Montag, 25. September 2000

Inhalt

keil1.gif(893 Byte) Auf nach Prag!

keil1.gif(893 Byte) Neues zu Prag

keil1.gif(893 Byte) The real story about YA BASTA and the stopped train

keil1.gif(893 Byte) Global resistance to the World Bank group

keil1.gif(893 Byte) Gemeinsamer Widerstand gegen Studiengebühren

keil1.gif(893 Byte) Gehrer denunziert StudentInneninitiativen

keil1.gif(893 Byte) Wer linkt, legt sich "ins Bett"?

keil1.gif(893 Byte) Tauziehen um argentinischen Folter-General in Mexiko

keil1.gif(893 Byte) ARGENTINIEN/MEXIKO


WIDERSTAND FOTODOKUMENTATION

 


email-adresse der Redaktion:
widerstand@no-racism.net
Bitte alle Nachrichten, Meldungen, Ideen ... an diese Adresse .

Bitte weitersagen: Für Personen ohne Internetzugang gibt es aktuelle Terminankündigungen unter der Rufnummer 589 30 22 12 (Demoforum)

Editorial

Für den Inhalt verantwortlich: Ihr.
Die Beiträge werden von verschiedenen Redaktionsteams zusammengestellt.
Bei allfälligen Fragen oder Schwierigkeiten bitte zuerst das Editorial am Ende lesen!
Diese Ausgabe hat Claudia Volgger, volgger@yline.com zusammengestellt.

 




 

 



Auf nach Prag!
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From: links wende, lw_rundmail@gmx.net



da nicht nur die menschen hier von der neoliberalen politik betroffen
sind ist internationaler widerstand dagegen unumgänglich in diesem sinne
auf nach prag! wir haben noch einige freie plätze - abfahr montag 20 uhr
schwedenplatz. bitte vorher unter 0664/1841289 reservieren. 
 
HINTER DEM FASHISMUS STEHT DAS KAPITAL! 
----- DER KAMPF UM BEFREIUNG IST INTERNATIONAL!!!




Neues zu Prag
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From: fewor@no-racism.net 


hallo news von prag!!! es wird kein vernetzungshandy geben, leider viel zu teuer, nachkommende werden uns aber hier in prag rundum das convergence center treffen koennen, meist abends um 18.oo uhr treffpunkt, andernfalls wird anderer zeit oder ortspunkt im infocenter und confergence center (adressen hoffentlich bereits bekannt) angegeben.das sind ueberhaupt die besten anlaufstellen fuer frisch angekommende. so zur situation: heute, am 23., fand eine von fascho angemeldete demo gegen den iwf statt. angeblich bestand diese kundgebung aus 60 faschisten. die gegendemo wurde nicht genehmigt aber trotzdem gegangen. 800 bis 1500 leute aus verschiedensten laendern und viele journalisten und bullen zogen 2 stunden durch die innenstadt und bereiteten prag auf die bevorstehenden demonstrationen vor. bekannt wurde, dass auch polizei aus anderen staaten (u.a. oesterreich !!!) anwesend ist um die gegenaktivistInnen zu observieren. ein grossteil der demonstration ging im schwarzen block. zeitgleich fand eine angemeldete demonstration von trotzkistischen und kommunistischen gruppen statt. zur urspruenglich geplanten grossdemo kamen allerdings nur etwa 1500 aktivistInnen. angereist kamen saemtliche splittergruppen aus mitteleuropa. die presse konzenrtrierte sich jedoch auf die antifademo. morgen werden etwa 1000 aktivistInnen aus italien erwartet denen die einreise anfaenglich nicht erlaubt wurde. falls sie nicht eintreffen werden um 10.00 uhr aktionen am prager hauptbahnhof stattfinden. montag, dienstag und donnerstag von 12.00 bis 22.00 uhr gibt es einen audio/ und video live stream unter www.radiojeleni.cz. hier werden auch deutschsprachige beitraege ( interviews, ...) eingespielt. vielleicht koennen wir euch noch genauere zeiten fuer die deutschsprachigen beitraege angeben. die temelin gegnerInnen scheinen sich nicht mit den aktivistInnen in prag solidarisieren zu wollen, sie blockieren immer noch regelmaessig die tschechisch oesterreichischen grenzuebergaenge und erschweren somit hier den widerstand ... die firma fam, die das strahov stadium kommerziell fuer die aktivistInnen nuetzen, werden nicht den erwarteten gewinn einspielen, da die gegnerInnen das stadium tunlichst meiden und in anderen unterkuenften untergebracht sind. ja vonwegen was noch gebraucht wird ... das indymediazentrum braucht jedenfalls noch funktionierende computer, drucker handys,... jaja das uebliche... ansonsten viele viele leute auch aus oesterreich!!! der weg ueber die grenze per zug laeuft immer noch viel problemloser als der autoweg nehmt am besten zelte mit, denn das mit den schlafplaetzen ist am campingplatz noch die einfachere loesung. warmes gwand net vergessn!!! infos gibt es auch unter: www.no-racism.net/s26


