Sonntag, 15. Oktober 2000


keil1.gif(893 Byte) Deutschland: Rassistische und menschenunwürdige Flüchtlingspolitik

keil1.gif(893 Byte) Dringender Hilferuf für von Folter und

keil1.gif(893 Byte) Spendenaufruf für Drucklegung der Broschüre:

keil1.gif(893 Byte) Uni/Studiengebühren: Zahlstreik

keil1.gif(893 Byte) Zur Diskussion über Völker von Andrea Pradesch

keil1.gif(893 Byte) Absurde Suche nach einer "ortsüblichen Identität" -

keil1.gif(893 Byte) Appeal from Palestinian Artists for Solidarity:

keil1.gif(893 Byte) 400 in Wien gegen das israelische Massaker

keil1.gif(893 Byte) Pamphlet: Österreichische Seele 2000

 

 

Diese Ausgabe hat Claudia Volgger, volgger@yline.com zusammengestellt.

 

 

 

 

 

 

 


HINKOMMEN UND WEITERLEITEN!!!!

Nächsten Freitag, 20.10. kommt Jörg Haider nach Wien,
um in der Stadthalle seine Anhänger auf den
"Kampf um Wien"
einzuschwören.

Es darf zu keinem öffentlichen Auftritt der FPÖ und Haider kommen
ohne unseren Widerstand!

Treffpunkt: 17.00 Uhr, Stadthalle Eingang Halle E 15., Vogelweidplatz


Von wienergraffitiunionsigi@teleweb.at


 



Was auf der letzten Drahdiwaberl CD
von EMI zensuriert wurde

"Schulterschluss"
(Österreich ist kein Naziland....) mit Hubsi Kramar

Saugt euch die MP3



Fotoreportage: HumpDump over Favoriten

Teil II

 

 



 




Deutschland: Rassistische und menschenunwürdige Flüchtlingspolitik
Zurück
         - Opfer der "Residenzpflicht"



From: "ag3f"  ag3f@oln.comlink.apc.org 


Weiterleitung (Fax-Abschrift):
---------------------------------------

African Refugees Association
/ l'Association des Réfugié(e)s Africain(e)s
c/o ESG im Diakonischen Werk
Königstr. 54
22767 Hamburg

Hamburg, 09. Oktober 2000

Presse-Erklärung

In zwei Zeitungsartikeln der Hamburger Morgenpost sowie von Bild-Hamburg
vom 9. Oktober 2000 wird über den Unglücksfall von zwei Flüchtlingen aus
Togo berichtet. In den Artikeln werden die Flüchtlinge als "Illegale
 bezeichnet und die Hintergründe des Unglücksfalles werden nur
oberflächlich und verfälschend dargestellt. Daher möchten wir als
African Refugees Association folgendermaßen zu den Ereignissen Stellung
beziehen:

Zwei Vorstandsmitglieder der African Refugees Association sind Opfer der
rassistischen und menschenunwürdigen Flüchtlingspolitik in Deutschland
geworden. Aus Angst wegen eines Verstoßes gegen die sogenannte
Residenzpflicht sprangen am Abend des 7. Oktobers 2000 zwei
Vorstandsmitglieder der African Refugees Association aus dem 4. Stock
eines privaten Wohnhauses in Hamburg (Stadtteil Dulsberg) Grund für den
Sprung aus dem 4. Stock war die Angst vor der Polizei, die vermeintlich
an der Wohnungstür geklingelt hatte und in die Wohnung eindringen
wollte.

Die zwei Frauen waren alleine in dieser Wohnung. Sie besaßen gültige
Aufenthaltspapiere für die Bundesrepublik Deutschland als Asylsuchende
Flüchtlinge aus Togo, allerdings sind sie in einem anderen Bundesland
als Flüchtlinge registriert. Teil der menschenverachtenden
Flüchtlingspolitik in Deutschland ist die Auflage, dass Flüchtlinge sich
nur in dem Landkreis aufhalten dürfen, in dem sie ihren Asylantrag
gestellt haben. Aber selbstverständlich gibt es viele Gründe, weshalb es
für afrikanische Flüchtlinge notwendig sein kann, sich kurzfristig auch
in Hamburg aufzuhalten. Ein Grund ist die Tatsache, dass beide ihre
Rechtsanwältin in Hamburg haben. Hinzu kommt, dass in Hamburg der Sitz
der African Refugees Association ist, dessen Vorstandsmitglieder die
beiden Frauen sind.

Aus Angst vor einer möglichen Personenkontrolle und den damit
verbundenen Schikanierungen durch die Polizei und ausländerrechtlichen
Konsequenzen, aufgrund der menschenverachtenden Residenzpflicht für
Flüchtlinge haben sich beide Frauen kurzfristig dazu entschlossen,
einfach aus dem Fenster zu springen.

Eine der Frauen hat mehrere Wirbelbrüche erlitten, allerdings wurde das
Rückenmark nicht beschädigt, sodass wir auf eine baldige Genesung hoffen
dürfen. Die zweite Frau hat eine Fraktur der Wirbelsäule davongetragen
und muss davon ausgehen, ihr Leben im Rollstuhl zu verbringen.

Dies ist nicht der erste und einzige derartige Vorfall. Vor einigen
Monaten stürzte sich ein Kongolese aus dem Kreis Pinneberg aus dem 4.
Stock, als nachts um 4.00 Uhr die Polizei klingelte. Und im Juni 1996
ertrank der Sierra Leoner Jude A., als er aus Angst vor der Polizei, die
an die Tür klopfte, von einem Schiff in Harburg (welches als
Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde) in die Elbe sprang. Auch diese
beiden Flüchtlinge hatten nur gegen die Residenzpflicht verstoßen.

