Sonntag 22. Oktober 2000

keil1.gif(893 Byte) PROTESTE GEGEN GEMEINDERATS-WAHLKAMPF-AUFTAKT DER FPÖ MIT JÖRG HAIDER IN DER WIENER STADTHALLE - MINDESTENS ZWEI FESTNAHMEN

keil1.gif(893 Byte) Haider-Zitate

keil1.gif(893 Byte) was zitate auslösen

keil1.gif(893 Byte) RICHTIGSTELLUNG DER BETROFFENEN UND AUFRUF ZUR GEWALTLOSIGKEIT!

keil1.gif(893 Byte) Fotomontage in Zusammenhang mit Anti-Haider-Demonstration!

keil1.gif(893 Byte) Gründung von ATTAC Österreich - Netzwerk zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte

keil1.gif(893 Byte) Richtigstellung: Kein Speakerscorner der BBB

keil1.gif(893 Byte) Keine grundlegende Änderung des Widerstandsmunds

keil1.gif(893 Byte) Soll die Antisemitismusdebatte weiter im MUND geführt werden ? I

keil1.gif(893 Byte) Soll die Antisemitismusdebatte im Mund weitergeführt werden? II

keil1.gif(893 Byte) Schleichende Zensur oder wollen wir über alles reden? I

keil1.gif(893 Byte) Schleichende Zensur oder wollen wir über alles reden? II

keil1.gif(893 Byte) Rabbi Lerner changes his mind--A MUST READ (fwd)

keil1.gif(893 Byte) Kampagne zur Solidarität mit sozialistischen Schüler(innen)n und Studierenden in Palästina

keil1.gif(893 Byte) Wien: 100 setzen Protest gegen israelisches Massaker fort

keil1.gif(893 Byte) Israel-Palästina

keil1.gif(893 Byte) Freiheit für alle Gefangenen der S26-Proteste!

keil1.gif(893 Byte) Prague 2000 video trailer

keil1.gif(893 Byte) Thousands of protestors slam Asia-Europe summit

 

 

 

Diese Ausgabe hat Brigitte Rapp, br@xpoint.at zusammengestellt.

 

 

 

 

 

 

 



 



Was auf der letzten Drahdiwaberl CD
von EMI zensuriert wurde

"Schulterschluss"
(Österreich ist kein Naziland....) mit Hubsi Kramar

Saugt euch die MP3



Fotoreportage: HumpDump over Favoriten

Teil II

 

 



 






PROTESTE GEGEN GEMEINDERATS-WAHLKAMPF-AUFTAKT DER FPÖ
MIT JÖRG HAIDER IN DER WIENER STADTHALLE - MINDESTENS ZWEI FESTNAHMEN
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From: TATblatt 



Bericht aus der TATblatt-"Chronologie des Widerstands gegen die
Rechts-Rechtsextrem-Koalition in Wien"
http://tatblatt.mediaweb.at/132chronologie-aktuell.htm


!!! TEILWEISE KORRIGIERTE ZWEITFASSUNG !!!
Allfällige Ergänzungen, Korrekturen etc. finden sich in der
"Chronologie" auf unserer Website.
http://tatblatt.mediaweb.at/132chronologie-aktuell.htm

PROTESTE GEGEN GEMEINDERATS-WAHLKAMPF-AUFTAKT DER FPÖ MIT JÖRG HAIDER IN
DER WIENER STADTHALLE - MINDESTENS ZWEI FESTNAHMEN

Mit mindestens zwei Festnahmen endeten die Proteste gegen eine
FPÖ-Veranstaltung mit Jörg Haider in der Wiener Stadthalle. Davor war es
den insgesamt mindestens 750 DemonstrantInnen zwar zeitweise gelungen,
alle Zugänge zur Veranstaltung zu blockieren, allerdings erst, nachdem
diese bereits begonnen hatte. Zeitweise wurde nach irreführenden
Aufrufen eines Linkswende-Aktivisten falsche Zugänge blockiert. Dabei
wurden auch PassantInnen, die offensichtlichst nicht zur
FPÖ-Veranstaltung wollten, willkürlich mit Farbbeutel beworfen! Erst
nach 19.00 Uhr gelangen zielgerichtete Blockaden und treffsichere
Eier-Würfe gegen FPÖ-Fans. In der Stadthalle selbst kam es zu keinen
Störungen.

Nicht wie angekündigt am Vogelweidplatz, direkt vor dem Eingang zur
FPÖ-Veranstaltung - dort war die angemeldete Kundgebung von der Polizei
untersagt worden -, sondern im Märzpark starteten um 17.00 Uhr die
Proteste anlässlich des Auftakts zum Wiener Gemeinderats-Wahlkampf der
FPÖ. Nach einigen Reden, u.a. von der Grünen Nationalratsabgeordneten
Petrovic, setzten sich um ca. 18.00 Uhr die mittlerweile rund 750
DemonstrantInnen (TATblatt-Zählung - später dürften es aber noch mehr
geworden sein; laut Kabeltext soll die Polizei ca. 200 gezählt haben)
dennoch in Richtung Eingang zur Halle E, wo Kabas, Haider und Co.
auftreten sollten, in Bewegung.

Bereits nach wenigen Metern wurden die DemonstrantInnen von rund zehn
Skinheads angegriffen. Einige DemonstrantInnen vertrieben die Skins,
welche unter anderem in ein Lokal in der Hütteldorfer Straße flüchten
konnten. EinE AugenzeugIn berichtete, dass die Skins später von Männern
mit
RFS-Stickern abgeholt und zur Stadthalle begleitet wurden, wo sie von
anderen RFS- und FP-Leuten mit Bravo-Rufen begrüßt wurden.

Um 18.20 Uhr stand die Demonstration am Vogelweidplatz in Höhe
Alberichgasse, rund 50 Meter vor dem Eingang zur Halle E, bei einer
Polizeisperre mit Tretgittern und mehreren Reihen von Beamten mit
Helmen, Schilden und teilweise gezückten Schlagstöcken an. Mehrere
Knallkörper wurden über die Beamten hinweg in Richtung Halleneingang
geworfen. Hinter der Polizeiabsperrung plauderte der
FPÖ-Landesparteisekretär und AUF-Vorsitzende Kreissl mit anwesenden
höheren Polizeibeamten.

Um 18.30 Uhr rief ein Linkswende-Aktivist mit der Begründung, dass wir
nicht gegen die Polizei sondern gegen die FPÖ demonstrieren, über
Megafon dazu auf, wieder zurück zu gehen und lotste so die
DemonstrantInnen just zum märzparkseitigen Haupteingang der Stadthalle,
wo zwar auch eine Zufahrt zur Halle E blockiert wurde, die meisten
DemonstrantInnen aber ab ca. 18.40 Uhr die Zugänge zu den
Stadthallen-Kassen belagerten. Um 18.45 Uhr flogen erste Farbbeutel
zuerst auf die Scheiben des Kassenraums, dann auch in den Kassenraum
hinein und auf einzelne darin befindliche Leute. Dies, obwohl bekannt
sein musste, dass einerseits die FPÖ-Veranstaltung auf der anderen Seite
der Stadthalle stattfand, und andererseits dafür kein Eintritt verlangt
wurde, es sich bei den an den Kassen stehenden Leuten also keinesfalls
um BesucherInnen der FPÖ-Veranstaltung handeln konnte.

Erst gegen 19.00 Uhr, als der Großteil der BesucherInnen der
FPÖ-Veranstaltung bereits in der Halle E war, wies der von den meisten
offenbar als Veranstalter akzeptierte Linkswende-Aktivist mit Megafon
auf diesen Umstand hin, und erreichte damit, dass sich die
DemonstrantInnen wieder von den Kassen entfernten. Um 19.05 Uhr standen
die DemonstrantInnen wieder an der Polizeisperre Ecke
Vogelweidplatz/Alberichgasse. Erst jetzt gelang es einzelnen Autonomen,
einen Teil der DemonstrantInnen dazu zu bewegen, sich auf verschiedene
Zufahrtswege zur Halle E aufzuteilen: in die Langmaisgasse und auf die
andere Seite des Vogelweidplatzes zur Reuenthalgasse. Die Polizei
sperrte die betreffenden Straßen sogleich mit Tretgittern und
BeamtInnenreihen, und ließ großteils auch FPÖ-Anhänger nicht mehr durch,
die auf diese Weise ungewollt inmitten der DemonstrantInnen festsaßen.
Ein FPÖ-Anhänger begann in der Langmaisgasse daraufhin wild um sich zu
schlagen und verletzte einen Demonstranten. Erst als sich die
DemonstrantInnen zu wehren begannen, ließ ihn die Polizei doch
passieren.

Zu diesem Zeitpunkt gelang es weitgehend, zumindest die zu spät
gekommenen FPÖ-Fans erfolgreich am Betreten der Stadthalle zu hindern.

Immer wieder durchquerten jedoch FPÖ-AnhängerInnen die Demo-Teile und
wurden dabei mitunter körperlich attackiert. Von der Langmaisgasse
flogen zahlreiche Eier auf zum Halleneingang durchgekommene
FPÖ-BesucherInnen, an der Ecke Vogelweidplatz/Alberichgasse auch mehrere
Flaschen und Knallkörper.

Um ca. 19.43 Uhr entdeckten die DemonstrantInnen an der Ecke
Vogelweidplatz/Reuenthalgasse einen Konvoi mit einem von
Polizeifahrzeugen eskortierten Schwechater Mietwagen, der in eine
Garageneinfahrt einbog. Laufend versuchten sie, den Konvoi zu erreichen,
um ihn aufzuhalten, kamen aber zu spät. Es war Jörg Haider, der da
ungehindert zufahren konnte, wie sich später herausstellte.

Bei der Alberichgasse wurde mittlerweile ein hölzernes Scherengitter der
Polizei verbrannt. Rund 150 DemonstrantInnen saßen herum, wärmten sich,
sangen und musizierten, die Polizei beschränkte sich darauf, zu
beobachten. Mitten in der schönsten Lagerfeuerstimmung versuchte sich
plötzlich wieder ein FPÖ-Anhänger den Weg zur Halle E zu bahnen. Nachdem
er von der Polizei an deren Sperre zurückgewiesen worden war, ging er
provozierend und auf die DemonstrantInnen einschimpfend zurück, wurde
dabei aber von mehreren DemonstrantInnen attackiert und bekam einige
Hiebe ab. Um 20.07 Uhr mischten sich WEGA-Beamte ein, drängten die
DemonstrantInnen ab, und versuchten kurzzeitig auch, DemonstrantInnen
aus der Menge zu fassen, zogen sich dann allerdings doch wieder zurück.
Andere Polizeibeamte löschten das Feuer. Dann bildete sich eine
Beamtenreihe mit gezückten Schlagstöcken vor dem Tretgitter. Als klar
wurde, dass eine gewaltsame Räumung unmittelbar bevorstand, zogen sich
die DemonstrantInnen rasch Richtung Märzpark zurück, woraufhin auch die
Polizei wieder hinter ihre Gitter zurückging.

Um 20.25 Uhr, als in der Stadthalle gerade Jörg Haider sprach, erklärte
der Linkswende-Sprecher mit Megafon die Kundgebung für beendet und rief
auf, nachhause zu gehen, ohne die noch bestehenden Blockaden auch nur zu
erwähnen.

Rund 100 Leute bildeten einen Demonstrationszug zum Gürtel und
blockierten für wenige Minuten die Kreuzung Gürtel/Hütteldorfer Straße.
Zirka 60 Leute zogen anschließend noch über die Westbahnstraße in
Richtung Innenstadt.

Ohne ersichtlichen Grund überfiel um 20.45 Uhr an der Ecke
Westbahnstraße/Hermannstraße plötzlich ein WEGA-Trupp die
DemonstrantInnen, zerrte zwei Leute aus der Demo, stieß sie gegen eine
Hauswand, perlustrierte sie und nahm sie fest. Dabei versuchten die
Beamten, den Sichtkontakt zwischen den Festgenommenen und den restlichen
DemonstrantInnen zu unterbinden. AugenzeugInnen konnten dennoch eine
recht unsanfte Behandlung und auch Schläge wahrnehmen.

Nachdem die Festgenommenen weggeführt worden waren, setzten kurz nach
21.00 Uhr noch zirka 20 Leute ihren Weg in Richtung Innenstadt (über
Westbahnstraße - Siebensterngasse - Breite Gasse - Burggasse) fort,
teils am Gehsteig, teils auf der Fahrbahn. Gegen 21.30 Uhr löste sich
die Gruppe beim Volkstheater auf.

Laut Auskunft der Polizei gegenüber den Grünen und Orange 94,0 sind die
um 20.45 Uhr in der Westbahnstraße festgenommenen Antifaschisten
inzwischen wieder frei. Weitere Festnahmen von AntifaschistInnen soll es
am Freitag laut Polizei nicht gegeben haben.

Laut einem uns zugegangenen, noch nicht verifizierten Bericht wurden
gegen 22.00 Uhr vier SJ-AktivistInnen auf dem Weg von der Stadthalle zur
U-Bahn von sieben rechtsradikalen Skinheads erst beschimpft und kurz
darauf mit Faustschlägen und Fußtritten angegriffen. Selbst als zwei
bereits am Bogen lagen und sich nicht mehr wehren konnten, sollen die
Skins weiter auf sie eingetreten haben. Den anderen beiden SJlerInnen
sei es gelungen zu flüchten und Polizei und Rettung zu rufen. Als die
Polizei eintraf, haben die Skins die am Boden Liegenden bereits mit
Messern bedroht, das Eintreffen der Polizei habe vorerst schlimmeres
verhindert, so der
Bericht, die Verletzten seien danach ins Spital gebracht worden.


!!! TEILWEISE KORRIGIERTE ZWEITFASSSUNG !!!
Allfällige Ergänzungen, Korrekturen etc. finden sich in der
"Chronologie" auf unserer Website.
http://tatblatt.mediaweb.at/132chronologie-aktuell.htm



--
http://tatblatt.mediaweb.at oder
http://www.nadir.org/nadir/periodika/tatblatt
E-Mail: mailto:TATblatt@blackbox.net und mailto:TATblatt@gmx.at (bitte
sicherheitshalber an beide Adressen mailen)





Haider-Zitate
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From: subversiv brigaterosset@yahoo.de



Ich muss sagen wenn ich mir das so anhöre was in
Deutschland los ist,  dass man sich mancherorts als Linker oder Ausländer
nicht auf die Strasse trauen kann, muss ich sagen dass die Lage hier
in Österreich noch nicht so bedrohlich ist, abgesehen von der FPÖ.
Gerade gestern wieder ein Parteitreffen der Haider
Partei in Wien und es rührte sich Wiederstand, etwa 500 Demonstranten
machten ihrem Unmut Luft. Die Reaktionen von den Rednern auf dem
Treffen ließen nicht lang auf sich warten.

Ich zitiere Dr. Jörg Haider Landeshauptmann von
Kärnten:
"...seit ich  regiere traut sich wirklich kein Linker
ernsthaft zu
demonstrieren..."
"Dieses Land muss das Recht haben sich auszusuchen wer
hier zuwandern
kann, dieses Land muss die Möglichkeit haben. Es kann
hier nicht
nur
einen Einwanderungsstopp geben sondern es muss auch
eine klare
Sichtung jener die hier anwesend sind geben, es gibt
viel zu viele
Illegale, es gibt viel zu viele Straftaten, es gibt
viel zu viele
Drogenhändler, alle haben hier in Österreich nichts
verloren
und das
muss unser Interesse sein hier eine konsequente
Beseitigung
herbeizuführen."

