a > los zapatistas. Finalmente, Albores confirmo la destitucion del delegado > Torres Vera. > ------------------------------- > La Jornada/ SALAZAR OPINA QUE SE DEBE CAMBIAR EL FORMATO DE DIALOGO CON > EL > EZLN. El gobernador electo de Chiapas, Pablo Salazar, dijo que para > iniciar > el proceso de pacificacion de Chiapas es necesario abandonar el formato > que > se utilizo durante la mesa de dialogo de San Andres. Opino que el > formato > que se utilizo ya dio de si y habra que pensar en algun otro modo como > el > dialogo directo, ademas de reformular los temas o agilizar la agenda. > Sobre > la desmilitarizacion del estado, Salazar dijo que no se piensa en un > retiro > total de las tropas porque la ubicacion fronteriza del estado hace > impotante su presencia, pero agrego que se debera buscar la salida > gradual > que ayuden al reinicio de las negociaciones de paz. > ------------------------------- > PARAMILITARIZACION > ------------------------------- > Cuarto Poder DENUNCIAN QUE PARAMILITARES DESALOJARON A COMUNEROS DE > CARRANZA. La Casa del Pueblo de Venustiano Carranza denuncio que 12 de > sus > miembros se encontraban trabajando en los bienes comunales cuando fueron > amenazados de muerte y desalojados por 25 paramilitares fuertemente > armados, integrantes de la Alianza San Bartolome de los Llanos. Ante > esta > situacion, la Casa del Pueblo solicito la intervencion inmediata de las > autoridades y la aplicacion de la ley a los paramilitares. > ------------------------------- > MANIFESTACIONES > ------------------------------- > Expreso. LA CASA DEL PUEBLO EXIGE QUE CESE EL HOSTIGAMIENTO EN SU > CONTRA. > Integrantes de la Casa del Pueblo de Venustiano Carranza, sen~alados por > la > Procuraduria General de la Republica (PGR) como integrantes del Ejercito > Popular Revolucionario (EPR), y cientos de campesinos de ese municipio > realizaron una marcha para exigir a las autoridades que cesen el > hostigamiento en su contra. Al final de un encuentro de organizaciones > campesinas y sociales, convocado para conmemorar un an~o mas del > asesinato > de nueve integrantes de la Casa del Pueblo, los participantes > pertenecientes a diversos grupos realizaron una manifestacion conjunta > para > pedir que termine la represion y para convocar a formar un frente que > luche > por el cumplimiento de diversas demandas. Los integrantes de la Casa del > Pueblo denunciaron la actual campan~a de hostigamiento en su contra, > pues > la PGR giro en septiembre ordenes de presentacion contra 31 miembros de > la > organizacion campesina, sen~alados como presuntos eperristas, entre los > cuales se encuentran algunos maestros. Cabe recordar que desde julio de > 1998, el exprocurador chiapaneco, Jorge Hernandez Aguilar, vinculado con > la > formacion de grupos paramillitares antizapatistas, acuso a la Casa del > Pueblo de realizar acciones de propaganda del EPR en el estado. > ------------------------------- > Expreso/ HABITANTES DE JITOTOL PODRIAN BLOQUEAR CARRETERAS. Despues de > una > reunion con la Procuraduria estatal, los habitantes de Jitotol que > demandan > la destitucion del alcalde Dionicio Perez, acusado de desvio de recursos > publicos, dijeron que el gobierno estatal no quiere atender su peticion. > Los manifestantes, que mantienen tomada la alcaldia de ese municipio, > dijeron que podrian comenzar a bloquear calles y carreteras. > ------------------------------- > Expreso/ DETECTAN TRABAJADORES DE SALUD MEDICINAS CADUCADAS. Los > trabajadores de Salud que se encuentran en un paro por tiempo indefinido > para exigir medicinas y equipo de calidad denunciaron que personal de la > seccion sindical 50 detecto cajas cerradas con medicamentos caducados > desde hace mas de 2 an~os, los cuales iban a ser distribuidos entre los > enfermos. El secretario general de los trabajadores, Victo Hugo > Zavaleta, > agrego que en los ultimos dias solo se han distribuido 5 cajas de > guantes > para transfusion sanguinea en el hospital Regional de Tuxtla Gutierrez. > Las > negociaciones de los 5 mil 600 trabajadores del sindicato de de la > Secretari a de Salud y el gobierno estatal se encuentran suspendidas > despues de que las autoridades rechazaron que haya desabasto de > medicamentos y equipo medico. > ------------------------------- > Cuarto Poder/ LA MARCHA DE MUJERES LLEGO A LA CIUDAD DE MEXICO. La > Marcha > Mundial de las Mujeres An~o 2000 que llegara el 17 de octubre a la sede > de > la Organizacion de las Naciones Unidas, ubicada en Nueva York, para > reunirse con el secretario general de ese organismo, llego a la ciudad > de > Mexico procedente de Chiapas. Las representantes de ese movimiento, que > inicio el pasado 8 de marzo en el marco del Dia Internacional de la > Mujer, > realizaron un mitin en el Zocalo, donde explicaron en que consisten sus > demandas. Las representantes mexicanas que acudiran a la marcha mundial > advirtieron que las mujeres de este pais no toleraran un mal gobierno y > dijeron que se mantendran atentas al desenvolvimiento de la proxima > administracion. En la Marcha Mundial de las Mujeres An~o 2000 participan > organizaciones feministas de todo el mundo, asi como organizaciones no > gubernamentales. > ------------------------------- > Cuarto Poder/ ORGANIZACIONES SOCIALES PLANEAN ACCIONES CONTRA EL > NEOLIBERALISMO. Durante la celebracion del 21 aniversario de la Union de > Comuneros Emiliano Zapata (UCEZ), realizada en Michoacan, unos 150 > representantes de diversas comunidades y organizaciones sociales > acordaron > oponerse a la privatizacion del petroleo y la petroquimica basica y > secundaria, luchar por la educacion gratuita y laica, exigir el > cumplimiento de los acuerdos de San Andres, pedir el regreso de los > militares a sus cuarteles y que el presupuesto destinado a la Defensa se > dedique a la educacion y la salud. Tambien acordaron exigir una revision > del Tratado de Libre Comercio ya que solo ha beneficiado a las grandes > empresas trasnacionales y luchar por una modificacion de la politica > energetica del pais, que afecta a las clases populares con altos precios > del gas y la gasolina, pese a que Mexico es un pais productor de > petroleo. > Dijeron ademas que es necesario promover la organizacion popular como > unica > forma de enfrentar y resolver los problemas nacionales y enfrentar las > politicas neoliberales del Fondo Monetario Internacional-Banco Mundial y > del Banco Interamericano de Desarrollo, como lo han venido haciendo de > Seattle a Praga los trabajadores de paises desarrollados. Los > participantes > llevaran estos acuerdos al Congreso Nacional Indigena (CNI) para iniciar > movilizaciones y defender de la privatizacion a los recursos naturales y > las empresas de la nacion. > ------------------------------- > Cuarto Poder. LLEGO A CHIAPAS CARAVANA DE INDIGENAS. Este fin de semana > llego a Comitan la caravana Jornadas de Paz y Dignidad, en la que > participan indigenas de toda America Latina. El coordinador de esta > caravana, Francisco Melo Nahui, explico que la caravana salio desde el > 21 > de marzo pasado desde Tierra de Fuego, Argentina, recorriendo casi todos > los paises de Sudamerica, para finalizar en la ciudad de Mexico. Agrego > que > el 25 de octubre se reuniran en Teotihuacan con otra caravana que salio > en > Mayo desde Alaska. La caravana, en donde participan representantes de > Argentina, Paraguay, Bolivia, Peru, Colombia, Ecuador, Guatemala y > Mexico, > llegara a San Cristobal el proximo viernes. > ------------------------------- > CONFLICTOS RELIGIOSOS > ------------------------------- > Expreso/ EVANGELICOS PIDEN SOLUCION DE FONDO A LOS CONFLICTOS CON > CATOLICOS. La organizacion evangelica Vision de Aguila pidio al gobierno > estatal una solucion definitiva al problema del paraje Paste, municipio > de > Zinacantan, donde fue incendiada uan vivienda de protestantes el pasado > 21 > de agosto. El presidente de esa agrupacion, Esdras Alonso, envio una > carta > enviada al gobernador estatal en la que rechazo que las autoridades > deban > pagar los dan~os y se deje en la impunidad a los caciques catolicos que > quemaron la vivienda. Agrego que este tipo de problemas no ha tenido > una > solucion de fondo y por eso no se logra la libertad religiosa plena en > Chiapas. > ------------------------------- > > > > MELEL XOJOBAL. Servicio informativo al pueblo indigena. > María Adelina Flores 17-A, Centro > San Cristóbal de las Casas,Chiapas > Tel/fax 01967-81958 > Http://www.laneta.apc.org/melel/actual.htm > > > --__--__-- > > _______________________________________________ > Melel-s mailing list > Melel-s@listas.laneta.apc.org > http://www.laneta.apc.org/mailman/listinfo/melel-s >


Castor-Transport! & Anti-Atom-Plenum
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Angelo Lucifero angelo.lucifero@hbv-th.de


Hallo an alle!!!