Wir sind mit unseren Gedanken bei den zwei Frauen, die im Vorstand der
African Refugees Association wichtige Positionen bekleiden
(verantwortlich für die Bereiche: Menschenrechte bzw. Arbeit/Ausbildung)
und im Kampf für die Rechte von Flüchtlingen aktiv sind.

Wir hoffen auf eine schnelle Genesung nach den schwerwiegenden
Verletzungen aufgrund des Sturzes aus dem Wohnhaus und verlangen eine
umfassende medizinische Versorgung und Rehabilitationsmaßnahmen.

Wir bitten um eine menschenwürdige Berichterstattung in den Medien zu
diesem Unglücksfall und werden alle Formen der Beleidigung und
Verunglimpfung unserer Schwestern mit Nachdruck bekämpfen.

Wir fordern die sofortige Aussetzung von ausländerrechtlichen Maßnahmen,
die gegen die beiden schwerverletzten Frauen eingeleitet werden könnten.

Wir fordern eine Abschaffung sämtlicher menschenverachtender und
rassistischer Gesetze und eine Beendigung der alltäglichen
Polizeikontrollen.

Hamburg, den 11. Oktober 2000,
African Refugees Association

UnterstützerInnen:
- Komitee zur Verteidigung der Rechte von Flüchtlingen
- SOS Struggle of Students e.V.
- Black Students Organisation e.V.
- Flüchtlingsrat Hamburg
- SOKONI e.V.
- Cameroon Student Parliament in Exil

--
Hamburger Morgenpost Online vom 09.10.2000
Hamburg - Telegramm
Illegale sprangen aus 4. Stock
Dulsberg - Weil sich ihr Bekannter als Mitarbeiter der Ausländerpolizei
ausgegeben hatte, sprangen zwei Afrikanerinnen (35 und 36) aus dem
vierten Stock eines Hauses. Beide wurden schwer verletzt, kamen ins
Krankenhaus. Sie sollen sich illegal in Deutschland aufhalten.





Dringender Hilferuf für von Folter und
Zurück
        Abschiebung bedrohte kurdische Journalistin



Forwarded by sisha mbx@freenet.de from A.Froelich@t-online.de

--- HIER BEGINNT DIE WEITERGELEITETE NACHRICHT ----------------------------

Datum: 02.10.2000, 22:03:23
Betreff: [coyote-l] Dringend: drohende Abschiebung kurd. Journalistin (fwd)

HJDiepers@gmx.de schrieb:
Anbei weitergeleitet von Hans Branscheidt (Medico internatinal)

Please distribute ! Bitte über alle Verteiler !

DRINGENDER HILFSAUSFRUF FÜR DIE VON FOLTER & TOD BEDROHTE KURDISCHE
JOURNALISTIN MERAL AKYOL

Nur wenn auf der Stelle alles in unseren Kräften stehende
unternommen wird, kann die Journalistin Meral Akyol vor Gefahr an Leib und
Leben noch geschützt werden.

Frau Akyol befindet sich seit Anfang Juni in Abschiebehaft in
Aichach, nachdem die Passauer Ausländerbehörde zurvor Sicherheitshaft
angeordnet hatte. Die Festnahme wurde damit begründet, Akyol habe keine
Erkennungsdokumente und auch versäumt, auf einen Abschiebebeschluß mit
Widerspruch zu reagieren. Akyol hatte in Deutschland politisches Asyl
beantragt. Den behaupteten Abschiebebeschluß jedoch nie erhalten.
Schließlich wurde sie festgenommen, als sie korrekt ihre
Aufenthaltserlaubnis in Passau verlängern wollte.

Im Falle der bevorstehenden Abschiebung in die Türkei droht ihr akute
Lebensgefahr.
 
Meral Akyol war lange Zeit als freie Mitarbeiterin für die Tageszeitung
Oezgür politica tätig. Sie hatte Interviews produziert und dabei auch
Gespräche mit deutschen Politikern geführt. Ihr Bruder Hüseyn Akyol wurde
am 23. August abgeschoben und eine Zeit lang vermißt. Nach einem intensiven
Verhör, Folter und Drohungen seitens der türkischen Behörden, wurde er
freigelassen.

Meral Akyol hat in der Abschiebehaft Aichach mit einem Hungerstreik
begonnen. Frau Akyol, die den Streik nach 22. Tagen aufgab,befindet sich
gesundheitlich in einem äußerst schlechten Zustand. Erst nach längerem
Kampf konnte sie von ihrer Mutter besucht werden. Die Abschiebebehörde
Passau hat die Haft nun bis zum 1. Dezember verlängern lassen und
beabsichtigt, sie während des kurzen verbleibenden Zeitraumes an die
Folterer in der Türkei zu übergeben.

