Donnerstag, 05.09.2002

================================================

 

R E D A K T I O N S-S T R E I K

Powered by public netbase t0 -- please sign

Wie der MUND entsteht ....

Schickt uns bitte eure Nachrichten, Meldungen und Ideen.
E-Mail-Adresse der Redaktion:

widerstand@no-racism.net

Im MUND findet Ihr eine Rubrik, die eine Konsequenz aus der redaktionsinternen Debatte um die Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, einerseits, die Problematik von Zensur andererseits versucht: unter "B) Eingelangt, aber nicht aufgenommen" wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der/des Tagesredaktuers für die Nichtaufnahme geliefert. Die AbsenderInnen werden hiervon informiert.
Ihr könnt Euch die Beiträge extra schicken lassen:
Mail an widerstand@no-racism.net genügt.

 




Quelle: www.popo.at


Und für nächsten Donnerstag:
Das Rechtshilfe-Manual
...und was mache ich eigentlich gegen rassisten?
online-diskussion

Editorial
Für den Inhalt verantwortlich: Ihr.
Die Beiträge werden von verschiedenen Redaktionsteams zusammengestellt.

Bitte weitersagen:
Für Personen ohne Internetzugang gibt es aktuelle Terminankündigungen
unter der Rufnummer 589 30 22 12 (Demoforum)
 


R E D A K T I O N S-S T R E I K
Die Redaktion des widerst@nd-MUND befindet sich im Streik.
Neben eventuellen Diskussionen zu diesem Streik wurden heute keine Beiträge
verarbeitet.
Die Redaktion sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, da sich in ihrer
Zusammensetzung hegemoniale Verhältnisse in nicht mehr tragbarer Weise
widerspiegeln. Die Beteiligung von gesellschaftlich systematisch
diskriminierten Gruppen in der Redaktionsarbeit ist für ein Projekt mit
einem antidiskriminatorischen Selbstverständnis essentiell. Dementsprechend
soll die Arbeit nach dem Rückzug aller MigrantInnen und aller Frauen aus der
Redaktion nicht einfach fortgesetzt werden.
Mit dem Streik will die Redaktion ein sichtbares Signal zum Ernst ihrer Lage
aussenden. Alle Redaktionsmitglieder sind bereit, ihre Funktionen abzugeben,
soferne das von neu in die Redaktion eintretenden Personen zur Bedingung
gemacht wird. Sollte sich an der derzeitigen Situation nichts ändern, muss
die Redaktion davon ausgehen, dass die LeserInnen des widerst@nd-MUND das
Interesse an dem Projekt verloren haben, was zur vollständigen Einstellung
des widerst@nd-MUND führen wird.
In der Phase des Redaktions-Streiks will die Redaktion ein eventuell noch
existierendes Interesse der LeserInnen am widerst@nd-MUND ergründen und auch
über neue Konzeptionen bis hin zum kompletten Relaunch diskutieren.

================================================
DIE DISKUSSION
================================================


elfie resch:
lieber heinz,
da die mund-redakteure nicht zum nachdenken kommen halte ich für
gefährlich. denn gerade aus diesem nicht nachdenken, ist ja der austieg
claudias zu erklären. und wenn eine nach zweieinhalb jahren geht, die mit
anderen der mund war, nicht dar¸ber nachdenken zu wollen, ist zynisch.
wenn eine geht dann ist da ja ihre sache. hat mit uns anderen ja gar nicht
zu tun. taten wir ja gar nichts dazu. und schreiben einen text wie gehabt um
besonders migrantinnen und frauen in die mundredaktion zu holen.
das feministische korrektiv fehlt schon jetzt. die geschrieben grundsätze
des munds stimmen ab jetzt nicht mehr. auch darüber lohn es sich
nachzudenken.
ich mahne nicht , ich empfehle euch dringen eine reflexion
elfie resch
________________________________________

maria bethania:
Aufgrund eines antisemitischen Textes von Martin Mair, der unzensiert in den
Mund gelangte, hat eine Redakteurin ihre Mitarbeit an diesem Projekt
aufgegeben. Claudia Volgger hat nicht nur argumentiert, warum sie
konsequenterweise diesen Schritt tat, sondern auch mitgeteilt, dass ihr
Austritt aus dem Mund keine "persönliche" Angelegenheit sei und die
Entwicklungen in der Redaktion öffentlich zu machen sind. Diese
Entwicklungen sind nun auch für die LeserInnen offensichtlich geworden: auf
ihren Austritt folgte kein einziges mail der Redaktion, um in irgendeiner
Form auf den Rückzug einer Kollegin zu reagieren, die immerhin lang genug
wichtiger Bestandteil dieses Mediums war. Cero. Können wir uns in Zukunft
auf eine weitere Flut antisemitischer Texte freuen? Sitzen jetzt wieder
Leute in der Redaktion, die wie damals Herr "fiona canina" nichts, aber
schon gar nichts mitbekommen haben von der monatelangen
Mund-Antisemitismusdiskussion? Insofern ist der Mund auch nur Spieg! el
derer, die er/sie bedient, einer denkfaulen (im besten Fall),
antisemitischen (in den meisten Fällen) Linken, die über Antisemitimus nicht
diskutieren will, bzw. offensichtlich nicht willens oder fähig ist, nach
einem Prozess der Reflexion Konsequenzen zu ziehen.
begrab mein hirn an der biegung des flusses




Redaktionsschluss: 4. September 2002, 0.00 Uhr
Diese Ausgabe hat Heinz Nessizius widerstand@no-racism.net
zusammengestellt



Fehler möge frau/man mir nachsehen!