Aus Polizeikreisen in Baden-Württemberg wird vermeldet, daß der
Castor-Transport am Mittwoch den 18. Oktober 2000 rollen soll.
Gruß Uwe

Hofgemeinschaft Mechtersheim
Schwegenheimerstr. 5
Tel.: 06232 - 810 84-0 Fax: 06232 - 810 84-33
mobil: 0173 - 43 49 829
www.hofgemeinschaft.de






                DEBATTE ÜBER MUND UND ANTISEMITISMUS






"volk" und co - über instrumentalisierung von emotionen
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From:    Alexandra Bader alexandra@ceiberweiber.at


anlässlich der diskussion darüber, ob (welche und wie formuliert) kritik an
der israelischen politik gegenüber den palästinenserInnen zulässig ist -
ohne gleich mit dem antisemitismus-vorwurf konfrontiert zu sein, ein paar
anmerkungen:
wenn man/frau tatsächlich in "völkern" und "nationen" denkt, so kann
natürlich alles in frage gestellt werden, was in nachfolgestaaten des
dritten reiches gesagt wird. allerdings sollte es doch um universelle
menschenrechte und um handlungen an sich gehen. und dann müssten
aggressionen seitens "der israelis" oder / und "der palästinenser" nach dem
beurteilt werden, was getan wird. wobei "die" in diesem zusammenhang bei
weitem nicht alle umfasst, da auf beiden seiten keinesfalls alle mit gewalt
und aggression einverstanden sind. und dazu kommt die historische
perspektive, dass der zuzug von jüdinnen/juden nach palästina ohne die
nazi-ausrottungspolitik vernachlässigbar gewesen wäre, sodass kampf um
begrenzten raum (vielleicht) nicht nötig gewesen wäre. dazu kommen noch die
künstlichen grenzen der ehemaligen kolonialherren im nahen osten, die bis
heute massives konfliktpotential beinhalten.

unterm strich erweist sich also, dass die beste politik gegen konflikte
darin bestehen würde, die leute in ruhe leben zu lassen. was aber jenen,
die geostrategische interessen verfolgen, nicht zielführend erscheint. so
"müssen" sie überall dort, wo es um wirtschaftliche und militärische
interessen und einflusssphären geht, die menschen zu ihrem "glück" zwingen.
was euch allen natürlich nichts neues ist - und doch funktioniert die
politik entlang dieser konfliktlinien. es ist ein leichtes, durch gezielte
provokationen und terroristische akte die breite masse dazu zu bringen,
nach intoleranz und militärischer gewalt zu rufen. genau das ist im nahen
osten immer wieder passiert - und, wie die zeitgeschichte zeigt, auch in
westeuropa. ziel ist immer eine gewisse destabilisierung der länder, in
denen derlei stattfindet.

dagegen hilft nur, sich nicht auf der emotionalen ebene packen zu lassen,
sondern immer zu fragen, wem die empörung eigentlich nützt, die man/frau da
fühlen soll. wenn euch nun das bild von den freiheitlichen in den sinn
kommt, die glauben, drogenmissbrauch sei zu bekämpfen, indem arme
kleindealer verfolgt werden (dabei so nebenbei auch gleich schwarze
stigmatisiert werden, damit man einen sündenbock greifbar machen kann), so
gilt das bei weitem nicht nur dort. 

ebenso einfach sind nämlich bei den "guten linken" die emotionen zu
mobilisieren - was gerade die letzten MUND-ausgaben wieder gezeigt haben.
etwa dann, wenn  alles, was in prag passiert ist, sofort der böseböse
neoliberalismus war. man/frau kann aber - wie eine/r hier auch angedeutet
hat - "krawalle" auch provozieren. ob es so war, weiss ich nicht - derlei
ist meistens retrospektiv nach beobachtung des nachfolgenden besser
abzuschätzen. wenn etwas, das vermeintlich eine supertolle "linke"
protestaktion ist, allerdings gerade linke ideen diskreditiert, dann liegt
immer der verdacht nahe, dass es nicht von unabhängigen aktivistInnen
einfach so veranstaltet wurde.

auch der usa-reflex funktioniert, wie bei manchen meldungen zu jugoslawien
im MUND zu sehen war. natürlich mischen die usa (und frankreich,
grossbritannien, deutschland,....) in jugoslawien politisch mit. die
veränderungen aber dann ausschliesslich den usa zuzuschreiben, hiesse
letztlich, auch die drängenden wünsche der leidenden bevölkerung nach einem
wechsel zu missachten. oder zu behaupten, dass diese bedürfnisse samt und
sonders gesteuert wären. was auch bedeuten würde, diesen menschen den
wunsch nach demokratischen verhältnissen einfach abzusprechen, weil
sozusagen nur die usa auf diese idee kommen können. natürlich wird auch
hier nur rückwirkend gesagt werden können, wer sich denn nun wirklich im
welchem ausmass engagiert hat. 

weiteres beispiel: wenn breite kritik an der aktivierung von temelin kommt
(die "presse" vom 11.10. bspw: temelin = gelinde gesagt unsicher, warum
werden eigentlich die sicheren deutschen akws zugesperrt?), wenn gar tw.
verkündet wird, den tschechischen eu-beitritt verhindern zu wollen, so kann
das zwei ursachen haben:
1) echtes, ehrliches, glaubwürdiges anti-atom-engagement
2) die interessen jener, die die osterweiterung = das stärkerwerden der eu
verhindern / blockieren wollen

letztlich wird ein/e aktivist/in nie vermeiden können, dass zufällig auch
weniger lautere absichten als die eigene vordergründig das gleiche wollen.
richtschnur kann da eigentlich nur die eigene überzeugung sein - und, ob es
um universelle rechte geht, die gelten sollen, egal wo jemand lebt.

alexandra bader




Aufklärung
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From:    " Samuel Laster" balticnewswatch@chello.at



DIE VIELEN EMOTIONAL BEWEGTEN MAILS haben Wirkung gezeigt.
Am Donnerstag werde ich für die Freitagausgabe des MUND 2 Berichte
zur Lage in Israel aus erster Hand veröffentlichen.
Ich erhoffe  eine rege Diskussion.
Danach werde ich Ilan Ben Dov, Geschäftsträger des Staates Israel fragen,
ob er im Republikanischen Klub o.ä. in der zweiten Novemberwoche mit
uns diskutieren möchte.
Vorschläge von euch?
NUR ZU...

Samuel Laster
Jewish Internet Scout
www.meome.de/judentum
laster@bigfoot.com





Antisemitismus-Debatte
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From:    Harald Obermayr h.obermayr@stn.at


Lieber Andreas Görg, liebes Mund-Team.

als mund-leser verfolge auch ich - wie die meisten - die debatte rund um die
antisemitischen artikel mit einem gewissen unbehagen. dieses unbehagen
stammt daher, weil ich - parallel zum artikel von johanna - ebenfalls auf
zumindest eine richtigstellung/klarstellung gehofft habe. diese ist bis
heute unterblieben.

anstelle dessen hast du im heutigen mund eine zwar lange, jedoch nicht
wirklich stellungbeziehende schrift gepostet. dazu wolte ich ein paar sachen
anmerken.

a) in jedem redaktionsteam muss/sollte es so etwas wie einen chefredakteur
geben, einen hauptverantwortlichen. diesem hat es zu obliegen, generelle
richtlinien (auch so eigentlich selbstverständliche wie zB kein
Antisemitismus) für das produkt vorzugeben und diese auch einzuhalten. was
wäre im fall, dass der mund wegen eines postings geklagt würde? würdet ihr
dann auch die gesamte schuld an den 'jeweils tagesverantwortlichen'
anschieben? dann mächte ich bei euch nicht redakteur sein, sorry.

b) in solchen fällen wie dem vorliegenden kann es eigentlich nichts anderes
geben als eine entschuldigung der ganzen redaktion. klar, so etwas kann
passieren. sollte es aber nicht. was mich befremdet, ist die ausbleibende
entschuldigung. wenn in einem mund-posting dem judentum abgesprochen wird,
ein eigenes volk zu sein, dann gehört das richtig gestellt, und zwar
umgehend. immerhin sollte (hat er auch bislang) der mund doch einen gewissen
standard repräsentieren.

c) ad:  Wer in dieser Gesellschaft frei von Antisemitismus, Rassismus,
Sexismus etc. ist, möge das erste e-mail schreiben 
hier kann ich deiner argumentation nur bedingt folgen. es geht hier nicht um
das biblische prinzip "...der werfe den ersten stein", sondern lediglich um
eine distanzierung von einem posting, das so nicht stehen gelassen werden
sollte. wenn wir schon nicht frei sind von den dingen, die du anführst, so
sollten wir es zumindest versuchen zu sein. es verlangt viel sensibilität,
viel fingerspitzengefühl, manche entscheidung wird durchaus nicht einfach
sein. dennoch aber sind es unsere werte, unsere prinzipien, ist es unser
menschen- und weltbild, das uns abhebt (und zwar im positiven sinne) von
denen, gegen die sich die meisten von uns engagieren. und zwar tag für tag.

wie auch immer: jetzt liegt es an euch, was weiter passiert.

im übrigen schliessen auch wir uns dem aufruf von johanna an. bis zur
klarstellung, die wirklich fällig ist.

wake up!
Harald Obermayr
Der Rote Letter
d3m@stn.at






Zu den Debatten im MUND bes. zu Harald Obermayr
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From:    Christian Apl a9503809@unet.univie.ac.at


Hi Leute,

der MUND ist kein "normales" Medium. Er ist NICHT mit einer "normalen" Zeitung
vergleichbar und hat deswegen auch keine Hauptverantwortlichen, die man haftbar
machen könnte.
Es gibt keine vereinheitlichte Redaktionsmeinung. Der MUND ist einfach nur ein
Raum, der von wem auch immer in Anspruch genommen wird. Die Leute, die den Raum
aufspannen und erhalten (das sog. Redaktionsteam), können nur sehr begrenzt
darüber wachen, wer in diesen Raum eintritt und wer nicht - das ist immer
prekär, ohne Netz und Rückendeckung.

Im übrigen glaube ich naiverweise, daß man menschenverachtende Haltungen nicht
dadurch überwindet, indem man sie ignoriert oder ausgrenzt. Je mehr man sie ins
Licht stellt und so einer möglichst breiten Reflexion preisgibt, umso größer
sollte die Wahrscheinlichkeit sein, daß sie doch noch hinterfragt werden. Ich
schätze nicht nur die MUND-RedakteurInnen haben bei der laufenden
Antisemitismus-Debatte eine ganze Menge gelernt. Und das wäre nicht passiert,
wenn der Quell der Erregung nicht weitergeleitet worden wäre.

Außerdem denke ich, daß jeder Mensch das Recht hat, sich ein Gesamtbild dieser
Gesellschaft zu machen und es wäre eigentlich eine Anmaßung der sog.
MUND-RedakteurInnen wenn sie Teile dieses Gesamtbildes unterdrücken würden. So
wie es ist, so ist es eben (das heißt noch lange nicht, daß ich das gutheiße) -
das ist das wovon wir ausgehen müssen, wenn wir es verändern wollen.

Der MUND ist der Schauplatz, wo diese Auseinandersetzung stattfinden kann. Ich
für meinen Teil werde mich jedenfalls dafür einsetzen, daß das so bleibt. Wir
haben uns mit Rassismen, Sexismen, Antisemitismen usw., Menschenverachtung in
welcher Form immer sie auftritt, auseinanderzusetzen - durch Ignoranz werden wir
sie nie überwinden.

Der MUND repräsentiert tagtäglich eine Bestandsaufnahme, wo wir uns in dieser
Auseinandersetzung befinden. Kann auch gut verstehen, daß sich dessen
angesichtig sehr viele enttäuscht und entmutigt zurückziehen. Das bedeutet
gleichzeitig aber auch den Widerstand gegen Menschenverachtung zu schwächen und
die, die sich weiterhin dafür einsetzen, in Stich zu lassen.

Schließlich darf ich noch dringend ersuchen, Kritik oder Anmerkungen in erster
Linie an diejenigen zu richten, die sie durch ihren Beitrag auch verursacht
haben. Der MUND bietet dazu in der Regel optimale Voraussetzungen. Es hat
keine/r was davon, wenn der Bote für die schlechte Nachricht gekillt wird. Das
kann eigentlich nur als Realtitätsverweigerung bezeichnet werden.