NUR MIT NATIOBNALEN UND INTERNATIONALEN PROTESTEN, APPELLEN UND AKTIONEN
KANN DIE HOCHGEFÄHRDETE KURDISCHE JOURNALISTIN NOCH GERETTET WERDEN:

Für Auskünfte, Aktionen, Appelle und notwendige Adressen wenden Sie sich
bitte an: Oezgür politica, Herrn Cemal Ucar, Tel. 0049 - 6102 2073 oder
email: CEMALUCAR@ROJONLINE: COM:

Mit herzlichem Dank von meiner Seite
 
Hans Branscheidt
 
--
Hermann-Josef Diepers Alfonsstr. 47 52070 Aachen
email  HJDiepers@gmx.de(p)  Tel 0241 508145
 
Sent through GMX FreeMail - http://www.gmx.net
 
 
_______________________________________________
coyote-l mailing list
http://www.contrast.org/borders/kein
coyote-l@kein.org
http://coyote.kein.org/mailman/listinfo/coyote-l



--- ENDE DER WEITERGELEITETEN NACHRICHT





Spendenaufruf für Drucklegung der Broschüre:
Zurück
        Kärntens SlowenInnen auf Haiders Exerzierfeld


From: facts@slovenian.at

Wir brauchen Unterstützung
für die Drucklegung der Broschüre
Die verbrauchte Minderheit –
Kärntens SlowenInnen auf Haiders Exerzierfeld
(die Rohfassung wurde am 29. August von der Vertreterin der Plattform
Offenes Kärnten/Odprta Koroška in Heidelberg den drei EU-Weisen übergeben)

Wir bitten dringend um Spenden auf das zu diesem Zweck eingerichtete Konto
"Broschüre"
Konto-Nr. 1.220.169
bei Posojilnica-BANK Ludmannsdorf/Bilcovs, BLZ 39101.

Sie können die Broschüre schon jetzt reservieren unter
http://www.slovenian.at/formular.html

Bitte den Spendenaufruf an potentielle UnterstützerInnen, FreundInnen und
Bekannte weiterschicken!

Vielen Dank/hvala lepa
Vida Obid, Mirko Messner, Andreas Leben (Autorin & Autoren)
e-mail: mailto:facts@slovenian.at
website: http://www.slovenian.at





Uni/Studiengebühren: Zahlstreik
Zurück


From: OEKOLI_Wien@gmx.net

Bezahlt wird nicht!

Wir wollen uns nicht in die Debatte über Streik oder Nichtstreik an den
Unis einmischen. Wir wollen Euch unabhängig von diesen Überlegungen eine
möglichst direkte Aktionsform vorschlagen, die in der Verweigerung der von
uns verlangten Studiengebühren besteht. Wenn tausende Studierende sich
weigern die Ös 10.000,-, die jährlich von ihnen verlangt werden sollen, zu
zahlen, dann kann die Regierung machen was sie will. Sie wird nicht fähig
sein große Teile der österreichischen Studierenden zwangsweisezu
exmatrikulieren.
Es kommt lediglich darauf an solidarisch zu sein und in den nächsten
Monaten
Strukturen aufzubauen, die eine gemeinsamkoordinerte
Massenzahlungsverweigerung als direkte politische Aktion ermöglichen.Da wir
alle von diesen Gebühren betroffen sind, rufen wir Euch auch alle dazu auf
hierbei mitzuwirken und Euren Beitrag zu einem solchen Zahlstreik zu
leisten.
Wir verweigern uns einfach den Forderungen dieser Regierung!

Kontakt: nullgeld@gmx.net oder übers Protestbüro der GRUWI

--
Ökologische Linke (ÖKOLI)
Postfach 28
A-1153 Wien
e-milio: oekoli_wien@gmx.net
www.oekoli.cjb.net (im Entstehen...)




Zur Diskussion über Völker von Andrea Pradesch
Zurück

(Vgl. Mund SA, 14.10., Pkt 08)
From: "fewor-netbase"  fewor@no-racism.net 

Zu Deiner Diskussion über "Völker" und "Nationen" möchte ich einige
Anmerkungen machen und zum Boykott dieser Begriffe auffordern.

Wenn vom kurdischen, palästinensischen, deutschen "Volk" gesprochen wird,
dann werden "Völker" konstruiert, die sich in ihrer Grundlage aus einer
biologistischen Denkweise ableiten lassen.

Wenn von allen Menschen gesprochen wird, die eine "gemeinsame" Sprache,
Kultur, ein Siedlungsgebiet haben, dann handelt es sich nicht um eine
"Nation" oder ein "Volk", sondern um eine ideologische Konstruktion, die
alle "Teile" der Mehrheitsbevölkerung, z.B. der "deutschen Nation"
beinhaltet und alle jene, die z.B. in anderen Siedlungsgebieten hausen,
trotzdem dazukonstruiert. Diese Mehrheitsbevölkerung schließt
selbstverständlich herrschende Eliten, GroßgrundbesitzerInnen, Industrielle,
die Bourgeoisie usw. nicht aus. Auch sie bekommen "ihren Platz im Volk".

Nicht alle Minderheiten in einem Staatsgebiet werden "zur Nation" oder "zum
Volk" gezählt. Allen Menschen steht es zu - ja, sie dürfen! - ihre Rechte
einzufordern, wenn sie unterdrückt werden. Dieses Recht einer
übergestülpten Einheit zuzuschreiben, ist Rassismus! Sehr oft paaren sich
diese Rassismen mit Sexismen und weisen Frauen innerhalb "des Volkes" oder
"der Nation" auf die Plätze. Wenn ein "Volk" um seine Rechte kämpft, dann
hat es meist nicht die herrschende und besitzende Klasse als GegnerIn im
Auge, sondern reduziert sich auf das verfeindete, unterdrückende "Volk"
oder die verfeindete oder unterdrückende "Nation". Das Problem dabei ist
folgendes: Nationen gibt es genausowenig wie Völker! Daran ändert sich auch
nichts, wenn viele Leute sie sehen können - oder dies zumindest denken.