Das hat er wortwörtlich so gesagt ich hab es auf Video
aufgenommen und hier wiedergegeben. Gewalt gegen die FPÖ! - nur
die wirkliche endgültige Rechtfertigung fehlt mir noch.







was zitate auslösen
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From: "Daniel Benyes" daniel@chilli.cc



hi genossInnen!

manchmal wird einem besonders klar was es bedeutet, zu einem menschen
genosse oder genossin zu sagen.
momentan gehts mir so.

manchmal wird einem besonders klar wie wichtig es ist, eines menschen
schulter in anspruch zu nehmen.
momentan gehts mir so.

manchmal wird einem besonders klar das sprüche von haiders von anderen
durch gewalt zitiert werden.
es sollen noch viele spüren,doch uns ging es so.



schluß mit meiner kreativen phase, die haider action bei der stadthalle
verlief turbulent.
nachdem sich die demonstranten am hintereingang einfanden, wurde von der
angrenzenden gasse keiner über 50 durchgelassen, weil er für aktive teile
des mob ein nazi war. auch einigen älteren ausländern wurde der weg
verwehrt.
passiert dann eben, wenn die meute sich ein feindbild macht und wie
rechtspopulisten ohne unterschied über einen kamm schert.

nachdem alle anderen sjler gegangen sind, machte sich unser grüppchen
(huem, reinki, robert and me)zum haupteingang auf, einfach um einen
szenenwechsel zu vollziehen.

dort war alles still, und wir spielten mit dem gedanken uns die faschisten
anzuhören. also fragten wir die letze mujer am schalter wo der eingang in
die nibelungenhalle sei. sie schickte uns wieder zum hintereingang,
allerdings gingen wir nun von der rechten seite dorthin, wohlwissend daß
die andere seite durch die demonstranten und somit auch weitaus
aggressiveren polizisten versperrt war.

als wir dort anlangten fragte ich die uniformierten um einlaß, den sie uns
verwehrten, obwohl das ebenso übriggebliebene transparent unweit versteckt
war. dann kam ein fler heraus um wen abzuholen und wir bettelten wieder um
einlaß.
der meinte einer könne rein, nach absprache passierte meine wenigkeit die
sperren. allerdings erkannte mich der sekretär kreißl und ließ mich wieder
abführen. knapp daneben.

mittlerweile waren die anderen demonstranten auch weg und so wurde
entschieden sich in ein nahegelegenes cafe zu bequemen, um dort auf
genossen janos zu warten der ja das privileg der presse genoß und seine
ohren den führern widmen durfte.

als letzterer ins cafe krimhild endlich kam, erhob er mit einem zynischen
grinser seinen arm zum hitlergruß und setzte sich uns gespannten freaks.
bald darauf begleitete er huem zur tür, da sie nach haus fahren wollte,
worauf ihn ein 35 jähriger, alkoholisierter aggressiv fragte: "beim
rausgehen griaßt net?"
das mißverständns wegen des grußes war komplett und jeder versuch des
janos es aus der welt zu schaffen, wurde mit lauter stimme des anderen
übertönt. ein anderer wurde handgreiflich. robert packte schnell unsere
sieben sachen (rucksck, handy, tschick, feuer, sakko, pulli, block)und
schliff den auch echauffierten janos vor die tür. dort wurde mit einem, im
lokal mit dem anderen ausdiskutiert und die sache war schnell bereingt.
wir verabschiedeten einander mit dem sozialistengruß (freundschaft!).

durch diese situation kam wieder einmal die idee auf, ein straßentheater
zu inszenieren daß die bevölkerung auf ihre zivilcourage testet. medial
aufbereitet soll dieses dann in unterschiedlichen orten mit verschiedenen
situationen touren.lokale wie das vorhergehende, welches zu unrecht durch
seinen namen verdächdigt würde, oder personen erlangen dann eine
auszeichnug von uns...

wir wie eben so sinnierend am weg zu u6 waren, robert das transparent
geschultert, kommen plötzlich 5 geschorene jugendliche von der anderen,
der rechten straßenseite hergelaufen und fragen uns in stänkerndem tonfall
ob wir linke sind.
ich sah dem jüngling in die augen, zum ersten und letzten mal, und
erwiderte: "ja sicher!"
dann drehte ich mich um und ging,aber leider nicht einer auseinanderseztung
aus dem weg.
weil die anderen, außer reinki der vor mir schlenderte, nicht nachkamen,
drehte ich mich um uns sah das einer der nazis das transparent entriß und
sich die kamaraden nun daran machten es am boden auszurollen.
auf unsere fahnen die den boden berühren reagiere ich allergisch also
eilte ich hin um zu versuchen es den typen zu entnehmen. daß ihre
gewaltbereitscheft so hoch war, dachte ich nicht.
dann gingen die schlimmen buben auf janos los, der durch einen schlag ins
gesicht seine brille verlor.
robert bekam von der seite einen hieb aufs ohr.
mich stießen zuguterletzt zwei zu boden und schlugen ein.
huem und reinki versuchten meanwhile leute zu bewegen die pozilei zu
rufen. ich erinnere mich daran, daß einige die courage hatten
zuzuschauen...
bevor die schläger allerdings komplett weg waren, trafen die bundesadler
ein und konnten meine zwei festhalten, die abstritten begonnen zu haben
und was von hunderten demonstranten faselten.

die restlichen 3 wurden vis á vis gefasst. wir wurden befragt und ein
krankenwagen wurde für janos bestellt, dem sein kopf zu schaffen machte.

das lösen zitate von führern aus. hass empfinde ich gegen diese, nicht
gegen die verführten.
wir müssen daran gehen zu kommunizieren:
meßt haider an den taten,die seine worte provozieren!
und dazu gehört am meisten die unscheinbare kraft des alltagsrassismus,der
jahre zuvor den boden ebnet auf dem dann ein großes hakenkreuz gedeiht.
fast ein kampf gegen windmühlen, weil es soviele alltage gibt...

in jedem fall freundschaft!










RICHTIGSTELLUNG DER BETROFFENEN UND AUFRUF ZUR GEWALTLOSIGKEIT!
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From: martin@schulsprecher.at



o5_okw99@hotmail.com internet writes:

>>
>>Antifaschistischen brutal nach der Anti-Haider
>>    Demo von Skins zusammengeschlagen!
>>
>>Nachdem sich die Kundgebung vor der Wiener Stadthalle allmählich
>aufgelöst
>>hatte, machten sich vier Genossen der Sozialistischen Jugend Wien auf
>>ihren Heimweg. Auf dem Weg zur nahegelegenen U6 Station (um ca. 22:00)
>>hörten sie plötzlich hinter sich Gejohle und faschistische Parolen. Kurz
>>darauf wurden sie auch schon von sieben Skins attackiert und mit
>"Verreckt
>>ihr Zecken!" und "Der Jörg'l schickt uns, um euch ins Straflager zu
>>bringen!" beschimpft. Die Rechten begannen sogleich die Genossen mit
>>Faustschlägen und Tritten zu traktieren, sogar als diese bereits am Boden
>>lagen und keinen Widerstand mehr leisteten traten die Skins weiter auf
>sie
>>ein. Zwei Genossen gelang jedoch die Flucht, die sie nutzten um Rettung
>>und Polizei zu rufen. Währenddessen bedrohten die Skins sie mit Messern
>>und drohten sie "aufzuschlitzen und über die Straße zu zerren.", so die
>>Rechten wörtlich. Daß im nächsten Moment endlich die Polizei kam,
>>verhinderte schlimmeres. Die verletzten Genossen wurden anch einer
>>Identifizierung der Täter und deren Festnahme zum Abtransport
>freigegeben.
>>Sie liegen zur Zeit verletzt in einem Wiener Krankenhaus.
>>
>>Der brutale Angriff auf die Genossen darf nicht ungestraft bleiben!
>>
>>Unser bisheriges Vorgehen war friedlich und gemäßigt.
>>
>>Was haben wir davon?
>>Verletzte und zusammengeschlagene Kollegen!
>>
>>Die Aussage der Täter "Der Jörg'l schickt uns, um euch ins Straflager zu
>>bringen!", zeigt vielmehr als deren Dummheit,
>>nämlich eine Entwicklung deren wir viel zu lange schon tatenlos zugesehen
>>haben ohne uns zu wehren!
>>
>>Es ist an der Zeit sich zu wehren!
>>Sich nicht mehr prügeln zu lassen!
>>
>>DER WORTE IST GENUG GEFALLEN
>>JETZT MÜSSEN TATEN FOLGEN!
>>___________________________________________ das ist ein
schlußstrich!______________
>>
>>seid ihr eigentlich genossen?
na wurscht wollma mal nicht so sein!


also, genossInnen!

dieser obigen worte sind genug gefallen, jetzt soll eine lesbare tat
erfolgen.

was da oben steht, ist ein mißbrauch von armen, unschuldigen buchstaben
die in echt beschissener reihenfolge hingedrückt worden sind!

wahrheit ist ich bin einer von 5 ( nicht wie im schrieb 4!) antifaschisten
und einer Antifaschistin die opfer eines übergriffs von rechten ärschen
wurden.

aber: ganz einfach für euch:

-wir haben uns verteidigt, uns nicht in den kampf eingebracht.

-damit ist der konflikt einseitig geblieben, nur von rechts.

-wenn die zweite streitpartei auch diese form der auseinanderseztung
mitträgt, dann
wird sie aufgewertet und von beiden als spielregel angesehen.

so weit klar?

als sozialist, als humanist schlage ich nie jemanden aus dem grund weil er
eine andere meinung vertritt.
ich dachte die gesellschaft macht uns zu dem was wir sind.
also verändern wir doch diese, wenn sie immer noch solche verführten
produced.
gehen wir nicht auf die individuen ein die blind sind, außer mit
argumenten, der waffe des diskurses.

ich empfinde hass gegen die führer, nicht gegen die verführten.

fast der gesamte inhalt dieser
reissermail ist schlichtweg erstunken. keine ahnung wer sich so schlecht
informiert hat.
ich möchte darauf nicht weiter eingehen.

aber: ganz einfach:


die spielregel der linken kann nicht menschenverachtung sein.
wer aber schläger wird, hat das wort vergessen.
schlagen heißt beseitigen wollen.
nicht dialektisch einen prozeß suchen.

wer gewalt anwendet, auch angeblich linke
hat eine runde im kreis von links und rechts gemacht und kommt bei nazis
raus.
einziger unterschied ist eine verwaschene, destruktive ideologie die zum
kampf aufruft, bei der gewalt gibt es keinen unterschied.
sie darf nicht werkzeug in unserer situation sein!

das ist was ich fürs erste aus meinem beschränkten hirn entleerte für euch!

freundschaft, genossInnen!






Fotomontage in Zusammenhang mit Anti-Haider-Demonstration!
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From: skz@skz.at


In der "Neue Kronen Zeitung" von  Samstag, 21. Oktober 2000, ist das
Titelbild der Widerstands-Kundgebung vor der  Stadthalle gewidmet. Darauf
dargestellt, ein auf beiden Händen mehrfach  tätowierter Mann mit langen
Haaren, in der Rechten eine Bierdose. Ihm gegenüber  - auf der anderen
Seite der Absperrung - eine Polizistenkette in voller Montur.  Dieses Bild
ist eindeutig eine  schlecht gemachte Fotomontage. Es ist müßig zu
erörtern, welche Absicht hier  verfolgt wird.    Der Mann wurde einfach in
die Szene  hineinkopiert (aus welcher "Szene" er auch immer kommen mag).
Die  Größenverhältnisse der Polizisten im Hintergrund (auf der anderen
Seite der  Barriere, also nicht weiter als 1,5 Meter entfernt) zu dem Mann
im Vordergrund  stimmen überhaupt nicht. Außerdem sieht man, daß die
Front-Gestalt eher von  unten photographiert wurde, während die
Hintergrundaufnahme (mit den Polizisten)  von der Seite, aus gleicher Höhe
geschah. Von der Barriere sieht man an einer  Stelle auch den
Bodengerüstteil. Etwas dahinter einen einzelnen (?) weißen  Schuh. Ob der
wirklich zu einem Polizisten gehört? Anhand dieser Beobachtungen  weiss man
genau wo der Boden verläuft.  Da der "Demonstrant" (von dem nur der
Oberkörper zu sehen ist)  direkt an der Barriere steht, sogar in einer
höchst umständlichen Weise - in  Schräglage - sich dezent mit Zeigefinger
und Daumen an einem (wenig Halt  bietenden) Gummiteil der Absperrung
anhaltend, fragt man sich, wo er seine Beine gelassen hat. Demnach müsste
er am Boden knien, damit es sich platzmäßig ausginge. Außer die Polizisten
wären  alle auf einem halben Meter hohen Podest gestanden, was nicht der
Fall war. Die  Ränder der Kleidung des Bierdosenträgers sind auch zu scharf
gegen den  Hintergrund abgegrenzt (wie ausgeschnitten), bei den anderen
Menschen im Bild  ist ein Verlauf zu sehen (mehr dreidimensional). Der Mann
wirkt so, als ob er  bei einem Würstelstand aufgenommen wurde. Es ist auch
sonst nur ein Zivilist im  Hintergrund zu sehen, bei dem auch die
Größenverhältnisse nicht passen  dürften.





Gründung von ATTAC Österreich - Netzwerk zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte
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HELGA Köcher helga.koecher@chello.at



ATTAC Österreich - Netzwerk zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte

lädt anlässlich seiner Gründung zur Podiumsdiskussion

              Globalisierung braucht Gestaltung
                   Wege aus der Ohnmacht

Die zunehmende Macht der Finanzmärkte ist bezeichnend für eine
Globalisierung, in der auf politische Gestaltung weitgehend verzichtet
wird. Mit "Sachzwang"-Argumenten werden bewusst Ohnmachtgefühle erzeugt.
Demokratische Mitgestaltung scheint nicht möglich.

     Zu den Themen
       -  Wie kam es überhaupt zum "Diktat der Finanzmärkte"?
       -  Welchen Einfluss haben Finanzmärkte auf die österreichische
            Wirtschaftspolitik?
       -  Welche Handlungsmöglichkeiten

         diskutieren

       Susan George, Vizepräsidentin von ATTAC Frankreich und
            Präsidentin des Observatoire de la Mondialisation, Paris
       Brigitte Unger,  Wirtschaftsuniversität Wien
       Stephan Schulmeister, Wirtschaftsforschungsinstitut
       ProponentInnen von ATTAC Österreich

            mit dem Publikum

        Moderation: Ursula Baatz

        Ausklang mit Musik und Buffet

        Montag, 6. November 2000, 19 Uhr

          im Semper-Depot (Atelierhaus der Bildenden Künste)
                                 Lehargasse 6, 1060 Wien

ATTAC Österreich
Berggasse 7, 1090 Wien
0664 / 15 10 243
austria@attac.org
www.attac.org/austria





Richtigstellung: Kein Speakerscorner der BBB
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From: Edwin Kernbauer e.kernbauer@utanet.at


zu Mund Samstag, 21.10., Pkt. 03, from: akin.mediaweb.at (Zitat s.u.)