The real story about YA BASTA and the stopped train
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From: j.h.y. anet, gotos26@gmx.net



THE REAL STORY ABOUT YA BASTA AND THE STOPPED TRAIN
by Mt. Vesuvius 4:35am Sun Sep 24 '00 
 
Ya Basta has had basta with the cops. Cops suck! 
PRAGUE, Sept. 24 -- Seventeen people were detained at the Czech-Austrian
border this morning for riding towards Prague on a train carrying 1,000
activists from Ya Basta and other autonomous groups. Four other activists were
taken away by police because the Czech police don't want to let them in the
country. A march at the Czech Ministry of Interior, overseer of police
deployment during this week's World Bank summit and planned antiglobalization
protests, 
 
This latest crackdown on Ya Basta comes on the heels of the Czech police's
refusal to grant entry to three of the organization's members. An American
organizer traveling with Ya Basta, who plans to perform civil disobedience
on S26, has also been denied entry.
 




Global resistance to the World Bank group
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From: j.h.y. anet, gotos26@gmx.net



PGA: Global resistance to the World Bank group
by Dan Anchorman 4:58pm Sat Sep 23 '00 
from www.prague.indymedia.org
 
Report from Peoples Global Action discussions with activists from around
the world 
A meeting of several participants in the People's Global Action (PGA) - a
worldwide network of activists and organisational representatives from
countries in the 'developing world' formed to strengthen a growing movement
against global capital - attracted a wide audience at the Convergence Centre in
Palmovka this evening (Saturday 23). Representatives from countries located
in Latin America spoke to a crowd of about 100 through a Spanish translator
in a building in north east Prague. Men and women from groups including
Proceso de Comunidades Negras (a Colombia-based organisation) and a group from
Ecuador which helped steer the anti-debt protests that forced out the
country's government in January of this year. 
 
The talks provided an opportunity for many of those present to hear for
the first time a direct voice from the 'Third World'. Several of the speakers
also took the opportunity to explain the objectives of the scheduled
US-backed 'Colombia Plan': an economic project which will syphon hundreds of
millions of US tax-payers dollars into escalating the already failed 'war on
drugs' in Colombia and outlying border regions. 
 
Land distribution, the destruction of tropical rainforests and the human
cost of the conflicts which are continuing to rage across the region were
discussed while speakers also outlined alternative strategies for empowerment
and self-sufficency that have been implemented in their communities. 
 
Bernard, a representative from Honduras speaking on behalf of the
Organizacione Negras de Centroamerica (a group set up in central America to
highlight issues connected with black communities based in the region) explained the
issues confronting his community which have compelled him to come to
Prague: "I am here to to support the success of African people in South America in
establishing their rights ... In Honduras local people are losing their
land to large transnationals like Standard Fruit Company, Tela Railroad Company
and Chiquita bananas". 
 
When asked what role the World bank has played in Honduras, Bernard
explained that the situation was grave: "They have given funds to privatise
education and health, they have forced people to sell land when they build dams
and water projects". 
 
Highlighting projects untaken by local people to grow diverse crops
outside the cash-crops encouraged by governmental projects Bernard explained that
locals raise produce which will feed their community: "We grow yucca, cocoa,
plantain and bananas and many other things". Based in a community in the
northern coastal region of Honduras, Bernard was reflective about his land "it
is very beautiful", he said with a smile.
 