===


Absurde Suche nach einer "ortsüblichen Identität" -
Zurück
        Leserbrief zu Presse-Gastkommentar
===

From: "Gregor Dietrich"  Gregor.Dietrich@reflex.at 

(Anm.d.Red.: Der Text, auf den hier Bezug genommen wird, ist weiter unten
wiedergegeben.)

Am 9. Oktober ließ uns Prof. Nohl, Mediziner am Institut für
Pharmakognosie und Toxikologie der Universität für Veterinärmedizin,
via Gastkommentar in der Presse wissen, wie das "Fremdenproblem" zu
lösen sei. Unter dem Mantel der Wissenschaftlichkeit, die durch die
Nennung der Funktion des Autors suggeriert wird, kommen jedoch rein
politische Forderungen - und zwar ziemlich seichte - zum Vorschein, mit
der "Wissenschaftlichkeit" ist es nicht weit her.
Der ethologisch geschulte Verstand des Toxikologen erkennt "eine
natürliche Reaktion von gesellschaftlichen Gruppen auf die Angst vor
Verlust der eigenen traditionellen Identität." Hier bin ich als Biologe
wieder an einem alten Kritikpunkt an der Medizin angelangt: In den
Augen vieler Naturwissenschaftler ist die Medizin ein Handwerk und
keine Wissenschaft. In diesem Fall beginnt die Kritik bei der Frage,
was denn "traditionelle Identität" überhaupt ist. Doch lassen wir diese
Frage vorerst beiseite, sehen sie als definiert an und wenden uns Nohls
weiterer Vorgangsweise zu. Die Feststellung der "Natürlichkeit" der
Xenophobie führt ihn nicht, wie es für wissenschaftliches Vorgehen
notwendig wäre, zur Frage nach der Ursache und dem möglicherweise
vorhandenen Sinn dahinter. Aber ohne diese für Lösungsansätze
essentielle Frage nur zu berühren, zieht er Schlüsse. Toleranz und
Assimilation sei von den Zuwanderern zu verlangen. Was bringt Nohl zu
dem Schluß, Xenophobie würde dann abnehmen? Ist denn wirklich eine
andere Lebensweise deren Ursache oder ist nicht für viele Menschen das
Aussehen der Aufhänger. Und wie sollte dunkle Hautfarbe dann
"assimiliert" werden. Doch abgesehen davon: Ist Toleranz nicht sowieso
das Mindestmaß, das von jedem Menschen zu fordern ist, wenn schon
niemand Akzeptanz fordern will? Wieso kommt Nohl mit diesem
Allgemeinplatz und fordert etwas "auch" von Zuwanderern, was sowieso
von jedem einzelnen zu fordern ist? Mich erinnert das an die kindliche
Entschuldigung "aber Mama, der hat ja auch ..." - Als klassisches
Ablenkungsmanöver zur Entschuldigung eigener Unzulänglichkeiten der
Verweis auf die Fehler von anderen.
Mit der zweiten Forderung, Assimilation, erzählt uns Nohl ebenfalls
nichts Neues, denn diese Forderung ist alt. Doch auch hier hätte ein
wissenschaftlich geschulter Verstand erst nachfragen müssen, wie denn
diese Assimilation zu definieren sei. Denn wenn von Fremden gefordert
wird die eigene Identität zugunsten einer "ortsüblichen" abzulegen, so
muß es eine "ortsübliche Identität", oder, wie Nohl es nennt, eine
"traditionelle Identität" geben, der man sich anpassen kann. Gerade der
Terminus "traditionelle Identität" aber ist hier entlarvend. Wenn wir
uns unsere heutige Gesellschaft, vor allem in urbanen Räumen, nämlich
vor Augen führen, wird die Absurdität der Suche nach einer
"ortsüblichen Identität" offensichtlich. Damit geht die Forderung nach
Assimilation ins Lehre. Erst das Graben in der Vergangenheit, das
hervorholen einer Tradition, kann der Forderung Sinn geben. Und damit
wird die politische Dimension wieder deutlich, denn diese Forderung
richtet sich auch gegen die jüngere angestammte Bevölkerung, die mit
dieser Tradition genauso wenig anzufangen weiß wie Zuwanderer aus
anderen traditionellen Zusammenhängen. Die Forderung nach Assimilation
ist also auch eine Forderung nach Gleichschaltung der "eigenen"
Bevölkerung.
Nohl stellt eindeutig politische Forderungen, die je nach politischer
Gesinnung auf Zustimmung oder Ablehnung stoßen mögen, gibt hier aber
keineswegs einen fundierten Kommentar ab.

Gregor Dietrich

Aus dem Presse-Online Archiv
Erscheinungsdatum: 09.10.2000
Ressort: Gastkommentar

Xenophobie ist nicht durch Repression zu bewältigen
Assimilierung verlangt Toleranz und Anpassung auch von den Zuwanderern.

Gastkommentar von HANS NOHL

Der Autor ist Professor an der Veterinär-Universität Wien.