Die BBB ruft nicht zu einem Speakerscorner am 25.10 auf. Das wurde nie im
Plenum der BBB beschlossen und ist eine nicht abgesprochene Einzelaktion
vonirgendjemanden, der die BBB unter dem Vorwand ihr zu helfen sie in noch
grössere Schwierigkeiten bringen möchte. Die BBB hat sich soweit mit dem
Bundesheer arrangiert, dass wir nicht in einen weiteren Konflikt geraten,
der unmittelbar die Räumung der BBB nach sich ziehen könnte! Die Gruppe
AKIN hat nicht das Recht im Namen der BBB zu irgendetwas aufzurufen noch
bei der BBB einen Speakerscorner zu celebrieren.


> Speaker´s Corner bei der BBB
>Nach wie vor will die Regierung die "Botschaft besorgter
>BürgerInnen" am Ballhausplatz 1a raeumen lassen. Vorgegebener
>Grund: Das Militaerspektakel am Nationalfeiertag. Bekanntlich
soll auch heuer wieder am 26.10. am Heldenplatz das Bundesheer
seine Angelobungs- und PR-Show zelebrieren. Bei der Gelegenheit
koennte man in einem Aufwaschu auch gleich die BBB loswerden.
Daher ruft die BBB dazu auf, ab Mittwoch, den 25.10., 17 Uhr, einen
Speaker´s Corner an Ort und Stelle zu errichten, um auch inhaltlich
den Militaristen etwas entgegensetzen zu koennen.





Keine grundlegende Änderung des Widerstandsmunds
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From: "Christian Apl" a9503809@unet.univie.ac.at


Replik auf: MUND vom Samstag, 21.10.00, Pkt.
06 Keine grundlegende Änderung des Widerstandsmunds

From: Ökologische Linke, OEKOLI_Wien@gmx.net


"Wir hatten durch die gleichzeitig mit unserer Kritik am Mittwoch
erschienene Ankündigung einer Redaktionssitzung zum Thema des Antisemitismus im
Widerstandmund noch gezögert, das angekündigte Ende unserer inhaltlichen
Beiträge
...."


Hi liebe/r N.N. von der Ökoli!

Ich bin noch am Überlegen, ob ich zuerst den emotionellen Teil oder zuerst den
sachlichen Teil meiner Antwort bringen soll...

Es sei mir der emotionelle Teil zuerst gestattet (bitte diesen auch unbedingt
als solchen aufzufassen und dementsprechend NUR als Wiedergabe meines inneren
Stimmungsbildes zu betrachten und NICHT anders zu verwenden. Das ist kein
Diskussionsbeitrag!)

[I hob Kabeln wia Trogseu von ana Gondlbaun!! Wos woin denn de?!?
Ia brauchts eich ka Ausstiegszenario basteln damits den Link zum MUND von
eicherer Homepage nehmen kennts! Des is do zum Hischbeim vua lauta Foischheit
und Traumtänzerei!! Des kummt ma vua, ois wia waun de klane Prinzessin
draufkummt, daß da Wind geht waunns es Fensta aufmocht und in Fensta de Schuid
gibt.
Wos haßt: "Der inhaltliche Niedergang eines so wichtigen Mediums wie der
Widerstandsmund tut uns leid, wir sehen uns aber einfach nicht in der Lage und
an einem solchen Medium weiterhin in irgend einer Form zu beteiligen."
Söba schuid, kaun i do nua sogn...]

So genug, entschuldigt bitte diese Entgleisung - oba des hob i jetzt braucht...
Ich probier es jetzt sachlich. Weitere emotionelle Einbrüche die auch dann noch
keine Diskussionsbeiträge sind, werden mit [] gekennzeichnet.

"Die Ergebnisse des Treffens genügen uns jedoch nicht, diesen Abbruch der
Beteiligung am MUND weiter auszusetzen."
Wiedergegeben waren nur die zu ergreifenden Maßnahmen, den Rest versteh ich
nicht.

"In der heute veröffentlichten Erklärung im MUND gibt die Redaktion den
alleinigen Grund für das Treffen das am Dienstag erschienenen
christlich-antisemitischen Mail an."
Das ist ein grundlegendes Mißverständnis. Es handelt sich nicht um eine von der
Redaktion abgesegnete Erklärung sondern um Notizen, wo die wichtigsten konkret
zu ergreifenden Maßnahmen unsererseits zusammengefaßt sind. Das steht aber auch
große und deutlich drüber.
Außerdem war der Grund für dieses Treffen, in den Notizen verkürzt als "Anlaß"
bezeichnet, richtiger wäre sicher "Anlaßfall" gewesen, tatsächlich der am
Dienstag erschienene Beitrag. Das jetzt als "alleinigen" Grund zu
bezeichnen und
uns damit zu unterstellen, die zuvor weitergeleiteten Beiträge hätten unsere
vollste Zustimmung gefunden, ist doch... [i sog nua mea: Kabeln!]

Die Erklärung der Redaktion ist schon in der Mittwochausgabe erschienen und
dort
heißt es denke ich eindeutig: "... über den sich aufgrund des offen
antisemitischen Charakters jede Diskussion erübrigt. Die gesamte Redaktion
einschließlich des
verantwortlichen Tagesredakteurs distanzieren sich von diesem
"Beitrag". Die Nichtzensurierung dieser Einsendung widerspricht ganz
klar unseren Richtlinien."

Und dann schreibt Ihr das:
"Die antisemitischen Mails der vergangenen Wochen waren somit
offensichtlich kein Thema für die Redaktion, die damit einmal mehr ihre
inhaltliche
Ignoranz gegenüber dem Antisemitismus beweist."
[Ganz ruhig bleiben] Diese "Ignoranz" der Redaktion belegen auch ganz eindeutig
die über 50 Mails, die seit dem Vorfall alleine über die Redaktionsadresse
gelaufen sind und die sich ausschließlich mit diesem Thema befassen.


"Diese Ignoranz stellte die Redaktion bereits unter Beweis als der
Tagesredakteur vom 16.10. der Forderung von J. auch >Antisemitismus< als
Ausschließungsgrund für Texte im MUND neben Rassismus und Sexismus
hinzuzufürgen, anwortete:

>Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, daß wir alles aufzählen, wo
überall diskriminierende, menschenverachtende Haltungen zum Ausdruck kommen.
Das muß immer unvollständig bleiben und wäre schon aus diesem Grund wiederum
diskriminierend.< "

Vielen Dank, auch für die Sippenhaftung im ersten dieser Absätze. Möchte mich
bei meinen KollegInnen in aller Form entschuldigen, daß sie gleich in
Bausch und
Bogen als IgnorantInnen bezeichnet werden, obwohl ich an der fraglichen Stelle
hoffe deutlich gemacht zu haben, daß es sich um meine persönliche Meinung
handelt.
Daß ich einen eher soziologisch/konstruktivistischen Zugang zum
Rassismus-Begriff verwendet hatte, hätte mensch aus den nachfolgenden und
erläuternden Sätzen herauslesen können, die in dieser Wiedergabe aber
[geschickt] unterdrückt wurden. [Ja, ja, mensch sieht immer nur das, was er
sehen will...].

"Wer Antisemitismus nur unter Rassimsus subsumiert, ignoriert, daß
Antisemitismus eben nicht >Rassismus gegen Juden< ist, sondern noch ganz ander
Komponenten hat."

Wer Antisemitismus nicht unter Rassismus [unter Rassimsus gehts eh net]
subsumiert, verharmlost Rassismus. Ich darf bei dieser Gelegenheit nochmals
meine Begründung anführen, warum ich der Ansicht bin, daß "Rassismus" und
"Sexismus" ausreichend ist: "Ich denke >Rassismus< als Überbegriff für eher
kollektive Identititätskonstruktionen und >Sexismus< als Überbegriff für eher
individuelle Identitätskonstruktionen, die
beide hauptsächlich zu dem Zweck errichtet werden, um den >Zugehörigen< Rechte
zuzusprechen und vor allem den >Nichtzugehörigen< Rechte abzusprechen und die
sich beide noch dadurch zu erkennen geben, daß sie sich auf >Gottgewolltheit<,
>Naturgegebenheit<, >Objektivität< oder >Sachzwangbedingtheit< berufen, muß
völlig genügen."
Es ging mir um die kollektiven Konstrukte, die zu dem Zweck errichtet
wurden, um
anderen Menschen Recht abzusprechen. Es geht um das "Recht absprechen" und
nicht
darum, welche Legitimationsstrategien dafür verwendet werden. Da kann man
natürlich etliche Unterscheidungen treffen - und die menschliche Phantasie ist
auch in ihrer Grausamkeit grenzenlos, es bleibt aber immer die selbe Absicht:
Rechte sollen entzogen werden.
Welche Elemente man also in die Aufzählung hineinnimmt, wo also
Unterscheidungsbedarf erkannt wird, hängt davon ab, ob man eher
legitimationsorientiert oder eher absichtsorientiert argumentiert. Ich
bevorzuge
eindeutig das Zweitere, da mir irgendwie essenzieller erscheint, was ein Mensch
vorhat, als wie sie/er das zu legitimieren versucht.

Leider muß ich jetzt weiter, obwohl man das weitere in der Nachricht auch nicht
unbeantwortet stehen lassen kann.

Baba, Christian






Soll die Antisemitismusdebatte weiter im MUND geführt werden ? I
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From: "Johannes" j_knoebl@teleweb.at



Ein paar persönliche Notizen zur laufenden  Diskussion.

Von Johannes Knöbl


Aufgrund der jüngsten Vorfälle  hat sich die MUNDredaktion vergangenen
Mittwoch zusammengesetzt, um über das  weitere Vorgehen zu beraten. Neben
einer klaren Stellungnahme und  Distanzierung zu dem am Dienstag erschienen
"Beitrag" und nötigen  Strukturveränderungen, haben wir auch lange darüber
gesprochen, ob und wie  eine Antisemitismusdiskussion im MUND sinnvoll
weitergeführt werden  soll.

Außer Streit stand dabei, daß diese Diskussion sehr wichtig ist.  Viele
Kommentare zeigen, daß mancherorts Bewußtsein und Sensibilität fehlen,  und
auch Meinungen vertreten werden, die offen oder latent antisemitisch  sind,
durch die offene Diskussion kann aber auch viel Bewußtsein  geschaffen
werden. Gerade bei dieser Diskussion, gerade in diesem Land,  erscheint es
unerträglich, diese Diskussion einfach nicht führen zu wollen.  Das Resultat,
diesem Thema konsequent ausweichen zu wollen, ist Teil des  alltäglichen
Wahnsinns von verdrängter Schuld, offenen und versteckten  Ressentiments und
einer nach wie vor von Antisemitismen durchsetzten  Sprache.
Neben den gemeinsamen Erklärungen und Beschlüssen, ist es mir  dennoch ein
wichtiges Anliegen, ein paar persönliche Gedanken zu dieser Frage  zu
formulieren. So ohne weiteres bereitet mir eine Fortführung der  Diskussion,
zumal oftmals auf nicht sehr hohem Niveau, gehöriges  Unbehagen.

# Kann sich der MUND nach den vergangenen Vorfällen noch  als
vertrauenswürdiger Rahmen für diese Diskussion anbieten ?

Ich  hoffe, wir konnten ausreichend klarstellen, daß die Veröffentlichung  des
Beitrags vom Dienstag, ein Fehler unsererseits war. Wir haben eine Reihe  von
Maßnahmen beschlossen, um solche Fehlleistungen in Zukunft zu verhindern  -
letztendlich ist es aber unmöglich solche Fehler zu 100% auszuschließen.  Um
den MUND weiterzuführen, ist ein gewisses Vertrauen in  die
TagesredakteurInnen und in weiterer folge in das Kollektiv der  MUNDreds
Voraussetzung: nicht das Vertrauen, daß wir einfach ohne Fehler  unsere
Arbeit zu verrichten hätten, sondern das Vertrauen, daß wir versuchen  Fehler
zu vermeiden und klar und deutlich reagieren, wenn tatsächlich  Fehler
passieren. Ich hoffe, wir konnten durch unsere Reaktionen deutlich  zeigen,
daß wir keineswegs fanatische Freiheitsanhänger sind, die unkritisch  jeden
Beitrag, im Namen der Zensurlosigkeit, in den MUND stellen  wollen.
Letztendlich können wir als Redaktion aber die Frage nicht  beantworten, ob
dieses Vertrauen nach wie vor besteht, oder nicht.

Mit  Sicherheit ist unsere Vorsicht und unsere Sensibilität durch die
jüngsten  Ereignisse deutlich erhöht. Es wäre auch schade, das ganze Projekt
MUND zu  beenden, nur weil es einem Idioten gelungen ist, einen Beitrag in
den MUND zu  bringen, der dort nie hätte erscheinen sollen. Vielleicht ist
auch das  Bewußtsein bei unseren LeserInnen gestiegen, wie der MUND
tatsächlich  entsteht und mit welchen Schwierigkeiten wir daher zu  kämpfen
haben.

Dennoch stellt sich die Frage, ob es schlichtweg  unerträglich ist, wenn bei
einer solch sensiblen Diskussion, auch nur  vereinzelt, Meldungen
unkommentiert erscheinen, die nicht zu tolerierende  Haltungen verbreiten.
Rückblickend gab es auch bei anderen Diskussionen ganz  dumme Stellungnahmen,
diese haben aber im Gegenzug letztendlich auch sehr  konstruktiv geführte
Diskussionen provoziert.

Das Medium E-Mail  erscheint mir gerade bei Themen, die starke Emotionen
aufkommen lassen, sehr  geeignet, denn was bei einem direkten Gespräch in
Schreien oder Weglaufen  enden würde, kann ruhiger ausgetragen werden, das
als Mail geschriebene Wort  ist aber zumeist doch offen und persönlich genug,
um sich nicht nur hinter  Polemik oder abstrakten Konstruktionen zu
verstecken.
Wir werden als  Pilotprojekt eine Ausgabe pro Woche redaktionell betreuen -
somit besteht die  Möglichkeit, sehr sensible Diskussionen oder Beiträge in
dieses Format  auszulagern. Wie wir im speziellen Fall der
Antisemitismusdiskussion umgehen  sollen (auch im normalen MUND-Format, oder
nur redaktionell betraut), sollte  letztendlich auch von den
BeitragsschreiberInnen und LeserInnen entschieden  werden.