Gemeinsamer Widerstand gegen Studiengebühren
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From: links wende, lw_rundmail@gmx.net



hello leute!
 
folgende meldung über den stand der dinge bitte dringend an alle
weiterleiten, da die medien schweigen liegt es an uns für breitere
informationsverteilung zu sorgen. 
 
widerstand
 
p.s. da nicht nur die menschen hier von der neoliberalen politik betroffen
sind ist internationaler widerstand dagegen unumgänglich in diesem sinne
auf nach prag! wir haben noch einige freie plätze - abfahr montag 20 uhr
schwedenplatz. bitte vorher unter 0664/1841289 reservieren. 
 
HINTER DEM FASHISMUS STEHT DAS KAPITAL! 
----- DER KAMPF UM BEFREIUNG IST INTERNATIONAL!!!
 
 
 gemeinsamer WIDERSTAND - von göd & gpa bis öh & ag, aks, kunst &
kultur,...
 
Bei den Dienststellenversammlungen der GÖD wird nicht nur über Streik 
abgestimmt, sondern auch eingebracht, von der GÖD zu fordern, sich dem 
AKTIONSTAG am 11. 10. (ÖH) anzuschließen, um angesichts des 
gegenwärtigen 
Generalangriffs der Reg. gemeinsam
 
GEGEN SOZIAL- BILDUNGS- und DEMOKRATIEABBAU
 
zu demonstrieren. (wird von verschiedenen Fraktionen und Initiativen 
getragen)
Was beschlossen wird, wird sich natürlich erst zeigen. Aber: In manchen 
Bundesländern gibt es schon Aktionseinheiten der Studenten mit GÖD + 
Parteien, In OÖ und Salzburg finden die Demos unter der Losung
„Gegen 
Sozial- und Bildungsabbau statt“
In der Polizei ist ein starker Stimmungsumschwung im Gang (nach der 
anfänglichen Euphorie über die Reg.) – auch Polizisten werden im
eignen 
Interesse über Streik und Demonstration beraten. Im Bundesh. Gibt es 
Indignation über den geplante Waffenparade..
Inzwischen sind auch die Gewerkschaften Bau- Holz und Gastgewerbe im 
Alarmzustand. GPA kämpft um den freien Sontag....
Schüler-Eltern-Lehrerkomitees sind in Bildung...(die Protestseite im 
online-Standard nicht übersehen – awahnsinn!!!)
 
Natürlich gibt es Stimmen und Argumente, jede Gruppe möge 
ausschließlich 
ihre eignen Anliegen vertreten, die anderen mögen sie unterstützen. 
Die 
haben entweder das Frühjahr nicht erlebt, wo genau das gemacht wurde 
und die 
Regierung über einem nach dem andern drübergefahren ist, oder sie 
wissen 
genau, was sie( im eignen Parteiinteresse) tun.
Wer heute für die eigne Gruppe ein Bröcklein rausreißt, (und mehr wird 
ansichts dieser Regierung bei separatem Vorgehen nicht drinnen sein) 
ist 
morgen unter anderem Titel getroffen.
Und der Demokratieabbau trifft die Gewerkschaften/ Kammern/Studenten 
etc 
sowieso.
 
Wir haben daher ein KOORDINATIONSTREFFEN eingeschoben: (über die 
letztes mal 
Anwesenden hinaus haben bereits weitere Organisationen aus 
verschiedenen 
politischen Lagern und gesellschaftlichen Bereichen ihr Kommen 
zugesagt.)
 
DIENSTAG; 26. Sept. 19h15 Amerlinghaus
 
1. Berichte aus den verschiedenen Bereichen 
(Dienststellenversammlungen!Studenten, Schüler..)u. Bundesländern, 
Beratung 
und Einschätzung der Lage, Konsequenzen......
2. Kurzbericht Info-gruppe; wie weiter mit Projekt 
Koordination/rosaflieder?
 
Das Treffen ist v.a. für Initiativen/Org/ Parteien/ Gew. und die bisher 
am 
Projekt Koordination/rosaflieder aktiv Beteiligten
Bitte bringt BERICHTE aus Euren Bereichen mit!!!!!
An die Aktiven in den BUNDESLÄNDERN: bitte bis Dienstag 16h Berichte 
über 
die Entwicklungen bei Euch!
 
Unten das Flugblatt vom letzten Donnerstag, vielleicht könnt ihrs 
brauchen 
(ist sowieso ohne Gruppenl/ParteiLogo) – wers formatiert als word 7 
oder 6 
will bitte melden.
 