In der Hoffnung, daß Konflikte doch irgendwann einmal dort bearbeitet werden, wo
sie auftreten,

Christian Apl







Antisemitismus im MUND
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From:    Martin Mair mm@mediaweb.at


Antisemitismus im MUND

von Johanna Hofinger www.ballhausplatz.at

Liebe MUND-Redaktion!

Ich bin sehr erstaunt, enttäuscht und empört über das Fehlen einer 
Entschuldigung für die beiden anitsemitischen Beiträge der letzten 
Zeit. Ich dachte, rassistische, frauenfeindliche und antisemitische 
Beiträge würde nicht veröffentlicht?

Dem kann ich mich nur anschließen.

Es stellt sich überhaupt das Problem der diversen pseudolinken 
Politsekten, die den
Widerstand mit ihren Ideologiewichsereien zumüllen wollen wie zum Beispiel die
RKL, die Saddam Hussein und Milosevic leiwand finden, weil diese angeblich so
selbstlos gegen den "Neoliberalismus" (was sit da so neu dran bloß und im
Vergleich zum Kolonialismus geradezu noch human) kämpfen.

Oder Gruppen, die ihr politischen Selbstverständnis darin finden, 
sich als Märtyrer
aufzuspielen, wenn "Autonomen"gruppen in Prag Prügeleien anzetteln 
und die zweifellos
zu verurteilenden Übergriffe der Polizei als Gewalt des 
"Neoliberalismus" verkaufen wollen,
wo doch die dortigen Behörden jahrzentelang durch stalinistische 
Diktatur - pradon
Volksdemokratie - geformt worden sind.

Ob rechts oder links, ob Polit-, Wirtschafts- oder 
Religionsideologie, Gewaltherrschaft
und Ideologie ("geschlossene Weltanschauung" im Sinne Karl Mannheims) 
ist fuer mich
immer ablehenenswert und auch der "Unterdruecker im Unterdrueckten" 
(Paolo Freirre)
ist nicht zu vergessen (es sind nicht immer nur die da "Oben" alleine 
"Schuld").

Das war schon immer so bei diversen Protestbewegungen, daß ideologische Sekten
versuchen die "Bewegung" für sich zu nutzen (rein marktwirtschaftliche gesehen
auch sehr verständlich). Im Notfall könnte die Anzahl der allgemeinpoilitagierenden
Mails pro Politsekte rationiert werden. Im Zeitalter des Internets  kann sich jeder,
der auf sowas steht, ja eh direkt von diesen Gruppen jede Mail zusenden lassen.
Alles muß ja nicht in den MUND. Ein kurzer Hinweis mit Bezugsquelle sollte auch
reichen.

Martin Mair
-- 
==========================
Reporter ohne Grenzen - Oesterreich
c/o Journalistengewerkschaft
Bankgasse 8, A-1010 Wien
rog@rog.at, http://www.rog.at






wiederholter antisemitismus im mund
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From:    peter.sevenier@gmx.at peter.sevenier@gmx.at


 

  die mund-readaktion schweigt nobel zu antisemitischen positionen
  wer schweigt stimmt zu 

  obwohl im mund keine texte, beiträge mit rasisstischen und 
  frauenfeindlcihen inhalten erscheinen dürfen, erscheinen artikel mit 
  anitisemistischen inhalten "Gleiche Nationalität für Alle" (05.10.00)
  "1000 in Wien für Palästina" (08.10.00), ohne daß sich die
mund-redaktion 
   überhaupt zu wort meldet

  ein artikel mit antisemitismus ist schlimm genug - aber im mund scheint
  es in mode zu kommen offene antisemitische parolen zu verbreitern

  "Die einzige demokratische und antiimperialistische Lösung sei ein 
   arabisches Palästina vom Jordan bis zum Mittelmeer mit vollen
religiösen 
   Rechten für Moslems, Christen und Juden." - soweit die RKL
 
   warum darf es wohl keinen jüdischen staat geben nur einen arabisches 
   palästina ? - juden/jüdinnen haben keine recht, weil, ... ist eine
uralt 
   zutiefst antisemtische position.

  die mund-redaktion schweigt und schweigt und schweigt .... zwar hat auch
  eine leserin-schreiberin und die OEKOLI 

 ("Wir fordern alle Organisationen die zu dieser Kundgebung aufgerufen 
   haben, darunter auch der Kommunistische StudentInnenverband (KSV) dazu 
   auf, sich von diesen offen antisemitischen Positionen der RKL zu 
   distanzieren. Aus unserer Sicht ist die RKL mit diesen Positionen 
   endgültig in des Lager jener gewechselt, die den Holocaust offen 
   verharmlosen und die israelische Bevölkerung aus Palästina vertreiben 
   will. Wir betrachten diese Positionen als rechtsextrem und werden jede 
   Gruppe, die diese unterstützt auch als solche behandeln." OEKOLI)

  außer mir aufgezeigt und nachgewiesen, daß in den erwähnten beiträgen 
  antisemitismus vorkommt. trotzdem veröffentlicht die mund-reaktion 
  weiter antisemitische positionen.

  ich fordere die mund-redaktion auf - endlich sich zu äußern - stellung
  zu beziehen - sich von den antisemitischen positionen auf das 
  schärfste zu distanzieren - und sich auch zu entschuldigen - 
  ich hoffe die mund-readaktion bricht endlich das selbst auferlegte 
  schweigen - wer schweigt stimmt zu   





MUND Boykott oder: Köpfen wir den Boten !
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From:    Johannes j_knoebl@teleweb.at

MUND Boykott 
oder: Köpfen wir den Boten !

von Johannes Knöbl

Die Beiträge über die jüngsten Geschehnisse in Israel, die im MUND vom 3. Und 4.
Oktober erschienen sind, haben zu einer ganzen Reihe von heftigen Reaktionen
geführt. Einige der Reaktionen kündigten einen Rückzug aus dem Widerstand an, in
einem Beitrag im gestrigen MUND wurde überhaupt zu einem Boykott des
WiderstandMUND aufgerufen, bis sich die Redaktion offiziell entschuldigt hat.

Für mich ist es an der Zeit einige Dinge klarzustellen - über den konkreten
Fall, als auch über das Projekt MUND im allgemeinen. Meine ganz persönliche
Erklärung für eine so späte Reaktion meinerseits ist symptomatisch banal: mein
Computer war die letzten vier Tage in seine Einzelteile zerlegt, ich habe erst
gestern Nacht wieder Zugriff auf die Redaktionsmails gehabt. Symptomatisch ist
diese Erklärung, da offensichtlich noch immer vielen LeserInnen des MUND nicht
ganz klar ist, wie dieser Rundbrief tatsächlich entsteht und durch welch
idiotische Dinge sich manche Schwierigkeit oder Problem ergibt...aber dazu
später mehr. Eines vorneweg: Die kritisierten Beiträge entsprechen absolut nicht
meiner persönlichen Überzeugung, mich von ihnen zu distanzieren oder sie zu
kritisieren will ich gerne tun, nur mich dafür ehrlich und aufrichtig zu
Entschuldigen fällt mir schwer. Die sachliche Kritik wurde bereits von anderen
besser und treffender formuliert - es waren dies auch sicherlich nicht die
ersten Beiträge die im widerstandMUND veröffentlicht wurden, mit denen ich meine
persönlichen Probleme hatte.

Jenseits der bereits vorgebrachten Kritik würde ich auch noch auf einen anderen
Aspekt hinweisen: Die Sensibilität, mit der auf verschiedene Inhalte reagiert
wird ist unterschiedlich ausgeprägt - aber wer noch nicht verstanden hat, daß
insbesondere das Thema Israel in diesem Land nicht in der üblichen
Hau-Ruck-Rhetorik, wie sie in manchen linken Gruppierungen gepflegt wird,
abzuhandeln ist, hat tatsächlich nichts über unsere Geschichte begriffen. Von
der historischen Verantwortung kann sich in Österreich auch niemand befreien,
indem er/sie etwa den Nationalstaat und damit nationale Geschichtsschreibung für
sich persönlich negieren will.

Wer zum Beispiel die Diskussionen um die Walserrede verfolgt hat, dem wird rasch
klar, daß der ganze Themenkomplex Antisemetismus, Umgang mit der
Nazi-Vergangenheit und in Konsequenz auch das Thema Israel, in Deutschland und
Österreich nicht emotionslos und vorurteilsfrei diskutiert werden kann - denn
jenseits der persönlichen Überzeugungen stehen sich nach wie vor Täter und Opfer
gegenüber. Wer diese Tatsache nicht begreifen und akzeptieren kann, hat eben
nichts begriffen. Ganz persönlich halte ich die kritisierten Beiträge nicht in
erster Linie für offen antisemitisch, ich halte sie vor allem für dumm, weil aus
der irrigen Haltung heraus "ich bin ja ohnedies ein Antirassist" komplexe
Zusammenhänge unkritisch und undifferenziert kommentiert wurden.

Ich denke, daß manche Formen der Kampfrhetorik ganz allgemein kritisch
diskutiert werden sollten - aber andere Themen als Aufhänger würden es
ermöglichen, diese Diskussion emotionsfreier zu führen. So lustig finde ich die
Tatsache ja nicht, als Mitglied der MUNDRedaktion nunmehr in den Ruf zu geraten,
antisemitische Beiträge zu verbreiten: es stellt ganz grundsätzlich mein
persönliches politisches Engagement in Frage, das, seit dem ich politisch denke
und handle, nicht zuletzt durch den Kampf gegen Antisemitismus geprägt ist... in
diesem Sinne fühle ich mich auch sehr persönlich in diese Diskussion involviert.
Es fällt mir aber schwer, mich für diese Beiträge zu entschuldigen - und das hat
nichts mit den Beiträgen selbst zu tun, sondern mit der ganzen Idee, die für
mich hinter dem Projekt widerstandMUND steht.

Der widerstandMUND hat keine Redaktion im Sinne einer Zeitung, die verschiedene
Berichte auswählt um sie dann zu veröffentlichen. Dies ist technisch und
personell gar nicht machbar. Das Redaktionsteam, das den MUND seit Februar
zusammenstellt, hat sich in den vergangenen 8 Monaten genau fünf mal getroffen -
einige der Redaktionsmitglieder habe ich bis heute noch gar nicht persönlich
kennengelernt. (Einer von uns lebt überhaupt in North Carolina...) Die
Entscheidung Beiträge nicht in den MUND aufzunehmen (was nicht all zu oft
vorkommt) liegt einzig bei der zuständigen Tagesredaktion - ich erhalte den MUND
an den sechs Tagen, wo er von anderen TagesredakteurInnen zusammengestellt wird,
genau wie alle anderen Empfänger auch, erst dann, wenn er bereits verschickt
wurde. Diese Form der Nachrichtenübermittlung kann und muß kritisiert werden -
aber die Forderung nach einer tatsächlichen redaktionellen Bearbeitung jeder
Ausgabe des MUND würde das ganze Projekt beenden - das können w! ir ohne Geld,
ohne Räumlichkeiten und mit sehr beschränkter Zeit, nicht umsetzen.