Xenophobie ist ein Begriff, der sich aus dem Wortschatz einiger weniger
rapide zu einem modernen Schlagwort der letzten Zeit entwickelt hat. Diese
Wandlung spiegelt die globalen Veränderungen unsrer Lebensformen wieder,
deren markanteste Merkmale Wohlstandsgefälle und Mobilität sind. Die sich
hieraus ergebenden Veränderungen der Gesellschaftsstrukturen waren
vorhersehbar, und sie werden sich verstärkt fortsetzen, wenn die
Zusammenhänge nicht analysiert und politische Maßnahmen zur Gegensteuerung
gesetzt werden. Die brutalen Ausschreitungen gegen alles Fremde, wie wir es
derzeit in Deutschland, in den Banlieus französischer Großstädte oder in
Südspanien erleben, hat u.a. psychosoziale Hintergründe, denen bisher nur
wenig oder gar keine Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Der Aktionismus gegen
Rechtsradikale in Deutschland, mit dem sich zur Zeit alle politischen
Gruppierungen hervortun, deckt in erschreckender Weise die Kurzsichtigkeit
vergangener und gegenwärtiger Politik auf. Die Entstehung von Xenophobie
ist hingegen eine natürliche Reaktion von gesellschaftlichen Gruppen auf
die Angst vor Verlust der eigenen traditionellen Identität. Dies führt zu
Frustration, die aggressive Kräfte freisetzt. Wie kann man diese fatale
Entwicklung kontrollieren? Sicher nicht durch staatlich verfaßte
Gegenaggression in Form von Verboten oder härteren Strafen; sicher auch
nicht durch unbeschränktes Öffnen unserer Grenzen für jeden, der kommen
möchte, im Vertrauen auf psychosoziale Assimilierungsenergien.
Die sich ausschließlich an die  eigene ansässige Gesellschaft richtenden
Appelle, Toleranz zu üben, sind lächerliche Alibiaktionen, die das
Grundproblem ignorieren. Nicht einmal der politische Druck autoritärer
Staatssysteme hat es vermocht, Gruppen mit unterschiedlichen Traditionen,
Kulturen oder rassischen Wurzeln über die Zeit der Staatsdiktatur hinaus zu
integrieren. Dennoch glaubt man vor allem in Deutschland, das Problem durch
einseitigen moralischen und staatlichen Druck auf die sich bedroht fühlende
Stammbevölkerung lösen zu können. Die von Politikern und öffentlichen
Institutionen vorgenommenen Schuldzuweisungen richten sich  vor allem gegen
den Teil der Bevölkerung, der verunsichert auf die Masse nicht integrierter
oder integrierbarer Fremder reagiert. Eine offene Diskussion wird hingegen
nicht geführt. Diese ist aber notwendig, soll das Problem nicht
unkontrollierbar werden. Was ist zu tun? Integration und soziale
Assimilation sind unabdingbare Zielsetzungen. Dies erfordert klare
Richtlinien, um qualitative und quantitative Integrationsvoraussetzungen zu
schaffen. Toleranz und Respekt gegenüber der einheimischen Bevölkerung,
deren angestammter Kultur und Lebensformen muß auch von denen eingefordert
werden, die bei uns leben wollen. Von Politikern muß gefordert werden, daß
sie die längst fälligen Strategien für Zuwanderung erarbeiten, die sich an
der geschichtlichen, psychosozialen und gesellschaftlichen Realität
ausrichten und verträglich sind mit dem über die Jahrhunderte gewachsenen
Lebensgefühl der einheimischen Bevölkerung. Vor allem aber muß klar werden,
daß die sich ausbreitende Angst immer größerer Bevölkerungskreise primär
nicht gegen Fremde gerichtet ist, sondern die Sorge um den Verlust der
eigenen Identität zum Ausdruck bringt. Staatliche Repression, um dieser
Angst entgegenzuwirken,ist die Antwort von unprofessionellen Politikern,
die wie so oft Kosmetik für politisch wirksame Maßnahmen halten.
Assimilierung verlangt Toleranz und Anpassung auch von den Zuwanderern.


===


Appeal from Palestinian Artists for Solidarity:
Zurück
        End the War!
===

From: "Christian Apl"  a9503809@unet.univie.ac.at 

----- Original Message -----
From:  Vdfp@aol.com 
Sent: Saturday, October 14, 2000 12:26 PM
Subject: End the war


October 11, 2000. Ramallah, Palestine.

We, artists and artistic organizations of Palestine, call on you, our
peers, colleagues, fellow artists, & intellectuals to help stop the war
waged against our people.

Since this war started 13 days ago, we have been living under total
Israeli siege. Israeli tanks are cordoning off the entrances to our
cities. Helicopters and snipers are shooting at innocent demonstrators.
The dead have reached a staggering 100. They are of all ages & walks of
life. All had their lives ahead of them: A young man was buried who had
been  married for 4 days. Brilliant college students. Children like
Mohammed Durra, whom you saw murdered in his father's arms. With the
dead, 3,180 wounded. Some whose lives will be destroyed forever, with
their sight lost, or severe motor or neurological handicaps.

The Gaza airport has been closed. Israeli settlers are descending
nightly on their neighboring Palestinian villages, refugee camps and
even urban areas, beating up Palestinians, throwing molotov cocktails
inside homes, burning olive groves; and kidnapping people & torturing
them to death, like Issam Judah, in whose funeral procession we marched
yesterday.  many areas are now organizing  self-defense militias. In
schools, children ask about their dead schoolmates. They talk of death,
and draw pictures of death.

How do we live: City centers are dead quiet. Every morning fresh
pictures of some of the past day's dead are posted on walls. Newspapers
are full of cancellation notices and condolences.

How do we work: Most of us cannot reach our places of work in
neighboring towns. Concerts, film screenings, plays, rehearsals,
exhibits, lectures, symposia, have been canceled. Our theaters and
concerts halls stand empty, while we swell the ranks of marchers in
funeral processions, visitors to houses of mourning, and hospital
visitors.

We call on you in America, Asia, and Europe, because we have heard
nothing from Israeli artists & intellectuals: We have not seen
demonstrations, petitions, or protests against this war waged by their
government. As if they agreed with the racist and absurd assertion that
the Palestinian leadership is willingly ordering their children to die,
and that these children are obeying these "orders"..