Für einen heißen Herbst
Lg rosa
 
Jetzt gemeinsam gegen Sozial-, Bildungs- und Demokratie-Abbau!
 
Geschlachtet wird einsam 
Gewonnen wird gemeinsam
 
Die Verhängung der 5.000, Studiengebühren sind nur ein g(k)rasser 
Ausdruck der gesamten Politik dieser Überfalls-Regierung. Erst vor 
kurzem 
wurde ein Minus von 750, für alle (verringerter
Steuerabsetzbetrag) 
beschlossen, der freie Sonntag der Handelsangestellten ist gefährdet, 
Wartefrist bei Bezug des Arbeitslosengeldes wird ausgedehnt und das 
Angebot 
der Regierung bei den GÖD-Gehaltsverhandlungen ist pure Provokation. 
Würde 
man alle Verschlechterungen im Sozialbereich aufzählen, eine Seite wäre 
lange nicht genug. Gerade die unteren Einkommensschichten werden von 
allen 
bisher verhängten Maßnahmen besonders betroffen, und zwar gleich 
mehrfach.
 
Die Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit geht weiter. Neben 
den 
bekannten Sammelklagen gegen Medien, Intellektuelle und KünstlerInnen, 
bis 
zur Klage gegen LeserbriefschreiberInnen (durch die Ex-Kanzlei 
Böhmdorfer), 
werden nun sogar gefälschte Flugblätter als Klagsgrund herangezogen 
(mayday 
2000graz).
Die Kunst- und Kulturszene wird systematisch ausgehungert und soll auf 
diese 
Art zum Schweigen gebracht werden.
 
Diese Regierung hat sich gebildet als Kampfansage an die 
ArbeitnehmerInnen, 
ihre Vertreter und die Demokratie insgesamt. Sie handelt entsprechend. 
Im 
Frühjahr hat sie mit ihrer erschlichenen parlamentarischen Mehrheit ein 
Gesetz nach dem anderen einfach verhängt – erstmals in der zweiten 
Republik 
zahlreiche Sozialgesetze ohne Konsens mit den Arbeitnehmern und ihren 
Vertretern, Kammern etc.
 
Die Studenten haben den Kampf gegen die Studiengebühren aufgenommen und 
für
11.10.einen nationalen Aktionstag angekündigt, die Gewerkschaft 
öffentlicher
Dienst ist im Kampfzustand und hat für 26. 9. in allen Dienststellen 
Versammlungen einberufen. Die GPA mobilisiert gegen die Änderung der 
Ladenöffnungszeiten. Die Zivildiner protestieren weiter, die Frauen 
ebenso....
Regionale und gewerkschaftliche Basisinitiativen haben sich gebildet. 
Das 
LehrerInnen aktionskomitee Henriettenplatz (zahlreiche Schulen) setzt 
sich 
für Streikmaßnahmen ein...
 
In dieser Situation kann jede Gruppe versuchen, den Angriff auf ihre 
Interessen alleine abzuwehren und auf das Floriani-Prinzip hoffen 
(zünd`s Haus vom Nachbarn an). Daß das wenig Chancen auf Erfolg hat, zeigen die 
bisherigen Monate dieser Regierung. Und: wer heute vielleicht eine kleine 
Verbesserung rausreißt (weil die Regierung schließlich im Amt bleiben  will; 
Landtagswahlen etc) ist morgen unter einem anderen Titel betroffen.
 
Gegen diese Regierung und ihre Politik ist ein gemeinsames Vorgehen  aller 
Betroffenen und Empörten, der StudentInnen, der Gewerkschaften, 
KünstlerInnen, SchülerInnen, Eltern..... nötig und jetzt auch möglich! 
Diese Regierung wurde nicht gewählt. sondern Parteien, die anderes 
versprochen hatten. Sie hat jetzt einen schweren Fehler gemacht und zu 
schnell zu viele gleichzeitig angegriffen. Nutzen wir ihn.
 
FPÖ RAUS AUS DER REGIERUNG!
DIESE REGIERUNG MUSS WEG!
SOFORTIGER RÜCKTRITT!
Projekt Koordiation/rosaflieder; Kontakt: rosaflieder@hotmail.com; 
Reaktionen: widerstand@no-racism.net/MUND.
 