Die Verantwortung für die Aufnahme eines Beitrags liegt bei der jeweiligen
Tagesredaktion, das heißt aber nicht, daß ich in dieser konkreten Situation, die
jeweiligen Tagesreds mit dieser Verantwortung alleine im Regen stehen lassen
möchte - ich kann mich aber auch nicht in ihrem Namen entschuldigen. Ich kann
auch nicht behaupten, daß in meiner Verantwortlichkeit niemals so ein Beitrag in
den MUND gekommen wäre - es kommt vor, daß ich nicht vor drei Uhr früh dazu
komme, den MUND noch zusammenzustellen - und ich müßte Lügen, wenn ich behaupten
wollte, ich würde dann noch jeden Beitrag auf Herz und Nieren prüfen. Ich stelle
den MUND so sorgfältig zusammen, wie es mir möglich ist - und die anderen Reds
macht das nicht anders. Das dabei Fehler passieren, ist vorauszusetzen.

Wenn ich mich also für etwas entschuldigen müßte, dann wäre dies eine
Entschuldigung für die tatsächliche Struktur des widerstandMUND - und das will
ich nicht ! Ich kann versuchen unsere Strukturen zu erklären und weiter
versuchen mitzuhelfen diese Struktur zu verbessern - wenn es aber nicht möglich
ist, den widerstandMUND in dieser Form durchzuführen, dann bedeutet dies aber
nicht eine notwendige Umstrukturierung, sondern eine Beendigung des gesamten
Projekts.

Die Grundidee des widerstandMUND ist es, einen offenen Kanal der Kommunikation
innerhalb der Widerstandsbewegung gegen die blauschwarze Regierung aufzubauen.
Verschickt wird der MUND an einen relativ großen Kreis interessierter Personen -
es ist davon auszugehen, daß die Nachrichten, von unseren fleißigen
Stapo-Beamten einmal abgesehen, in erster Linie politisch interessierte Personen
erreicht, die im Rahmen des Widerstands aktiv sind. Grundsätzlich gehe ich davon
aus, daß alle MUND-LeserInnen in der Lage sind, die verschiedenen Inhalte und
Meinungen, die im Rahmen der Beiträge repräsentiert sind, selbst kritisch zu
lesen und nötigenfalls durch eigene Beiträge darauf zu reagieren. Der MUND ist
in diesem Sinne besser mit einer Diskussionsveranstaltung zu vergleichen, als
mit einer Zeitung - und ich erinnere mich an viele Diskussionen, wo es dumme
Wortmeldungen gab: die anderen Teilnehmer haben darauf reagiert, haben
geantwortet, haben diskutiert - aber es wäre niemanden in de! n Sinn gekommen,
die Veranstalter der Diskussion dafür verantwortlich zu machen.

Im konkreten Fall finde ich es auch schrecklich, daß nach wie vor solch dumme
und undifferenzierte Haltungen gegenüber Israel vertreten werden - wir können
uns aber nicht vor der Tatsache verschließen, daß es diese Haltungen auch
innerhalb des Widerstands gibt. Ich stelle mir im konkreten Fall die Frage, ob
es besser ist, solche Beiträge einfach zurückzuweisen und sie einem breiteren,
kritischem Publikum vorzuenthalten, oder ob nicht die Möglichkeit, solche Dinge
breit zu diskutieren gerade das ist, was den MUND so interessant macht. Und da
besteht für mich schon ein entscheidender Unterschied zwischen einem dummen
Leserbrief, wo jemand auf Ausländer schimpft, und der Veröffentlichung eines
Beitrags einer politischen Gruppe, die im Rahmen der Widerstandsbewegung aktiv
ist. Für mich erscheint es wichtiger zu wissen, mit wem ich es zu tun habe, als
unbedingt zu verhindern, daß Meinungen, die in dieser Form inakzeptabel sind, an
die Öffentlichkeit gelangen. Denn ich denke mir d! och, daß bei einem nächsten
Koordinationstreffen etwa, die Vertreter der besagten Gruppen wohl einiges an
Kritik einstecken werden...und das ist sehr gut so.

Die MUNDRedaktion zu kritisieren und verantwortlich zu machen, daß solche
Haltungen existieren und demnach auch Eingang in den MUND finden, ist legitim
und kann gerne diskutiert werden - den MUND deswegen zu boykottieren und auch
Andere dazu aufzurufen kommt mir aber vor, wie die dumme Tradition, den
Überbringer schlechter Nachrichten zu köpfen.

Aber warum hat die MUNDredaktion sich nicht nachträglich von diesen Beiträgen
distanziert ? In den nachfolgenden Ausgaben des MUND sind einige Beiträge
erschienen, die notwendige Kritik sehr umfassend und gut zusammengefaßt haben.
Alle aufmerksamen Leser des MUND werden vielleicht schon bemerkt haben, daß es
ganz wenige Stellungnahmen der gesamten MUNDRed als solche gibt (gibt es
überhaupt eine ?) - ich glaube, das liegt schlicht daran, daß wir zwar
persönliche Stellungnahmen abgeben, aber nur sehr ungern als MUND Redaktion das
Wort ergreifen: neben dem Problem der beschränkten internen
Kommunikationsmöglichkeiten, sehen wir uns weniger in der Rolle von
ZeitungsredakteurInnen, sondern viel eher als technische ArbeiterInnen, die den
MUND zusammenstellen - im Namen der Redaktion zu sprechen erschien uns daher
immer ein wenig vermessen...

Ich persönlich verstehe das folgendermaßen:

Der MUND ist ein Projekt, daß bei allen bestehenden Risiken versucht, die
Verantwortlichkeit für den Inhalt weitestgehend auf die Einsender der Beiträge
zu übertragen. Das wir dieses Modell verfolgen hat sowohl technische, als auch
ideelle Gründe. Und wir waren und sind uns immer des Risikos bewußt, daß ein
Mißbrauch dieser Verantwortung, das ganze Projekt zum Scheitern bringen kann.
Wir übernehmen als MUNDRedaktion keine Verantwortung für den Inhalt der
einzelnen Beiträge, nicht weil wir kein Verantwortungsgefühl besitzen, sondern
weil wir einen Freiraum schaffen wollen, um Neues zu erfahren, zu denken und zu
ermöglichen. Wie ich ganz strikt und kontrolliert eine Zeitung machen kann, weiß
ich auch, wie wir aber mit Freiheit umgehen, ist die spannende Frage - für den
MUND im speziellen - mit unserer Gesellschaft im allgemeinen. Ich weiß sehr gut,
wie ich von Anfang an Regeln und Strukturen aufbauen kann, die möglichen
Mißbrauch verhindern - nur geht das immer auf Kosten der Freiheit. Ich bin nicht
gegen Regeln, ich bin nicht gegen Verantwortung - aber Freiheit zu geben heißt
eben auch, Verantwortungen zu übertragen. Und wenn diese Verantwortung da oder
dort nicht eingehalten wird, kann und muß man dann Konsequenzen ziehen.

Ich distanziere mich ausdrücklich von den besagten Beiträgen - wenn ich aber als
Teil der MUNDred mich entschuldigen muß und ausdrücklich distanzieren, wenn der
eine oder andere Beitrag in dieser Form nicht akzeptabel ist, hätte ich viel zu
tun, und wohl bald genug von der ganzen Sache... wenn ich selbst an einer
Diskussion oder Vorgangsweise beteiligt war, die Entschuldigungen notwendig
gemacht haben, dann habe ich mich nie davor gescheut dies auch zu tun. (Sagt da
wer Tomaten ? ;-) Aber ich habe es in der ganzen bisherigen Entwicklung des
MUNDs immer wieder gesehen, daß einzelne dumme Beiträge im Anschluß hoch
interessante Diskussionen ausgelöst haben, es würde mir schwerfallen tatsächlich
entscheiden zu müssen, welche Diskussion in dieser Form im Rahmen des MUNDs
geführt werden sollte und welche nicht. "Zensur !" und "Boykott !" zu rufen ist
immer eine einfache Lösung -dies wird uns aber nicht vor bestehenden
Antisemitismen, Rassismen und Sexismen beschützen - in bestimmt! en Grenzen
halte ich es persönlich sogar für ausgesprochen wichtig diese Diskussionen zu
führen, auch wenn sie durch Beiträge ausgelöst werden, die inakzeptabel sind. Wo
genau aber diese Grenzen liegen ist oft verdammt schwer zu bestimmen - und ich
habe das Projekt MUND immer so verstanden, daß diese Grenzen gemeinsam gesucht
werden und nicht einfach dem Tagesred - oder der MUNDred - überlassen wird.
 
Freiheit bedeutet Partizipation - wer immer will, daß die MUNDred alleine die
Verantwortung für die Inhalte übernimmt, will dadurch in letzter Konsequenz auch
kein freies Kommunikationsmedium. Und ich habe größtes Verständnis für beide
Haltungen - der MUND hat aber einen ganz bestimmten Weg beschritten - und wenn
das in dieser Form nicht mehr funktionieren sollte, dann ist es an der Zeit,
etwas Neues zu beginnen.






mundsche antisemitismusdebatte
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From:    roter.stern roter.stern@gmx.net


ad antisemitismus streit:

festzustellen waere folgendes in aller kuerze:
1. es gibt keine verbindung zwischen den begriffen "jude" und "israeli" (von
"hebraeern" ganz zu schweigen)
2. der begriff "judentum" bezeichnet menschen die nachfolger eines
gemeinsamen kultursegmentes sind. dies kann einerseits eine religoese
tradition sein, andererseits eine kulturelle (z.b. jued. aufklaerung etc.)
oder historische (z.b. gemeinsamkeit aus der leidens-, verfolgungs-, und
vernichtungsgeschichte...), in jedem fall ist es KEINE voelkische
geschichte. die voelkische idee steht wohl immer mit der
rassischen/rassistischen in zusammenhang, in bezug auf "judentum" eruebrigt
sich dies wenn man in betracht zieht, dass es europaeische, afrikanische,
asiatische etc. menschen gibt, die sich als dem judentum zugehoerig
bezeichnen.
3. zionismus: zionismus waren am anfang der idee verschiedene stroemungen,
territoriale ebenso wie ideologische und auch lediglich identitaetsstiftende
(was wiederum jenen viel zu denken geben sollte die so gern den
volksgedanken bemuehen wollen). vorallem durch die nationalsozialistische
vernichtungspolitik gegen die "juden" (in diesem fall im sinne der
nuernberger gesetze) gewann eine territoriale ausrichtung absolute oberhand
innerhalb des zionismus. heute ist zionismus leider gleichzusetzen mit einer
proisraelischen haltung. insofern ist jegliche kritik am zionismus tragbar,
da sie dem heutigen stand der dinge gemaess lediglich die kritik an einem
territorialen anspruch darstellt.

gehen wir dem volksgedanken nach, den hier die verteidiger gegen
antisemitische untertoene offensichtlich propagieren, so sind wir eigentlich
schon weiter in der ausgrenzung als davor.
deshalb noch einmal:
juedische tradition und geschichte fuer sich zu beanspruchen (i.e. sich als
juedisch zu bezeichnen) kann in keiner weise mit einer proisraelischen
haltung gleichgesetzt sein und ebenso kann keine kritik am staat israel oder
am politischen zionismus mit einer antisemitischen haltung gleichgesetzt
werden.
vielen dank fuer ihre aufmerksamkeit. n.w.