We call on you, in the name of our shared humanity, in the name of our
shared work, to show solidarity with us, like the artistic community
around the world did with Sarajevo under siege. We call on you to please
undertake these concrete measures, each according to her/his ability:

1- Please circulate this urgent appeal in your country and outside it,
2- Please hold artistic solidarity events with Palestine, either with
our help, or the help of Palestinian/Arab organizations in your
countries,
3- Please publish petitions and appeals in your press, &/or march in
demonstrations for the end to this war against the Palestinian people,
4- Please call or write your head of government (some Emails provided
below), local representatives, to call on the government of Israel to
end immediately the war against us, lift the siege, stop the killing
incursions of Israeli settlers, & investigate and punish the killers.

For further action, you may contact us, or a Palestinian organization
related to your line of work:

Ashtar Theater:
ashtar@p-ol.com.
The Cinema Production & Distribution Center:
cpc@p-ol.com
The Khalil Sakakini Cultural Centre:(Arts & literature)
sakakini@sakakini.org
The Popular Arts Center: (Festivals, dance, folklore)
cpc@palnet.com..
---------------------------------------------------------------------------

Ehud Barak's Office: barak@pmo.gov.il

White House: president@whitehouse.gov

State Department: secretary@state.gov

Hubert Vedrine: hubert.vedrine@diplomatie.fr

===


400 in Wien gegen das israelische Massaker
Zurück
===
From: "RKL"  rkl@leninist-current.org 

Heute gaben rund 400 Menschen ihrem Protest gegen die andauernden Massaker
Israels gegen die Palästinenser mittels einer Demonstration Ausdruck, die
vom Stefansplatz zur US-Botschaft führte.  Organisatoren waren ein
antiimperialistisches Bündnis österreichischer, arabischer und türkischer
Organisationen. Die Forderungen waren:

* Stoppt das Massaker in Palästina!
* Sofortiger Rückzug der israelischen Truppen aus den besetzten Gebieten
inklusive Ostjerusalem!
* Für das Recht auf Rückkehr für alle Vertriebenen!
* Befreiungskampf statt falscher Frieden!
* Freiheit für Palästina!

Es wurde vereinbart, dass jeden Freitag Demonstrationen durchgeführt werden
werden solange die Aggression andauert:

jeden Freitag
17 h Stefanplatz
19 h US-Botschaft


Eine Vorbesprechung für alle die uns bei der Mobilisierung unterstützen
wollen findet statt:

Montag, 16. Oktober, 19 h
4., Gußhausstraße 14/3

Bei dieser Gelegenheit können auch Flugblätter und Plakate abgeholt werden.

**************************************
Revolutionär Kommunistische Liga (RKL)
(österr. Sektion der Internationalen Leninistischen Strömung - ILS)
PF 23, A-1040 Wien, Österreich
Tel & Fax +43 1 504 00 10
rkl@leninist-current.org
www.leninist-current.org/rkl
www.antiimperialista.com
Konto PSK 92 125 137 BLZ 60000



Pamphlet: Österreichische Seele 2000
Zurück

From: "Robert Presslaber"  ropress@gmx.at 

Österreichische  Seele 2000    Eine Streitschrift


Das Ende der Utopien  scheint gekommen. Solidarität wird zum Begriff der
-Gutmenschen  , wird zum   -Wettbewerbsnachteil   nach dem Endsieg des
Kapitalismus. Wir spitzen unsere  Ellbögen und retten uns in unser
neo-biedermeierliches Refugium. Das schlechte  Gewissen kommt durch die
Hintertür und manifestiert sich in  -Schulden  , die es  abzubauen gilt.


Wir alle haben  Schuld, Österreich hat Schuld. Mit-Schuld an den Verbrechen
des letzten  Jahrhunderts. Eine Lüge, behaupten zu wollen, diese Schuld
hätten wir Jungen  nicht im Nacken. Unsere Großeltern haben soviel Mist
produziert, der ließ sich  auch durchs Wirtschaftswunder und
Verdrängungsschuften nicht abbauen. Wenn es  die  -Gnade der späten Geburt
nur gäbe! Wir wissen genau, dass wir nur wegen des  Nazionalsozialismus´
eines der 10 reichsten Länder der Erde sind! Nur wer viel  zu Verdrängen
hat, kann soviel arbeiten wie´s unsere Alten es uns vormachen. Und  uns
bleibt das schlechte Gewissen: Dass wir nicht soviel leisten können, dass
wir so reich sind und es nicht verdient haben (wir sind reich    auch wir
Studenten    verglichen mit den Armen in der 3. Welt. Das ist auch so was,
was  wir täglich verdrängen...).

Und da versucht man uns  einzureden wir hätten die materialisierte Schuld,
nämlich  -Schulden  ,   -Staatsschuld  . Ist das nicht ein tolles
Schreckgespenst: Die Sozialisten haben  uns eine  -Staatsschuld
hinterlassen! Was bitte soll das sein? Das Geld ist ja  schließlich nicht
weg, sondern in Form von Immobilien, Bildung, usw. noch im  Land, oder?