# Warum läßt die Diskussion über die Ereignisse in Israel die  Emotionen so
schnell hochgehen ?

Sollte die Entscheidung fallen, diese  Diskussionen im MUND weiterzuführen,
dann blicke ich dem ganzen mit einem  gehörigen Unbehagen entgegen. Ich
glaube, ich bin nicht alleine mit meiner  Sorge. Es waren schon in den
bisherigen Beiträgen Bruchlinien zu entdecken,  die mir allzu bekannt
vorkommen, ohne ein wirklich effektives Mittel zu  kennen, diese zu
vermeiden. Im Moment kann ich nur ein paar Gedanken zur  Diskussion stellen,
wann und warum mir diese Diskussion sehr schnell  unerträglich wird:

Zu allererst lockt eine Diskussion in Österreich über  Israel jedesmal eine
Schar von Idioten an, die in den auftauchenden  Konflikten einen guten Weg
finden, ihren antisemitischen Schrott zu  transportieren. Es ist eben kein
Zufall, daß der MUND eigentlich nie offen  rassistische Beiträge in
schlichter "Ausländer raus"-Diktion erhalten hatte -  und genau mitten in der
Antisemitismusdebatte, ein solches Mail bei uns  hereinkommt, daß dann
dummerweise auch noch erschienen ist. Das Problem ist,  daß manche
DiskutantInnen zu wenig Sensibilität besitzen, um sich  wirkungsvoll gegen
solche Propaganda zu wehren. Beharrlich werden dann  Positionen weiter
vertreten, die im Chor mit offener antisemitischer Hetze,  nur noch
unerträglich sind. Jede Position "in der Mitte" erscheint in  diesem
Zusammenhang nur noch wie eine unerträgliche Rechtfertigung dieser  Hetze.

Aber es ist auch kein Zufall, daß sich gewisse Teile der Linken  in
Deutschland und Österreich auf das Thema Israel geradezu stürzen, um  unter
dem Deckmantel der Solidarität mit den Palästinensern ihre  antisemitische
Spielart der Kapitalismuskritik auszuleben. Rassismus wird  legitimiert, weil
er sich gegen eine als überlegen konstruierte Gruppe  richtet. Die
vielschichtigen psychologischen Mechanismen, die einen Einzelnen  dazu
bringen mag, sich eine Ideologie und eine Identität zu suchen, die alle  im
eigenen Sozialisierungsprozess angebotenen und erworbenen  Identitäten
schlichtweg zu negieren versucht, um sich dann einer verdrängten  Schuld und
latenter Rassismen auf diese Weise zu entledigen, mag für eine  Analyse
interessant sein - im Resultat bleibt der Einzelne für mich, frei  nach den
Ärzten, ein Arschloch.

Sobald die Diskussion am laufen ist,  wirken dann auch gut gemeinte Beiträge
widerlich - eine Erklärung, daß Kritik  an Israel nicht in sich antisemitisch
ist, daß es ja viele JüdInnen gibt, die  sich für ein friedliches
Zusammenleben einsetzen, wirkt allzu schnell wie  eine "guter Jude" -
"schlechter Jude" Argumentation: eine wesentliche  Spielart des
Antisemitismus, des Rassismus im allgemeinen, der letztendlich  die
Verantwortung für Verachtung, Unterdrückung und Vernichtung auf die  Opfer
überträgt. Es ist dann nicht mehr ausschlaggebend, wie ein  Beitrag
tatsächlich gemeint sein mag, sondern es zählt letztendlich, wie ein  Beitrag
an einem bestimmten Punkt der Diskussion verstanden werden kann  bzw.
verstanden werden muß. An diesem Punkt wird zumeist jede weitere  Erklärung
immer schlimmer: "Ich bin doch kein Rassist, viele meiner Freunde  sind
Ausländer"...gute Nacht !

In diesem Land stehen sich bei einer  Diskussion zum Thema Israel Täter und
Opfer gegenüber - Täter und Opfer des  schlimmsten Verbrechens der
Menschheit. Ein vorausgehendes Vertrauen, daß  etwas "ja nicht so gemeint
ist", ist nicht vorauszusetzen. Außerdem zeigt  sich selbst bei den
wohlmeinensten Beiträgen, wie sehr unsere Sprache und  unsere Argumente von
Antisemitismus durchsetzt sind. Selbst wenn Vertrauen  vorhanden ist, wird es
zumeist gründlich enttäuscht - wieder und immer  wieder...

Die Reaktionen auf mißverständliche oder dumme Kommentare  werden auch nicht
immer mit feiner Klinge geführt - aber die, vielleicht auch  übertrieben
Attackierten, ziehen sich meist beleidigt von der Diskussion  zurück, anstatt
sich ernsthaft mit den Ursachen auseinanderzusetzen. "Über  Israel kann man
einfach nichts sagen, weil man sofort als Antisemit  beschimpft wird" - ist
oftmals der Nährboden für neuerlichen  Antisemitismus.

Abgesehen davon kommt noch hinzu, daß jeder aufkommende  Konflikt
Möglichkeiten bietet, persönliche Ärgernisse, Ressentiments und  Eifersüchte,
hinter scheinbar unangreifbare Positionen zu verstecken...das  macht die
wichtige und notwendige Auseinandersetzung auch nicht  leichter...

# Antworten ?

Ich glaube nicht, daß wir alle uns ein  Projekt wie den MUND kaputt machen
lassen sollten, weil es einige Idioten  gibt. Und die jüngsten Ereignisse
haben alle MUNDredakteure wachsamer  gemacht. Ich denke, wir werden weiter
machen und versuchen, den MUND auch  weiter zu entwickeln. Zumindest solange
diese Regierung besteht...
Was die  Fortführung der Antisemitismus - Diskussion betrifft, so habe ich
mich ja  selbst ad absurdum geführt und einen Beitrag für den MUND verfaßt,
der Fragen  formuliert, ob es sinnvoll ist, diese Diskussion zu führen, um
genau die  Diskussion selbst fortzusetzen...doch um das noch sinnvoll
aufzulösen würde  der MUND viel zu laaaaaang ;-)

Gute Nacht und Alles  Liebe

Johannes








Soll die Antisemitismusdebatte im Mund weitergeführt werden? II
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From: "Claudia Volgger" volgger@yline.com



    Wer, wenn nicht wir? Zu konstatieren ist: Die Situation in Israel ist
Thema in sämtlichen Mainstreammedien. Weiter festzustellen: während in den
70er  und 80er Jahren in den Nachfolgeländern des dritten Reiches die
"Solidarität mit  dem Befreiungskampf der PalästinenserInnen" exklusive
Position der Linken war  (mit der Ausnahme Kreisky), schwenkt nun die
veröffentlichte Meinung von einer  israelfreundlichen zu einer kritischen
Position um. Während in A schwarz-blau  regiert und in D ein gewisser
Nationalstolz, rot-grün umschmeichelt, sich wieder  regt. Ich halte diese
Entwicklung für äußerst  besorgniserregend, gelinde gesagt. Darauf in einem
Medium der Protestbewegung mit  Zensur gegen bestimmte Gruppen (einige
Stimmen auch in der Redaktion) oder gar  mit Zensur der ganzen Debatte
(eine Stimme) zu reagieren, wäre im Wortsinn  ver-rückt. Jede Art von
Zensur, egal wie "demokratisch" sie  ausgeübt wird, schadet in der Tendenz
den Minderheiten, den Schwachen, den  Linken, den Frauen. Die einzige
Möglichkeit, diese Tendenz abzuschwächen, liegt  darin, jeden Einzelfall zu
prüfen und insgesamt äußerst sparsam mit dem Mittel  umzugehen. Wenn erst
einmal die Chance im Raum steht, eine ganze Gruppe, egal  welche und mit
wie guten Argumenten, aus dem gemeinsamen Medium auszuschalten,  braucht,
gerade in einer Situation, in der der Außenfeind stark und nicht gerade
leicht zu bekämpfen scheint, keineR zu glauben, daß es damit sein bewenden
haben  wird ("Reinigung" gelungen). Es wimmelt in allen Geschichten der
mißglückten  Revolten von Erfahrungen darüber, wie sich die außen
gescheiterten oder  aufgehaltenen Energien aufs destruktivste ins Innere
wenden, wie die  Gewissensprüfungen (an anderen) anfangen, die Ausschlüsse,
letztendlich die  Zerfleischung. Es ließe sich daraus lernen.  Und die
Antisemitismus-Diskussion wenigstens im  Mund beenden? Weil sie Idioten
anzieht? Weil die Sensibilität fehlt? Weil dann  auch gutgemeinte Beiträge
widerlich wirken? Das ist die gesellschaftliche  Realität in diesem Land.
Wenn wir die aussperren wollen, um uns in einem  geschützten Garten zu
ergehen, haben wir uns jeder Möglichkeit begeben, sie zu  ändern. (Um
Mißverständnissen vorzubeugen: ich bin sehr für das Einrichten  geschützter
Räume, in denen gefährdete und gefährliche Entwicklungen stattfinden
können, sicher vor zerstörerischen IdiotInnen. Es sollten wohl
Gesprächsräume  sein, aus denen man, möglichst gestärkt, wieder ins
offenere gehen kann. Der  Mund als Informationsmedium eignet sich hierfür
nicht.)  Und: wie die Qualität der Diskussion aussieht, das  liegt an uns
allen. Nicht als "Übereltern Redaktion" stoppen, mehr beteiligen.  Weniger
Protektionismus, mehr und genauere Einwände gegen die linke Versöhnung  mit
den Tätervätern, gegen Funktionalisierungen, gegen die klassische
beleidigte  Täter-Opfer-Umkehr. Im Augenblick führen wir eine
Paralleldiskussion: die  interne der Redaktion, die im Mund. Ich meine, es
ist Zeit, die  zusammenzuführen. Einiges an Arbeit, einiges zu lernen:
darüber zu jammern, daß  der "Boden" dafür noch immer nicht bereitet ist,
bringt leider auch nicht  weiter. Daß die ganze Debatte gerade den
Überlebenden der  Shoah und deren Kindern und EnkelInnen einiges an Geduld
mit den ErbInnen der  Täter abverlangt, ist auch mir schwer erträglich.
Ich sehe nur keinen anderen  Weg, wie sich dieses Verhältnis endlich, nach
mehr als 50 Jahren, umkehren  ließe, damit irgendwann auch in Österreich
Menschen miteinander reden, umgehen,  verhandeln, streiten, genießen,
handeln können, ohne daß diese Geschichtslast  immer wieder die Luft zum
Atmen nimmt. Claudia Volgger





Schleichende Zensur oder wollen wir über alles reden? I
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From: "Erol Akdag" erol.akdag@chello.at


Schleichende  Zensur oder wollen wir über alles reden?



Ach, ist es so nicht besonders hübsch, ...damit  bekunden wir Takt und
Geschmack ...es ist das allgemeine moralische  Schönheitsempfinden, wenn
auch nicht besonders selbständig und sicher nicht neu.  So ganz nebenbei
erlaubt es momentan einen gewissen Frieden, mit sich selbst und  all diesen
Peinigern der Antisemitismusdebatte, hoffentlich ist das alles bald
vorüber.



Jesus sei dank gibt es ja keine palästinensischen  Beiträge... und viele
pro-palästinensischen Beiträge bleiben ja jetzt hängen,  werden nicht
veröffentlicht, klammheimlich, ohne Debatte, auch nicht im  Mund...Es ist
eine doppelte Zensur: nichts gegen Israel bringen, dann brauch ma  auch
diese vielen Antisemitismusbeiträge nicht mehr...Verstanden hat niemand
was... verloren haben Alle.



Alles, etwas radikal Formulierte,  raus...irgendwann bleibt dem Mund dann
der Rachen zum Schlucken bestimmter  homogenisierter Präparate.



Sich einsetzende PolitdrescherInnen sind immer  dazu geneigt radikalere
Darlegungen zu verwenden um, entweder, ihre  Unbeholfenheit zu verdecken,
oder um gegen die Ungerechtigkeit wachzurütteln die  sie besser zu spüren
glauben, und weil wir leider in Mehrheit Zombies sind, und  schlafen...In
beiden Fällen kann man gegen rohen Sprachgebrauch nur behutsam  etwas
erreichen, sollte auch selber bessere Formulierungen beisteuern und auf
die Argumente eingehen. Nur so wird sich das Niveau der Debatte steigern.
Bin  ich schlecht weil ich schlecht rede und gut wenn ich die momentane,
allgemein  verbreitete Eloquenz habe (Politmagazine sind feine Sprache oba
do net der  schreckliche VolksMUND).



Political Corectness ist immer hinterdrein im  Kampf gegen Diskriminierung.
Vor lauter nicht sagen dürfen, wird nichts mehr  gesagt oder getan. Der
Status Quo wird aber sicher nicht Machtverhältnisse oder  Vorurteile
abschaffen.



Alle argumentieren wild...(oder aggressive  Marketing + Kommunikation
Strategie.... ), aber nicht alle sollen dürfen... die  Konkurrenz ist ja so
unfair, mein Moralismus und meine Gewissheit genügen  mir...und sollen auch
anderen genügen.



Was ist geistige Unabhängigkeit, wo ist meine  heile Welt? 109 Tote, davon
100 Palästinenser! Wos hob I damit zu turn, bin ja  kein anti-Semit und die
Palästinensa san ma a net zwieda,  oba I mog mei Ruah ham, daham, ganz
koscher sans ja olle net.



Mal ehrlich, was auch immer Antisemitismus oder  Rassismus sind, haben sie
mit dem jetzigen Konflikt zwischen Israel und den  Palästinensischen
Gebieten fast gar nichts zu tun. Es gab bis jetzt auch nur  einen, wirklich
antisemitischen Beitrag im Mund. Die anderen können als  provokativ
durchrutschen. Beim jetzigen Konflikt in Israel/Palästina geht es um  die
Praxis der Macht und Gewalt auch wenn es allen nach Frieden schreit. In der
Praxis geht es nur mehr um den Ost-Jerusalem Status, die Siedlungen, die
Flüchtlinge, Strassen, Wasser und Lufthoheit. All das befindet sich in der
Westbank, nicht im heutigen Israel. Der Kampf der Palästinenser für ein
eigenes  Palästina betrifft nur dieses Gebiet der Westbank, Gebiete in
Israel werden  weder theoretisch noch praktisch von den Palästinensern
beansprucht. Ihren Kampf  als Gefahr für Israel oder sogar als
Antisemitismus darzulegen, ist reiner  Opportunismus und Propaganda. Aber
darüber wollen viele  -DenkerInnen   lieber  nichts sagen...



Wenn der "Nahostexperte" Bassam Tibi im Beitrag  von Samuel Laster
schreibt. "Der Druck wurde zo hoch, und so musste Barak  seine Panzer
holen" oder den in Israel lebenden Arabern wird generell ihre  "fehlende
Loyalität" vorgeworfen so ist das tendeziös bis rassistisch und
kriegstreiberisch. Jeder der die Lage kennt weiß das viele Araber und
Drusen ihr  Leben für Israel geopfert haben. Die Besetzung der
Palästinenser und all  ihr leidbringenden Konsequenzen werden besten Falls
als " Ereignisse"  beschrieben. Es wird behauptet "israelische
Araber...wollen bewusst nicht in  einem arabischen Staat leben, da sie dort
ihre derzeitigen Rechte verlieren  würden " stimmt nicht und bedeutet
soviel wie: Araber können es nie zur  Demokratie bringen (nicht etwa
rassistisch?). Es wird nur vom "Hass der  Araber gegen Israel" gesprochen
als Grund des Konflikts: Verdrehung der  Tatsachen denn es werden
hauptsächlich Araber gedemütigt, eingesperrt und  umgebracht.