Debatte/In eigener Sache: Antisemitismus in der akin?
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From:    akin.buero@gmx.at akin.buero@gmx.at


Debatte/Wieder einmal:

 Antisemitismus in der akin?

Es ist alles sehr kompliziert: Es erreichten uns empoerte
Leserbriefe zu einem von der Agentur IPS uebernommenen Artikel
"Israel: Gleiche Nationalitaet fuer alle?" in akin 27/00. Dazu
musz gesagt werden, dasz uns diese Leserbriefe nicht alle direkt
zugestellt wurden, sondern teilweise nur im Newsletter
"Widerst@ndsMUND" erschienen, der die elektronische Ausgabe der
akin teilweise wiedergegeben hatte und sich seinerseits mit
Protesten konfrontiert sah. Diese Leserbriefe wollten wir in der
Print-Ausgabe aus Platzgruenden nicht in voller Laenge
wiedergeben. Da wir aber die Diskussion nicht abwuergen wollen,
brachten wir zumindest Auszuege oder gekuerzte Fassungen, die wir
in dieser Form auch im akin-pd wiedergeben. Natuerlich kann uns
jetzt vorgeworfen werden, dasz die Kuerzungen willkuerlich seien
und dadurch der Inhalt verfaelscht wuerde, aber wenn Briefe zu
lang sind, sind wir einfach gezwungen, zu kuerzen. (Die
angefuehrten Texte sollen demnaechst auch in voller Laenge auf
unserer Homepage zu lesen sein.)


***

 juden/juedinnen sind ein volk

Beitrag im MUND vom 6.10.

die argumentationslinie des berichtes "Israel: Gleiche
Nationalitaet fuer alle?" ist, dasz die juden/juedinnen in israel
von der praemisse ausgehen, dasz juden/juedinnen eine
nationalitaet sind, diese praemisse fuehrt - laut artikel - zu den
diskriminierungen der arabischen israelischen staatsbuergerInnen -
andersherum wenn die juden/juedinnen in israel von der praemisse
weggehen, dasz sie eine nationalitaet sind, gibt es auch keine
diskriminierungen mehr....

... die verschiedenen begriffe werden platt, vereinfachend,
verdrehend und oberflaechlich verwendet, die begriffe nation,
nationalitaet, staat, zionismus, juedische heimat, israelischer
staat werden unentwirrbar durcheinandergebracht....

... der entscheidende begriff volk, palaestinensisches volk und
juedisches volk kommt erst gar nicht vor...

... * juden/juedinnen haben als praemisse, dasz sie eine eigene
nationalitaet sind

* israelische juden/juedinnen werden einer eigenen und einzigen
kategorie von nationalitaet zugeordnet
* israelische araberInen werden in verschiedene nationalitaeteneingeteilt

...jetzt ersetze ich das wort nationalitaet mit dem wort recht

* juden/juedinnen haben als praemisse, dasz sie ein eigenes recht
haben (gemeint das recht einen eigenen juedischen staat zu haben)

* israelische juden/juedinnen werden einer eigenen und einzigen

kategorie von recht zugeordnet

* israelische araberInnen werden in verschiedene rechten
eingeteilt

....alle sollen und muessen selbstverstaendlich die gleichen
rechte haben, aber dann haben immer noch nicht alle die gleiche
nationalitaet und sollen sie auch gar nicht haben...

....die schluszfolgerung und die forderung ist:

dasz diese diskriminierung der israelischen araberinnen nur
abgeschafft werden kann, wenn die israelischen juden/juedinnen
endlich ihre praemisse aufgeben und erkennen, dasz sie keine
nationalitaet und kein volk sind, erst dann haben alle die
gleichen rechte und die rabbiner sollen sich gefaelligst aus den
staatlichen angelegenheitemn zurueckziehen...

...die eingangsfrage "gleiche nationalitaet fuer alle?" versteckt
nur die antisemitische forderung

a) juden/juedinnen sollen aufhoeren sich als nationalitaet/volk zu
sehen

b) solange dies nicht geschieht gibt es nicht gleiche rechte fuer
alle...

... juden und juedinnen sind aber ein volk, dies ist nicht nur
eine "praemisse" vom staat israel oder ein "heiliges prinzip"
sondern ein faktum und eine tatsache, juden/juedinnen sind genauso
ein volk wie die kurdInnen oder die palaetinenserInnen aber nicht
darauf, dasz juden/juedinnen eine nation darstellen baut der staat
israel auf sondern dasz juden/juedinnen ein volk sind, der staat
israel wurde von juden/juedinnen gegruendet fuer juden/juedinnen
gegruendet, sowie ein palaestinensischer staat fuer das
palaestinensische volk gegruendet wird...

... "und den ultra- orthodoxen rabbinern das alleinige recht zu
entziehen, israelische juden zu verheiraten und zu scheiden." --
das recht, israelische juden und auch juedinnen zu heiraten und
sich scheiden zu lassen haben alle anerkannten rabbiner in israel
und um es gleich klar zu stellen - nicht jeder anerkannte rabbiner
in israel ist ultra-orthodox ....

... weiters beinhaltet diese feststellung, dasz es ohne rabbiner
keinerlei moeglichkeit gibt zu heiraten auch dies ist falsch.
viele israelische juden/juedinnen heiraten auszerhalb israels z.b.
in cypern - diese heirat wird in israel anerkannt ....
... "die entscheidung ueber die abschaffung des religionsvermerksin den 
personalausweisen muss durch ein komitee der knesset
getroffen werden." falls es zu einem gestz zur abschaffung des
religionsvermerks in den personalausweisen kommt - so wird dieses
gesetz von der knesset dem israelischen parlament getroffen und
verabschiedet und nicht von einem komitee ...

... da der entscheidende begriff volk nicht vorkommt und die
begriffe falsch, verdrehend und oberflaechlich verwendet werden
moechte ich nochmals klar festhalten:

* juden/juedinnen sind ein volk

* das judentum ist eine religion

* juden/juedinnen koennen atheistisch sein und sind trotzdem
juden/juedinnen (christinnen koennen nur christinnen sein wenn sie
auch religioes sind)

* juden/juedinnen waren ueber jahrhunderte keine nation (roma und
sinti sind ein volk aber keine nation) und juden/juedinnen haben
auch heute keine nation - es gibt keine juedische nation nur einen
juedischen staat, sowie es einen palaestinensischen staat geben
wird

* es gibt heute einen israelischen staat.

* im heutigen israelischen staat wohnen juden/juedinnen und
nichtjuedische staatsbuergerinnen

* ob und inwieweit es eine israelische nation gibt was das
spezifische an der israelischen nation ist und wie sich
unterscheidet vom

juedischen volk oder vom juedischen staat ist - soweit mir bekannt
- noch recht unerfoscht ...

*Peter Sevenier (peter.sevenier@gmx.at)*

***

 Empoerung

Beitrag im MUND vom 7.10.

Es ist mir ein groszes Anliegen durch diese Wortmeldung
klarzustellen, dasz der von Peter Sevenier zu Recht schaerfstens
kritisierte Beitrag "Israel: Gleiche Nationalitaet fuer alle?"
sehr wohl Empoerung ausgeloest hat.

Als Juedin bin ich seit meiner Kindheit mit vielen aehnlichen und
anderen, versteckten und offenen, bewuszten und unbewuszten
Antisemitismen konfrontiert und ich stelle fest, dasz ich schon
muede und ohnmaechtig geworden bin, was mich meistens davon
abhaelt, auf sie offen zu reagieren. Antisemitismus ist ueberall,
in Nachrichten, Zeitungen (nicht nur Krone...), in den Geschichts-und 
Unterrichtsmaterialien... und dabei stoeszt es mir sauer auf,
wenn ich das Wort Antisemitismus ueberhaupt verwende, schlieszlich
ist das ja ein Wort, das bekanntlich erst die Nazis in unsere
Sprache einbrachten (wie so viele andere).

Das von Peter Sevenier Analysierte ist durchaus nicht unbeobachtet
geblieben. Und ich kann nur hoffen, dasz die entsprechenden
Redaktionen von akin und mund in Zukunft etwas naeher hinsehen.

*Hannah Froehlich (hannah@aktiv.co.at)*

***

Als Folge dieser beiden Leserbriefe bat die Redaktion der akin IPS
um eine Stellungnahme:

***

 Bemerkungen  zu den Ausfuehrungen von Peter Sevenier

Sollten sich die Ausfuehrungen von Sevenier tatsaechlich auf den
Artikel von Ben Lynfield, Korrespondent der internationalen
Nachrichtenagentur IPS beziehen, (ich vertrete die Agentur in
Oesterreich und vor der UNO) moechte ich mit Entschiedenheit und
aller Schaerfe den Vorwurf des Antisemitismus zurueckweisen,
ebenso den Aufruf zur Zensur.

Wir von IPS sind jedenfalls bereit, jeder Person, die sich ein
eigenes Bild ueber den Original-Artikel machen will, den Text
gratis zuzuschicken. Wir heiszen auch jede Diskussion ueber unsere
Berichterstattung herzlich willkommen! Nur bitte ohne
Ausgrenzungen!

Zustimmen wuerden wir z.B. bei einer kritischen Feststellung, dass
der Artikel ein ungewohntes Thema fuer die oesterreichische
Oeffentlichkeit aufbereitet und somit hier und dort Verwunderung
oder gar Schock (wie es eine andere Zuschrift ausgedrueckt hat)
ausloesen koennte. Fuer den Schock tut es uns leid, obwohl wir
nichts dafuer koennen, denn woanders, aber besonders in Israel
(gluecklicherweise), sind solche Berichte gang und gaebe.