Gehrer denunziert StudentInneninitiativen
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From: www.ballhausplatz.at



Kommunisten + gewalttätig + Rote Fahnen + von der SPÖ organisiert: Gehrer 
denunziert Studentinitiativen
Die Argumentation ist von den Anfängen der Gegenschwarzblau-Bewegung 
bekannt: Ein parteiübergreifender Protest (die Samstagskundgebung wurde von 
ÖVP-nahen organisiert) wird von Ministerin Gehrer per Fernsehen in "von der 
SPÖ organisiert" umgedeutet. Unter Verwendung von medienwirksamen 
Schlagwörtern wie "Kommunisten mit roten Fahnen", "gewalttätig", 
"aggressiv" etc. - man kann davon ausgehen, daß der ORF-Reporter nicht 
widerspricht. So denunziert die (!) Unterrichtsministerin junge Menschen, 
die lediglich ihr demokratisches Recht auf Protest wahrnehmen.
 
Berichte aus ORF ON und Tatblatt, zusammenkopiert auf die www.ballhausplatz.at
 
Zum ORF ON-Bericht folgende Anmerkung:
 
Man lasse sich auf der Zunge zergehen: Gehrer *toleriere nicht*, daß die 
Proteste gewalttätg seien UND daß "Kommunisten" mit roten Fahnen durch die 
Stadt marschieren würden. Der durchschnittliche Fernsehzuschauer könnte 
glauben, daß rote Fahnen und Kommunisten neuerdings verboten seien - wie 
sonst würde Geherer darauf kommen daß sie BEIDES nicht toleriere?).
 
Gewalt, Rote Fahnen und Ungesetzlichkeit werden so in direkten Zusammenhang 
gebracht.
 
Weiters wird kommuniziert: Die Organisatoren der Proteste sind Parteien - 
Kommunisten und SPÖ . Die Zivilgesellschaft kommt nicht vor, es gibt sie 
nicht bzw. wird sie als parteipolitisch intrumentalisiert hingestellt.
 
 



Wer linkt, legt sich "ins Bett"?
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From: www.ballhausplatz.at



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Wer linkt, legt sich "ins Bett"? Van der Bellen muß Link zum Tatblatt 
verteidigen
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posted by Johanna Hofinger www.ballhausplatz.at
 
Die unterschiedlichen Darstellungen zum Interview mit Alexander Van der 
Bellen ("Im Journal zu Gast") sind schon für sich interessant: ORF ON 
bringt die Nix-Neues-Aber-Aktuelle-Empörungsvariante (Van der Bellen ist 
gegen Studiengebühren), die APA thematisiert die Haltungen Van der Bellens 
zum Euroteam-Ausschuß ("konnte andere Untersuchungsausschüsse blockieren; 
die ÖVP will nur die ehemaligen SPÖ-Ministerien untersuchen"). Aufmerksamen 
Zuhörterinnen des Interviews wird jedoch nicht entgangen sein, daß Van der 
Bellen auch auf die Grüne "Regierungsmonitoring-Website" angesprochen 
wurde. Und darauf, daß sich darauf der "letzte Widerschrei" und mit einem 
Link zu Tatblatt befindet.
 
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Die grüne Regierungsmonitoring-Site, der "letzten Widerschrei" und die 
Tatblatt-Chronologie: Hintergründe für alle, die sie noch nicht kennen
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Die grüne Regierungsmonitoring-Site (www.gruene.at) ist erst seit kurzem im 
Netz (ballhausplatz.at berichtete). Der verantwortliche Webmaster (ein 
kooperativer Mensch, der sogar Mails beantwortet :-)) baute den "letzten 
Widerschrei" in diese Regierungsmonitoring-Site ein.
 
Der "letzte Widerschrei" ist eine Schöpfung der Daniel Düsentriebs von 
www.popo.at und listet die zuletzt aktualisierten Widerstandssites. Was 
dazu führte, daß die Tatblatt-Chronologie nun per Link auch von der Website 
der Grünen erreichbar ist.
 
Was nicht verwundert: Wo die Demo hinging, wieviele Teilnehmer geschätzt 
werden, wer überhaupt aufgerufen hatte, welche Transparante auffielen, ob 
jemand verhaftet wurde, ob es Zwischenfälle gab, erfährt man im Tatblatt. 
Wodurch die Tatblatt-Chronologie nun mal eine der wichtigsten 
Widerstandswebsites geworden ist und somit eine Linksammlung ohne sie ein 
Witz wäre.
 