Ist es nicht eine ziemlich einseitige  Berichterstattung zu sagen: "Für die
Palästinenser ist Barak das Beste was  geschehen konnte, denn er hat sehr
viele Zugeständnisse gemacht. Diese genügten  Arafat nicht und er stellte
mehr Forderungen. Ariel Sharons Besuch auf dem  Tempelberg war ja auch als
Provokation gedacht, aber nicht als Provokation gegen  die Palästinenser".
Die sollen froh sein, besser kanns es ihnen nicht  gehen...und was am
Tempelberg passiert, hat eh nichts mit ihnen zu  tun.



Danke MUND für diese anti-arabische  Berichterstattung.



e-lol






Schleichende Zensur oder wollen wir über alles reden? II
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From: "Sheherazade" sheherazade@teleweb.at


lieber erol,   ich kann deinen ärger über manche moralisierenden  beiträge
verstehen und teilen, die einseitig pro israelische berichterstattung  in
vielen medien finde ich auch unerträglich - die antwort kann aber nicht
sein, sich mit beiträgen bedingungslos zu solidarisieren, die auch nicht
gerade  einen sehr differenzierten standpunkt vertreten (um es mal sehr
vorsichtig  auszudrücken...)   ich sehe in deinem beitrag einige dinge, die
ich  nicht unwidersprochen lassen kann:   >Jesus sei  dank gibt es ja keine
palästinensischen Beiträge... und viele  pro-palästinensischen Beiträge
>bleiben ja jetzt hängen, werden nicht  veröffentlicht, klammheimlich, ohne
Debatte, auch nicht im  Mund...   1. es ist  schade dass es wenige
palästinensische beiträge gibt. das problem der RKL &  Antiimp.koo.
beiträge ist ja gerade, dass hier österreicher in sehr  undifferenzierter
art und weise stellung in einem konflikt beziehen und sagen  wir mal
vorsichtig: sehr leicht misszuverstehen sind.    die  stellvertreter
position, die der konflikt in israel/palästina für teile der  linken in D
und Ö haben sind ein existierendes Problem, das nicht einfach vom  tisch
gewischt werden kann. (einige der antworten haben darauf sehr detailiert
hingewiesen)   2. dass diese  beiträge jetzt ohne debatte nicht im MUND
veröffentlicht werden, ist schlichtweg  falsch. ich halte alleine bei über
30 mails seit diese diskussion begonnen  hat - so viel und lange ist in der
red überhaupt noch nie diskutiert worden. das  halte ich für eine fatale
falsche darstellung der tatsachen, die kritikern auf  beiden seiten
ermöglichen die MUNDred zu kritisieren, obwohl es gar nicht stimmt  !
>Political Corectness ist immer hinterdrein im  Kampf gegen
Diskriminierung. Vor lauter nicht sagen dürfen, >wird nichts mehr  gesagt
oder getan.    Hier geht es wirklich nicht um Political  Corectness ! Es
geht auch nicht um ein "nichts sagen dürfen" - aber um ein  kritisches
hinterfragen der eigenen standpunkte. und da ist auch der  zusammenhang, in
dem bestimmte aussagen getroffen werden mit zu berücksichtigen  ! und in
einer debatte um israel/palästina in österreich ist der Holocaust und  auch
der hier nach wie vor existierende antisemitismus in jedem fall mit zu
berücksichtigen. (was es z.B. einfacher machen würde palästinensische
beiträge zu veröffentlichen, als die von der RKL)   >Mal  ehrlich, was auch
immer Antisemitismus oder Rassismus sind, haben sie mit dem  jetzigen
Konflikt >zwischen Israel und den Palästinensischen Gebieten fast  gar
nichts zu tun.    ?????!!!!!???? das meinst du doch nicht ernst, oder  ?
>Bin ich schlecht weil ich schlecht rede und gut  wenn ich die momentane,
allgemein verbreitete Eloquenz >habe   weder noch - aber jeder wird damit
rechenen müssen  sehr scharf kritisiert zu werden, wenn er einen blödsinn
verzapft - in welche  worte sich dieser blödsinn auch kleiden mag.
emotionalisierende sprache  provoziert dabei zumeist auch sehr emotionale
reaktionen, während bei tollen  analysen, die den größten schwachsinn
erklären, zumeist ebenfalls mit einer eher  wissenschaftlichen sprache
geantwortet wird...   >Es gab bis jetzt auch nur einen, wirklich
antisemitischen Beitrag im Mund. Die anderen können als >provokativ
durchrutschen.   das ist deine meinung. was den einen beitrag von  den
anderen unterscheidet, ist, dass sich jede diskussion erübrigt, die
beiträge  der RKL aber sehr gut die mechanismen eines linken antisemitismus
aufgezeigt haben. im sinne der offenen diskussion habe ich, wie viele
andere in der MUNDred, das erscheinen der ersten beiträge auch ausdrücklich
verteidigt - mit dem "beitrag" vom dienstag  haben wir uns aber mit dieser
argumentation ziemlich ins bein geschossen. (da  fand ich das Jutta Ditfurt
zitat ja sehr treffend: "wer nach allen seiten offen  ist, ist nicht ganz
dicht"  - und das erscheinen dieses "beitrags" hat  einige unserer
leserInnen, milde gesagt, verwirrt...)   das die sehr berechtigte und z.T
gut vorgetragene  Kritik an einigen dieser beiträge so spurlos an dir
vorbeigegangen ist, finde  ich traurig - oder stur ?   >Ihren Kampf als
Gefahr für Israel oder sogar  als Antisemitismus darzulegen, ist reiner
Opportunismus und >Propaganda.     nochmals: da geht es nicht um den kampf
der  palästinenser - da geht es um unkritische solidarisierer mit eben
diesem. und da  sind ganz offensichtlich leute dabei, die antisemitisch
sind, und ihren  rassismus rechtfertigen, weil er sich gegen eine als
überlegen konstruierte  gruppe richtet...   die anti-arabische
berichterstattung des MUND ist  die traurige realität, da sich ausser den
dummen beiträgen der RKL kaum sonst  jemand zu wort gemeldet hat. (aber
etwa der beitrag von funke gestern ist ein  gutes beispiel für solidarität
ohne latenten oder offenen  antisemitismus)   gerade weil du die ganze
diskussion mitgelesen und  mitgeführt hast, finde ich nun diese
zensurvorwürfe als sehr bedenklich und  zerstörerisch...es sind dies offene
angriffe gegen die redaktion selbst (keine  diskussion, anti-arabische
berichterstattung, nichts wird mehr durchgelassen,  aus angst) und ich
glaube, vieles deiner kritik richtet sich nur gegen eine  reihe von
kritischen beiträgen, die eine veröffentlichung verschiedener beiträge
zweifelhaften inhalts kritisiert haben. wenn du da so ohne zu
differenzieren  drüberfährst, machst du vieles von dem kaputt, an dem du
selbst mitgearbeitet  hast.    wenn du meine standpunkte nicht akzeptieren
kannst,  dann antworte konkret auf sie, aber einen rundumschlag, der die
gesamte MUNDred  voll ins gesicht trifft, finde ich kontraproduktiv und
kostet mehr von unserer  zeit und kraft als es nötig wäre...   ich würde
dich dringend bitten, diesen beitrag  nochmals zu überdenken. und du magst
sehr kritisch gegenüber meinen anmerkungen  zu meinem unbehagen über eine
fortführung des konflikts auf diese weise sein  (und du bestätigst dieses
unbehagen auf schauerliche weise für mich...) so würde  ich doch bitten,
nicht das gesamte MUNDprojekt anzuschwärzen - eine meinung, die  durch die
tatsache, dass du teil der MUNDred bist, zusätzlich an gewicht  gewinnt.
alles liebe johannes   ----- Original Message -----







Rabbi Lerner changes his mind--A MUST READ (fwd)
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From: "Johannes" j_knoebl@teleweb.at




Posted From: "Anthony Lowstedt" lowstedt@webster.ac.at


Rabbi Lerner changes his mind--A MUST READ
PLEASE READ THIS ONE--ALL THE WAY TILL THE END

October 16, 2000

I was never a great fan of Rabbi Michael Lerner, because he was
an early and ardent defender of the unjust Oslo "peace process."

But in this remarkable article in The Los Angeles Times last
Friday, Lerner shows a rare kind of intellectual honesty and courage. I
hope he will change many minds, as he changed his own.

Ali Abunimah
ali@abunimah.org
http://www.abunimah.org


*******************************************************************
Los Angeles Times

October 13, 2000, Friday, Home Edition
HEADLINE: COMMENTARY; IT'S TIME TO ATONE WHEN WE SEE ONLY OUR
OWN PAIN

BYLINE: MICHAEL LERNER, Rabbi Michael Lerner is editor of
Tikkun: a
Bimonthly Jewish, Critique of Politics, Culture and Society and
author
of "Spirit Matters:, Global Healing and the Wisdom of the Soul"
(Walsch Books, 2000)


BODY: My son served in the Israeli army in the West Bank, so
for me the barbarous killings Thursday of three soldiers by a lynch
mob in Ramallah made me feel the same anger that must have led Israeli
Prime Minister Ehud Barak to bomb Palestinian leader Yasser Arafat's
compound in retaliation and to escalate the war against the
Palestinians. Yet I can also understand that to the
Palestinians the three boys killed were just members of the occupying army, the
army that has brutally killed more than 85 Palestinians and wounded
more than 2,000 civilians in the past two weeks and which might have
seemed indistinguishable from the Jewish mobs that attacked random
Arab Israelis in Nazareth a few days ago, beating and burning.

For every outrage on one side, there is a story of outrage on
the
other. And yet, in my synagogue on Yom Kippur we atoned for our
side
of the story, for Jewish violence. Our atonement was not an
attempt to
claim that Israel holds all the responsibility. I believe that
Palestinians ought to adopt a nonviolent pose and reject any
leader
who advocates violence, because I believe that violence is
always
wrong no matter how noble the purpose and because in the
context of
the current struggle, it had the predicted effect of destroying
rather
than enhancing the chances for peace--an outcome sought by
extremists
on both sides.

Palestinian violence is both immoral and irrational. Yet the
preponderance of responsibility lies with Israel and with an
international media that continue to obscure the basic
realities facing the Palestinian people, and continue to treat the death
of Israeli soldiers enforcing a brutal occupation as somehow more
outrageous and barbarous than the killing of many times as many
Palestinian teenagers who were resisting the occupation.

To me, Israeli deaths are a personal tragedy. But have we not
yet learned that in God's eyes every human being is equally
treasured? The way we talk that discounts the huge number of Palestinians
killed and wounded reinforces the desperation that led to the current
tragic moment. But, you might ask, didn't Arafat irrationally reject a
wonderful peace accord being offered him by Barak? Isn't this
current outbreak just more of the same irrational hatred that always
leads Palestinians to reject a generous peace being offered by
Israel?

The reality is quite different. Since taking office, Barak has
expanded existing settlements, built new roads into the West
Bank and made it clear at Camp David that he would insist on keeping the
vast majority of settlers in place. The state the Palestinians would
then be offered would have within it a group of Israeli
nationalistic fanatics, many of whom moved to the West Bank precisely to
ensure that there would never be a Palestinian state.

The resulting scenario is obvious: The settlers would continue
their long history of violent attacks against Palestinians, and when
the Palestinian state tried to impose law and order, the settlers
would demand protection from the Israeli army, which would use the
new roads to send in tanks and heavy artillery just as it has done in the
past week.

These Israeli roads and settlements turn the claim of offering
the Palestinians 90% of the land into a cruel hoax. With the
Israeli military patrolling those roads that crisscross the Palestinian
state, Palestinians would face humiliating searches and would not be
able to move freely. Imagine someone offering you a house in which you
were going to have large rooms but they were in charge of the
hallways between the rooms. You would quickly realize that your freedom to be
"at home" was remarkably compromised. For a people who have
endured 33 years of military occupation, with a long history of documented
torture, house demolitions and harassment, this doesn't sound
like such a great deal.

Nor are Palestinian demands for control over the Temple Mount
and the adjacent sections of East Jerusalem irrational. Muslims from
the occupied territories have frequently been prevented from coming
to the Temple Mount when Israel proclaims "security closings" of the
border.
Israelis who were rightly outraged at being denied access to
the Western Wall when Jerusalem was under Jordanian (not
Palestinian) rule from 1948 to 1967 have effectively imposed similar conditions
on the 1 million Muslims in Gaza.

At the same time, many religious authorities ban Jews from
walking on
the Temple Mount until the messiah comes. So ceding sovereignty
there
would not have been a religious hardship. Barak could have
conceded
interim sovereignty to the Palestinians on the condition that
those
arrangements would be reopened when the messiah arrived (by
Biblical
criteria: nations beating their swords into plowshares and the
lion
lying down with the lamb).

Nor has Israel ever acknowledged responsibility for the
hundreds of
thousands of Palestinians who were driven out of Israel in
1948, many
of whose descendants today live in refugee camps.

None of this had been resolved at Camp David, and so most
Palestinians
realized that the peace process was just another mechanism to
prolong
the status quo of an oppressive occupation.

I was honored to attend the signing of the Oslo accords at the
White
House in 1993, and in the pages of Tikkun magazine I have
severely
criticized those Palestinian intellectuals like Edward Said who
did
not believe that Palestinian self-determination would be
granted in
the five years that Oslo promised. Now, seven years after Oslo,
I can
understand why Palestinians would feel cheated and outraged
over the
endless occupation. Add to that the racist attitudes that led
Barak to
seek Israeli Arab votes in the last election, his subsequent
refusal
to allow Arab parties into his government for fear that their
presence
would make the government appear "illegitimate" and the long
history
of discrimination against Israeli Arabs in housing and
employment, and
you get the volatile ingredients that led to the explosions
last week
and the subsequent massive violence against Arabs both inside
Israel
and in the occupied territories.

None of this justifies Palestinian violence or the far more
massive
counter-violence of the occupying Israeli army. But I see no
hope that
the disgusting cycle of violence on both sides will stop until
Israel
is willing to end the occupation and end its internal racism
against
Arab Israelis. As a religious Jew, I know that God and the
Torah are
served best when we insist that every human being, including
our
enemies, be seen as equally valuable to God and equally created
as
embodiments of the divine. Given my own outrage over the
killing of
Israeli soldiers, this is a moment when it seems easier to just
forget
my faith and stay in my anger. But I also know that when the
Jewish
people can only see our own pain, however real and legitimate,
it is
time to atone.






Kampagne zur Solidarität mit sozialistischen Schüler(innen)n und Studierenden in Palästina
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From: "Funke" der.funke@gmx.at




Stoppt die Massaker in Palästina!
Ein Aufruf an die öffentliche Meinung und die
arbeitende Bevölkerung in aller Welt!