IPS zeichnet sich als internationale Nachrichtenagentur durch eine
besonders ausgepraegte Multikulturalitaet aus, bei der Toleranz
und Menschenrechte ganz oben stehen. Unter meinen Kollegen gibt es
arabische Staatsbuerger und auch praktizierende Juden. Einfach
undenkbar, dass sich irgendeine Art von Antisemitismus in unseren
journalistischen Diensten einschleichen koennte. Bei uns nicht!
(IPS ist auch die einzige internationale Nachrichtenagenturgewesen, die das 
rassistische Apartheid-Regime in Suedafrika
ausdruecklich geaechtet hat!)

Der Artikel, auf den sich die Ausfuehrungen von Sevenier zu
beziehen scheinen, hatte die AKIN im Rahmen eines Probeabonnements
waehrend des Monats September d.J. bezogen und in erlaubter Weise
in den WiderstandsMUND gesetzt. Es handelt sich um einen
sprachlich einfach und klar gehaltenen Hintergrundbericht ueber
die geplante Abschaffung diskriminierender Vermerke in
oeffentlichen Dokumenten des Staates Israel. Der Artikel befasst
sich in einer eindeutig positiven Haltung mit dem Vorhaben und
dessen Diskussion in Israel. Es wird sogar die positive
Entwicklung in Israel, mit einem negativen Beispiel aus einem
anderen Land und einer anderen Kirche kontrastiert (Griechisch-
Orthodoxe Kirche in Griechenland).

Der Artikel ist weltweit vertrieben worden und von den Kunden von
IPS (vornehmlich Qualitaets-Medien) und deren Oeffentlichkeiten
innerhalb und auszerhalb Europas unbeanstandet zur Kenntnis
genommen worden.

Mit allen Respekt nun fuer die geschichtlich bedingte
Verletzbarkeit in dieser Region, wo z.B. erst jetzt - nach mehr
als einem halben Jahrhundert und erst nach betraechtlichen Druck
aus dem maechtigen Ausland - materielle Wiedergutmachungen an noch
ueberlebende Opfer des "Dritten Reiches" geleistet werden soll...
Ja, bei allem Respekt und Mitgefuehl, kann ich keine Begruendung
fuer  die diskriminierenden Untergriffe des Herrn Sevenier,
erkennen.

Mehr noch, ich warne vor solchen Diskussionen, die sich auf
Begriffe wie "Volk" berufen. Sie sind extrem gefaehrlich und
entfremdend, es sind so viele Unmenschlichkeiten - der Holocaust
eine der entsetzlichsten von allen -  im Namen des "Volkes"
begangen worden! Mit solchen Begriffen koennen keine analytischen
Kriterien gefunden werden. Sie sind nachweislich ideologische
Verballhornungen, die zu Slogans wie "Volk ohne Raum",
"voelkischer Beobachter", "ein Volk, eine Heimat" etc. etc.,
gefuehrt haben, sowohl damals, aber auch bis heute ganz nah im
Balkan und leider eben auch im Nahen Osten, wie man gerade dieser
Tage wieder erleben muss.

Der IPS-Korrespondent, Ben Lynfield, versuchte in seinem Artikel
israelische Ansaetze zu vermitteln, die genau mit diesem Humbug
aufhoeren wollen! Etwas dagegen?

Selbstverstaendlich berichtet IPS ebenso auch aus anderen
Hauptstaedten ueber derartige Prozesse, ohne Ruecksicht auf
Ansehen und Person.  Wie oben bereits bemerkt, sind die
Menschenrechte ein wichtiges Thema unserer Berichterstattung (was
in zahlreichen Studien in den USA und in Europa klar nachgewiesen
worden ist).

Eigentlich bedaure ich es sehr, dass nicht mehr von solchen
Berichten in Oesterreich erscheinen, wo in sachlicher Weise ueber
laufende Menschenrechtsdiskussionen in anderen Laendern informiert
wird.

Persoenlich moechte ich noch anmerken, dass ich als Journalist
ebenfalls zum Thema dazulernen musste. Es ist dazu mal der
oesterreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky gewesen, der mich in
einem Gespraech darueber belehrte, dass das Judentum eine Religion
und die Palaestinenser ein Volk seien. Natuerlich waere es total
widersinnig gewesen, Kreisky einen Antisemiten zu schimpfen! Fuer
mich persoenlich hat sich daraus aber ergeben, dass ich den
vergriffenen und missbrauchten (ja, eigentlich ueberkommenen)
Begriff "Volk" (so wie "Rasse) einfach meide, wo ich nur kann.
Auch der IPS-Artikel aus Jerusalem geht richtigerweise auf diese
Begrifflichkeit nicht ein. Warum so was antisemitisch sein soll
ist unverstaendlich. Eigentlich ist es das Gegenteil davon.

Als Auslandskorrespondent in Wien, so wie Lynfield in Jerusalem,
schaue ich danach wie offen das Land ist, wie man Oesterreicher
wird und ob es vielleicht Staatsbuerger zweiter Klasse gibt, denn
immerhin wird mit der Staatsbuergerschaft auch der Zugang zu den
in der Verfassung verbrieften Rechten geregelt. Wenn es
Verhaeltnisse gibt, wie Vermerke im Pass (Hautfarbe: braun oder
andere diskriminierende Bezeichnungen), dann werden wird darueber
berichten und uns durch keine Zensur versuchende  Untergriffe
behindern lassen!

Nach soviel Leid mit dem Antisemitismus, koennte doch wenigstens
Engagement fuer Pluralismus entstehen, oder?

*Federico Nier-Fischer*
Korrespondent ips - inter press service, VIC / C0339 / Postfach, 1400 
Wien / Vereinte Nationen, Tel: (01) 26026 5325; FAX: (01) 407 15 21, 
ips@netway.at

***

 ... und noch ein Leserbrief

(diesmal direkt auch an die akin)

Der Kritik von Hannah Froehlich und Peter Sevenier gebe ich
weitgehend recht. Ich bin lediglich der Meinung, dasz Peters
Argumentationskette selbst an einem Punkt sehr problematisch wird,
naemlich dort wo er zu erklaeren versucht, dasz das Judentum eben
nicht nur eine Religion waere, sondern auch ein "Volk" zu dem
nichtreligioese Juedinnen oder Juden, bzw. Juedinnen oder Juden
anderer Religionen auch gehoeren wuerden. Damit uebernimmt Peter
Sevenier natuerlich eine Definition von "Jude sein" die vom
deutschen (und natuerlich auch oesterreichischen) voelkischen
Antisemitismus gepraegt ist. Die Nazis definierten die von ihnen
als "Nichtglaubensjuden" bezeichneten Menschen juedischer
Abstammung als zugehoerig zu einem "Juedischen Volk", das sie
einer geplanten, industriellen Massenvernichtung zufuehrten.
Natuerlich ist somit diesen Menschen die sich bis zu den
Nuernberger Gesetzen wohl kaum als Juedinnen oder Juden gesehen
hatten, eine gemeinsame Verfolgungsgeschichte mit Menschen
juedischer Religion gemein. Insofern gibt es hier natuerlich eine
gemeinsame Identitaet als von den Nazis als Juden verfolgte
Menschen.

Daraus automatisch abzuleiten, dasz es ein juedisches Volk gaebe
und letztlich Menschen unter diesem zu subsumieren, die sich
selbst nicht als solche sehen wuerden, aber aufgrund
antisemitischer Fremddefinition sehr wohl zu diesem "juedischen
Volk" gezaehlt wuerden, ist selbst wiederum zumindest
problematisch. Ich wuerde die Argumentation Peter Seveniers
geradzu umdrehen:

Es gilt nicht davon auszugehen, dasz Juden genauso ein Volk sind
"wie Palaestinenser und Kurden auch", sondern, dasz die Kategorie
"Volk" an sich ein eben voelkisches Konstrukt darstellt, die
zwangsweise zu ethnischen Homogenisierungen und Ausschlieszungen
fuehrt. Also nicht: "Juden sind ein Volk wie Kurden oder
Palaestinenser", sondern "Juden sind genauso wenig ein Volk wie
Kurden, Palaestinenser, Deutsche oder Oesterreicher!"

Peter Sevenier weicht aber offensichtlich der Frage aus, was denn
ein "Volk" so ist, wie es zu definieren waere und genau deshalb
kommt er nicht zu diesem Schlusz: Dasz es naemlich keine Voelker
gibt, sondern diese gemacht werden.

Nationalbewegungen kreieren ihre Nationen um ihre Nationalstaaten
zu haben. Voelkische Bewegungen kreieren ihre Voelker.

Dazu musz natuerlich gesagt werden, dasz der Zionismus als
juedische Nationalbewegung eine juedische Antwort auf die
Nationalismen in Europa war, die den bereits bestehenden
Antisemitismus zusaetzlich verschaerft haben. Dasz die Opfer des
deutschen, oesterreichischen und osteuropaeischen Antisemitismus
eine "nationale Heimstatt" verlangten, war insofern eine Folge der
Verfolgung, die spaetestens mit der Schoah auch jenen Juedinnen
und Juden als sinnvolle (Not)loesung erschien, die bisher auf die
Assimilation in ihren jeweiligen Staaten setzten. Deshalb halte
ich natuerlich so lange am Existenzrecht Israels fest, solange es
Nationalstaaten und Antisemitismus gibt. Mein politischer Kampf
richtet sich aber gegen eben diese Nationalstaaten und gegen
voelkische Konstrukte an sich und es geht mir nicht um die
Errichtung und Anerkennung immer neuer Voelker und Staaten.
*Thomas Schmidinger*

***

Nach sovielen Wortmeldungen haetten wir die Debatte eigentlich auf
sich beruhen lassen koennen. Da uns aber auch eine eigene
Stellungnahme angebracht erschein, folgt hier noch ein
einigermaszen redaktionskonsensfaehiger Text:

 Warum soll der Text antisemitisch sein?

Die Feinde - in dem Fall die boesen Antisemiten - mit Vorliebe in
den eigenen Reihen suchen, mutet schon etwas seltsam an. Ben
Lynfield hat einen kurzen und ziemlich ausgewogenen Bericht ueber
Vorhaben und Probleme in Israel geschrieben. Aufgrund der teilweis
heftigen Reaktionen wurde sein Artikel von uns hoechst aufmerksam
nochmals durchgelesen und penibelst auf etwaige versteckte
Antisemitismen oder sonstige Boesartigkeiten untersucht. Eventuell
koennen Lynfield manche Schlampereien vorgeworfen werden, die im
Falle der "alleinigen Heiratskompetenz ultra-orthodoxer Rabbiner"
jedoch auch schlichte Uebersetzungsfehler sein koennten. Was
bleibt, ist Betroffenheit und Unverstaendnis, vor allem ueber die
fahrlaessige Leichtigkeit, mit der diese Vorwuerfe konstruiert
werden. Es scheint so, dasz manche Rezipienten schlicht und
einfach nur das sehen wollen, was sie schon laengst bei allen -
auszer bei sich selbst - vermutet haben. Wie auch immer: Es
koennen auch unsererseits ein paar Gedanken ueber Nation,
Nationalitaet und Staatszugehoerigkeit nicht schaden.