Sogar das Profil zitierte die Tatblatt Chronologie und verglich sie mit den 
Polizeiberichten (in diesem Vergleich schlug das Tatbatt die 
Polizeiberichte puncto Informiertheit um Längen). Da die Chronologie so gut 
wie jede Demonstration dokumentiert, sind updates ziemlich häufig. Im 
"letzten Widerschrei", dessen Liste sich nur nach dem Zeitpunkt des letzten 
updates richtet, scheinen sie daher so gut wie täglich auf.
 
Denn auch wenn das Tatblatt sich politisch eindeutig positioniert und zur 
Verwendung von Kampfvokabular tendiert (was Zwischenfälle manchmal etwas 
dramatisiert), ändert das nichts daran, daß ihre 
Gegenschwarzblau-Chronologie akribisch recherchiert und die weitaus 
vollständigste ist. Weswegen ballhausplatz.at und andere Sites nicht müde 
werden, die Chonologie zu zitieren und zu linken auch wenn sie politisch 
nicht alles vertreten würden, was im Tatblatt steht.
 
Und auch, wenn vor Jahren eine - übrigens auch laut Van der Bellen 
skandalöse - Diskussion um die Spende des damaligen Innenministers Einem 
ans Tatblatt geführt wurde. Was vermutlich das einzige ist, was der 
ORF-Journalist über das Tatblatt weiß - und woraus er gerne einen "Skandal 
um Tatblatt II" gemacht hätte, wie unterstellt werden könnte. Die Tatsache, 
daß ein Link zum Tatblatt auf der Website der Grünen aufscheint, veranlaßte 
den ORF-Journalisten im Rahmen eines Interviews im samstäglichen "Im 
Journal zu Gast", den grünen Bundesobmann Van der Bellen zu fragen, ob die 
Grünen sich nun mit (wörtlich) "solchen Leuten" "ins Bett legen" würden. 
(!?!).
 
Wer linkt, legt sich "ins Bett"?? Der radikale Umkehrschluß: Wer einmal - 
vor allem mit Hilfe der Journalistischen Meisterleistung medial genügend 
denunziert wurde - an dem soll man nicht *anstreifen*. Also alles 
totschweigen, was nicht Krone-kompatibel ist, oder die Konsequenzen tragen, 
ein potentielles Objekt von Skandalisierungen sein. "Grüne" solidarisieren 
sich mit "Tatblatt", könnte ja sein, daß so etwas demnächt in der Krone steht.
 
Die Art der Fragestellung wirft ein nicht gerade hoffnungsvolles Licht auf 
das Verständnis des Journalisten: Einerseits könnte mittlerweile jeder 
ORF-Journalist wissen, daß Links nicht gleichbedeutend mit "ins Bett legen" 
sind (wohl heutzutage nicht zuviel verlangt). Zweites, wenn der "Letzte 
Widerschrei" schon interessiert, könnte er sich informieren, wie dieser 
funktioniert, daß z.B. nicht die Grünen über Reihung und Erscheinen der 
Links entscheiden, sondern das letzte update der gelisteten Sites (wohl 
zuviel verlangt, das ist ja erstens höhere Technik, zweitens betrifft´s eh 
nur die Zivilgesellschaft). Dittens könnte er sich ansehen, was das 
Tatblatt inhaltlich im "letzten Widerschrei" zu suchen hat (oder ist es für 
karrierebewußte ORF-Journalistinnen heutzutage lebensgefählich, auf einen 
Link zu klicken, der mit "Tatblatt" betitelt ist?)
 
Das Licht, das im Zuge diese Interviews auf Van der Bellen fällt, ist etwas 
hoffnungsvoller. Er verurteilte die autoritären Tendenzen der Regierung, 
die sich vor allen Dingen gegen die Zivilgesellschaft richte. Beispiel: 
Böhnmdorfers Klagen. Wenn Van der Bellen das nächstemal als Beispiel die 
Diskreditierung von Demonstrantinnen und die bewußte Reduzierung von 
Demonstrationen zum Kostenfaktor als Beispiel nennt, werden wir der Ansicht 
sein, daß die Grünen nicht nur einen kleinen, sondern einen großen Schritt 
in Richtung Oppositionsrolle getan hat.
 