Die Bilder von den Massakern und schweren Körperverletzungen in den
besetzten Gebieten von Gaza und der West Bank haben in aller Welt Empörung
hervorgerufen. Beinahe 100 Menschen - fast alle davon Palästinenser - sind
bislang von der israelischen Besatzuungstruppe getötet worden.
Wer sind die beiden in die Auseinandersetzung verstrickten Seiten? Auf der
einen Seite eine professionelle, gut geschulte Armee, die von einem reichen
und mächtigen Staat unterstützt wird.  Auf der anderen Seite: einfache
Menschen, meist Jugendliche, die nur mit Stücken und Steinen und wenigen
Gewehren bewaffnet sind und damit rein technisch der modernen israelischen
Armee hoffnungslos unterlegen sind.
Das heißt: auf der einen Seite eine Besatzungsarmee des israelischen
Imperialismus, auf der anderen Seite ein unterdrücktes Volk, das für ein
elementares Recht kämpft: nämlich im eigen Land frei leben und atmen zu
können.
Jahrzehntelang haben UN-Resolutionen den Palästinensern ihre Rechte
zugesprochen. Aber was ist geschehen? Die Westmächte haben heuchlerische
Lippenbekenntnisse abgegeben, doch sie haben sich angesichts des Leidens
des palästinensischen Volkes wie Pontius Pilatur im Sicherheitsrat die
Hände in Unschuld gewaschen.
Westliche Regierungen haben sich erst für das Schicksal der Palästinenser
interessiert, als Ende der 80er Jahre der "Intifada"-Auftsand die besetzen
Gebiete erschütterte und Israel unter Druck gesetzt wurde, "Zugeständnisse"
zu machen. Dies führte schließlich zur Bildung der "Palästinensischen
Nationalbehörde". Doch diese Einheit war eigentlich nie lebensfähig und
entspricht in keiner Weise der Sehnsucht der Palästinenser nach einem Leben
in ihrer Heimat ohne Besatzungsmacht. Die Lebensverhältnisse der Masse der
Bevölkerung in Gaza und West Bank haben sich seit der Unterzeichnung der
sogenannten "Friedensabkommen" in Madrid und Oslo dramatisch
verschlechtert. Jetzt wird palästinensischen Arbeitern der Zugang zu den
Arbeitsplätzen nach Israel verwehrt. Arbeitslosigkeit und Armut treffen die
Mehrheit hart.
Yassir Arafat und die PLO-Führung haben auf allen Ebenen vor dem
israelischen Imperialismus kapituliert. Die Absicht von Tel Aviv war es,
einen Marionetten"staat" zu schaffen, der von Israel voll und ganz abhängig
ist und von einer zahnlosen "Regierung" geführt wird, die ihnen sozusagen
die Polizeiaufgaben in Gaza und West Bank abnehmen sollte.
Doch die Bevölkerung in den besetzten Gebieten widersetzt sich diesem
zynischen Manöver. Sie ist zum Kampf bereit und setzt im Einsatz für ihre
Rechte sogar ihr Leben ein. Sie hat buchstäblich nichts zu verlieren als
ihre Ketten.
Der neuerliche Konflikt wurde von der politischen Rechten in Israel,
insbesondere Sharon, bewußt provoziert. Dies ist unbestritten. Doch Barak
besteht darauf, daß irgendwie auch die Plästinenser verantwortlich wären.
Das ist so wie wenn ein nachts Einbrecher in ein Haus eindringt und die
dort wohnende Familie töten will, und dann beklagt sich dieser Einbrecher
hinterher, daß man ihm Gewalt angetan hätte. Die Frage ist doch: wer tut
wem Gewalt an und zu welchem Zweck?
Die Demonstrationen in Gaza und West Bank wurden durch die Besazungstruppen
mit äußerster Gewalt und Brutalität bekämpft. Selbst die Amerikaner
sprachen von der "Unverhältnismäßigkeit der Mittel". Clinton stellt sich
gerne als "neutralen Schiedsrichter" dar, der in Nahost Frieden stiftet.
Was für eine Heuchelei! Washington macht sich nur deshalb um den
Palästina-Konflikt Sorgen, weil dieser die ganze Nahost-Region
destabilisieren und somit lebenswichtige Interessen der USA bedrohen
könnte. Auf solche "Vermittler" kann das palästinensische Volk verzichten.
Während Barak in Medien der Welt "Friedenssehnsucht" äußert, töten und
verwunden seine Soldaten weiterhin Palästinenser. Ihre Gefühllosigkeit und
Gleichgültigkeit zeigte sich, als alle Welt Zeuge der kaltblütigen
Ermordung des 12jährigen Mohammed al-Dorra wurde, der nach 45 Minuten im
Kugelhagel der Soldaten in den Armen seines Vaters starb. Daß es sich hier
um keinen "Krieg", sondern ein einseitiges Massaker handelt, zeigt sich
daran, daß von rund 100 Toten nur fünf Israelis sind.
Jetzt weitet sich der Konklikt aus. Die Entführung israelischer Soldaten
lieferte den Vorwand für die Bombardierung des südlichen Libanons. Das Ziel
ist das gleiche: Terror verbreiten und mit massiver Gewalt den Willen des
israelischen Imperialismus durchsetzen. Sie werden damit nicht durchkommen!
Jahrzehntelang hat das palästinensische Volk still unter der Tyrannei der
israelischen Besatzung und der Gleichgültigkeit der "Weltöffentlichkeit"
gelitten. Jetzt ist ihre Geduld am Ende. Das palästinensische Volk, in
erster Linie die Arbeiter(innen) und Jugendliche, hat verstanden, daß seine
Befreiung nur durch eigene Opfer und Anstrengungen möglich sein wird.

Die sozialistischen Schüler(innen) und Studierenden in Palästina sind keine
Sektierer und haben auch nichts gegen die einfachen Menschen in Israel. Sie
kämpfen gegen Imperialismus und fremde Besatzung, gleichzeitig aber auch
für die sozialen Rechte und Forderungen der palästinensischen
Arbeiter(innen) und Jugendlichen gegen die Zwänge der sogenannten
"Palästinensischen Nationalbehörde". Sie kämpfen für nationale Befreiung
und gleichzeitig für die soziale Befreiung der arbeitenden Menschen in
aller Welt, ungeachtet ihrer Nationalität, Sprache und Religion.

Gründet Solidaritätskomitees mit den Arbeiter(inne)n und Jugendlichen in
den besetzten Gebieten. Faßt Beschlüsse gegen die Aktionen der israelischen
Unterdrücker! Organisiert Mahnwachen vor israelischen Botschaften und
Konsulaten! Sammelt Unterschriften! Sammelt Solidaritätsspenden!

… Stoppt das  Massaker in Palästina!
… Schluß mit der israelischen Besatzung!
… Verteidigung des Selbstbestimmungsrechts des palästinensichen Volkes!
… Für eine Förderation demokratischer und sozialistischer Staaten in Nahost!

Solidaritätsbotschaften an die sozialistischen Schüler(innen) und
Studierenden in Palästina:
E-mail: palestinesolidarity@socappeal.easynet.co.uk
Fax: +44 20 7251 1095
Postanschrift:
Palestine Socialist Students Solidarity Campaign,
c/o PO Box 2626,
London N1 7SQ,
UK





Wien: 100 setzen Protest gegen israelisches Massaker fort
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From: "Antiimp Koord" aik@beam.at



Zum dritten Mal seit dem Beginn der israelischen Massaker, die der
provokative Besuch Sharons in der Jerusalemer Altstadt ausgelöst hatte,
demonstrierten in Wien antiimperialistische Kräfte um ihre Solidarität mit
den Palästinensern zum Ausdruck zu bringen.

Die Forderungen des antiimperialistischen Bündnisses, das aus
österreichischen, arabischen und türkischen Gruppierungen besteht, sind:

* Sofortiger Stopp der Massaker durch Israel!
* Abzug der israelischen Truppen aus den besetzten Gebieten inklusive
Jerusalem!
* Keine europäische Unterstützung für Israel!
* Respektierung der Friedensverträge durch Israel (so ungünstig sie für die
Palästinenser auch immer sind)!
* Rückkehrrecht für alle Vertriebenen Palästinenser, sowie deren Kinder und
Kindeskinder!
* Für ein freies, demokratisches und arabisches Palästina mit freier
Religionsausübung für Moslems, Christen und Juden!

All diejenigen, die bereit sind, der palästinensischen Freiheitsbewegung
dauerhafte und systematische Unterstützung zu geben sind zu folgender
Veranstaltung eingeladen:

##################################################
            Veranstaltung & Fest
  Wie die weitere Solidarität organisieren?
mit Film und anschließend palästinensischer Musik
            Samstag, ab 19 Uhr
Vorstadtzentrum 15, Meiselstrasse 46/4, 1150 Wien
##################################################

__________________________________
Antiimperialistische Koordination
Pf. 23, 1040 Wien
Tel&Fax: ++43 1 504 00 10
e-mail: aik@beam.at
Homepage: www.antiimperialista.com







Israel-Palästina
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From: Sozialistische LinksPartei slp@gmx.at


Liebe Redaktion des "MUND"

Anlässlich der Ereignisse und der Kriegsgefahr im Nahen Osten möchte die
SLP eine Stellungnahme ihrer israelischen Schwesterorganisation MAAVAK
SOZIALISTI im MUND veröffentlichen. Dieser Text kann auch als konkreter
Beitrag zur laufenden Debatte um Antisemitismus in Bezug auf
Israel/Palästina gesehen werden.
Die Übersetzung ins Deutsche mag manchmal etwas holprig klingen, aber es
ist das beste, israelische SozialistInnen, die vorort den Kampf führen, zu
Wort kommen zu lassen:

Israel/Palästina: Stellungnahme von Maavak Sozialisti (Israelische Gruppe
des Committee for a Workers' International (CWI)), 12. Oktober 2000

Die Kapitalisten haben es nicht geschafft, Frieden zu bringen.
Nur eine vereinigte Arbeiterklasse kann wirklichen Frieden bringen!

 Nach all dem in den letzten Tagen unnötig vergossenen Blut stehen wir
heute vor der Gefahr eines noch unnötigeren regionalen Krieges, der die
Zahl der Opfer der idiotischen Politik der Lösung politischer Probleme mit
militärischen Mitteln vervielfachen würde. Die politischen Probleme sind
für alle klar, die die Lage mit offenen Augen betrachten: Barak und seine
Regierung versuchten nicht einmal, auch nur eines der sozialen und
wirt-schaftlichen Probleme zu lösen, die sie an die Macht brachten und die
sowohl JüdInnen als auch AraberInnen betreffen. Und Baraks Versprechen, ein
Ende des nationalen Konflikts herbeizuführen, klingt heute wie ein
schlechter Witz. Auf der anderen Seite nutzten Arafat und seine Partner,
welche die Palästinenserbehörde lei-ten, ihre Position, um sich selbst und
ihren Günst-lingen die Taschen zu füllen und ein unterdrückerisches und
korruptes Regime im Palästinensergebiet zu errichten.