Aber die Schuld,  die uns eingeredet wird, wird durch das Wort  -Schulden
materialisiert. Habt ihr  gehört:  -Österreich ist eines der
meistverschuldeten Länder der EU !?   Es  stimmt, wir haben soviel Schuld
auf uns geladen, wie kaum ein Land in der EU.  Wir haben einen ganzen Krieg
geleugnet und verdrängt; wir hatten keine  Revolution, keinen Prager
Frühling, keinen Mauerfall, keine Studentenproteste  1968    wir haben uns
nie gewehrt, wir haben immer nur geleugnet    wie Waldheim  und ebenso wie
Haider ( -Sollte irgendjemand meine Äußerungen, die ich so nicht  getätigt
habe und die aus dem Zusammenhang gerissen wurden falsch verstanden  haben,
stehe ich nicht an....  ).


Warum stehen deutsche  Journalisten bei Haider immer so an? Weil sie es
nicht gewohnt sind, dass jemand  derart unverfroren lugt und leugnet! Der
Österreicher, dessen Nation auf einer  Lüge aufgebaut ist, hat die Lüge
verinnerlicht. Sie wird durch gelebte Praxis  zur alltäglichen Wahrheit.

Nur irgendwie drückt uns  deshalb doch das schlechte Gewissen, und wir
haben dadurch auch ein seltsames  Verständnis dafür, wenn man uns bestrafen
will, z.B. durch ein Sparpaket, durch  Studiengebühren. Das Argument  -wir
haben Schuld(en)   zieht immer.....

Nochmals:

Die Schuld ist die  Wahrheit,

die Schulden sind die  Lüge!

Man könnte sich auch  Entschuldigen. Bei den Zwangsarbeitern....


Ach was, zahlen wir ihnen  lieber was    Schuld macht Schulden, aber nach
ein zwei Sparpaketen ist das  schließlich gegessen    die Schulden, nicht
die Schuld!


Die Statistik ist eine  Lüge


Ich lüge immer  bei Umfragen und Fragebögen. Die Statistik will uns weiß
machen, dass sie die  Lügner erkennt bzw. dass die Lügner nicht gibt. Damit
lügt die  Statistik.


Wir dürfen nicht  vergessen, dass wir leider in einer positivistischen
Gesellschaft leben (es  zählt nur, was sich schwarz auf weiß,   in Zahlen
oder noch besser in GELD ausdrücken lässt) - nur stellt sich
interessanterweise niemand die frage WIE man zu diesen Zahlen kommt, dass
Zahlen  nicht immer etwas aussagen können, dass Geld für den einen mehr,
für den anderen  wenig bedeutet (ab wann ist man arm? -   ab wann in Europa
und ab wann in Afrika?).


Das selbe ist mit  Bildung! Wer Archäologie, Querflöte, Kunstgeschichte
oder Literatur studiert  wird es immer schwerer haben, wer Informatik, Jus,
Betriebwirtschaft studiert  wird es immer einfacher haben zu argumentieren,
warum er in DIESER Gesellschaft  eine wichtigere Funktion hat (er kann es
in Zahlen, mit Geld und mit dem  Arbeitsmarkt argumentieren).


Wir vertrauen  blind auf Statistiken, was in Balken und Tortendiagramme
umgesetzt wird wirkt  seriös. Zahlen sind die Sprache der Wahrheit und der
Glaubwürdigkeit. Kein  Philosoph, kein Literat und kein Musiker wird uns
mehr beeindrucken als eine  Zahl, die ausdrückt, was etwas kostet. Geld ist
die absolute Einheit der  Wahrheit.




Verantwortung



Der Wettbewerb  fordert uns. Hatte Wettbewerb im antiken Griechenland noch
die olympische  Bedeutung von  -Dabeisein ist alles  , oder später des
französischen  -concours  ,  das im Polnischen lustigerweise zu  -Konkurs
wird (sic!), so wird im  angelsächsischen daraus  -competition  , also eine
kampfbetontere Variante. Daraus  machte man wiederum im Deutschen die
-Kompetenz  , also das Rüstzeug zum  Gewinnen!

Die Kompetenz ist  natürlich eine Lüge (von Lehrern und Eltern). Jene, die
behaupten, sie zu  besitzen oder weitervermitteln zu können, lügen. Aber
alle erliegen der  Verlockung, diese Kompetenz vermittelt zu bekommen. Für
alle in  -Ausbildung    befindlichen ist dies der ewige Traum und Motor,
diese Kompetenz zu erhalten.  Für die Finanziers (den Staat, die Eltern)
wiederum ist der Nachweis über die  Kompetenz nach positivistischen
Kriterien zu erbringen (schwarz auf weiß auf ein  Blatt Papier soll
-Diplom   oder  -Zeugnis   geschrieben stehen....).



Zur  -Ausbildung  : Eine  absurde Vorstellung, dass Bildung irgendwann
einmal "aus" sein könnte, dass sie  mit einem Diplom "festgestellt" werden
kann. Bildung ist wertvoll für die  Gesellschaft, sie ist aber nicht
unbedingt messbar oder nur durch einen Titel  nachvollziehbar!

Hat jener Titelträger nun  für sich festgestellt, dass er - kompetent
ist, und endlich mit Ende 20 für sich  feststellen können, was ein
18-Jähriger ausgelernter Lehrling bedeutend früher  weiß: Er/Sie muß nicht
erst etwas werden, sondern IST schon wer.



Aber, dass man schräg  angesehen wird, wenn man sich zufrieden zurücklehnt
ist man bei uns ja gewohnt:  Man darf nicht so einfach mir nix dir nix
zufrieden sein sondern erst wenn     dann.... Es ist dies das Phänomen des
bürgerlich    katholischen  Genussaufschubes. Tief in unserem Inneren
glauben auch wir noch daran, dass wir  das alles eigentlich nicht verdient
haben... Wir brauchen als Masochisten also  eine Sado-Regierung.