 



Tauziehen um argentinischen Folter-General in Mexiko
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From: soli mexiko, mexiko-plattform@gmx.at



 ARGENTINIEN/MEXIKO
 
 Das Pinochet-Phänomen: Tauziehen um argentinischen Folter-General in Mexiko
 Von Marcos Salgado
 
 (Buenos Aires, 04. September 2000, npl). - Der Fall Pinochet ist
 offenbar zum einem juristischen Phänomen mit 
 Nachahmungscharakter geworden: Derzeit findet ein 
 internationales Tauziehen um den argentinischen Ex-General 
 Miguel Angel Cavallo statt, das Juristen und Regierungen der 
 beteiligten Länder zwingen wird, Partei zu ergreifen. Mitte 
 vergangener Woche bestätigten die mexikanischen
 Behörden, dass der am 24. August auf dem Flughafen von Cancun 
 in Mexiko festgenommene argentinische Unternehmer Ricardo 
 Miguel Cavallo identisch ist mit dem ehemaligen General der
 argentinischen Marine, Miguel Angel Cavallo. Die mexikanische
 Zeitung "Reforma" hatte die Identität des in Mexiko als
 erfolgreichen Geschäftsmann bekannten Cavallo aufgedeckt.
 
 Miguel Angel Cavallos alias Ricardo Miguel Cavallo leitete bis vor
 kurzem mit seiner Firma das kürzlich privatisierte nationale
 Fahrzeugregister in Mexiko (RENAVE). Er gehört zu den 98
 argentinischen Militärs, gegen die der spanische Richter Baltasar
 Garzon vergangenes Jahr einen internationalen Haftbefehl erwirkte.
 Die Klage gegen alle lautet: Völkermord, Folter und Terrorismus
 während der Militärdiktatur in Argentinien (1876-1983), unter der
 insgesamt 30.000 Menschen umgebracht wurden oder bis heute als
 verschwunden gelten. Garzon hatte nach der Festnahme Cavallos
 umgehend dessen Auslieferung an Spanien beantragt.
 
 Mit der Bestätigung der Vergangenheit von Cavallo entfachte sich
 in Spanien ein hitziger Disput. Garzon begründet den
 internationalen Haftbefehl mit Dutzenden von Aussagen
 Oppositioneller, die während des Militärregimes in Argentinien
 verschleppt, in geheimen Haftzentren festgehalten und gefoltert
 wurden. Für den spanischen Richter fallen die Anklagepunkte gegen
 Cavallo unter den Tatbestand der "Verbrechen gegen die
 Menschlichkeit", die laut der 1995 reformierten spanischen
 Gesetzgebung "extraterritorial", d.h international verfolgt und in
 Spanien vor Gericht geurteilt werden können. Auch die französische
 Justiz plant wegen Cavallos mutmaßlicher Beteiligung an der
 Ermordung von mehr als einem Duzent französischer Staatsbürger,
 einen Auslieferungsantrag zu stellen.
 
 Die spanische Generalstaatanwaltschaft ist anderer Meinung als
 Garzon. Sie vertritt die Ansicht, dass die Verbrechen, für die
 Cavallo von Garzon angeklagt wurde, vor der besagten
 Gesetzesreform im Jahre 1995 begangen wurden. Der Ex-General 
 könne deshalb nicht rückwirkend in Spanien vor Gericht gestellt 
 werden. Generalbundesstaatsanwalt Pedro Rubira führte zusätzlich 
 ins Feld, dass Garzons Anklagepunkte gegen Cavallo in 
 Argentinien durch zwei Gesetze (1985 und 1987) bereits 
 amnestiert wurden.
 
 Auch in Mexiko sind sich Juristen und Politiker uneinig darüber,
 wie mit Cavallo zu verfahren sei. Santiago Corcuera, Direktor der
 Menschenrechtsabteilung der Iberomarikanischen Universtiät
 erklärte gegenüber npl: "Das juristische Konzept der universellen
 Gerichtsbarkeit besagt folgendes: Jedes Land hat das Recht eine
 Person, gegen die Vorwürfe wegen Verbrechen gegen die
 Menschlichkeit wie beispielsweise Folter oder gewaltsames
 Verschwindenlassen von Personen erhoben werden, strafrechtlich 
 zu verfolgen, wenn der Staat, in dem diese Verbrechen begangen
 wurden, seiner Pflicht nicht nachkommt." Der Journalist Sergio
 Sarmiento erinnerte allerdings in der mexikanischen Tageszeitung
 "Reforma" daran, dass "Mexiko sich immer schon geweigert hat, 
 die extraterritoriale Anwendung der Gesetze anderer Länder zu
 akzeptieren."
 