Die Ereignisse der letzten Tage zeigen ohne Zweifel, dass es unmöglich ist,
die nationale Frage unter dem Kapitalismus wirklich zu lösen; durch
Diskussion zwischen den zwei Führungen, deren schmale wirtschaftliche und
soziale Basis täglich weiter schrumpft, durch eine ‚Friedensvereinbarung',
die nur einer kleinen Min-der-heit von Kapitalisten auf beiden Seiten und
dem US-Imperialismus dient. Arafats Schwäche wurde durch die Tatsache
enthüllt, dass er die Hamas in die Regierung einbeziehen musste, ihnen
Auftritte in den palästinensischen Medien erlaubte und Hamas-Gefangene
freiließ. Arafat musste all das tun, um an der Macht zu bleiben. In Israel
war Baraks Stellung nie schwächer. Er stützt sich nur auf ein Viertel der
Abgeordneten in der Knesset (israelisches Parlament). Barak enttäuschte
seine WählerInnen auf jede nur mögliche Weise. Er wird es vielleicht unter
dem Lärm der Kriegstrommeln schaffen, Likud unter Ariel Scharons Führung in
eine "Regierung der nationalen Einheit" einzubeziehen. Aber solch ein
Schritt wird nur die Schwäche der Regierung zeigen aber nicht dem
"nationalen Interesse" entspringen. Nur die israelische ArbeiterInnenklasse
und die palästinensischen Massen können den Weg vorwärts zu einem
wirklichen Frieden zeigen, durch den Kampf zum Sturz der kapitalistischen
Regimes, die diese Region an den Rand der Katastrophe brachten.
Indem die palästinensischen Massen einen Volks-aufstand begannen,
entdeckten sie ihre potentielle Macht wieder und sie werden nicht einfach
für "Kompromisse" im Interesse "ihrer" Politiker, die bis jetzt nichts für
sie erreichten, zu haben sein. Mit der Wiederkehr des Massenkampfs
schei-nen Versuche der Wiederbelebung von Oslo (dem "Friedensabkommen" von
1993/´94, Anm.) unmöglich. In seiner gegenwärtigen Form könnte der Aufstand
einen palästinensischen Staat oder formelle Unabhängigkeit in fast der
gan-zen Westbank und in Gaza erreichen. Aber solch eine Unabhängigkeit wird
ohne den Sturz von Arafats verfaultem kapitalistischen Regime die
PalästinenserInnen nicht aus ihrer politischen und wirtschaftlichen
Unterdrückung durch ihre eigenen Kapitalisten und von der fortgesetzten
wirtschaftlichen Ausbeutung durch den israelischen Kapitalismus befreien.
Deshalb würde er keine wirkliche Unabhängigkeit bedeuten. Ein
"unabhängiger" kapitalistischer Staat wird nicht die palästinensischen
Hoffnungen auf wirkliche Freiheit von Unter-drückung und Beseitigung von
Armut, Arbeitslosigkeit und Ausbeutung erfüllen - Hoffnungen, die
Hauptbestandteile ihres Kampfes für wirkliche Unabhängigkeit sind.
Was verursachte den Aufstand?
Scharons Besuch war das Streichholz, das das Feuer entfachte. Viele
Palästi-nenserInnen fühlen tiefe Wut und Frustration aufgrund des quälend
langsamen Tempos des "Friedensprozesses". Sie haben wiederholt Demütigungen
erlitten durch Arafats Zugeständnisse, die Bereitschaft der
palästinensischen Führung, die Rol-le eines Marionettenregimes zu spielen,
das für die israelische herrschende Klasse die Drecksarbeit macht und die
fortgesetzte An-we-senheit der israelischen Armee im größten Teil der
Westbank - all das nach 7 Jahren Friedensverhandlungen. Die israelische
Armee kontrolliert immer noch Teile des Gazastreifens, von Hebron und
Bethlehem und die israelische Armee feuert immer noch auf unbewaffnete
ZivilistInnen. Nicht weniger wichtig ist, dass seit dem Beginn des Osloer
Friedensprozesses der Lebensstandard der palästinensischen
Arbei-terInnen-klasse in der Westbank und in Gaza in den Keller gesunken
ist. Die palästinensischen ArbeiterInnen (und Arbeitslosen) sehen, wie die
Führung der Palästinenserbehörde sich mit der ‚Friedensdividende' die
Taschen füllt - Vergünstigungen, Bestechungsgelder und Korruption, während
Arbeitslosigkeit und Armut zunehmen. Sie sehen, wie sich die
Palästinenserbehörde in ein unterdrückerisches, diktatorisches Regime mit
Pressezensur verwandelt hat. Ein Regime, in dem mit Zustimmung und
Unterstützung von USA und Israel JournalistInnen,
MenschenrechtsaktivistInnen und StreikführerInnen verhaftet und ohne
Verfahren festgehalten werden.
Innerhalb Israels brach der Aufstand in Städten und Dörfern wie Fureidis
aus, in denen es traditionell keine Konflikte gab. Die Provokation bei
der Al-Aksa und die Bilder eines unschuldigen Kindes, Mohamed Al Duri, das
von israelischen Soldaten bei Netzarim getötet wurde, entfachten
Massendemonstrationen von in Israel lebenden PalästinenserInnen - aus
Solidarität für ihre Geschwister auf der anderen Seite jenseits der "Grünen
Linie". Aber in Israel gab es ebenso wie in den Gebieten und Gaza tiefer
gehende Gründe für den Aufstand. Die Hoffnungen der PalästinenserInnen
innerhalb Israels, dass der Friedensprozess dazu führen würde, dass sie als
gleich-be-rechtigte Staatsbürger behandelt werden würden, wurden
zerschlagen. Zusätzlich dazu, dass sie weiterhin Diskriminierung als Bürger
zweiter Klasse erleiden, trugen sie die Hauptlast der vier Jahre dauernden
Wirtschaftsrezession und die Erholung des letzten Jahres ging völlig an
ihnen vorbei. Die 12 Städte, die in Israel bei der Liste der
Arbeitslosigkeit an der Spitze stehen, sind alle palästinensisch. In
manchen Städten betragen die offiziellen Arbeitslosenzahlen 20% (In
Wirklichkeit sind es 35-40%). Kommunalverwaltungen konnten aus Geldmangel
ihre Beschäftigten seit Monaten nicht bezahlen und in manchen Fällen sind
sämtliche kommunalen Beschäftigten gefeuert worden. Nachdem 95% der
PalästinenserInnen in Israel Barak gewählt hatten, entdeckten sie, dass sie
für die Barak-Regierung nicht existieren. Die brutale Polizeiunterdrückung
mit Gummigeschossen und töd-licher Munition, die zehn Menschen tötete und
viele weitere verwundete, goss nur Öl ins Feuer. Die Stärke des Aufstands
ist beispiellos. Polizei und Grenzpolizei mussten ihre Kräfte aus Gebieten
zurückziehen, wo sie früher brutale Unterdrückungsmethoden angewandt hatten.
Die israelische Regierung rief Arafat und die arabischen Knesset-Mitglieder
auf, die Lage zu beruhigen, in der Annahme, dass sie die Sache führten und
kontrollierten. Aber der Aufstand, der vielleicht auf Aufrufe von oben
reagierte, wurde durch die ungeheure Wut der palästi-nen-si-schen Massen
angeheizt, die sich unter der Oberfläche entwickelt hatte. Die
Palästinen-ser-behörde und arabischen Knesset-Mitglieder führ-ten den Kampf
nicht an. Sie sprangen auf den fahrenden Zug auf und versuchten, die
Be-wegung zu nutzen, um Kritik von sich abzu-lenken und die
palästinensischen Massen Dampf ablassen zu lassen. Es ist höchst fraglich,
in welchem Ausmaß die Palästinenser-behörde und arabische
Knesset-Abgeordnete die Lage kontrollieren.
Der Aufstand ist zwar durch einen religiösen Funken entfacht worden, und
die Losungen und der wahrgenommene Feind mögen nationalistisch und religiös
sein, aber die zugrunde liegende Ursache des Problems und der Frustration
(Armut und nationale Unterdrückung) ist das kapitalistische System. Da es
keine Be-we-gung gibt, die die wahren Ursachen und den Ausweg des Kampfes
erklärt, nimmt die Bewegung aufgrund der Kräfte vor Ort eine religiöse und
nationalistische Färbung an.
Der Kapitalismus hat keine Antwort
Der gegenwärtige Aufstand zeigt die Unfähigkeit des Kapitalismus, die
grundle-genden Probleme der Nationalen Frage wie Armut, Arbeitslosigkeit
und das Flüchtlingsproblem zu lösen. Der kapitalistische Osloer
"Friedensprozess" diente den Interessen des Kapitalismus und Imperialismus
in Israel, Palästina und den USA, die an Stabilität interessiert sind, um
die menschlichen und natürlichen Ressourcen der Region zum Nutzen der
Kapitalisten und des Großkapitals auszubeuten. Die sogenannte
‚Friedensdividende' besteht in dem Recht der israelischen Kapitalisten,
billige arabische Arbeit auszubeuten, was zur Schließung von Betrieben in
Israel und erhöhter Arbeitslosigkeit für Israelis führt. Und sie besteht in
dem Recht palästinensischer Kapitalisten, fette Profite aus Monopolen in
Palästina zu machen, zum Beispiel in der Zementindustrie und dem Tourismus.
Die Führer auf beiden Seiten vertreten nicht die Interessen der
israelischen und palästinensischen ArbeiterInnen und Jugendlichen - die
gute Jobs, Wohnungen, Gesundheitsversorgung, Sicherheit und
Bewegungsfreiheit wollen - sondern die Interessen der Kapita-listen.
Tatsächlich gibt es eine riesige Kluft zwischen den Verhandlungen und dem
Abkommen an der Spitze und der zunehmenden Feindschaft zwischen einfachen
Israelis und PalästinenserInnen, die in gemischten Städten wie Ramle leben,
wo es wachsende Armut und Arbeitslosigkeit gibt. Und auch das Gefühl, dass
der Friedenspro-zess keine Lösungen bietet, hat die nationalen Span-nungen
verstärkt.
Weil der Osloer Friedensprozess keine Freiheit, Sicherheit und wirklichen
Errungenschaften für die Massen der Region bringen kann, kann er nur
‚Stabilität' durch brutale Unterdrückung schaffen.
Unter dem Kapitalismus werden wir sehr wahrscheinlich eine Reihe erneuerter
Konflikte sehen, die schließlich zu einem offenen Krieg führen.
Der Weg vorwärts
Die einzigen Menschen, die wirklich fähig sind, echten Frieden für die
Region zu bringen, sind die israelischen und palästinensischen Massen. Der
gegenwärtige Aufstand in Palästina und den palästinensischen Städten
innerhalb Israels zeigt eine ungeheure Kampfentschlossenheit.
Tragischerweise fehlt der Bewegung eine Führung mit einem klaren Programm,
einer Strategie und Forderungskatalog, um sich auf der Grundlage eines
Klassenappells mit den is-raelischen ArbeiterInnen zu verbinden und diese
Energie und Opferbereitschaft zu positiven Errungenschaften zu führen. Das
Fehlen einer solchen Führung bedeutet, dass der Aufstand zu ein paar
Aktionen geführt hat, die keinen Zweck erfüllen und sogar kontraproduktiv
sind - in Israel warfen palästinensische DemonstrantInnen Steine auf Busse,
die jüdische ArbeiterInnen transportierten. Derartige Aktionen vereinigen
nicht jüdische und palästinensische ArbeiterInnen gegen ihre wahren Feinde,
die für alle Probleme verantwortlich sind - die kapitalistische Klasse und
das kapitalistische System - sondern vertiefen nur die Spaltung zwischen
den zwei Seiten der ArbeiterInnenklasse.
Eine wirkliche von der Basis aufgebaute sozialistische Führung in der
Westbank und in Gaza könnte den Abzug der israelischen Kräfte aus den
palästinensischen Gebieten fordern, den Sturz des korrupten Arafat-Regimes
und die Errichtung eines unabhängigen sozialistischen Palästinas. Anstatt
den nationalen und religiösen Hass zu schüren, müßte eine solche Führung
erklären, wer der wirkliche Feind ist - die auf beiden Seiten herrschende
kapitalistische Klasse und die korrupten Politiker, die ihnen dienen.
Gleichzeitig könnte eine sozialistische Klassenführung von israelischen
PalästinenserInnen einen Appell an jüdische ArbeiterInnen richten, zusammen
mit ihnen für den Sturz des verhassten Barak-Regimes und für den Sturz des
korrupten kapitalistischen Systems zu kämpfen, das durch eine
sozialistische ArbeiterInnenregierung ersetzt werden sollte, die den
wirklichen Interessen der jüdischen und arabischen Massen dienen würde.
Dies könnte erreicht werden, weil in Israel die Kapitalisten und ihre
Diener in der Regierung ständig die israelischen ArbeiterInnen und
Jugendlichen durch Privatisierung, Arbeitslosigkeit und Angriffe auf Löhne
und Arbeitsbedingungen und den Abbau des Sozialstaats angreifen. Die
Gewalt, mit der die Polizei den Studierendenstreik vor zwei Jahren angriff,
und die gekauften Schläger, die vom Management der
‚Yedioth-Aharonoth'-Zeitung eingestellt wurden, um den DruckerInnen, die
ihre Arbeitsplätze verteidigten, die Knochen zu brechen, sind Vorzeichen
des Kommenden. Die Kapitalisten werden nicht zögern, die is-raelischen
ArbeiterInnen mit den selben gewaltsamen Methoden anzugreifen, die sie
heute gegen die PalästinenserInnen anwenden, wenn ihre Profite und ihr
Regime bedroht sind. In der Tat hat die israelische herrschende Klasse
keine Skrupel, israelische SoldatInnen aus der ArbeiterInnenklasse als
Ver-hand-lungsmasse zu nutzen, indem sie sie auf Vor-posten wie Netzarim
(und bis zu den letzten Opfern dort auch bei Josefs Grab) setzt, die keinen
Sicherheitswert haben, um den Einsatz bei Friedensverhandlungen zu erhöhen.
Daher ergibt sich auch die Notwendigkeit einer wirklichen Führung aus der
ArbeiterInnenklasse mit Verankerung in den Stadtteilen, Dörfern und
Betrie-ben, die den Widerstand gegen die Polizei und das kapitalistische
System selbst lenken würde.
Der einzige wirkliche Friede ist ein sozialistischer Friede
In einer wirklich sozialistischen Gesellschaft wären die großen Ressourcen
der Region unter der demokratischen Kontrolle der Massen und würden zum
Wohle aller statt für den Profit einer Handvoll Millionäre verwendet werden
- es wäre mög-lich, diese Ressourcen zu verwenden, um die grundlegenden
Probleme zu lösen, die den Konflikt bis heute angeheizt haben. Ein Ende der
Unterdrückung und Ausbeutung und der steigende Lebensstandard der Massen
durch massive Investitionen für leistbare und qualitativ wertvolle
Wohnungen in öffentlichem Eigentum, Gesundheitsversorgung, Bildung und
Schaffung neuer Arbeitsplätze unter guten Bedingungen wür-den dem
Nationalismus einen Großteil seiner Macht nehmen. Das würde  es für
de-mo-kratisch gewählte Komitees aus jüdischen und palästinensischen
ArbeiterInnen und Jugendlichen viel leichter machen, Fragen unterein-an-der
zu verhandeln. Deshalb könnte man vor Ort auch zu Lösungen für Fragen wie
Siedlungen, Flüchtlinge und Wasser kommen, die im dem Kapitalismus unlösbar
sind. Das ist der einzige Weg, einen für Generationen stabilen Frieden im
Nahen Osten zu bringen, einen Frieden auf der Grundlage der Wohlfahrt der
Massen und nicht den Profiten der Ausbeuter.

Ø Gegen die Degeneration in einen unnötigen Krieg, der die Zahl der Opfer
erhöhen und nichts lösen wird. Gegen jeden Versuch der Lösung politischer
Probleme mit militärischen Mitteln - was während dem Libanonkrieg und der
Initifada nicht funktionierte, wird heute auch nicht funktionieren.
Ø Gegen Angriffe auf unschuldige ZivilistInnen.
Ø Gegen Angriffe auf Plätze, die JüdInnen, MuslimInnen oder ChristInnen
heilig sind.
Ø Für den sofortigen Abzug der israelischen Armee aus Gaza, Hebron und
Bethlehem.
Ø Gegen jede Militär- und Polizeiunterdrückung des Demonstrationsrechts und
gegen das Schießen auf DemonstrantInnen. Für die Entlassung ras-si-stischer
Polizeichefs und Generäle und die Auflösung der Grenzpolizei.
Ø Für die Ausübung der Polizeifunktionen in arabischen und jüdischen
Städten und Dörfern durch die Gemeinden unter demokratischer Kontrolle der
örtlichen jüdischen und arabischen Gemeinden.
Ø Für ein Ende der Verwendung israelischer SoldatInnen als
Verhandlungsmasse durch die israelische Regierung und Generäle
Ø Für die demokratische Kontrolle der Massen über ihren Kampf durch die
Errichtung von Volks-, Basiskomitees, die die Grundlage für eine wirkliche
Führung aus der ArbeiterInnenklasse schaffen werden.
Ø Für einen Kampf der palästinensischen ArbeiterInnen und Jugendlichen (in
Gaza und der Westbank) gegen ihre doppelte politische und wirtschaftliche
Unterdrückung durch den israelischen und palästinensischen Kapitalismus und
für die Hebung ihres Lebensstan-dards. Für einen parallelen Kampf der
israelischen ArbeiterInnen und Jugendlichen, um massive Investitionen in
Infrastruktur, Arbeitsplatzschaffung, Gesundheitswesen, Wohnungen und
Bildung in israelischen und palästinensischen Städten und Dörfern zu schaffen.
Ø Kein Vertrauen in den Friedensprozess von Barak und Arafat, der die Bosse
und nicht die ArbeiterInnen vertritt. Für einen Kampf der ArbeiterInnen zum
Sturz des kapitalistischen Regimes in Israel und Palästina und zum
Erreichen eines stabilen Arbeiterfriedens durch die ArbeiterInnen zur
Befriedigung ihrer gemeinsamen Interessen.
Ø Für ein sozialistisches Israel ne-ben einem unabhängigen
soziali-sti-schen Palästina als ein Schritt hin zu einer Sozialistischen
Föderation des Na-hen Ostens mit Teilnahme auf freier und gleicher Grundlage.
Maavak Sozialisti, 12. Oktober 2000

Maavak Sozialisti (Sozialistischer Kampf) ist die israelische Gruppe des
Komitees für eine ArbeiterInnen-Internationale (Committee for a Workers'
International, CWI / KAI), dem auch die SLP in Österreich ange-hö-rt.


-------------------------------------------------------------------------
Sozialistische LinksPartei (http://www.slp.at)
Kaiserstr. 14/11, 1070 Wien   Tel.: +43-1-524 63 10, Fax: +43-1-524 63 11
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Freiheit für alle Gefangenen der S26-Proteste!
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From: "fewor-netbase" fewor@no-racism.net



hallo mund-leserInnen!
aufgrund des umstandes, dass am freitag zwei münder erschienen sind, ist
euch möglicherweise entgangen, dass in den letzten tagen einige der
gefangegen der s26-proteste freigelassen wurden (siehe unten).
ohne den massiven politischen druck in prag und anderswo wäre die leute
vielleicht noch im gefängnis. so wie jene, die nach mittlerweile mehr als
drei wochen immer noch festgehalten werden. unter den weiterhin verhafteten
befindet sich ein 16-jähriger junge aus österreich. trotz anwalt und
intervention durch die österreichische botschaft kam er bisher nicht (auf
kaution) frei. er soll wohl zumindest bis zu seinem prozess festgehalten
werden. die legal observer schreiben über ihn in ihrem legal update vom
17.10.: "We know his identity and he has a lawyer, charge police assault. He
is only 16 years old. The only evidence the government has is the testimony
of police officers." (ursprünglich wurde er wegen sachbeschädigung
angeklagt, nun soll er plötzlich einen polizisten angegriffen haben?)

nach drei wochen haft ist es nun wirklich an der zeit, aktiv zu werden und
die tschechischen behörden unter druck zu setzen. insgesamt sind noch immer
ca. 10 leute im gefängnis bzw vermisst. auch diese leute sollten so schnell
wie möglich raus kommen! die berichte über die schlechten behandlungen in
den gefängnissen haben noch nicht aufgehört.
ihr findet weiter unten einige adressen, an die ihr proteste richten könnt.
schreibt protestbriefe, faxe und email, ruft an oder protestiert direkt vor
tschechischen behörden. oder fahrt nach prag und beteiligt euch an den
soliaktionen vor ort.