Ein Staat ist ein groesztenteils klar abgegrenztes Gebiet mit
meistens nur einer Regierung, zu dessen Merkmalen es gehoert, dasz
die Organe dieses Staates ueberwiegend legale Macht ausueben
koennen. Die in diesem Staat lebenden Menschen werden als
Staatsbuerger oder Nicht-Staatsbuerger bezeichnet. Im Reise- oder
Personalausweis derselben steht dann auch an erster Stelle die
Nationalitaet - also die Staatsbuergerschaft. Man mag sich
streiten darueber, ob dies gut, nuetzlich und revolutionaer
sinnvoll ist - aber so ist es nunmal.

Als  sich z.B. nach 1919 ein paar Millionen Ungarn praktisch ueber
Nacht im heutigen Rumaenien, Nordjugoslawien oder der
Tschechoslowakei wiedergefunden hatten, mochten sie sich kulturell
und sprachlich noch so sehr der ungarischen Nation als zuhoerig
empfunden haben, sie schleppten dann doch einen rumaenischen oder
jugoslawischen Reisepasz mit sich herum, der ihre rumaenische oder
jugoslawische Nationalitaet beurkundete. So ist auch die
Nationalitaet des deutschsprachigen Suedtirolers immer noch eine
italienische und die des rumaenisch sprechenden Moldawiers eine
moldawische. Oder sollte der Suedtiroler sagen, er sei zwar
italienischer Nationalitaet, gehoere aber zur oesterreichische
Nation? Kann er vergessen, tut er nicht.

Aus guten Gruenden sollten gewisse Merkmale nicht im Reisepasz zu
finden sein, z.B. die Religionszugehoerigkeit, die als reine
Privatsache des Inhabers ebenso wie sexuelle Praeferenzen und
Ausrichtungen, die zum mehr oder weniger spannenden Intimleben
gehoeren, nicht zur Veroeffentlichung kommen sollten. Es geht
niemand etwas an, ob der Inhaber Buddhist, Jude, konfessionslos,
transsexuell oder ein christlicher Homosexueller ist. In dem Sinne
hat es Lynfield als erfreulich bezeichnet, dasz auch Israel
endlich daran denkt, die Religionszugehoerigkeit aus den
Personalausweisen zu verbannen. Ein Zeichen eines Schrittes in
Richtung Saekularisierung, notwendiger Modernisierung und
religioeser Entkrampfung im Nahen Osten - kann jemand darin auch
nur eine Spur von Antisemitismus erblicken? Ist es wirklich fuer
einen modernen Staat hilfreich, der sich noch dazu in einem
aeuszerst spannungsgeladenen, aber unverzichtbaren Friedensprozesz
befindet, zu betonen, dasz in Israel eigentlich nicht Israelis am
Werk sind, sondern eine Religionsgemeinschaft mit manchmal krasz
orthodoxer und in Richtung Palaestinenser nicht gerade
uebertoleranter Stoszrichtung? Ist das fuer manche auch schon
Antisemitismus? Israel oder die juedische Religionsgemeinschaft zu
kritisieren, musz genauso moeglich sein wie auf die USA oder denPapst zu 
schimpfen. Niemand ist sakrosant, will er ernstgenommen
werden, und weder die Palaestinenser noch die Israelis sind das
auserwaehlte Volk, sondern muessen zwangslaeufig einen Weg finden,
in friedlicher Koexistenz miteinander zu leben. Wenn manche
Gruppen Israel nur mit dem Holocaust gleichsetzen, und andere den
Palaestinensern wuenschen, sie moegen die Juden endlich "ins Meer
werfen", um ihr Land zurueckzugewinnen, soll es bitte auch
Menschen geben, die gegenueber beiden Positionen einen kritischen
Zugang haben. Und die sollten bitte nicht einerseits als
Antisemiten und andererseits als Knechte des Imperialismus
bezeichnet werden. *Die Redaktion*


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Antisemitismus-Debatte
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From:    tscheh@gmx.at tscheh@gmx.at


Liebe Leute!

Ich gestehe: Ich habe den Israel-Artikel in die akin gesetzt. Zu 
dem, was die Redaktion ansonsten an Stellungnahmen bereits 
ausgesendet hat, moechte ich auch persoenlich noch ein paar 
Anmerkungen machen:

Erstens ist der Vorwurf an die akin, sie sei antisemitisch, etwa 
genauso alt wie der, sie sei zionistisch. Wir sind ein Diskussions- 
und Nachrichtenorgan, dasz sich zwar als links versteht, aber nicht 
jeden Artikel auf seine linke Rechtglaeubigbigkeit pruefen. Jeder 
namentlich gezeichnete Text drueckt die Ansichten des Verfassers 
aus und nicht die der Redaktion. Sehr wohl drucken wir Artikel 
nicht ab, von denen wir der Meinung sind, sie waeren 
antisemitisch. Bei dem inkriminierten Artikel waren wir es nunmal 
nicht und sind es auch nach nochmaligem Lesen nicht.

Und zweitens faellt mir auf, dasz derlei Holzhammervorwuerfe 
immer dann kommen, wenn den politisch aktiven Leuten ganz 
besonders fad ist und sie sich dann auf die Suche nach Schuldigen 
in den eigenen Reihen machen muessen -- was fuer
mich in Zeiten der "Normalisierung" erschreckend ist. Scheinbar
hat man es aufgegeben, die Regierung absetzen zu wollen, und 
meint daher seinen Antifaschismus dadurch beweisen zu 
muessen, in dem man versucht, Leute fertig zu machen, die als 
eher zu treffendes Ziel angesehen werden. Das heiszt jetzt nicht, 
dasz ich Burgfrieden einfordere, ganz bestimmt nicht. Wir 
muessen ueber Fehler und unterschiedliche Ansichten diskutieren 
und wer mich kennt, weisz, dasz ich der Letzte bin, der staendig 
"Streitets nicht und habt Euch doch lieb" schreit. 

Aber bitte, liebe Kritiker, erspart uns und Euch diese 
inquisitorische Hysterie des "Antisemitismus"-, "Sexismus"- oder 
"Nazi"-Geschreies nach Acht und Bann fuer jeden, der minimale 
Abweichungen von igendwelchen Codices wagt. Solche Praktiken 
schaffen kein Diskussionsklima sondern lediglich boeses Blut. 
"Betroffenheit" allein ist nun wirklich ungenuegend als 
Argumentation.

Und wenn ihr das naechste Mal boese auf uns seids, dann 
schickts uns das bitte auch direkt, damit wir uns auch damit 
auseinandersetzen koennen -- denn nicht immer finden wir zufaellig 
die Kritik an uns in den verschiedenen Newslettern und 
Diskussionsforen.

Nix fuer ungut, aber jetzt ist mir leichter.

Bernhard Redl


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Israel-Palestina
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From:    Karl Reitter karl.reitter@univie.ac.at


Als ich den Beitrag der RKL zum Konflikt im nahen Osten gelesen habe, war
ich zuerst sprachlos. Wie immer man das Geschreibe beurteilen mag, mit
marxistischen Positionen hat das nichts zu tun. Wer meint, daß aus blankem
Haß und Menschenhetze, aus Nationalismus und Antisemitismus eine neue,
befreite Gesellschaft entstehen kann, dem ist nicht mehr zu helfen. Noch
mehr Morde, noch mehr Tote, noch mehr Gewalt, das ist unser Weg zum
Sozialismus? Ich gratuliere! Mehr will ich jetzt nicht zu diesem Irrsinn
sagen. Karl Reitter







antisemitismus im mund "antisemitismus im IPS-artikel"
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 antwort auf den IPS-redakteur (von peter sevenier, di. 10.okt. 00)

From:    peter.sevenier@gmx.at peter.sevenier@gmx.at

zunächst bin ich etwas erleichtert, daß es nach meiner kritik 
einige  reaktionen gibt

die mund redaktion  - in form von zwei redakteuren -  hat heute endlich
reagiert " obwohl die diskussion in der redaktion divergierend verläuft
"Zu dem Umgang mit den Vorwürfen liegen einigermaßen divergierende
redaktionsinterne Stellungnahmen vor, die sich noch dazu ständig ändern.
Anhand dieser Debatte sollte wieder klargestellt werden, dass sich die
KritikerInnen bitte an die Zusammenstellenden des jeweiligen Tages wenden
sollten." 

ich fordere die mund-redaktion als gesamtkollektiv auf, daß sie sich nicht
nur weigert rasisstische und frauenfeindliche beiträge zu veröffentlichen
sondern sich auch weigert - als grundsatzentscheidung und grundsatzlinie 
-antisemitische beiträge zu veröffentlichen


samuel laster
(Jewish Internet Scout www.meome.de/judentum) hat sich aufgrund vom
antisemitismus im mund vom mund gleich ganz verabschiedet  ("Bis sich eine
qualifizierte Mehrheit des "Widerstands" gegen die antisemitsch getönten
Aussagen gegen Israel gewandt haben wird, möchte ich mich verabschieden")


hanna fröhlich als jüdin hat mir vollinhaltlich zugestimmt, daß der
bericht  "Gleiche Nationalität für Alle?" antisemitisch ist.

ebenso unterstützt johanna hofinger meine analyse, daß der artikel
"Gleiche Nationalität für Alle?"  antisemitisch ist
"Ich finde es - neben den bereits vorbegrachten Argumenten, die ich
unterstütze...."  und weiter unten
"Oder würde der MUND auch Beiträge veröffentlichen, der die
Palistinenser pauschal als Terroristen denunziert oder den Kunden ihr Volksein
abspricht (Es ist traurig, daß man solche Vergleiche anstellen muß). Da dies
nicht tragbar ist, werde ich ebenfalls bis zum Vorliegen einer klaren
Entschluldigung bzw. Distanzierung den MUND nicht mehr mit Beiträgen beschicken und
fordere alle anderen verantwortungsbewußten Webmaster und Leserinnen auf,
dasselbe zu tun."



thomas schmidinger, dessen artikel im mund aus unerfindlichen gründen erst
heute erschienen ist (ein technisches problem) gibt hanna und mir 
weitgehend recht"   ("Der Kritik von Hannah Fröhlich und Peter
Sevenier gebe ich weitgehend recht.")