 Die mexikanische Regierung ihrerseits übt noch vornehme
 Zurückhaltung. Hatte sie doch erst kürzlich dem Unternehmen des
 Mannes, der nun seine Nächte in einem Untersuchungsgefängnis 
 im Osten von Mexiko-Stadt verbringt, den Zuschlag für einen
 millionenschweren Auftrag erteilt: Die Umstellung des nationalen
 Fahrzeugregisters. Während Cavallo gegenüber der mexikanischen
 Generalbundesstaatsanwaltschaft zugegeben hatte, 
 Korvettenkapitän der argentinischen Marine gewesen zu sein, 
 bestreiten seine Anwälte nach wie vor, dass er der von der 
 spanischen Justiz gesuchte Mann sei.
 
 So ist paradoxerweise Argentinien aufgrund seiner 
 Amnestiegesetze das einzige Land, in dem sich Cavallo vor der 
 internationalen Justiz sicher wähnen kann. Dorthin wollte er auch 
 abtauchen, als er von Interpol festgenommen wurde. Wäre er an 
 seinem Ziel, der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires 
 angekommen, hätte er sich zur Kolonie ehemaliger 
 Diktaturschergen gesellen können, gegen die
 ausnahmslos im Ausland Klagen anhängig sind. Unter ihnen 
 befindet sich beispielsweise Alfredo Astiz, Cavallos Mitstreiter aus
 gemeinsamen Zeiten in der Kriegsmarine. Astiz wurde von der
 französischen Justiz wegen des Mordes an zwei französischen 
 Nonnen in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.
 
 Wie Astiz war auch Cavallo Mitglied der berüchtigten Einheit GT
 3.32 mit Sitz in der Marine-Mechanikerschule (ESMA) der
 argentinischen Flotte in Buenos Aires. Unter diesem harmlos
 klingenden Namen verbarg sich ein gefürchtetes geheimes Haft- und
 Folterzentren des Militäregimes. Cavallo gehörte zur ausgewählten
 Gruppe von Marineoffizieren, die direkt der Befehlsgewalt von
 Admiral Emilio Massera unterstand, einem der drei Mitglieder der
 Militärjunta. Nach dem Ende der Diktatur fand Cavallo Anstellung
 in einem der zahlreichen Unternehmen, deren Startkapital aus dem
 gestohlenen Guthaben von "Verschwundenen" bestand. Allein die
 Offiziere der ESMA sollen sich auf diese Art und Weise ein
 Vermögen von rund 70 Millionen Dollar angeeignet haben.
 Verschiedene journalistische Recherchen ergaben, dass sich 
 Cavallo Kontakten aus der Zeit der Diktatur bediente, wenn es um 
 seine Aktivitäten als Geschäftsmann ging - so auch bei der 
 Gründung des Unternehmens, für das er eine Lizenz in Mexiko 
 erhielt.
 
 
 MEXIKO
 
 EPR kündigt neuem Präsidenten Kampf an
 
 (Mexiko-Stadt, 16. September 2000, pulsar-Poonal).- Die
 hauptsächlich in den Bundesstaaten Guerrero und Oaxaca aktive
 Guerillabewegung EPR hat den bewaffneten Kampf als eine
 "unumstrittene Notwendigkeit" erklärt, um die Interessen der
 Bevölkerung zu verteidigen. Die Aufständischen kündigten an, sich
 den Angriffen zu stellen, die von der Regierung des im Juli neu
 gewählten Präsidenten Vicente Fox kommen würden. Fox tritt am 
 1. Dezember sein Amt an. Er hatte wenige Tage vor der Erklärung 
 der EPR versprochen, bewaffnete Gruppen zu bekämpfen und
 "auszulöschen". Die EPR-Guerilla wirft Fox vor, nur Image-Politik
 zu betreiben, indem er schnelle Lösungen für die nationalen
 Probleme verspricht, in Wahrheit aber die alte Politik der bisher
 regierenden PRI fortzuführen.
 

Redaktionsschluß: 24. September 2000 22h
Fehler möge frau/man mir nachsehen!