Jetzt wird also unser  nachweislich kompetentes Wesen in den Wettbewerb
geschickt und lernt schnell  worauf es da ankommt: gute Ellbogen und den
andern auf die Füße steigen.  Mitleid, Solidarität und
Verantwortungsbewusstsein behindert nur.



Die faulen Kompromisse,  die Anbiederungen, die Selbst-Verleumdnungen, die
Vernachlässigung der  Angehörigen, das Bewusstsein, dass es wahrscheinlich
nie etwas zur Verbesserung  der Welt beitragen wird können lasten schwer
auf unserem Menschlein. Es hat  Schuld auf sich geladen, aber die Angst
davor noch weitere SchuldEN zu machen  treibt es an.



Der Traum daran, dass man  sich mit Ablasshandel freikaufen kann (Wie sonst
könnten Lotto, Brieflose und  Rubbellose funktionieren???) funktioniert
auch heute noch so gut wie im  Mittelalter. Nur begreifen wir es nicht,
dass der Traum  -zu besitzen   (Gute   -Güter  ) und loszuwerden (böse
-Schuld(en)   ebenso absurd ist, wie die  Geldübergabe im Beichtstuhl.


Dieser Traum ersetzt jede  Utopie. Dieser Traum ist die Utopie ( -Wäre das
nicht schön, wenn wir alle reich  wären?  )



 Und wer spielt das Spiel  nicht mit? Die meisten von uns sind ebenso naiv
wie die Grünen, die im  Nationalrat gegen  -Temelin   (böse, teutonisch,
radioaktiv    die Gefahr aus dem  Osten, der in Wirklichkeit der Norden
ist) den nationalen Schulterschluss üben     von der Ideenlosigkeit und
halsbrecherischen Kronenzeitungsanbiederungspolitik  der SPÖ will ich gar
nicht sprechen.


Österrich wird endlich zu  einer Gesinnungsgemeinschaft. Jede
Gesinnungsgemeinschaft braucht einen Feind,  jeder Verein wird erst zum
verein, durch jemanden der ihm nicht angehört. Unsere  Feinde: Tschechische
atomkraftwerke, Brüssel, im Ausland , die ausländer im  Inland,
Sozialschmarozer (in Wirklichkeit wäre natürlcih jeder Öschi gerne
Sozialschmarotzer, nur leider san die meisten zu deppert und zu feig dazu
und  sind deswegen halt neidig.) und die Studenten, die den eigenen
verhassten  Widerstand gegen all das was man an sich haßt verkörpern. (Das
könnte man im  Umgang mit der Gesellschaft übrigens selber sehr genießen,
nur ham wir ja alle  ein schlechtes Gewissen, weil die Mutti will ja, dass
aus uns was wird, nicht  wahr.....?)


Ab er da es allen so  geht, fällt es auch nicht weiter auf.


Anders ist es mit den  Auffälligen bestellt: Es sind die Langsamen, die
Verrückten, die unflexiblen die  auf der Strecke bleiben werden. Mit
Studiengebühren fängt´s an , mit einem  2-Klassen-Gesundheitssystem geht´s
weiter und bei Zwangsarbeit, Zwangseinweisung  und Abwälzung der staalichen
Verantwortung auf NGO´s, Privatinitiativen usw.  hört´s auf.



Wer noch Zeit hat, dem  fällt´s vielleicht auf, wer seine Erinnerung an
Zeiten, in denen es so noch  nicht war, der wird sich vielleicht noch
wundern.


Wo sind die Verrückten  die mir beweisen, dass ich nicht recht habe?


Schade, dass es so weit  gekommen ist, schade dass wir es notwendig haben,
anderen mit Neid und  Geringschätzung zu begegnen um uns selber in einem
besseren Licht  darzustellen.  Aber solange das so  ist, ist´s auch mit der
Solidarität nicht weit her, solange wird ziviler  Widerstand nicht fruchten
und Streik nur auf Unverständnis stoßen. Und solange  kann uns diese
Regierung auch vorführen, dass man ungeliebte einfach so  bestrafen kann
und keinen Hund interessiert´s bis es ihn selber irgendwann  erwischt.



Alle, die sich schon mal  gefragt haben, wie Faschismus anfangen konnte,
können dies jetzt am aktuellen  Tagesgeschehen studieren    an den aussagen
der Regierung und im Besonderen an  denen Westentalers.



Und unsereins dachte sich  immer, das wäre heutzutage niemals auch nur
annähernd wieder  möglich....



Aus und vorbei der Traum!  Österreich wurde durch diese Regierung, was es
eigentlich schon immer war: eine  ideologische Missgeburt. Ich weiß das
sagt auch Haider, doch das war  wahrscheinlich das erste und einzige Mal,
dass der recht hatte. Das mit der  Missgeburt ist übrigens auch der Grund
für den Erfolg der FPÖVP...



Alles was dieses Land  repräsentiert, hervorbringt und anstrebt ist derzeit
zum Kotzen.

 Beispiele  gefällig?



Die Regierung, der ORF,  die Kronenzeitung, DJ Ötzi, Jörg Haider,
Plastikkühe, Studiengebühren, das  Wetter, Taxi Orange, Andreas Kohl, Peter
Westentaler, .....


Oder aber, es ist alles  ganz normal und ich bin der Verrückte....


Was ist? Wer hilft mir  weiter?



Ich verbleibe,  jedenfalls

Robert

 


Redaktionsschluß: Freitag, 13. Oktober 2000, 22.30h
Fehler möge frau/man mir nachsehen!