2. Im Widerstandsmund waren leider schon ganz andere Antisemitismen
und Holocaustrelativierungen zu lesen, gegen die die Redaktion scheinbar
nichts einzuwenden hatte. (...)All dies ist unkommentiert in
Widerstandsmund zu lesen. Das liegt aber nicht nur an der Redaktion des
Widerstansmundes,sondern gerade auch an dieser "Widerstandsbewegung", 
die sich nie ernsthaft mit Antisemitismus auseinandergesetzt hat und in der 
selbst massenhaft versteckte und offene AntisemitInnen herumlaufen.
Antisemitismus ist in Österreich eben so hegemonial, dass er überall zu
finden ist: in der radikalen Linken, in der selbsternannten
Zivilgesellschaft, bei den Grünen, der KPÖ, den SozialdemokratInnen, den
Kirchen und natürlich bei allem was rechts davon steht."


der redakteur der die agentur IPS in österreich und vor der UNO vertritt 
-hat meine kritik  der IPS-artikel im mund "Gleiche
Nationalität für Alle?"  ist antisemitisch  -  zurückgewiesen 
die IPS hat  den von mir kritisierten artikel  "Gleiche Nationalität
für Alle?"  der akin zur verfügung gestellt, die akin-redaktion
veröffentlichte ihn und hat ihn in den mund gestellt "


in einem punkt deckt sich die argumentation von IPS redakteur und von
thomas schmidinger beide kritisieren, daß ich juden/jüdinnen als ein
volk sehe, ein volk neben anderen, kritiseren den begriff volk im allgemeinen



zu thomas schmidinger: Ich würde die Argumentation Peter Seveniers geradzu
umdrehen. Es gilt nicht davon auszugehen, dass Juden genauso ein Volk sind "wie
Palästinenser und Kurden auch", sondern, dass die Kategorie "Volk" an sich ein
eben völkisches Konstrukt darstellt, die zwangsweise zu ethnischen
Homogenisierungen uns Ausschliessungen führt. Also nicht: "Juden sind ein Volk
wie Kurden oder Palästinenser", sondern "Juden sind genauso wenig ein Volk wie
Kurden,Palästinenser, Deutsche oder Österreicher!" Peter Sevenier weicht aber
offensichtlich der Frage aus was denn ein "Volk" so ist, wie es zu definieren
wäre und genau deshalb kommt er nicht zu diesem Schluss: Dass es nämlich keine
Völker gibt, sondern diese Gemacht werden. (...) Deshalb halte ich natürlich so
lange am Existenzrecht Israels fest, solange es Nationalstaaten und
Antisemitismus gibt. Mein politischer Kampf richtet sich aber gegen eben diese
Nationalstaaten und gegen völkische Konstrukte an sich und es geht mir nicht um
die Errichtung und Anerkennung immer neuer Völker und Staaten."


Zunächst komme ich thomas berechtigter kritik nach volk nicht definiert zu
haben - definition aus brockhaus erscheint mir sinnvoll:
Definition Volk,aus Brockhaus-Enzyklopädie in 24 Bd, 18.Aufl., Bd.23.
Us-Wej.-1994, S. 405:
"1) allg.: vielschichtiger, unterschiedlich definierter Begriff:
(...) 3) die ethnisch-spezif. Einheit einer Gruppe von Menschen im Sinne von
 Ethnie; 4) eine Gruppe von Menschen, die sich als ideelle Einheit
begreift, d.h. als eine durch gemeinsams Herkunft, Geschichte, Kultur und
Sprache z.T. auch Religion verbundene Gemeinschaft. Im allgemeinen Sprachgebrauch
ist dieses Verständnis von Volk nicht klar abgrenzbar von dem der 
Nation; beide Begriffe können insofern voneinander abgehoben werden, als
Nation mehr Elemente der polit. Willensbildung enthält und Volk stärker
emotionale Erfahrungen anspricht (Nationalbewußtsein). Die Unbestimmtheit beider
Begriffe fördert ihren demagog. Gebrauch, was zur Diskerditierung des Begriffs
Volk (und besonders des adjektivs  "völkisch") nach der
nationalsozialistischen Zeit führte; 5) ...."

ich schließe mich der definition im brockhaus an und bleibe vehement
dabei. daß es  
a) real völker gibt - wie das kurdische volk, das palästinensische volk
und 
b) daß juden/jüdinnen ebenso ein volk sind

ich verwahre mich auch schärfstens dagegen, daß ich definitionen vom
völkischen antisemitismus übernehme, wie von thomas behauptet " nur wenn
ich feststelle, daß jüdinnen/juden ein volk sind bewege ich mich noch lange
nicht auf dem boden des völkischen antisemitismus " dann müßte jeder
mensch der auch nur von volk schreibt (palästinensisches volk, kurdisches volk,
... definitionen vom völkischen antisemitismus übernehmen)

die feststellung von thomas schmidinger, daß juden/jüdinnen
ausscchließlich eine gemeinsame identität haben, weil sie von den nazis verfolgt und
ermordet worden sind lehne ich ab. daraus habe ich " wie thomas annimmt
"
niemals abgeleitet daß das jüdische volk aus dem holocoust entstanden ist.
das jüdische volk gibt es seit mehr als 2000 jahren und nicht durch die
verfolgung/ermordung der nazis ist das jüdische volk entstanden " es hat
diese industrielle massenvernichtung überlebt.

thomas schmidinger ist zwar der meinung daß es keine völker und nationen
gibt sagt aber nicht was palästinenserInnen, kurdInnen, roma und sinti sind,
bzw. wie er diese bezeichnet ........

thomas analyse, daß es auch innerhalb der autonomen linken, der linken
gruppieren, der ökologie-bewegung, der grünen etc. jede menge antisemetismen
gibt kann ich nur voll zustimmen 
"Antisemitismus ist in Österreich eben so hegemonial, dass er
überall zu
finden ist: in der radikalen Linken, in der selbsternannten
Zivilgesellschaft, bei den Grünen, der KPÖ, den SozialdemokratInnen, den
Kirchen und natürlich bei allem was rechts davon steht."


zum IPS-redakteur:
die gegendarstellung vom redakteur der IPS ist mehr als haarsträubend

* zunächst bezweifelt der readakteur, daß ich mich tatsächlich auf den IPS
  artikel beziehe, obwohl ich ihn genau zitiert habe und ich mich 
  unmißverständlich auf ihn bezogen habe ("Sollten sich die 
  Ausführungen von Sevenier tatsächlich auf den Artikel (...)
beziehen"
  und  "Der Artikel auf den sich dieAusführungen von Sevenier zu
beziehen 
  scheinen")

* der redakteur gibt eine lange abhandlung wer und was IPS ist " ich
habe
  IPS nicht angegriffen sondern konkret einen artikel von IPS -
  sind die ausführungen über IPS noch so lange und beschreibt wie 
  verdienstvoll IPS ist " ist der artikel von IPS immer noch
antisemitisch

* der redakteur beschreibt  daß inner-und außer-europäisch der von mir
  kritisierte artikel nicht beanstandet wurde " meine feststellung
ob ein
  artikel antisemitisch ist oder nicht, richtet sich nicht wer ihn alles 
  beanstandet oder nicht beanstandet hat, der artikel ist antisemitisch
  auch wenn ihn sonst wenige beanstandet haben (einige mund-leserInnen 
  haben ihn beanstandet)

* ob bruno kreisky juden/jüdinnen nur als religionsgemeinschaft gesehen
  hat oder nicht entzieht sich meiner kenntnis, doch selbst wenn bruno
  kreisky gefunden hat daß juden/jüdinnen kein volk sind, sind sie es
  trotzdem, im übrigen gibt es auch einen antisemitismus von
jüdinnen/juden

* wenn der redakteur schon so sehr auf kreisky hört, so sollte er auch 
  kreiskys bemerkung ernst nehmen daß die palästinenser ein volk sind
  und somit es offensichtlich völker gibt

* ich verwehre mich gegen den vorwurf, daß ich zur zensur aufgerufen habe
  ich fordere von der mund-redaktion keine antisemitischen artikel zu
  veröffentlcihen, daß ist keine zensur

* der readakteur schreibt "Unter meinen Kollegen gibt es arabische 
  Staatsbürger und auchpraktizierende Juden." Er schreibt nicht
israelische
  jüdische Staatsbürger  sowie arabische Staatsbürger sondern 
  praktizierende Juden " zum einen weiß ich nicht was ein
praktizierender 
  jude ist zum anderen ist diese begriffskombination  arabische 
  stsatsbürger und praktizierender jude antisemitisch

* der redakteur wiederholt und beschwört fast daß es bei der IPS und somit

  auch in diesem artikel keinen antisemitismmus gibt, 
  "...daß es unmöglich ist, dass sich   irgendeine Art
vonAntisemitismus in 
   unseren journalistischen Diensten einschleichen könnte.Bei uns
nicht!"
  es haben aber schon unterschiedliche menschen festgestellt, daß der 
  artikel antisemitisch ist " widerspricht eindeutig der selbstsicht
des
  redakteurs

* der redakteur bekräftigt und versichert, daß der artikel ein gut
  recherchierter hintergrundbericht ist, auf meine konkreten hinweise
  welche falsche tatsachen im artikel vorkommen geht der herr redakteur
  nicht ein (im mund vom 05.10.00  nachzulesen)

* der redakteur versteht nicht warum ich den artikel auf kronen-zeitung
  niveau einstufe " ein artikel mit tw. falschen tatsachen, ein
artikel der
  zutiefst antisemitisch ist " ist kronen-zeitung niveau

* solche begriffe (wie volk)  "sind nachweislichideologische 
  verballhornungen,..." schreibt der redakteur, wo es nachgewiesen
ist
  schreibt er nicht " ebenso schreibt er, daß er begriffe wie volk
  nicht verwendet, was aber die palästinenserInnen und kurdInnen für ihn
  sind läßt er offen

* ich verwahre mich ebenso gegen den vorwurf von diskriminierenden
  untergriffen, die ich gemacht haben solll, ... ich habe kritisert,
  analysiert und festgestellt aber keine untergriffe gemacht "
aufzuzeigen
  daß ein artikel antisemitisch ist, ist noch keine diskriminierenden
  unterstellungen 

* wo und an welchen stellen und in welcher argumentationskette der artikel
  antisemitisch ist habe ich am 5.10.00 im mund genauestens dargelegt
  der redakteur geht in keiner zeile darauf ein



Zuletzt möchte ich noch feststellen:
kurdInnen, palästinenserInnen und andere fordern immer wieder einen
eigenen staat für das kurdische volk oder für das palästinensische volk .... 
dann enbrennt niemals eine allgemeine diskussion, ob es ein volk überhaupt
gibt

wenn die jüdinnen/juden ein volk sind, wird sofort eine dikussion vom zaun
gebrochen was volk überhaupt heißt " nach der devise lieber überhaupt
kein volk als den jüdinnen/juden dies zuzugestehen

es ist antisemitisch, wenn allgemeine diskussionen über volk fast immer
und ausschließlich an jüdinnen/juden entsteht

 


Redaktionsschluß: Diensttag, 10. Oktober 2000, 24.00 hwn
Fehler möge frau/man mir nachsehen!