Freiheit für alle Gefangenen der S26-Proteste!


* * * * *
gute neuigkeiten aus prag:
11 Gefangene der S26-Proteste freigelassen!
(diese nachricht bitte weiterverbreiten!)

seit der letzten aussendung hat sich hier vieles sehr schnell ereignet, ich
werde versuchen mich kurz zu halten:
der premierminister hat sich, in reaktion auf die pressekonferenz von freita
g zur gecshichte von Chris der stellungnahmen des innenministers
angeschlossen. er erklaerte, dass dieses ganze gehabe um die
menschenrechtsverletzungen eine verschwoerung einer auslaendischen gruppe
ist, um dem ansehen des staates zu schaden.
am darauffolgeneden sonntag begann eine konferenz, namens Forum 2000, zu der
v.Havel geladen hatte auf der prager burg. VIPs wie der Dalei Lama, Shimon
Peres, Peter Gabriel und andere trafen sich um die anforderungen an das
naechste jahrtausend zu diskutieren.
den veranstalterInnen des treffens wurde ein brief ueber die
kriminalisierung (der proteste), der von den meisten der bei der
pressekonferenz am 13.anwesenden (ihr erinnert euch, auch ex-dissidenten
waren dabei), unterzeichnet worden war, uebergeben, um sie an die
konferenzteilnehmerInnen weiterzuverteilen.(siehe anhang 1) dienstags wurde
Vaclav Havel von einer tschechiscehn zeitung interviewt, die das interview
am darauffolgeneden tag ganzseitig abdruckte. es scheint (wir haben noch
keine vollstaendige uebersetzung des interviews), als ginge es in diesem
interview hauptsaechlich um die kriminalisierung der proteste und Havel gibt
sein missfallen am versuch des innenministeriums bekannt, die
polizeibrutalitaeten, als auslaendische verschwoerung hinzustellen, er
kritisiert die medien, u.s.w.
er erklaerte zwar auch, dass steinewerferInnen IdiotInnen waeren, aber ihr
koennt euch ja nicht allzuviel von ihm erwarten, oder? ebenfalls gestern hat
die Prague Post (eine zeitung), eine ganz gute kolumne ueber Chris
veroeffentlicht, die ihr auch unter
http://www.praguepost.cz/opin101800f.html nachlesen koennt.
gestern gingen einige von uns mit transpis ( mit " wenn der kampf um leben
und freiheit kriminell ist, bin ich eine kriminelle" und "ihr im schloss,
sie im geafengnis"), doofen t-shirts, mit den logos von prag und seattle
hinter gittern, sowie mit beschriebene klebebaendern ueber den muendern, auf
denen sachen wie "vom staat kriminalisiert", "von den medien zum schweigen
gebracht" zur prager burg.
wir haben presseerklaerungen mitgebracht, die klarstellten warum wir nicht
mit medien sprechen wuerden, und unsere wichtigsten forderungen
darlegeten.waehrend wir da im regen standen kam der politische berater vom
Havel und teilte uns mit, dass wir nicht zur konferenz zugelassen werden
wuerde, unsere presseerklaerungen aber kopiert und verteilt wuerden
(gemeinsam mit den briefen, die vor zwei tagen an die die teilnehmerInnen
ausgegeben wurden), und dass es eine ankuendigung zu der sache geben wuerde.
wir gingen dann und 1,5-2 stunden spaeter liessen sie uns wissen, dass sie
ihre meinung geaendert haetten, und dass drei von uns auf die konferenz
vorgelassen werden wuerden und eine minute redezeit haetten. sie wollten das
dies gleich zu beginn der konferenz passiert, aber durch ein kleines
logistisches durcheinander ihrerseits, sass am ende jemand von uns mitten
unter den diskussionsteilnehmerInnen zusammen mit Havel, dem Dalei Lama und
dem ganzen rest.er bekam die gelegenheit eimal zu sprechen und gab sich
sozusagen die gelegenheit es ein zweitesmal wieder zu tun, die einladung es
bleiben zu lassen, er waere nicht befugt dazu, ablehnend. das fuehrte dazu
einer menge diskussionen und zur tatsache, dass der Havel 1/4 bis 1/3 seines
schlussstatements unseren anliegen widmete. heute verbrachte der fuer
amnestien zustaendige der Prager Burg den ganzen vormittag mit Havel. die 7
menschen aus ungarn, die zwei aus spaniene, der eine aus deutschland und
einer aus daenemark sind jetzt freigelassen.
es scheint dass zwar noch anklagen ins haus stehen, aber wenigstens sind die
leute nicht mehr hinter gittern. besonderer augenmerk sei auf die sieben
menschen aus ungarn gelegt, die bis heute isoliert angehalten wurden, und
der polizistenkoerperverletzung angeklagt worden waren, nicht einmal den
bekanntesten NGO's war es moeglich sie zu besuchen, und der richter
verkuendigte noch vor zwei tagen, dass es noch einige zeit dauern wuerde,
bis die besuch erhalten koennen. es ist nicht klar bis zu welchem ausmass
das ganze mit dem politischen druck zu tun hat;mit den aktionen auf der
ganzen welt und mit denen hier vor ort, die bereits ausmasse annehmen, dass
sie die oeffentliche wahrnehmung veraendern, aber es hat sicherlich damit zu
tun. wir werden weiterarbeiten bis die letzen gefangenen befreit und die
letzten anklagen fallengelassen werden, und wichtiger noch, bis sich die
oeffentliche wahrnehmung zu den ereignissen am s26 und den folgenden tagen
radikal veraendert hat. wie ihr in den briefen an die prague post sehen
koennt ( im anhang 2,der rest vom anhang noch nicht uebersetzt), aendern
einige medien bereits total die berichterstattung und fangen sogar an ueber
unsere inhalte zu schreiben.
salud y suerte

* * * * *
ANHANG 2: KOLUMNE IN DER PRAGUE POST, MITTWOCH 18.10. 2000

EIN VIDEO UEBER EINE VERHAFTUNG ZEIGT POLIZEIMISSBRAUCH
von Gwendolyn Albert

diejenigen die tschechisches fernsehen sehen sind vertraut mit dem schicksal
der wiener kunststudentin Chris Mach.bilder von ihr im spitalsbett
flimmerten nach den anti- IWF/WB protesten ueber die bildschirme im ganzen
land.waehrend des verhoers, schaffte es Mach, trotz anwesenheit dreier
ausgewachsener maenner, surch einen sprung aus dem fenster, zu fluechten und
verletzte sich dabei an den beinen, an der huefte und an der
wirbelsaeule.einer ihrer knoechel wurde zertruemmert und erwartet eine
replazierungsopertation. Mach ist eine vielgereiste aktivistin die am 26.
sept delegierte von der suedlichen hemisphaere, in einem bus, sicher durch
die stadt brachte,(die delgierte aus nicaragua war zum beispiel schwanger).
nachdem sie ihren wagen (in dem sich auch ihre katze und kunstwerke von ihr
befanden), neben anderen autos in der Hradeckych strasse geparkt hatte, nahm
sie den rest des tages, so auch ihre festnahme auf video auf. der
erschreckendste teil dieses beachtenswerten videos sind die aufnahmen ihrer
verhaftung. Mach steht voellig allein, durchgehend filmend, auf einem
schulhof waehrend ein polizeibeamter schreiend auf sie zulaeuft-- natuerlich
versteht sie ihn nicht-- "Kameru! Delej" ("hey du gib mir deine kamera). sie
erklaert ihm in englisch, dass sie nur filme, und gleich verschwinden
wuerde, aber da krallt er offensichtlich nach ihr und schleudert sie weg.
die letzten worte des bullen, die zu hoeren sind, befor es schwarz wird sind
"Vozrala a zfetovana!" (betrunken und auf drogen).
die verhaftung verletzt unwiderlegbar jegliche rechtliche basis auf der ein
beamter operieren darf. ungluecklicherweise war Machs verhaftung erst der
beginn einer kette illegaler vorfaelle. nach ihrer festnahme wurde sie in
einen bus geschmissen, wobei sie eine gehirnerschuetterung erlitt.sie wurde
abgestraft an einer demonstration teilgenommen zu haben, nicht freigelassen,
nachdem sie die strafe bezahlt hatte, ihr wurde nicht gestattet einen
telefonanruf zu machen, und ihr wurde, bis ihr fall, durch die hartnaeckigen
bemuehungen von Sergio Oceransky, von der organisation Play Fair Europe!, in
den medien bekannt wurde, kein rechtbeistand erlaubt. und natuerlich war sie
durch diese umstaende so verzweifelt, dass sie versucht durch das fenster zu
fluechten.
das video von Oceranskys versuch sie im Thomayrova spital zu besuchen ist
fast noch spannender, als das ihrer verhaftung. es bedurfte einiger
anstrengungen Mach zu finden, nachdem das spitalspersonal telefonisch nur
die auskunft erteilte, dass sich keine patientin dieses namens dort
befaende. begleitet von beobachteInnen des OPH versuchte Oceransky dennoch
sie zu besuchen, wurde allerdings mit unglaublicher arroganz vom
spitalspersonal behandelt, und ausserdem von der polizei die Mach im spital
bewachte ebenfalls festgenommen. waehrend des ganzen videos, haende--
manchmal die des spitalspersonals, manchmal die der polizisten-- die
versuchen unverschaemt die kameralinse zu verdecken.
mit der hilfe der oesterreichischen botschaft wurde Mach nach oesterreich
zurueckgebracht, ihr bus allerdings blieb, trotz forderungen nach herausgabe
durch die oesterreichischen behoerden, in gewahrsam der tschechischen
polizei. ihr fall ist der lebende beweis der notwendigkeit von unabhaengiger
beobachtung der polizei,ungluecklicherweise sind heutzutage die
kontrollmechnismen schlechter, als in kommunistischen zeiten, wo
behauptungen ueber polizeiliches fehlverhalten von der armee nachgegangen
wurde.heutzutage untersucht sich die polizei selbst. Mach war gluecklich
genug draussen menschen zu haben, die an ihrer freilassung arbeiteten.
aus ganz europa und von weiter verbuenden sich demonstrantInnen, die
aehnlich unter den haenden der tschechischen polizei zu leiden hatten, um
ihre misshandlungen nicht unvergolten zu lassen.wie vergangene woche in
tschechischen medien berichtet wurde, wollen sie ihre faelle bis vor den
obersten europaeischen gerichtshof bringen. premierminister Milos Zeman
zeigt sich ungeruehrt, doch wird fuer ihn der tag kommen wo er bedauern
wird, die vorwuerfe gegen die polizei nicht ernst genommen zu haben.


* * * * *
einige email-adressen für proteste:

president@hrad.cz (Vaclav Havel)
stiznosti@mvcr.cz (Innenministerium)
oks@mvcr.cz (Polizei)

Ausserdem Faxe, Anrufe und Post an:

Tschechische Botschaft
1140 Wien, Penzingerstrasse 11-13
tel. 01-894 37 41
fax. 01-894 12 00

Residenz des cz Botschafters
1170 Wien, Pointnergasse 46-48
tel. 01-480 68 59

ständige Vertretung und OSZE-Delegation der tschechischen Republik
tel. 01-894 29 33
fax. 01-894 57 98

Tschechisches Reisebüro
1010 Wien, Parkring 12
tel. 01-512 01 98

Buero des Presidenten Vaclav Havel:
tel. 4202 24310855
fax. 4202 24373196
e-mail: president@hrad.cz

Innenministerium in CZ:
tel.4202 61421115
fax.4202/6143 3552-3
e-mail: stiznosti@mvcr.cz

Justizministerium in CZ:
Vysehradska 16, 128 10 Praha 2
tel.4202 21997111
4202 24919927


* * * * *
weitere Informationen im Internet:
www.crosswinds.net/~jailsolidarity/
www.prague.indymedia.org
www.no-racism.net/s26
www.x21.org/s26







Prague 2000 video trailer
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From: "candida@kyuzz.org" 




http://clients.loudeye.com/imc/prague/pgtrailer.ram

: Trailer for upcoming Prague 2000 video. (stream, needs RealPlayer)






Thousands of protestors slam Asia-Europe summit
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From: "fewor-netbase" fewor@no-racism.net

Thousands of protestors slam Asia-Europe summit
SEOUL, Oct 19,  2000

Thousands of protestors staged a boisterous anti-globalization rally
Thursday as Asian and European leaders gathered in Seoul for a
cross-continent  summit.

"No globalization," chanted some 4,000 students, labor leaders  and civil
rights activists at Soongsil University campus in southern Seoul on  the
eve of the third Asia-Europe Meeting (ASEM).
The evening rally drew some  100 foreign activists taking part in a forum
of nongovernment organizations  (NGOs) held to coincide with the summit on
Friday and Saturday.
Tens of  thousands of police, backed by helicopters and armoured riot
vehicles, have been  deployed throughout Seoul to stop protests. But no
violence was reported.
The  protestors punched the air, surrounding a podium decorated with a
banner reading  "We Oppose Neo-liberalization and Globalization!" and a
large picture depicting  an angry slogan-chanting worker.
Students and union activists held up  placards blasting ASEM for promoting
a US-led globalization movement and vowed  to lead a protest march on
Friday, which will be kept several kilometers >from  the ASEM convention
center.
The march will be headed by the Korean  Confederation of Trade Unions
(KCTU), a militant union group which has opposed  sweeping economic reforms
since an economic crisis forced South Korea to accept  a 58-billion-dollar
bailout from the International Monetary Fund (IMF) in late  1997.
The protestors blasted the lending policies of international  institutions
such as the World Trade Organization (WTO) and the IMF for  increasing the
suffering of poor nations by imposing harsh repayment  obligations.
"Globalization is a main cause of worsening labor conditions."  read a
statement distributed at the rally.
"Disband the international  organizations soliciting neo-liberalism. Stop
negotiations about free trade  measures and block the WTO New Round."
South Korean pressure groups have  pledged there will be no repeat of the
violence that dogged the WTO conference  last year in Seattle, and the
World Bank/IMF meetings in Prague last  month.
But organizers of ASEM, South Korea's biggest international event  since
the 1988 Olympics, are desperate to avoid violent clashes with protestors
and are taking no chances with security.
From Thursday, riot police sealed  off all public access to within two
kilometers (1.2 miles) of the sprawling ASEM  site.
A South Korean photographer reported seeing around 20 local student
activists detained by police after trying to break through police lines.
However  police denied any arrests had been.


 
 

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